Test: Roccat Skeltr

Smart Communication Gaming Keyboard

Geschrieben von Niklas Schäfer am 21.11.2016.

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Die Roccat Skeltr Gaming-Tastatur ist mit Bluetooth ausgestattet und kann Tasteneingaben direkt an ein gekoppeltes Smartphone weiterleiten. Roccats Bezeichnung „Smart Communication Gaming Keyboard“ kommt also nicht von ungefähr. Ob uns die Tastatur überzeugen konnte und tatsächlich den ein oder anderen Griff zum Smartphone erspart, erfahrt ihr im folgenden Test.




Technische Daten

Material Kunststoff
Schaltertyp Rubbderdome
Anti-Ghosting Tastenzahl nicht angegeben
Multimediapanel Nein
Abtastrate 1.000 Hz
Onboard-Speicher 512 KB
Anzahl dedizierte Makro-Tasten  8
Handballenauflage Ja, abnehmbar
Abmessungen ca. 540 x 270 x 50 mm
Gewicht nicht angegeben
Kabellänge 1,8 m
Besonderheiten RGB-Beleuchtung, USB-Hub, Kommunikationsfunktionen
Preis ~180 Euro

Lieferumfang

  • Roccat Skeltr
  • abnehmbare Handballenablage
  • Klinkenkabel
  • USB auf Micro-USB Kabel
  • Schnellstartanleitung

Design & Verarbeitung

Bei der Roccat Skeltr hat sich der Hersteller auf ein eher bodenständiges Design beschränkt und belässt es bei den Farben Grau und Schwarz. Alternativ zu unserer Version ist jedoch auch ein Modell in Weiß/Grau erhältlich. Wie die meisten aktuellen Gaming-Tastaturen ist auch die Skeltr mit einer RGB-Beleuchtung ausgestattet, mit der sich das Tastenfeld sowie zwei LED-Streifen an jeder Seite illuminieren lassen. Leider ist die Ausleuchtung der obersten Reihe nicht sonderlich homogen.

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Roccat betitelt die Skeltr als „Smart Communication Gaming Keyboard“, da sie sich mit Mobilgeräten wie einem Smartphone oder Tablet via Bluetooth koppeln lässt.

Insgesamt fällt die Tastatur recht groß aus, da sie mit dem herkömmlichen Nummernblock und zusätzliche Makrotasten aufwarten kann. Ein eher weniger weit verbreitetes Feature besteht in den drei Daumentasten, die sich leicht unterhalb der Leertaste befinden. Zudem hat die Community schon lange den Wunsch nach einer abnehmbaren Handballenauflage geäußert, dem Roccat nun nachgegangen ist. Was uns besonders gut gefällt ist, dass die Handballenablage nur leicht in die Tastatur einrastet. Damit sie trotzdem an Ort und Stelle bleibt, hat der Hersteller an eine teils gummierte Unterseite gedacht.

Die meisten aktuellen Tastaturen, die für Gamer gedacht sind, werden mit mechanischen Schaltern ausgestattet. In diesem Fall hat Roccat jedoch auf Membrantasten zurückgegriffen, um die Geräuschkulisse möglichst gering zu halten. Das eigentliche Highlight ist jedoch die Unterstützung eines Mobilgerätes. Genauer gesagt, kann das Gerät per Bluetooth 3.0 gekoppelt werden, sodass sich Telefonate bequem über ein an der Tastatur angeschlossenes Headset führen lassen. Außerdem können die Ausgaben der Tastatur per Knopfdruck sofort an das Mobilgerät weitergeleitet werden.

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An der Rückseite finden wir eine USB- und eine Klinkenbuchse für das Mobilgerät vor (li). Drei Daumentasten sind besonders schnell zu erreichen (re).

Um alle Smartphone-Funktionen nutzen zu können, müssen die Geräte natürlich korrekt angeschlossen werden. Links oben an der Rückseite finden wir die bekannten Anschlüsse für das Headset, während in der Mitte eine weitere Klinkenbuchse wartet. Damit Telefonate über das Headset geführt werden können, muss das Smartphone beziehungsweise das Tablet dort mit dem mitgelieferten Kabel verbunden werden. Außerdem hat Roccat an eine USB-Durchführung gedacht, mit der das Gerät aufgeladen werden kann. Auf ein integriertes Display wurde hingegen verzichtet, stattdessen fungiert das Mobilgerät als solches. Im oberen Bereich ist eine gummierte Ablage angebracht, in der das Gerät aufgestellt werden kann. Insgesamt wirkt die Roccat Skeltr sehr solide und weist abgesehen von der nicht ganz perfekten Ausleuchtung keine Verarbeitungsmängel auf. Uns haben die recht großen Streben an den Seiten weniger zugesagt, wobei dies eine Frage des Geschmacks ist.

