Intel Pentium 4 Extreme Edition im Test

Spezielle Gaming-Mainboards, wie zum Beispiel die ABIT Fatal1ty Mainboards, hatten wir bereits im Test. Nun wollen wir uns in diesem Review einmal einen speziellen Gaming-Prozessor aus dem Hause Intel genauer ansehen und feststellen, ob der Pentium Extreme Edition wirklich viel mehr leisten kann als sein kleinerer Bruder, der Pentium 4. Zum Vergleich haben wir einen normalen Pentium 4 aus der 6xxer Reihe hinzugenommen.

Vielen Dank an Intel für die freundliche Unterstützung.

 

Technische Daten im Überblick


Hersteller Intel Intel Intel
Prozessor Pentium 4 520 - 560 Pentium 4 630 - 660 Pentium 4 Extreme Edition
Taktfrequenzen 2,8 - 3,6 GHz 3,0 - 3,6 GHz 3,46 GHz
Kernname Prescott Prescott Gallatin
Kernspannung 1,3-1,4V 1,3-1,4V 1,4-1,6V
Fertigung in µm 0,09 0,09 0,13
Bustakt 800MHz 800MHz 1066MHz
L2 Cache 1024KB 2048KB 512KB / L3: 2048KB
CPU Sockel 775 775 775
XD-Bit Nein Ja Nein
EM64T Nein Ja Nein
C1E Nein Ja Nein
Multiprozessorfähig? Nein Nein Nein
Befehlssätze? SSE, SSE2, SSE3, MMX SSE, SSE2, SSE3, MMX SSE, SSE2, MMX
HyperThreading? Ja Ja Ja
Überlastungsschutz? Ja Ja Ja


Geliefert wird der Pentium 4 Extreme Edition in einer schicken Retail-Verpackung, die erahnen lassen soll, welche "Power" in ihr steckt. Davon abgesehen kann es doch schon eine etwas edlere Verpackung sein, wenn man bedenkt, dass die CPU einen derzeitigen Marktwert von etwa 900,- Euro hat.
Zusammen mit dem Pentium 4EE wird ein Standardkühler mit Kupferkern mitgeliefert. Dieser Kühler gehört nicht gerade zu den Silent-Produkten, ist jedoch ausreichend, selbst wenn man den Prozessor übertakten möchte.

Der neue Pentium 4EE wurde dem Sockel 775 Design angepasst, d.h. die CPU besitzt keine PINs mehr. Diese sind fortan auf den Mainboardsockeln direkt anzutreffen. Umso vorsichtiger muss man nun vorgehen, wenn man den Prozessor auf den Sockel setzt und anschließend den Haltebügel umlegt.

Wie anhand der oben gezeigten Tabelle ersichtlich, verfügt der Pentium 4 Extreme Edition über einen 2MB großen L3 Cache. Dieser soll die CPU u.a. zu neuen Leistungswerten verhelfen und sich somit deutlich vom herkömmlichen Pentium 4 abheben. Neben dem größeren Cache arbeitet unser Modell mit einem Bustakt von 1066MHz. Der einzige Chipsatz auf dem Markt, der einen solch hohen Bustakt verträgt bzw. zugelassen ist, ist der i925XE Chipsatz, der u.a. auch bei unserer Testplattform zum Einsatz kommt. Die Pentium 4 6xxer Modelle hingegen arbeiten mit einem maximalen Bustakt von 800MHz.
Aber es gibt noch weitere Abweichungen vom "normalen" Pentium 4.
So basiert die Extreme Edition auf dem Gallatin-Kern, der eher bei Intels Xeon-Server-Prozessoren vorzufinden ist. Auch wird dieser Kern nicht in der 0,09µm Technik gefertigt sondern noch mit der alten 0,13µm Technologie.

i925XE Chipsatz

Als Chipsatz kommt der Nachfolger des i925X Chipsatzes zum Einsatz. Es handelt sich dabei um den neuen i925XE Express Chipsatz, der nun einen Frontsidebus von 1066MHz unterstützt, und somit bestens geeignet scheint für Intels Power-Prozessoren.
Natürlich findet man auf Mainboards mit diesem Chipsatz auch mehrere PCI-Epxress Ports. Aber auch bis zu sechs ältere PCI Schnittstellen können verwendet werden. Serial ATA ist ebenfalls so selbstverständlich wie die acht USB 2.0 Ports.

