Fantec Lan Hard Drive Enclosure & Multi-functions Storage im Test

Wir haben uns in diesem Review zwei Speicherlösungen aus dem Hause Fantec näher angeschaut. Es handelt sich dabei um ein NAS-Gehäuse, das sowohl per USB- als auch per LAN-Port an den Computer angeschlossen werden kann. Der zweite Kandidat ist ein externes Festplattengehäuse, dem ein Cardreader in die Front integriert wurde.

Fantec Lan Hard Drive Enclosure


Verpackung und Lieferumfang


Geliefert wird das Fantec Lan Hard Drive Enclosure in einem Karton mit vielen Illustrationen des Produkts und dessen Funktionen. Im Inneren befindet sich eingepackt in Folie und auf einer dünnen Schauumstoffmatte liegend das LAN DRIVE Gehäuse. Im weiteren Lieferumfang sind eine englische Bedienungsanleitung, ein Netzwerk - und ein USB-Kabel, das externe Netzteil, ein Ständer zum vertikalen Aufstellen des Drives, sowie die nötigen Befestigungsmaterialien enthalten.



Technische Daten

  • Gehäusetyp: 3,5" Festplatte

  • Abmessungen : 245 x 183 x 55mm

  • Gewicht (ohne Festplatte): 1,4 kg

  • ATA Modul: UDMA133

  • Interfacestruktur: LAN (RJ45) zu IDE und USB 2.0 zu IDE

  • Betriebssystem: WIN SE, ME , 2000 und XP oder Mac OS ab Version 8.6

  • Material: Aluminiu /Kunststoff


Eigenschaften und Besonderheiten

  • Bis zu 500GB Festplatten kompatibel

  • SAMBA und FTP Server

  • DHCP-Server

  • zweifarbige Status-LED auf der Forderseite

  • Kein Lüfter

  • Kompatibel zu verschieden hohen HDDs


Preis ca. 70,- Euro

Erscheinungsbild


Nachdem man das Gehäuse aus der Folie befreit hat, macht es dann doch einen sehr schlichten und vor allem schicken Eindruck. Auf der Forderseite befindet sich der runde Netzschalter. Um ihn herum erleuchtet eine LED einen durchsichtigen Kunststoffkranz je nach Status der verbauten Platte. Auf der Rückseite findet man die Anschlüsse für das externe Netzteil, einen USB-Port sowie eine RJ-45 Buchse zum Anschluss an das Netzwerk. Verarbeit ist das Gehäuse durchweg sauber und ordentlich. Der Schriftzug an der Seite sieht ebenfalls sehr edel aus. Ein echter Hingucker für den Schreibtisch. Der kleine Standfuß ist im Gegensatz zum Gehäuse nur aus Plastik gefertigt.



Montage


Die Montage ist zwar nicht ohne Schrauben machbar, dafür erklärt die bebilderte Anleitung aber alles genau. Zuerst ist die hintere Kunststoffabdeckung der Anschlüsse zu lösen und die komplette Platine inklusive Rahmen lässt sich nach vorne aus dem Aluminiummantel ziehen. Auf der Oberseite (Schriftzug) befinden sich ebenfalls vier Schrauben, die gelockert werden müssen. Nun ist die Aluminiumplatte mit dem Schriftzug freibewegbar. In den Rahmen wird jetzt die Festplatte eingesetzt, angeschlossen und dann mit den vier gelieferten Schrauben seitlich befestigt. Danach kann der Rahmen wieder in den Aluminiummantel geschoben werden. Die vier Schrauben auf der Oberseite werden nun handfest gezogen, somit wird garantiert das eine Wärmeleitung zwischen der Festplatte und dem Gehäuse stattfindet. Als letztes gilt es nur noch die hintere Abdeckkappe wieder mit den zwei Schrauben zu fixieren. Fertig.


Wichtig: Es ist darauf zu achten das die Festplatte als "Master" gejumpert ist! In unserem Fall kam eine Maxtor DiamondMax Plus 9 mit 80 GB, 7200 UPM und 8MB Cache zum Einsatz.




Konfiguration


Etwas schwieriger als die Montage stellst sich die Konfiguration des LAN-Interface nach dem ersten Start dar. Der Computer muss nun per Netzwerk direkt mit dem NAS verbunden werden. Dabei ist es wichtig, dass das Betriebssystem die IP-Adresse automatisch bezieht, da der DHCP-Server des NAS standardmäßig aktiviert ist. Ein kleiner Kritikpunkt, da zum ersten Start eine direkte Verbindung nötig ist, sollte sich im Netzwerk ein weiteres Gerät mit aktiviertem DHCP-Service befinden (z.B. Router oder Acces-Point). Ist diese Hürde genommen kann das Aministrationsinterface über den Webbrowser aufgerufen werden. Der Anwender muss einfach "http://storage" in die Adresszeile eintippen und Enter drücken. Es erscheint eine Login-Abfrage und nach erfolgreichem Einloggen kann es los gehen. Zu erst einmal ist es sinnvoll den DHPC-Server zu deaktivieren, sollte schon ein anderes Gerät diesen Service nutzen. Danach ist es möglich das NAS einfach in das bestehende Heim- oder Firmennetzwerk ein zu hängen. Je nach Einstellung wird der LanDisk nun eine IP-Adresse zugewiesen oder man vergibt eine fixe Adresse, was bei einem NAS die vernünftigere Wahl sein sollte. Der Anschluss über den USB-Port klappt problemlos, Windows XP erkennt das Gerät automatisch und installiert einen Wechseldatenträger. Leider dominiert der USB-Modus den Lan-Modus, so dass wenn beide Modi in Betrieb sind, der Lan-Modus deaktiviert wird.