Eigenschaften & Software

Erst der Swarm-Treiber von Roccat verleiht der Skeltr ihren kompletten Funktionsumfang. Innerhalb der Software können wir viele Einstellungen vornehmen, um die Tastatur an unsere Wünsche anzupassen. Darunter fällt unter anderem die RGB-Beleuchtung, welche in fünf Zonen aufgeteilt ist. Wie wir es vom Hersteller kennen, stehen viele verschiedene Effekte wie „Blinken“ oder „Atmen“ zur Auswahl.

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Innerhalb der Software können Makros und die Beleuchtung konfiguriert werden (li). Roccat ermöglicht ein akustisches Feedback trotz Rubebrdome-Technik (re).

Wie bereits erwähnt, verfügt die Tastatur über dedizierte Makro- und Daumentasten, die sich programmieren lassen. Die Konfiguration geht sehr leicht von der Hand und lässt keine Wünsche offen, weil nahezu jede denkbare Funktion ausgewählt werden kann. Wer sich also etwas Mühe gibt, wird sein Gaming-Erlebnis oder auch seinen Arbeitsablauf deutlich verbessern können.

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Die Software ist sehr übersichtlich gestaltet und bietet viele Anpassungsmöglichkeiten.

Viele Gamer ziehen mechanische Tastaturen besonders wegen der präziseren Rückmeldung vor. Als Kompromiss bietet Roccat die Option an, bei jedem Tastenanschlag einen Ton abzuspielen, um eine bessere akustische Rückmeldung zu erhalten.

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TalkFX sorgt für ein verbesertes Spielerlebnis und lässt beispielsweise die Tasten ror blinken, wenn die Gesundheit im Spiel nur noch wenige Lebenspunkte beträgt.

Des Weiteren unterstützt die Roccat Skeltr AlienFX und TalkFX. Mit AlienFX ist es möglich, die Beleuchtungseffekte aller verwendeten Produkte des Herstellers zu synchronisieren. TalkFX hingegen soll mittels Leuchteffekten für eine bessere Übersicht im Spiel sorgen. Beispielsweise ließe sich ein rotes Blinken realisieren, das erst einsetzt, sobald der Charakter nur noch wenige Lebenspunkte hat.

Roccat Swarm Connect

Das wichtigste Feature der Tastatur besteht allerdings in Swarm Connect, hinter dem sich die vielen Smartphone-Funktionen verbergen. Zuerst gilt es, eine Bluetooth-Verbindung zwischen dem Mobilgerät und der Tastatur herzustellen. Um die Tastatur für das Smartphone sichtbar zu machen, muss der innere der beiden Knöpfe rechts oben lange gedrückt werden. Solange das Bluetooth-Symbol auf der Tastatur blinkt, können die Geräte gekoppelt werden. Als nächstes sollte die App „Roccat Swarm“ auf dem Gerät installiert werden.

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Wer sein Headset mit der Tastatur verbindet, kann Telefonate über diese Annehmen und direkt über das Headset führen (li). Die Taste rechts oben öffnet den Swarm-Treiber (re).

Sobald das Smartphone per Bluetooth mit der Tastatur verbunden ist, kann es im den dafür vorgesehenen Leiste als Bildschirm und Multimediapanel verwendet werden. Auf der einen Seite stellt es die Auslastung des Arbeitsspeichers, des Prozessors und des Netzwerkes dar und gibt gleichzeitig die CPU- und GPU-Temperatur an. Andererseits bringt es die typischen Multimedia-Funktionen zur Steuerung der Lautstärke und der Musikwiedergabe mit sich.

Neben der Nutzung des Mobilgerätes als Bildschirm stehen uns jedoch noch weitere Funktionen zur Verfügung. Oft ist es lästig, immer wieder zum Smartphone zu greifen, um Nachrichten zu beantworten. Von daher kann der oben genannten Knopf dazu genutzt werden, die Eingaben der Tastatur nicht an den Computer, sondern an das Smartphone zu senden.

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Die Verbindung kann innerhalb der Software hergestellt werden, wozu sich sowohl der PC als auch das Mobilgerät im selben WLAN befinden müssen.

Sollte uns ein Anruf erreichen, können wir diesen bequem über die Tastatur entgegennehmen. Hierfür wird die „Hörer-Taste“ links oben verwendet. Wer den Ton nicht über den Kopfhörer hören möchte, kann die Taste rechts daneben nutzen, um das Smartphone direkt als Audiogerät zu nutzen.

