Test: Tesoro Tizona Spectrum

RGB-Tastatur mit abnehmbarem Nummernblock

Geschrieben von Niklas Schäfer am 03.11.2017.

Tastaturen unterscheiden sich heute nur marginal. Tesoro bietet mit der Tizona Spectrum ein Feature, das bisher nicht sehr weit verbreitet ist: Einen abnehmbaren Nummernblock. Ob das Feature überzeugen kann, klären wir im Test.

Übersicht

Tesoro bringt mit der Tizona Spectrum zum ersten Mal eine Tastatur auf den Markt, bei der das Num-Pad abgenommen und beidseitig montiert werden kann. Mit der ASUS ROG Claymore haben wir eine vergleichbare Tastatur bereits getestet und wollen nun schauen, was Tesoro besser macht.

Technische Daten

Material

Aluminium, Kunststoff

Schaltertyp

mechanisch, Kailh rot

Anti-Ghosting Tastenzahl

6-Key-Rollover

Multimediapanel

Nein

Abtastrate

1.000 Hz

Onboard-Speicher

keine Angabe

Anzahl dedizierte Makro-Tasten 

3

Handballenauflage

Nein

Abmessungen

480 x 154 x 34 mm (mit Numpad)

Gewicht

988 g (Tastatur ohne Kabel) + 243 g (Numpad)

Kabellänge

1,2 m

Besonderheiten

abnembares Numpad, USB-Durchführung, 3 Daumentasten

Preis

~74 Euro (Tastatur) + ~43 Euro (Numpad)

Lieferumfang

  • Tesoro Tizona Spectrum Gaming-Tastatur
  • Tesoro Tizona Spectrum Numpad (optional, separat erhältlich)
  • USB-Kabel  ca. 1,2 m (vergoldete Stecker, gesleevt)
  • USB-Stromkabel ca. 0,5 m
  • USB-Verlängerung ca. 1,8 m (gesleevt)

Design

Die Tesoro Tizona schöpft ihr volles Potential erst aus, wenn das zusätzliche Numpad-Modul für rund 30 Euro zugekauft wird. Mit angestecktem Tastenfeld misst die Gaming-Tastatur 480 Millimeter in der Breite. Ohne das Zusatzmodul fällt sie gut 10 Zentimeter schmaler aus und passt in größere Rucksäcke. Tesoro arbeitet bekanntlich mit mechanischen Schaltern von Kailh, in der Tizona Spectrum kommen Kailhs Red-Switches mit linearer Schaltercharakteristik und nicht spürbarem Umschaltpunkt zum Einsatz.

Das Nummernfeld der  Tesoro Tizona Spectrum kann sowohl rechts als auch links montiert werden.

Direkt neben den Schaltern sitzen LEDs, die eine sehr homogene Ausleuchtung erzeugen. Das Numpad kann sowohl rechts als auch links in eine der beiden USB-Buchsen eingesteckt werden und wird von einem Magneten an Ort und Stelle gehalten. Die andere, freie USB-Buchse kann beispielsweise genutzt werden, um eine Maus oder externe Festplatte anzuschließen. Einige externe Festplatten benötigen zusätzlich zur USB-Spannung weitere Energie. Diese kann über das USB-Stromkabel bezogen werden. Das Hauptverbindungskabel wird im hinteren Bereich neben der zusätzlichen Stromzufuhr eingesteckt und betreibt auch das externe Numpad. Bei Bedarf kann die mitgelieferte USB-Verlängerung verwendet werden, die ebenfalls gesleevt ist, jedoch keine vergoldeten Anschlüsse bietet. Unter der Leertaste sitzen drei Daumentasten, denen Tesoro im PC-Modus werksseitig Shortcuts zu Standardprogrammen zuweist.

Ein USB-Anschluss dient zur Datenübermittlung, ein Magnet fixiert das Numpad sehr sicher.

 

Alle verwendeten Materialien sind durchaus gut verarbeitet, die Materialwahl gefällt uns jedoch eher weniger. Die gut durchdachte Tizona ist ausschließlich aus Kunststoffen gefertigt, die haptisch leider keinen guten Eindruck machen. Die Taste F sitzt bei unserem Testmuster nicht ganz gerade im Sockel, dabei handelt es sich jedoch nur um einen kosmetisches Problem.

