Yeong Yang Aquarius YY- 5604

Der Computer ist längst aus der Zeit heraus, in der er als kleine graue Kiste unter dem Schreibtisch verstauben musste. Schon lange hat Apple Farbe in die Rechner-Welt gebracht und durch Gehäuse wie das Chieftec CS601 bzw. CS2001, den Avance B031 Titan Tower oder andere vergleichbare Produkte wurde der PC zum Anschauungsobjekt.

Yeong Yang hat mit dem Aquarius YY-5604 ein optisch schlichtes, aber mit einigen Raffinessen ausgestattetes Gehäuse veröffentlicht. Das Gehäuse haben wir für Sie genauer unter die Lupe genommen.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Yang-IT für die schnelle Bereitstellung.

 


Features:
  • 200mm x 456mm x 430mm, 9 kg
  • USB- / Firewire- / Audio-Anschlüsse
  • Schnellmontage-System für Steckkarten
  • Micro ATX / ATX
  • Staubfilter
  • Schienensystem

Lieferumfang

  • 4 Schienenpaare für 5 1/4" Laufwerke
  • 5 Schienenpaare für 3 1/2" Laufwerke
  • Anleitungen (de/eng)
  • 120 mm Lüfter
  • Kabelbinder
  • diverse Schrauben

 

Das Aquarius Gehäuse besteht aus Metall und bringt ein Gewicht von circa neun Kilogramm auf die Waage. Die Front ist aus Kunststoff und in einem schwarz-silbernes Design gehalten. Im unteren Teil befinden sich runde Lüftungslöcher. Hinter der Klappe befinden sich die Laufwerke. Die Tür kann leider nicht weiter als 90 Grad geöffnet werden, sodass die Gefahr besteht, dass, wenn jemand dagegen läuft, diese abbricht. Auf der Oberseite befindet sich eine weitere Klappe, dazu aber später mehr. Der Metallaufbau des Gehäuses ist dagegen stabil.

 

Die Front ist abnehmbar und muss auch für jeden Laufwerkswechsel abgenommen werden. Die optischen Laufwerke werden durch die montierten Schienen breiter und passen nicht durch die Schachtblenden. Auch um diese zu entfernen, muss die Front abgebaut und die Seitenwand losgeschraubt werden. Hier hat man auf Thumbscrews verzichtet, obwohl auf der anderen Seite welche verwendet wurden. Um nun den vorderen Teil des Gehäuses abzuclipsen, muss man, am besten mit einem Schraubendreher, die Plastiknase ins Gehäuseinnere drücken, weil man sich sonst mit kleinen Fingern an den scharfen Kanten verletzen könnte. Hier sollte man die Aussparungen vergrößern! Als Vorteil der Front muss man aber den auswechselbaren Staubfilter erwähnen.

 


Der mitgelieferte Lüfter ist hinten montiert. Diesen kann man aufgrund der Kabellänge gut in der Front montieren, weil das Kabel, beispielsweise eines Papstlüfters, zu kurz ist, um bis zum Mainboard zu gelangen. Die Lüfter werden ohne Schrauben, sondern nur durch zwei Nippel, in den Käfigen gehalten. Die Geräuschentwicklung des mitgelieferten Lüfters hielt sich in unserem Test in Grenzen. Ein leises Surren war jedoch wahrnehmbar.

Als Features besitzt das Yeong Yang Gehäuse vier Einschübe für 5 1/4 Zoll Laufwerke und insgesamt sechs für 3 1/2 Zoll Laufwerke. Weiterhin können zwei 120 mm Lüfter installiert werden, wovon einer schon an der Rückwand befestigt ist.

 


Die Farben des Schienensystems erinnern direkt an Chieftec, denn das markante Lila hat sich durchgesetzt. Bei den optischen Laufwerken werden die Schienen einfach nur eingesteckt. Die Pins, die in das Gewinde stechen, sind allerdings so breit, dass man mit festem Druck die Schienen hineindrücken muss. Dies wirkt sich allerdings nicht gerade positiv auf das Gewinde des Laufwerks aus. Besser ist Yeong Yang bei den Festplattenschienen vorgegangen. Hier werden schraubenartige Pins durch einen Gummipuffer in das Gewindeloch gedrückt, allerdings ohne dieses zu beschädigen. Den richtigen Halt bekommen die Schienen erst, wenn die Festplatte im Gehäuse montiert wird.

 

Mit einem mitgelieferten Schlüsselpaar kann man sich gegen Diebstahl der Hardware schützen. Außerdem hat Yeong Yang eine Öse beigelegt, die oben neben dem Netzteil noch montiert werden kann. Zusätzlich kann die Seitenwand mit einem Schloss verschlossen werden. Wohl aus Sicherheitsgründen hat der Hersteller auf einer Seite Thumbscrews (links) und auf der anderen normale Schrauben (rechts) verwendet. In der Seitenwand befinden sich noch zwei Lüftungslöcher mit Wabenform. Das obere Loch hat im Inneren noch ein Trichter, damit der CPU-Lüfter frische Luft aus dem Zimmer ansaugen kann. Dieses Rohr kann man auch durch vier kleine Schrauben lösen.

Unter der Klappe, auf der Gehäuseoberfläche, befinden sich neben dem Ein-/Ausschalter noch ein Resetknopf, ein Firewireanschluss sowie zwei Audio- und zwei USB 2.0-Anschlüsse. Im geschlossenen Zustand kann aber immer noch erkannt werden, welchen Status die grüne und die orange LED anzeigen.

Um an den Erweiterungskarten schraubenlos zu arbeiten, wurde ein Metallbügel zum Halten eingesetzt. Durch leichtes Ziehen lässt sich dieser entfernen und die Slotblenden können einfach herausgelöst werden. Sie müssen nicht herausgebrochen werden, wie man es zum Teil von anderen Gehäusen kennt. Wenn dieser Slot wieder leer sein sollte, kann die Blende wieder eingesetzt werden. Durch das Wiedereindrücken des Metallbügels werden die Erweiterungskarten gehalten.

Fazit


Ein optisch dezentes Gehäuse hat Yeong Yang mit dem Aquarius YY-5604 auf den Markt gebracht. Es bringt viele Vorteile mit sich, aber leider auch Nachteile. Bei einem CD-/DVD- Laufwerkswechsel muss die komplette Front abgebaut werden. An den engen Stellen auf der rechten Seite kann man sich für das Lösen der Front verletzen. Selbst wenn nur eine Blende herausgenommen werden soll, muss man diesen Vorgang durchführen. Das Schienensystem für die großen Laufwerke ist noch nicht ganz ausgereift. Hier sollte man runde Nippel, wie bei den HDD-Schienen verwenden, damit das Gewinde nicht beschädigt wird. Die Gummipuffer für die Festplatten sehen wir dafür als großes Plus an. Auch an der Gehäuserückwand hat uns das System der Befestigung der Erweitungskarten gefallen. Der Hersteller will weitestgehend ohne Schrauben arbeiten, was ihm zum größten Teil gelungen ist. Nur an wenigen Stellen wird ein Schraubendreher benötigt, wie z.B. an der anderen Seitenwand oder für das Netzteil. Der Preis für den Tower wird bei ca. 70 Euro liegen.

 

PRO

  • Schienensystem
  • HDD-Vibrationsdämpfer
  • 120 mm Lüfter
  • Staubfilter in der Front
  • stabile Bauweise
  • Gummifüße
  • wiedereinsetzbare Slotblenden


CONTRA

  • z.T. scharfe Kanten

  • Beschädigung der Gewinde in optischen Laufwerken, durch Schienensystem