Das Administrationsinterface


Status


Auf der Startseite "Status" können Standardeinstellungen wie Arbeitsgruppe, Admin-Benutzer und Kennwort, die Sprache (kein Deutsch) sowie DHCP-Server ON/OFF getätigt werden. Außerdem werden aktuelle Informationen über die angeschlossene Festplatte angezeigt.


IP-Config


Diese Seite legt fest, ob die IP-Adresse automatisch vergeben wird oder ob das NAS eine fixe Adresse zu gewiesen bekommt.


Maintenance


Dieser Bereich stellt die Funktionen des Firmenwareupdates, Reboot des Gerätes oder das zurücksetzen aller Einstellungen auf den Fabrikzustand dar.


Samba Server


Der Samba Server ist die Plattform, auf der Linuxnetzwerke Daten austauschen. Das Protokoll ist aber gleichermaßen zu Windowskompatibel und stellt Daten in der Netzwerkumgebung bzw. als Netzlaufwerk bereit. Auf der Kontrollpage ist es möglich Ordner anzulegen, die dann in der Netzwerkumgebung angezeigt werden. Auch die Funktion des Deaktivierens von Freigaben oder ein Passwortschutz wurde integriert.


FTP Server


Ein besonders praktisches Feature ist der eingebettet FTP Server, mit dem es möglich ist Daten nicht nur durch das lokale Netzwerk sondern auch über das Internet zu verteilen. Der FTP Server ist gut konfigurierbar, so kann der FTP-Port eingestellt werden, User angelegt, gelöscht und bearbeitet werden. Auch eine Funktion um anonymen Usern Zugriff zu gewähren ist integriert. Zudem lässt sich für jeden User ein eigenes "/Home" Verzeichnis anlegen und einstellen.


Disk Utility


Diese Abteilung ist denkbar wichtig, hier werden Einstellungen über die Festplatte getätigt. Zu aller erst muss die HDD über dieses Menü formatiert werden. Die MUSE LanDisk nutz das FAT32 Format. Eine nützliche Funktion stellt der "SleepModus" dar, es kann eingestellt werden, ob die Festplatte nach einer vordefinierten Zeit ohne Datentransfer abgeschaltet wird. Thermaltake hat auch ein Festplatten-Scan integriert, um Fehlern im Dateisystem auf die Schliche zu kommen.


Vorsicht: Beim Formatieren gehen alle Daten auf der Festplatte verloren!


Status Menü

IP Config

Maintenance

SAMBA Server Setup

FTP Server Setup

"Disk Utility" Festplattenkonfiguration



Test


Wir haben das Fantec Lan Hard Drive Enclosure im Bezug auf seine Schreibgeschwindigkeit geprüft. Dabei wurde jeder Modi (FTP, SMB ,USB 2.0) mehrfach gemessen und ein daraus resultierender Mittelwert bestimmt. Als Testprogramme kamen HD-Tach zum messen der Geschwindigkeit des USB-Modus, FlashFXP für die Geschwindigkeitsbestimmung des FTP-Protokolls sowie Total Commander 32 zur Festlegung der Samba-Server Datenrate zum Einsatz. Als Festplatte wurde die oben verbaute Maxtor DiamondMax Plus 9 6Y080L benutzt.


Wichtigsten Plattformdaten :



Mainboard

ASUS A7N8X-E-Deluxe (Nforce2)

CPU

AMD Athlon XP 3200+ 400MHZ FSB

Arbeitsspeicher

1024 MB Ram DDR-400 CL 2.5

NAS-Festplatte Maxtor DiamondMax Plus 9 6Y080L 7200UPM
System-Festplatte Seagate Barracuda 8MB Cache 7200UPM
Netzteil LC-Power 420 Watt



Geschwindigkeiten
(Ergebnisse in MB/s = Megabyte pro Sekunde)

Man erkennt die Überlegenheit der USB2.0-Schnittstelle, was nicht weiter verwunderlich ist, da die Übertragungsrate gegenüber dem 100Mbit Netzwerk ca. vier Mal so hoch ist. Die Leseraten des Samba- und FTP Protokolls nehmen sich nichts. Geht es um die Schreibrate ist das Sambaprotokoll viel schneller. Wir konnten uns die ungewöhnlich niedrigen Schreibraten des FTP-Protokolls nicht erklären. Die Ursache muss aber auf Seiten des NAS liegen.


Fazit


Das Fantec Lan Hard Drive Enclosure ist eine Alternative zum Fileserver im Keller. Jedoch kommt es nicht ein die Datenraten eines solchen Systems heran. Dafür ist es einfach in das lokale Heimnetzwerk zu integrieren. Der vorhandene FTP Server sprengt sogar die lokalen Grenzen und bietet die Möglichkeit seine Daten von überall auf der Welt anzurufen. Die Montage sowie die Konfiguration sind auch mit dem beigelegtem Handbuch zu bewältigen. Man sollte aber die englische Sprache etwas beherrschen. Ist das Administrationsinterface erst einmal aufgerufen, erklärt es sich eigentlich von selbst. Ansonsten hilft ein Blick ins Handbuch. Ansonsten ist das Fantec Lan Hard Drive Enclosure sehr gut verarbeitet und macht auf jedem Schreibtisch etwas her.


Pro

  • Datenraten Samba / USB

  • Verarbeitung

  • Lieferumfang

  • Integration

  • FTP Server

  • bis zu 500 GB kompatibel


Contra

  • Deutsch wird nicht unterstützt

  • standardmäßig aktiviertet DHCP-Server

  • keine Deutsche Anleitung

  • FTP-Server Schreibrate viel zu gering

  • keine Deutsche Anleitung


UPDATE: Eine deutschsprachige Anleitung gibt es hier zum Download.