Test: Corsair Carbide 600C

Stets nur einen Handgriff von der Hardware entfernt

Geschrieben von Niklas Ludwig am 18.12.2015.

Corsair Carbide 600C Startbild

Beim Corsair Carbide 600C habt ihr eure Hardware durch ein Panoramafenster stets im Blick und könnt sie im Handumdrehen erreichen. Ob das Full Tower-Gehäuse mit weiteren praktischen Funktionen auftrumpfen kann? Unser Test liefert die Antwort auf diese Frage.





Technische Daten

Material Stahl
Gehäuse Full Tower
Formfaktor ATX, Micro-ATX, Mini-ITX, E-ATX
Abmessungen in mm (B x H x T)
454mm x 260mm x 535mm
Netzteilunterstützung ATX, max. 210 mm
PCI/AGP Unterstützung 370 mm
CPU-Kühler-Unterstützung 200 mm
I/O-Panel 2x USB 3.0, 2x USB 2.0, Mikrofon- und Headsetanschluss, Powerbutton
Laufwerke 2x 5,25″, 2x 3,5″, 3x 2,5″
Erweiterungskartenslots 8 Slots
Lüfter

Vorinstallierte Lüfter:
Vorne: 2x 140 mm
Hinten: 1x 140 mm
Optional:
Front: 2x 140/120 mm oder 280-mm-Radiator
Boden: 3x 120/ 2x 140 mm oder 360-mm-Radiator
Hinten: 1x 120/140 mm oder 140-mm-Radiator

Besonderheiten Lüftersteuerung, Staubfilter
Gewicht 10 kg
Preis 164,90 Euro

Lieferumfang

  • Corsair Carbide 600C Gehäuse
  • Zubehörbox
  • Gebrauchsanleitung
  • drei vorinstallierter Lüfter

Design & Verarbeitung

Bei dem Corsair Carbide 600C handelt es sich um die Gattung Gehäuse, die sich lieber schlicht und stilvoll im Hintergrund hält. Was keines Falls bedeuten soll, dass das Gehäuse langweilig wirkt! Das Design ist sehr gelungen, setzt aber auf eine zurückhaltende Formsprache und verzichtet auf unnötigen Schnickschnack. Die matte Edelstahloberfläche der Front wird nur im oberen Bereich unterbrochen. Eine Klappe verbirgt die dahinter befindlichen 5,25-Zoll-Laufwerkschächte.

Carbide 600C - Front-Seite Carbide 600C - Rückseite

Das Seitenfenster des Corsair Carbide 600C gewährt einen Blick auf die verbaute Hardware und lässt sich wie eine Tür öffnen

Der Deckel beginnt bereits kurz hinter dieser Klappe und zieht sich mit einer schwungvollen Wölbung auf die Oberseite. In Form eines Streifens ist das I/O-Panel auf der linken Seite des Deckels integriert. USB-Geräte lassen sich über jeweils zwei USB-2.0- sowie zwei USB-3.0-Anschlüsse anschließen. Anschlüsse für ein Headset sind ebenso vorhanden. Power- und Reset-Button gehören zum Standardrepertoire eines jeden Gehäuses und dürfen natürlich auch nicht beim Carbide 600C fehlen. Ein kleines Schmankerl ist die integrierte Lüftersteuerung, mit der sich die Lüfter in drei Stufen regeln lassen.

Panoramafenster für die perfekte Sicht

Ein Highlight ist sicherlich das großzügig dimensionierte Seitenfenster. Durch dieses lässt sich die Hardware perfekt in Szene setzen. Über einen Griff kann es bequem wie eine Tür geöffnet werden. Der schnelle Wechsel von einzelnen Komponenten kann so ohne viel Aufwand vonstattengehen. Das linke Seitenteil besteht hingegen aus Metall und ist mit zwei Thumbscrews gesichert. Auf der Rückseite befindet sich oben die Aussparung für das Netzteil.

Carbide 600C - Oberseite Carbide 600C - Seitentüre

Auf der Oberseite des Corsair Carbide 600C befindet sich das I/O-Panel

Darunter sind die Blenden für die Erweiterungs-Karten angebracht. Am unteren Ende befinden sich noch das Wabengitter, über das der dahinter befindliche Lüfter die Abwärme nach außen verfrachtet, sowie die Aussparung für das I/O-Panel des Mainboards. Das Gehäuse selbst steht auf vier trapezförmigen Füßen, die an der Unterseite gummiert sind. Der zehn Kilogramm schwere Full Tower misst 454 x 260 x 535 mm und ist sehr gut verarbeitet. Lediglich das Seitenfenster offenbart materialbedingt eine leichte Instabilität, wenn es geöffnet ist.

