Test: Mad Catz Rat Pro X

Voll modulares Gaming-Monstrum im Test

Geschrieben von Robin Cromberg am 16.02.2016.

Rat Pro X Beitragsbild

Keine 08/15-Maus: Die Mad Catz Rat Pro X wirkt, als wäre sie geradewegs aus einem Science-Fiction-Film entsprungen. In unserem Testbericht erfahrt ihr, ob das einschüchternde Gaming-Monster zu mehr taugt als zum Angeben während der nächsten LAN-Party.





Technische Daten

Sensortyp Laser oder optisch (PixArt ADNS-9800)
Auflösung 8.200 dpi
Polling Rate 1.000 Hz
Tastenzahl 10 programmierbare Tasten
Abmessungen variabel
Gewicht variabel
Kabellänge 1,8 m
Besonderheiten austausch- und einstellbare Komponenten, Transporttasche
Preis 199,00 Euro

Lieferumfang

  • Mad Catz Rat Pro X
  • Schnellstartanleitung
  • 3 Mausräder
  • 1 ausgewähltes Sensormodul
  • 5 Seitenstücke
  • 3 Mausrücken
  • 2 Paar Gleitflächen

Mad Catz Rat Pro X Teile

Design & Verarbeitung

Die Liste der im Lieferumfang enthaltenen Komponenten verrät es bereits: Bei der Mad Catz Rat Pro X handelt es sich – vom eher an eine Raumschiff-Miniatur erinnernden Äußeren ganz zu schweigen – nicht um eine gewöhnliche Gaming-Maus. Die Nager der R.A.T.-/Rat-Reihe zeichnen sich unter anderem durch ein modulares Design aus, mit der Rat Pro X will Mad Catz nun nach eigenen Angaben die „anpassbarste Gaming-Maus aller Zeiten“ abliefern. Die Maus an sich basiert auf einem leichten aber stabilen Magnesium-Grundgerüst, welches ringsum mit zum Teil modularen Kunststoffkomponenten in den Farben Schwarz, Grau, Silver und Neongelb/-grün bestückt ist. Das Design sowie die Farbwahl sind definitiv Geschmackssache, richten sich dabei aber zu 100 Prozent an Hardcore-Gamer und Freunde des „aggressiven“ Looks à la Razer & Co.

Mad Catz Rat Pro X Carbonfläche Mad Catz Rat Pro X Magnesiumgerüst
Die Mad Catz Rat Pro X soll laut Mad Catz die „anpassbarste Gaming-Maus aller Zeiten“ sein

Ausgetauscht werden können etwa der Mausrücken, beziehungsweise das Kunststoff-Stück, welches den Handballen trägt, die Seitenstücke, welche auf Wunsch mit einer Carbonfaser-Ablagefläche für Daumen und kleinen Finger bestückt sein können, samt drei Daumentasten auf der linken Seite, das Mausrad und zu guter Letzt die beiden Kufen auf der Unterseite. Während die meisten Ersatzteile eher die Dimensionen betreffen und einzelne Bereiche der Maus weiter oder weniger hervor stehen lassen, bieten die drei Mausräder (zwei aus Metall und eines aus Gummi) ein jeweils völlig anderes Scrollgefühl – per Schraubendreher kann außerdem die Scrollgeschwindigkeit drastisch erhöht oder verringert werden. Auch die beiden Kufenpaare unterscheiden sich grundlegend im Rutschwiderstand durch eine Beschichtung aus Keramik und eine aus Teflon. Anders als ein Großteil der Komponenten, welche entweder per Schraube und beiliegendem Mini-Schraubenzieher montiert werden oder einrasten, werden letztgenannte Kufen einfach per Magnet befestigt. Dies wirkt zwar im ersten Moment praktisch, könnte Profi-Gamern aber zum Verhängnis werden, wenn sich einer der Unterleger in kritischen Momenten bei besonders starken Bewegungen plötzlich verabschiedet. Hier wäre eine optionale Schraubensicherung sicher sinnvoll, auch wenn uns eine solche Panne bis jetzt nicht selbst vorgekommen ist.