Eigenschaften

Tesoro richtet die Tizone Spectrum klar an Gamer, vor allem an MMO-Spieler, die jede zusätzliche Makrotaste dankend annehmen. Es bietet sich durchaus an, den Nummernblock an der linken Seite zu installieren, um ihn als Makro-Panel zu verwenden. Leider ist der Abstand zum Nummernfeld in diesem Aufbau immer noch recht groß, sodass die linke Hand vollständig abgehoben werden muss. In Stresssituationen mit Feindkontakt ist es leider nicht möglich, ein Makro gezielt abzurufen. Ingame-Leader könnten jedoch Anweisungen einprogrammieren, um auf die häufig unpraktischen „Common Rows“ (Spielinterne Befehle, die mit Zahlenfolgen abgerufen werden können) zu verzichten. Makros die jederzeit abrufbar sein müssen, können auf den drei Daumentasten unterhalb der Leertaste eingepflegt werden. Das Feature ist uns bereits von der ASUS ROG Claymore bekannt. Dort wird das Nummernfeld jedoch nicht über eine USB-Schnittstelle verbunden, sondern von oben aufgesteckt, um einen speziellen Kontakt zu schließen. Beide Lösungen funktionieren, Tesoros Tizona Spectrum bietet jedoch einen besseren Halt, weil das Numpad mit einem Magneten fixiert wird.

Tesoro bringt einige praktische Features wie eine USB-Durchführung und drei Daumentasten unter.

Tesoro installiert rote mechanische Schalter von Kailh, die in unserem Testmodell auffällig leise ausfallen. Kailh bietet derzeit noch keine speziellen Silent-Switches an, trotzdem erscheinen die hier verbauten Modelle leiser als baugleiche Schalter anderer Tastaturen. Vermutlich reflektiert das Kunststoffgehäuse der Tesoro Tizona Spectrum den Schall nicht so stark wie Gaming-Tastaturen mit Aluminiumoberseite.

Die roten, mechanischen schalter von Kailh können Cherry MX-Schalter nicht ganz das Wasser reichen, sie erweisen sich jedoch als sehr ruhig.

Im Vergleich mit Cherry MX-Red-Schaltern können Kailhs rote mechanische Schalter leider nicht mithalten. Sowohl der Schreibkomfort als auch die Präzision der MX-Schalter kann vom chinesischen Anbieter nicht erreicht werden. Wer das Feature des beidseitig montierbaren Numpads nicht verzichten kann und auf der Suche nach sehr hochwertigen Schaltern ist, sollte die ASUS ROG Claymore ins Auge fassen. Der recht kleine Preis rechtfertigt jedoch die nicht ganz perfekte Schalterwahl. In Sachen Ergonomie schlägt sich die Tesoro Tizona Spectrum gut, jedoch nicht erstklassig – eine ansteckbare Handballenauflage hätte die Belastung auf die Hände in langen Spielsessions sicherlich verkleinert.

Software

Ein Argument spricht leider sehr klar gegen die Tizona Spectrum: Der Treiber. Die Taiwaner spielen leider ein wenig zu viel mit dem Design der Software und vernachlässigen die Funktionalität. Grundsätzlich ist es möglich, Makros einzuarbeiten und Beleuchtungseffekte oder eine statische Farbe zu wählen, jedoch hakt es an der ein oder anderen Stelle.

Wir hätten uns über einen funktionaleren Treiber sehr gefreut.

Teilweise dauert der Wechsel von Beleuchtungseffekte recht lange und der Wechsel zu einem anderen Profilreiter ist nur möglich, wenn alle Pop-Ups anderer Reiter geschlossen sind. Während es bei anderen Treibern regelrecht Spaß macht, eigene Effekte zu kreieren, haben wir den Spectrum-Treiber eher gemieden.

Fazit

Tesoro macht mit der Tizona Spectrum einiges richtig, jedoch nicht alles. Der Erste Eindruck ist leider von mäßigen Kunststoffen getrübt worden. Die Befestigung des Numpads hat uns jedoch überzeugen können. Zudem ist es praktisch, ein weiteres USB-Gerät wie eine Maus direkt an die Tastatur anschließen zu können – genau wie die drei Daumentasten. Der Spectrum-Treiber bietet eigentlich alle Funktionen, die für eine knapp 80 Euro teure Tastatur wünschenswert sind, jedoch bieten viele Mitbewerber intuitivere Software mit ähnlichem Funktionsumfang. Der Preis von knapp 120 Euro für das Paket aus der Tizona Spectrum und dem dazugehörigen Numpad geht in Ordnung.

ProContra
  • Numpad hält sehr gut
  • schwache Materialwahl
  •  homogene RGB-Ausleuchtung
  • unübersichtlicher Treiber
  •  leise, mechanische Schalter …
 
  •  Drei Daumentasten für Makros
 

 

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Niklas Schäfer

... ist hauptsächlich für den Bereich "Gaming" zuständig und widmet sich den neusten Tastaturen, Headsets und Mäusen. Zusätzlich inspiziert er Consumer Electronics wie Audioprodukte, Smartphones und Speicherprodukte. Immer häufiger ist Niklas auch auf dem YouTube-Kanal von Allround-PC zu sehen.

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