Roccat hat schon vor rund zwei Jahren einen Prototyp des „Smart Communication Gaming Keyboards“ vorgelegt und machte uns viele Hoffnungen. Der Hersteller hat bewusst auf Membrantasten gesetzt, da sie deutlich leiser sind als mechanische Konkurrenten. Obwohl wir anfangs skeptisch gewesen sind, können wir beruhigt sagen, dass die verbauten Tasten für Rubberdomes sehr gut ausfallen und einen angenehmen Druckpunkt haben. In Sachen akustischer Rückmeldung kommen sie trotz der Software-Lösung nicht an einen mechanischen Schalter heran. Da der Fokus der Roccat Skeltr jedoch klar auf der Telefon-Funktion liegt, erweisen sich die leiseren Tasten als sehr nützlich, da der Gesprächspartner andernfalls mit störenden Klickgeräuschen belästigt würde.

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Ein Smartphone oder Tablet wird als hochwertiger Bildschirmersatz und Multimedia-Panel genutzt.

Trotzdem müssen wir bezüglich der Anbindung des Mobilgerätes zwei Mankos nennen. Zum ersten werden nicht alle Tastenanschläge korrekt weitergegeben, sodass recht viele Korrekturen nötig sind, bevor eine Nachricht abgeschickt werden kann. Trotzdem sind die meisten Nachrichten schneller als mit der Tastatur im Smartphone verfasst, sodass wir von einer gewissen Verbesserung sprechen wollen. Außerdem haben wir einige Störgeräusche während der Telefonate feststellen müssen, sodass nur kurze Gespräche über die Roccat Skeltr abgehalten werden sollten.

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Roccat ist dem Wunsch der Spieler nachgegangen und implementiert eine abnehmbare Handballenablage.

Wer nun glaubt, dass die angesprochenen verschollenen Zeichen durch Ghosting hervorgerufen werden könnten, sei beruhigt. Während des Spielens haben wir keine diesbezüglichen Probleme festgestellt. Auch wenn der Hersteller keine genauere Angabe macht, scheint die maximale Anzahl gleichzeitiger Tastenanschläge ausreichend hoch zu sein. Durch die Polling Rate von 1000 Hertz erfolgt die Umsetzung der Befehle durch die Roccat Skeltr sehr schnell. Als letztes bleibt zu sagen, dass uns die Handballenablage sehr gut gefällt. Anfangs haben wir erklärt, dass sie nur sehr leicht einrastet, sodass wir vermutet haben, dass sie gegebenenfalls verrutschen könnte. Im Laufe des Tests haben sich die gummierten Flächen an der Unterseite aber als ausreichend erwiesen, um die Ablage gut zu fixieren.

Fazit

Roccat ist mit der Skeltr einen sehr mutigen Schritt gegangen, der lange vorbereitet worden ist. Wir mögen das Konzept des „Smart Communication Gaming Keyboards“ und hoffen, dass dieses in Zukunft weiterhin verfolgt wird. Natürlich müssen einige Abstriche gemacht werden, damit die Kommunikation nicht beeinträchtigt wird. Darunter fällt vor allem der Verzicht auf mechanische Schalter, welcher manche Gamer vor dem Kauf zurückschrecken lassen dürfte. Die hier verbauten Tasten sind allerdings von einer hohen Materialgüte, sodass sie für Gamer gut geeignet sind. Obwohl uns das Konzept der Roccat Skeltr sehr gut gefällt, können wir über die kleineren Probleme der Verbindung mit dem Mobilgerät nicht hinwegsehen. Der größte Kritikpunkt besteht definitiv in den Störgeräuschen während des Telefonates. Was hingegen sehr gut gelungen ist, ist die Nutzung des Smartphones oder Tablets als sekundärer Bildschirm und Multimediapanel. Damit bietet der Bildschirm eine deutlich höhere Pixeldichte als herkömmliche LCDs und kommt gleichzeitig mit einem Touchscreen daher. Insgesamt gefällt uns das Konzept der Tastatur sehr gut, wobei der Preis mit rund 180 Euro nicht gering ausfällt. Wer also auf die Kommunikationsfunktionen verzichten kann, sollte eine andere Gaming-Tastatur wählen oder auf einen Nachfolger warten.

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Pro Contra
  • Kommunikations-Funktionen…
  • … teils mit Kinderkrankheiten
  • USB-Anschluss
  • Verzicht auf mechanische Schalter
  • abnehmbare Handballenablage
  • recht hoher Preis
  • Makro- und Daumentasten
 

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