Test: Fractal Design Define Nano S

Der Zwerg der Define-Reihe

Geschrieben von Niklas Ludwig am 02.02.2016.

Fractal Design Define Nano S Startbild

Der Begriff Nano stammt aus dem Griechischen und bedeutet dort Zwerg, was eine ziemlich treffende Bezeichnung für das Fractal Design Define Nano S ist. Wir haben getestet, wie viel vom großen Bruder, dem Define S, noch im Define Nano enthalten ist.





Technische Daten

Material Stahl / Kunststoff
Gehäuse ITX
Formfaktor Mini-ITX
Abmessungen in mm (B x H x T)
203 x 330 x 412 mm
Netzteilunterstützung ATX, max. 160 mm
PCI/AGP Unterstützung 315 mm / 335 mm ohne vorderen Lüfter
CPU-Kühler-Unterstützung 160 mm
I/O-Panel 2x USB 3.0, Mikrofon- und Headset-Anschluss, Power-Button, Reset-Button
Laufwerke 2x 3,5″, 2x 2,5″/4x 2,5″ (Verzicht von 3,5″)
Erweiterungskartenslots 2 Slots
Lüfter

Vorinstallierte Lüfter:
Vorne: 1x 140mm
Hinten: 1x 120 mm

Optional:
Vorne: 120/140 mm oder 120-/-240-/280-mm-Radiator
Deckel: 2x 120/140 mm oder 120-/-240–mm-Radiator
Hinten: 1x 120 mm
Boden: 1x 120 mm oder 120-mm-Radiator

Besonderheiten Staubfilter, Vorrichtung für Pumpeneinheit & Ausgleichsbehälter, Dämmmatten
Gewicht 4,6 kg
Preis ~57 Euro

Lieferumfang

  • Fractal Design Define Nano S
  • Zubehörbox
  • Gebrauchsanleitung
  • zwei vorinstallierte Lüfter

Design & Verarbeitung

Der kleine ITX-Zwerg ist wie ein Abziehbild seines großen Bruders, dem Fractal Design Define S: von den kompakteren Abmessungen, die 203 x 330 x 412 Millimeter betragen, abgesehen sind auf dem ersten Blick nahezu keine Unterschiede feststellbar. Seine schwedischen Wurzeln kann das Define Nano S nicht verbergen, das typische Design der Fractal Design-Produkte ist auch bei diesem Gehäuse sofort ersichtlich. Die Front besteht aus Kunststoff, der jedoch die Illusion von gebürsteten Aluminium aufrechterhält. Fractal Design verzichtet beim Define Nano S auf eine Tür – Vorrichtungen für 5,25-Zoll-Laufwerke sind keine vorgesehen. Flankiert wird die Front von Lüftungsschlitzen, die sicherstellen, dass die hinter der Front befindlichen Lüfter frische Luft ins Gehäuse befördern können.

Fractal Design Define Nano S - Seitenfenster Fractal Design Define Nano S - Rückseite

Seinen Namen entsprechend ist das Fractal Design Define Nano S sehr kompakt und bietet lediglich Mini-ITX-Mainboards Platz

Im Gegensatz zur Front ist der Rest des Gehäuses aus Metall gefertigt, was in einem Gesamtgewicht von 4,6 Kilogramm resultiert. Das I/O-Panel befindet sich auf der Oberseite und bietet zwei USB-3.0-Anschlüsse, einen Kopfhörerausgang sowie einen Mikrofoneingang. Zudem befinden sich hier die Knöpfe zum Einschalten und Zurücksetzen des Rechners. Am auffälligsten ist eine rechteckige Abdeckung auf der Oberseite: Diese kann entfernt werden, um die Montage von Lüftern am Deckel zu ermöglichen. Fractal Design tauft diese Technologie ModuVent, die so bereits beim großen Define S zum Einsatz kommt. Wird die Abdeckung entfernt, dominiert fortan ein Wabenmuster die Oberseite.

Fractal Design Define Nano S - ModuVent

Die ModuVent getaufte Abdeckung kann entfernt werden, um Lüfter im Deckel zu montieren

Bei unserer Variante ist das linke Seitenteil mit einem Sichtfenster ausgestattet, das einen Blick auf die verbaute Hardware gewährt, wohingegen das Pendant aus schwarzem Metall besteht. Auf der Rückseite befinden sich die Aussparungen für das Netzteil und das I/O-Shield des Mainboards. Die Verarbeitung ist gewohnt hervorragend und lässt keinen Anlass zur Kritik.

Innenraum & Installation

Die Seitenwände lassen sich durch das Lösen der Thumbscrews schnell und bequem entfernen. Beim Entfernen wird ersichtlich, dass das Define Nano S eine weitere Eigenschaft seines großen Bruders übernommen hat: die Seitenwand sowie die Front und die ModuVent-Abdeckung sind mit Dämmmaterial versehen. Das Netzteil findet im hinteren Bereich am Boden Platz und darf maximal 160 mm lang sein. Die Bohrungen für das Mainboard befinden sich an der rechten Seite, wo ein entsprechendes ITX-Modell befestigt werden kann. Grafikkarten werden bis zu einer Länge von 315 mm unterstützt. Wer auf den vorderen Lüfter verzichten mag, kann auch etwas längere Grafikkarten mit einer Länge von bis zu 335 mm nutzen. Es sollten jedoch maximal Dual-Slot-GPUs verbaut werden, da das Define Nano S nur zwei Erweiterungs-Slots bietet und zwischen Grafikkarte und Netzteil sehr wenig Platz herrscht. Insbesondere der vordere Lüfter wird zum Großteil vom Netzteil verdeckt und kann kaum kühle Luft ansaugen.

