Test: Anker PowerPort Solar 21 W Solarladegerät

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Geschrieben von Nils Waldmann am 12.09.2016.

Anker PowerPort Solar 21 Watt Startbild

Egal ob im Camping-Urlaub, auf Reisen oder Zuhause: die Sonne scheint überall. Wem das Laden von Smartphone und Co an der Steckdose zu langweilig wird, für den stellen Solarladegeräte eine interessante Alternative dar. Wir haben das neue Anker PowerPort Solar 21 W Ladegerät getestet.

Überblick

Solarzellen sind bei weitem keine neue Erfindung. Bereits seit einigen Jahrzenten werden immer mehr Häuser und Gebäude mit Solarzellen zur Stromerzeugung ausgestattet. Grundlage ist der photoelektrische Effekt, der es erlaubt Sonnenenergie durch Halbleitertechnik direkt in elektrische Energie umzuwandeln. Was im Großen funktioniert, ist in den letzten Jahren auch im Markt der USB-Ladegeräte angekommen. So bieten diverse Hersteller bereits kompakte Solarladegeräte mit USB-Ausgang an. Eines dieser Produkte ist das PowerPort Solar des amerikanischen Unternehmens Anker. Anker bietet das PowerPort Solar in zwei Versionen mit 15 Watt und 21 Watt an. Wir haben das größere Modell für euch getestet.

Design und Verarbeitung

Das Ladegerät besteht vollständig aus einem sehr widerstandsfähigem Polyestergewebe, welches in schwarz gehalten ist. Das Polyestergehäuse ist in vier Sektionen geteilt, die jeweils mit einem Stoffgelenk verbunden sind. Drei dieser Sektionen beinhalten die drei Solarmodule, welche an sich starr und somit nicht biegbar sind. Die vierte Sektion ist eine halboffene Tasche, welche sich mit einem Klettverschluss verschließen lässt. Hier befindet sich der Spannungswandler mit den beiden USB-Anschlüssen vom Typ A. Ist die Sonneneinstrahlung stark genug, wird die Betriebsbereitschaft direkt am Spannungswandler über eine rote LED signalisiert.

In den Ecken der äußeren beiden Solarmodule sind vier große Metallösen eingelassen, die es erlauben das Ladegerät optimal Richtung Sonne zu positionieren, in dem das PowerPort Solar beispielsweise aufgehängt wird. Ausgeklappt ist das Gerät knapp 670 × 282 × 5mm groß. Die Solarzellen nehmen dabei eine Fläche von 975 cm² ein. Zum Transport lässt sich das Ladegerät an den Gelenken zusammenlegen und misst dann nur noch 282 × 160 x 28 mm.

Anker PowerPort Solar 21 Watt

Die Verarbeitung des Anker PowerPort Solar 21 Watt ist als ausgezeichnet zu beschreiben. Die Solarzellen sind sehr sauber eingenäht und das Polyester ist überall sauber verarbeitet. Alle Klettverschlüsse sind von sehr guter Qualität. Hier gibt es nichts auszusetzen.

Technische Eigenschaften

Die Leistungsangabe im Produktnamen ist für Laien ein wenig irreführend. Im Photovoltaikbereich ist es üblich, dass die Leistung von Solarmodulen in Wp (Watt-Peak) angegeben wird. Dies entspricht der Leistung, die das Modul unter optimalen Bedingungen liefern kann. Anker greift diese Handhabe auf und so bezeichnen die 21 Watt die Maximalleistung der drei kombinierten Solarmodule. Wer sich ein wenig mit Ladereglern auskennt, sieht sofort: Die 21 Watt werden somit niemals direkt den aufzuladenden Geräten zur Verfügung stehen – da kann die Sonne so viel scheinen, wie sie möchte. Schuld ist, neben der optimistischen Ermittlung der Peak-Leistung, vor allem der Verlust, welcher im Spannungswandler entsteht.

Der Spannungswandler sorgt dafür, dass die Ausgangsspannung an den Ladebuchsen des PowerPort Solar innerhalb der Toleranzen der USB-Spezifikation gehalten wird. Er muss also ständig die Spannung nachregeln, wenn sich die Einstrahlungsintensität verändert. Anker gibt für den Wandler einen maximalen Strom von 3 Ampere an, was bei 5 V USB-Nennspannung einer maximalen Systemleistung von 15 Watt entspricht. Die Verlustleistung im Wandler wird dabei in Wärme umgewandelt. Das ist bei längeren Ladesessions auch in einem sehr deutlichen Temperaturanstieg der kleinen Box in der Innentasche Ladegerätes festzustellen. Da hier bei geschlossenem Klettverschluss fast keine Luft zirkulieren kann und das Ladegerät im besten Fall in der prallen Sonne liegt, wird der Wandler deutlich warm bis heiß. Der Leistung tut das aber keinen Abbruch, wie es mit der Lebenserwartung der im Inneren des Wandlers verbauten Teile aussieht, lässt sich nur schwer beurteilen. Pro USB-Port können maximal 2,4 A bezogen werden, kombiniert sind es, wie bereits erwähnt, 3 A. Jeder Port ist dabei mit Anker PowerIQ-Technologie ausgestattet, die den optimalen Ladestrom mit den angeschlossenen Endgeräten aushandelt. Mehr darüber, erfährst Du in unserem Wissensartikel.