Innenraum & Installation

Das Seitfenster mag den Zugang zum Gehäuse extrem erleichtern, bei der erstmaligen Installation kommt man allerdings nicht darum herum, dass gegenüberliegende Seitenteil ebenfalls abzunehmen. Eine Überraschung erwartet den Anwender beim Einbau des Mainboards: Corsair setzt auf das sogenannte inverse ATX-Design. Das Mainboard wird um 180 Grad gedreht eingebaut, wodurch die CPU unten und die Grafikkarte oben sitzt. CPU-Kühler können bis zu einer Höhe von 200 Millimetern verbaut werden und Grafikkarten dürfen bis zu 370 mm lang sein. Während viele Gehäuse das Netzteil auf den Boden verfrachten, wird dieses beim Carbide 600C unterhalb des Deckels montiert – fast wie in den guten alten Zeiten. Okay, wir haben genug in nostalgischen Erinnerungen geschwelgt – weiter geht’s!

Carbide 600C - Festplatten Corsair Carbide 600C - Festplattenvorrichtungen 

Hinter diesen Abdeckungen findet u.a. das Netzteil Platz (li). Festplatten und SSDs können auf der Rückseite des Mainboardtray installiert werden (re)

Der Bereich, in dem das Netzteil sitzt, kann als Steg beschrieben werden, der zwischen Innenraum und Deckel verläuft. Hier finden auf Wunsch auch zwei 5,25-Zoll-Laufwerke Platz, die werkzeuglos befestigt werden. Auf der Rückseite des Mainboardtrays befinden sich die Festplatten- und SSD-Vorrichtungen. Die Festplattenvorrichtungen sind quer in dem Steg eingeschoben und nehmen maximal zwei 3,5-Zoll-Festplatten werkzeuglos auf. Gummierungen verhindern die Übertragung von Vibrationen an das Gehäuse. Alternativ können die Festplattenvorrichtungen auch für Solid State Drives genutzt werden, müssen aber mit diesen verschraubt werden. Zudem befinden sich auf der Rückseite des Mainboardtrays die Einschübe für die SSDs. Drei Stück stehen zur Auswahl und sind mit einer Schraube mit dem Mainboardtray verbunden. Diese muss gelöst werden, um die Einschübe vom Tray zu lösen, und anschließend kann die SSD in die Vorrichtung hineingeschoben werden.

Behält stets einen kühlen Kopf

Eine gute Kühlung ist bei jedem PC essentiell und das Carbide 600C bietet genügend Möglichkeiten, um die Komponenten zu kühlen. In der Front finden zwei 120- oder zwei 140-mm-Lüfter (bereits vorinstalliert) Platz. Wer sich für eine Wasserkühlung entscheidet, kann anstelle der Lüfter auch einen 280-mm-Radiator in der Front verbauen. Da keine Laufwerksschächte im Weg sind, kann die Frischluft der vorderen Lüfter ungehindert an die Komponenten gelangen. Für mehr Frischluft sorgen wahlweise drei 120-mm-Lüfter oder zwei 140-mm-Lüfter im Boden. Der Boden bietet gleichzeitig auch den meisten Platz für Radiatoren und kann Modelle mit 360 mm aufnehmen. Für den Abtransport der warmen Luft zeichnen sich zum einen die Grafikkarte, aber auch der 120-/140-mm-Lüfter auf der Rückseite verantwortlich. Die Rückseite kann alternativ ebenfalls genutzt werden, um einen Radiator zu montieren, der 140 mm lang sein darf.

Carbide 600C - StaubfilterStaubfilter verhindern, dass Staub und anderer Schmutz in das Gehäuse eindringt

Lüfter kühlen nicht nur die Komponenten, sie befördern auch Staub und andere Partikel ins Innere des Gehäuses. Damit das Corsair Carbide 600C von Innen nicht aussieht wie eine Wüstenstadt, hat der Hersteller in der Front und am Boden Staubfilter installiert. Der untere Staubfilter lässt sich bequem per Magnethalterung entfernen und anschließend reinigen. Um an den vorderen Staubfilter zu gelangen, muss hingegen die komplette Front abgenommen werden – umständlich!

Fazit

Das aufklappbare Seitenfenster gewährt nicht nur großzügig Einblicke auf das Innere des Carbide C600, es erleichtert auch den Zugriff auf die Hardware ungemein. Mehrere Lüfter, von denen drei bereits vorinstalliert sind, kühlen die Komponenten zuverlässig und können über die integrierte Lüftersteuerung gesteuert werden. Staubfilter verhindern das Eindringen von Staub. Etwas umständlich finden wir jedoch die Reinigung des vorderen Staubfilters, wozu die komplette Front entfernt werden muss. Praktisch ist auch, dass sich alle Laufwerke werkzeuglos installieren lassen. Wir hätten uns bei einem Full Tower jedoch mehr als zwei Festplatteneinschübe gewünscht. Insgesamt überwiegen die positiven Eigenschaften, weshalb wir dem 150 Euro teuren Corsair Carbide 600C eine Empfehlung aussprechen können.

Pro Contra
  • schlichtes Design
  • Seitenfenster einfach zu öffnen
  • gute Verarbeitung
  • viele Kühlmöglichkeiten (drei Lüfter im Lieferumfang)
  • Platz für bis zu 5 SSDs (ohne HDDs)
  • integrierte Lüftersteuerung
  • Staubfilter
  • komplette Front muss zum Reinigen des vorderen Staubfilters entfernt werden
  • nur zwei Festplatten-Plätze

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Niklas Ludwig

Niklas Ludwig

...ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

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