Fractal Design Define Nano S - Vorderer LüfterFractal Design Define Nano S - Seite Geöffnet

Fractal Design hat ein ausgeklügeltes Kabelmanagement im Define Nano S integriert

CPU-Kühler dürfen maximal 160 mm in der Höhe messen. Bei der Variante ohne Sichtfenster sind es 162 mm. Auf einen klassischen Festplattenkäfig verzichtet Fractal Design, stattdessen befinden sich an verschiedenen Stellen im Gehäuse entsprechende Vorrichtungen: Zwei Solid State Drives können auf der Rückseite des Mainboardtrays befestigt werden. Des Weiteren bietet das Mainboardtray eine Vorrichtung für eine Festplatte, die alternativ auch eine SSD aufnimmt. Eine zweite Festplatte kann wahlweise am Boden oder an der Innenseite des Mainboardtrays befestigt werden. Wie wir es von Fractal Design gewohnt sind, sind die Festplattenvorrichtungen mit Gummipuffern ausgestattet, um die Festplatten zu entkoppeln. Für die Montage der Laufwerke wird ein Schraubendreher benötigt. Um einem Kabelgewirr entgegenzuwirken, sind zudem Kabelmanagement-Vorrichtungen vorhanden sowie Klettverschlüsse, um Kabel zu fixieren.

Sechs Lüfterpositionen für arktische Temperaturen

Das Define Nano S mag zwar der Zwerg der Define S-Serie sein, es bietet dennoch insgesamt sechs Lüfterpositionen. Zwei Lüfter sind bereits von Werk aus vorinstalliert, darunter ein 140-mm-Lüfter in der Front und ein 120-mm-Lüfter an der Rückseite. In der Front kann ein weiterer 140-mm-Lüfter befestigt werden, alternativ finden zwei 120-mm-Lüfter Platz.

 Fractal Design Define Nano S - Mainboardtray RückseiteFractal Design Define Nano S - Hinterer Lüfter

Zwei SSDs und eine Festplatte/SSD finden auf der Rückseite des Mainboardtrays Platz (li)

Ein 120-mm-Lüfter kann am Boden befestigt werden und zwei 120-/140-mm-Lüfter finden im Deckel Platz. Zur Montage der vorderseitigen Lüfter muss die äußere Front abgenommen werden. Gleiches zählt, wenn man den Staubfilter erreichen möchte, um diesen zu reinigen. Ein weiterer Staubfilter befindet sich am Boden und kann zum Reinigen herausgezogen werden.

Auch für Freunde von Wasserkühlungen geeignet

Die Schweden von Fractal Design haben abermals an Freunde von Wasserkühlungen gedacht. Daher kann am Boden auch eine Pumpeneinheit befestigt werden. Ein Ausgleichsbehälter kann an der Stelle befestigt werden, an der sonst eine der beiden Festplatten befestigt wird. 120-/240-/280-mm-Radiatoren können im vorderen Bereich fixiert werden. Der Deckel bietet 120- und 240-mm-Radiatoren Platz. Ein 120-mm-Radiator kann zudem am Boden befestigt werden. Bei der von uns getesteten Variante mit Seitenfenster muss auf die Möglichkeit, einen 120-mm-Radiator im hinteren Bereich anzubringen, verzichtet werden.

Fazit

Das Fractal Design Define Nano S muss sich nicht vor seinem großen Bruder verstecken. Obwohl es deutlich kleiner ist, bietet es genug Platz für leistungsstarke Hardware. Lediglich den geringen Platz zwischen Netzteil und Grafikkarte bemängeln wir an dieser Stelle. Für ein ITX-Gehäuse stellt es zudem erfreulich viele Kühlungsoptionen zur Verfügung. Fractal Design hat sogar an Vorrichtungen für eine Pumpeneinheit und einen Ausgleichsbehälter gedacht. Wer hingegen auf Luftkühlung setzt, wird sich über die Staubfilter freuen, von denen sich der vordere leider nur entfernen lässt, wenn die Frontabdeckung entfernt wird. Ansonsten übernimmt das Define Nano S die Vorzüge seines großen Bruders und überzeugt mit dem klassischen Fractal Design-Look, einer guten Verarbeitung und den integrierten Dämmmatten.

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Pro Contra
  • Design & Verarbeitung
  • Material
  • Kühlmöglichkeiten
  • Dämmmatten
  • herausnehmbare Staubfilter
  • Preis/Leistung
  • wenig Platz zwischen PSU und Grafikkarte
  • keine werkzeuglose Montage

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Niklas Ludwig

Niklas Ludwig

...ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

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