Leistungstest

Wir haben das PowerPort Solar über einen Zeitraum von mehreren Tagen ausgiebig getestet. Solar-Ladegerät erfordern dabei vor allem eines: ein wenig Geduld. Das ist aber in Ordnung, wenn man der Tatsache Beachtung schenkt, dass ein Solarladegerät in bestimmten Situationen die einzige Möglichkeit darstellen kann, seine USB-Geräte mit neuer Energie zu versorgen.

In unserem Test hat das Ladegerät in den Morgenstunden bis mittags (6:45 bis 13:30 Uhr) in Ostausrichtung sowie in den Abendstunden von 18 Uhr bis Sonnenuntergang in Westausrichtung zwei Powerbanks (10.000 und 20.0000 mAh) geladen, die dann abends zum Aufladen von Geräten genutzt wurden. Über einen Zeitraum von 42 Betriebsstunden wurden so knapp 0,215 kWh Energie erzeugt. Die Tage waren im Süden Bayerns dabei meist sehr sonnig. Der maximal gleichzeitig nutzbare Strom lag in der prallen Mittagssonne bei knapp 2,3 A. Die 3 A sind in Deutschland wahrscheinlich nicht wirklich erreichbar. In der Äquatorgegend lassen sich aber ggf. zur Mittagszeit Werte erreichen, die der maximalen Leistung des Wandlers nahekommen.

Anker PowerPort Solar 21 Watt Spannungswandler

Nichts desto trotz lässt sich eine 10.000 mAh-Powerbank über den Tagesverlauf zu einem Großteil aufladen. Die Energie kann dann am Abend genutzt werden (oder wann immer sie benötigt wird). Natürlich lassen sich Geräte auch direkt an dem Solarladegerät laden. Schwankt die Einstrahlungsintensität dabei, bringt das einige Smartphones jedoch durcheinander. Es kann sein, dass der Ladevorgang dann öferts neustartet. Das liegt daran, dass der Ladestrom unter das vom Endgerät erwartet Minimum abfällt und der Ladevorgang so gestoppt wird. Powerbanks als Zwischenpuffer zu nutzen macht somit einmal mehr Sinn, da die meisten mobilen Akkus bereits mit sehr kleinen Strömen zufrieden sind.

Nicht gut klar kommt das Ladegerät mit Bewölkung oder mit oft wechselnder Einstrahlungsintensität. Diese kann auftreten, wenn man das Ladegerät auf einem Rucksack befestigt hat und beispielsweise einen Weg entlangwandert, der partiell durch Bäume beschattet wird. Hier könnte ein größerer Kondensator im Inneren des Spannungswandlers ggf. Abhilfe schaffen, um die Spannung zumindest ein wenig länger aufrecht zuhalten und dem Wandler mehr Zeit zur Anpassung zu geben. Genug Platz dafür wäre vorhanden.

Fazit

Das Anker PowerPort Solar bedient zwei Käufergruppen: Zum einen ist es für Outdoor-Fans interessant, die ihre Freizeit in Gebieten verbringen in denen es keine Steckdosen gibt. Zum anderen adressiert Anker das Produkt ganz bewusst an Personen, die ihre USB-Geräte zu Hause vollständig auf Solarstrom umstellen möchten. Gepaart mit einer Powerbank ist dies auch ohne weiteres möglich. Ob sich das Ganze finanziell lohnt? Sicherlich nicht wirklich, denn für die knapp 60 € die für das Ladegerät fällig werden sowie die Kosten für eine Powerbank, lassen sich selbst in einem 100%-Ökostromtarif etliche Kilowattstunden Energie beziehen. Aber das ist gar nicht der Punkt: Ein Solarladegerät vermittelt das Gefühl von Unabhängigkeit und Selbstständigkeit. Und irgendwie ist es doch befriedigend zu wissen, am Abend das Telefon mit selbsterzeugtem Solarstrom wieder aufladen zu können. Wunder dürfen von einer Photovoltaikanlage mit einer Fläche von 0,1 m² jedoch nicht erwartet werden. Im Rahmen dessen was zurzeit möglich ist, macht das Anker PowerPort Solar mit 21 Wp jedoch eine sehr gute Figur. Die 15-Watt-Version mit nur zwei Solarmodulen dürfte hingegen die Geduld der meisten Nutzer überstrapazieren. Wenn der Platz vorhanden ist, dann sollte direkt zur etwas teureren Variante mit drei Modulen (21 W) gegriffen werden.

Pro Contra
  • sehr hochwertig verarbeitet
  • 21 Watt sind lediglich theoretische Peak-Leistung (12 Watt sind realistisch)
  • kompaktes Design
  • Preis
  • gute Leistung bei direkter Sonneneinstrahlung
 
  • IQ Technologie
 

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 10 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und technischer Leiter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle oder fotografiert und filmt auf Motorsportevents. Im "echten Leben" studierter Wirtschaftsingenieur und Qualitätsmanager.

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