Einfacher Lüfter oder Klimaanlage – wie professionell muss es sein?

Geschrieben von Redaktion am 25.11.2014.

standard_avatar_apc

Platinen, Prozessoren & Co. werden heute Höchstleistungen abverlangt. Aber das Kleiner, Besser, Schneller hat einen Preis: die Wärme! Wer seinen Server nicht gerade nördlich des Polarkreises zu stehen hat, muss sich etwas einfallen lassen, um seiner Technik die optimale Betriebstemperatur zu gewährleisten. Bei relativ kleinen und überschaubaren Anlagen genügt oft eine passive Kühlung, wenn die Raumtemperatur konstant niedrig genug ist. Problematischer wird es beim Betrieb umfangreicher Serveranlagen. Die hier anfallende Wärme von ca. 200 Watt je Server kann nicht ohne technische Hilfsmittel abgeführt werden. Einen Überblick für verschiedene Netzwerkschrank-Varianten gibt es beispielsweise hier.

Thermaltake Urban T81 - Frontlüfter

Für die Auswahl einer geeigneten Klimatisierung sollten unter anderen folgende Fragen geklärt werden:

  1. Ist die Wärmeentwicklung im Serverschrank annähernd gleichmäßig oder treten Hotspots auf – kleine Bereiche innerhalb des Racks, in denen sich punktuell starke Hitze entwickelt?
    Eine gute Durchlüftung der Serverschränke ist das A und O für eine funktionierende Kühlung – egal welcher Art. Auch bei einer gleichmäßigen Wärmeentwicklung strömt die warme Luft nach oben. Kann dies nicht ungehindert geschehen, kommt es zu Stauwärme und einer schnellen Überhitzung einzelner Bereiche. Bei den Hotspots ist eine schnelle Abführung der Hitze noch wichtiger. Hier können gezielt eingesetzte Lüftersysteme für eine konstante Temperatur unterhalb des kritischen Grenzwerts von 35 Grad Celsius sorgen.
  2. Welche baulichen Maßnahmen zur optimalen Raumkühlung können getroffen werden (doppelte Böden etc.)?
    Der ideale Serverraum verfügt über sogenannte heiße und kalte Gänge. Die Server werden in Reihen mit ausreichend Abstand aufgestellt. In einen Gang wird kalte Luft von 20 bis 25 Grad Celsius geblasen, die durch Lochblechtüren in das Innere der Serverschränke gesaugt wird. Nach hinten wird die erwärmte Luft in einen heißen Gang abgegeben. Aus diesem Gang wird die Warmluft abgesaugt und zur Kühlung abgeleitet. Die Kaltgänge werden baulich geschlossen – eingehaust, um ein Vermischen der Kalt- und Warmluft zu verhindern. So muss nicht der komplette Raum gekühlt werden, was sich positiv auf die Kosten auswirkt.
  3. Welcher IP-Schutzklassennorm müssen die Serverschränke genügen?
    Die Schutzklasse wird mit der zweistelligen IP-Nummer angegeben und drückt aus, wie sehr ein Serverschrank gegen Eindringen von festen Stoffen (erste Ziffer) und Flüssigkeiten (zweite Ziffer) schützt. Je nach Art der Technik im Schrankinneren sind unterschiedliche IP-Werte gefordert. Bei der Verwendung jeglicher Technik zur Klimatisierung, ist darauf zu achten, dass sie den Anforderungen der IP-Schutzklasse genügt. So müssen z.B. sämtliche Luftfilter eine ausreichende Dichtigkeit aufweisen und alle Durchführungen für Kabel oder Lüftungsrohre abgedichtet sein. Wird im Schrank ein Klimagerät eingebaut, muss das Rack mindestens IP-Klasse 54 haben, da ansonsten Kondenswasser anfällt und die Feuchtigkeit die sensible Technik beschädigt.
  4. Wird der Serverraum auch als Büro- oder Arbeitsraum genutzt?
    Bei einer gleichzeitigen Nutzung des Serverraums als Arbeits- oder Büroraum muss dem bei der Auswahl der Technik zur Klimatisierung Rechnung getragen werden. Zum einen sind sowohl Beleuchtung, Sonneneinstrahlung und die Personen als zusätzliche Wärmequelle zu beachten, zum anderen darf die Geräuschentwicklung durch die Klimatisierung nicht zu hoch sein. Besonders geeignet sind in diesem Fall sogenannte Split-Klimageräte. Das Gerät im Schrankinneren kühlt die Luft im Rack und führt die Wärme an das Außengerät ab. Dieses enthält den Kühlkompressor. Bei schallisolierten Serverschränken und einer Montage des Außengeräts in einem separaten Raum oder im Außengelände ist die Geräuschentwicklung aufgrund der extremen Laufruhe der Split-Geräte sehr gering.

Egal, welche Klimatisierungstechnik zum Einsatz kommt, die Leistung sollte auch am zukünftigen Bedarf orientiert sein. Die Leistung der Computertechnik steigt immer weiter – und damit auch die Wärmeentwicklung. Wer nicht mit jeder neuen Investition in die Servertechnik auch in eine neue Klimatechnik investieren möchte, sollte daher bei der Anschaffung der Anlage genügend Spielraum einkalkulieren. Außerdem ist bei der Ermittlung der Kühlleistung nicht von Durchschnittswerten auszugehen, sondern von Maximalwerten. Sonst kann es bei starker Serverauslastung bei hochsommerlichen Temperaturen schnell zu einem Ausfall der gesamten Technik kommen.

Trackback von deiner Website.

Kommentieren

Alle Angaben OHNE Gewähr! Alle Produktbezeichnungen bzw. Herstellernamen sind Eigentum der jew. Firmen!
Allround-PC übernimmt keine Haftung für evtl. Schäden bzw. Informationen oder Links auf dieser Seite, bzw. der verlinkten Seiten!
© Allround-PC 2015 | Kontakt | Impressum | Datenschutzerklärung | Mediadaten