Mad Catz Rat Pro X Mausrad Mad Catz Rat Pro X Sensor

Das Mausrad kann unter anderem gegen eines aus Metall oder eines aus Kunststoff ausgetauscht werden (li)

Die Verarbeitungsqualität der Mad Catz Rat Pro X entspricht einem sehr hohen Standard, insbesondere hinsichtlich einiger sehr hochwertiger und robuster Komponenten. Einzig die filigranen Daumentasten (Taste 3 und 4) wirken, als würden sie einer exzessiven Nutzung durch Gewohnheits-Zocker nicht allzu lange standhalten. Auch fanden wir unter manchen Einzelteilen unschöne Rückstände von Schmieröl.

Eigenschaften

Nach dem eher unkonventionellen Design wenden wir uns in diesem Teil bekannteren Features zu: Jede Taste der Mad Catz Rat Pro X lässt sich, mit Ausnahme der linken Maustaste, frei programmieren. Dafür steht uns eine übersichtliche und überraschend schlicht gehaltene Software zur Seite, welche auch sämtliche Einstellungen von den drei möglichen DPI-Stufen, welche uns durch grüne LEDs auf der Maus angezeigt werden, über die Polling-Rate bis hin zum Angle-Snapping abdeckt. Die Makro-Befehle lassen sich aus einer mit Symbolen veranschaulichten Liste auswählen und per Drag&Drop auf die gewünschte Taste legen. Dazu zählt auch das Mausrad, welches sich seitlich kippen lässt und damit insgesamt fünf der zehn belegbaren „Tasten“ ausmacht. Gleich darunter sitzt der DPI-Switch, mit dem wir die Auflösung flugs verändern.

Mad Catz Rat Pro XÜber die Software kann die Mad Catz Rat Pro X weiter individualisiert werden, indem unter anderem die Tasten mit neuen Funktionen belegt werden

Unter den Maustasten sitzen OMRON-Switches, welche eine Lebensdauer von 20 Millionen Klicks erreichen sollen. Der Sensor, in unserem Falle ein PixArt ADNS-9800 Laser-Sensor, erlaubt eine maximale Auflösung von 8.200 Dpi und lässt sich ebenfalls austauschen.

Fazit

Die Mad Catz Rat Pro X sticht definitiv aus der Masse der Gaming-Mäuse hervor und bietet Anpassungsmöglichkeiten, welche selbst eine Roccat Nyth mit ihren 3D-Druck-Komponenten in den Schatten stellt. Diese Flexibilität macht die Rat Pro X einer sehr großen Zielgruppe zugänglich, dürfte mit dem extravaganten Design jedoch auf der anderen Seite eine ähnlich große Zielgruppe von Bord stoßen, welche es eher schlicht mag. Die Module sind allesamt sinnvoll und lassen sich unkompliziert austauschen, im Falle der Gleitkufen vielleicht ein wenig zu unkompliziert beziehungsweise ungewollt. Die Software bedarf keiner großen Eingewöhnungszeit und deckt die wichtigsten Funktionen ab. Material- und Verarbeitungsqualität entsprechen bis auf minimale Abweichungen einem sehr hohen Standard, führen aber auch zu einem höher angesetzten Preis von – in dieser Ausführung – 199,00 Euro. Diese im Bereich der Gaming-Mäuse außergewöhnliche Summe lässt sich mit dem außergewöhnlichen Funktionsaufgebot der Mad Catz Rat Pro X rechtfertigen.

Mad Catz Rat Pro X Award

Pro Contra
  • Material- und Verarbeitungsqualität…
  • … kleine Mängel (Schmieröl-Rückstände)
  • zahlreiche austauschbare Komponente…
  • … Kufen nur durch Magnete gesichert
  • Software
 
  • Transporttasche
 
  • High-End-Technik im Inneren
 
  • kippbares Mausrad
 

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Robin Cromberg

Robin Cromberg

... studiert Asienwissenschaften an der Universität Bonn und ist als Redakteur hauptsächlich für das Ressort der Gaming-Peripherie von Allround-PC.com zuständig. Zwischen Roundup-Tests zu neuesten Gaming-Tastaturen und Co. testet er für APC außerdem Smartphones, Notebooks oder Gadgets wie Bluetooth-Speaker.

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