 


(Quelle: Intel.de)

Der Chipsatz im Überblick

Allgemeiner Aufbau zum Intel i925XE Chipsatz

(Quelle: Intel.de)

Im Vergleich zum i915P Chipsatz, unterstützt dieser Chipsatz DDR2 Arbeitsspeicher. Somit kann eine theoretische Speicherbandbreite von 8,5GB/s erreicht werden. Unterstützt werden Module mit 400 oder 533MHz. Speichermodule mit einer Taktfrequenz von 600MHz werden zwar offiziell nicht unterstützt, jedoch ist eine entsprechende Option im BIOS zu finden, auf die ich aber später noch eingehen werde.

Details im Überblick


i915P i915G i925XE

Southbridge

ICH 6 ICH 6 ICH 5

FSB (QDR)

533 / 800MHz 533 / 800MHz 533 / 800 / 1066MHz

Sockel

775 775 775

Dual-Channel

Ja Ja Ja

HyperThreading

Ja Ja Ja

AGP Mode max.

- - -

USB 2.0

8 Stk. 8 Stk. 8 Stk.

ATA 133

Nein Nein Nein

S-ATA

Ja (4) Ja (4) Ja (4)

max. Speicher

4GB 4GB 4GB

unterstützter Speicher

DDR DDR DDR2

PCI Express

Ja Ja Ja

VGA onboard

Nein Ja Nein

 

Unser Testsystem



CPU
Intel Pentium 4 Extreme Edition 3,46GHz (1066 FSB)
&
Intel Pentium 4 630 (3,0GHz) (800 FSB)
Kühler
Speeze Chillmax Sockel 775
Mainboard
GIGABYTE GA-8AENXP-D, i925XE Chipsatz
RAM
GSkill 2x512MB DDR2 667
Grafikkarte
XFX GeForce 6600GT 128MB PCI-Express
HDD
Samsung 80GB SATA 8MB, 7200
Netzteil
Silverstone ST52F 520 Watt Netzteil

Installierte Software:


Betriebssystem
Windows XP Prof. SP1
Patches
Service Pack 1a, Direct X 9.0c, MediaPlayer 9.0, Windows MediaEncoder
Treiber
NVIDIA Detonator 71.84

 

Kühlung

Wie bereits erwähnt haben wir den Pentium 4EE sowohl mit dem herkömmlichen Kühler als auch mit einem Sockel 775 Kühler aus dem Hause Speeze getestet. Aufgrund der relativ hohen Verlustleistung des Prozessors von ca. 110Watt sind Temperaturen über 60 Grad keine Seltenheit. Bei Verwendung dieses Prozessors sollte zudem auf eine gute Gehäusebelüftung geachtet werden, sodass die erwärmte Luft direkt nach außen abgeführt werden kann.
Mit dem Intel-Standard-Kühler gab es selbst im übertakteten Zustand keine Probleme. Die Temperatur pendelte zwischen 40 und 60 Grad, je nach Prozessorauslastung.


Overclocking

Natürlich konnten wir uns es nicht nehmen lassen, den Pentium 4 Extreme Edition zu übertakten. Da Intel die Prozessoren mit einer Multiplikatorsperre versehen hat, muss der Weg über den Frontsidebus gegangen werden. Schrittweise haben wir den FSB angehoben und konnten ein max. stabiles Ergebnis bei ~3,7GHz @ 1,55 Volt bei einem FSB von 1145MHz verbuchen.
Als Beweis haben wir einige Screenshots gemacht.

Insgesamt mussten wir bei dieser Frequenz nicht nur die CPU Spannung anheben. Auch haben wir die FSB-VTT und die Nortbridge Spannung etwas erhöht und konnten somit zur Stabilität des gesamten Systems beitragen.

Folgende Einstellungen haben wir vorgenommen:

  • CPU Voltage: 1,55V

  • FSB VTT: 1,25V

  • NB Voltage: 1,55V

Hier nun auch ein Screenshot vom Vergleichsprozessor, einem Pentium 4 630

Benchmarks

In den folgenden Benchmarks haben wir uns einmal die Performance des Pentium 4 Extreme Edition angeschaut und wollten wissen, ob die CPU mit einem herkömmlichen Desktop-Prozessor mithalten kann.

Insgesamt konnten in den PC Mark 04 Benchmark keine großen Leistungsunterschiede festgestellt werden. Lediglich beim Ram Benchmark konnte sich der Pentium 4 EE mit rund 14% mehr Punkten vom Ergebnis des Pentium 4 630 abheben. Hier macht sich das synchrone Taktverhältnis zwischen Prozessor und Arbeitsspeicher bezahlt.
Dieses Ergebnis beeinflusste dann auch die Gesamtpunktzahl, wie in dem ersten Diagramm zu sehen.


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