Test: Enermax Steelwing

Flügel aus Aluminium

Geschrieben von Niklas Schäfer am 31.01.2017.

Enermax Steelwing Startbild

Enermax hat sich beim Steelwing Gehäuse etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Seine Form ähnelt einer Tragfläche, zudem besteht es ausschließlich aus Aluminium und gehärtetem Glas. Welche Kompromisse das ausgefallene Design mit sich bringt, klären wir im Test.

Übersicht

Mit dem Enermax Steelwing stellt der taiwanische Hersteller ein Designgehäuse in Flügelform vor. Bei diesem Gehäuse handelt es sich um einen Micro-ATX-Tower, der komplett aus Aluminium gefertigt worden ist. Wir haben ihn in der roten Version für euch getestet.

Technische Daten

MaterialAluminium
GehäuseMini-Tower
FormfaktorMicro ATX, ITX
Abmessungen in mm (B x H x T)387x 176 x 300mm
NetzteilunterstützungSFX
PCI/AGP Unterstützungbis zu 290 mm
CPU-Unterstützungbis zu 80 mm
I/O-Panel2x USB 3.0, Mikrofon- und Kopfhöreranschluss, Powerbutton
Laufwerke2x 3,5″ / 1x 2,5″
Erweiterungskartenslots3 Slots
Kühlung

Vorinstallierte Lüfter:
1x 120 mm (Front)

Wasserkühlung:
1x 120mm (Front)

LüftersteuerungNein
BesonderheitenKomplett aus Aluminium gefertigt
Gewicht3,8 kg
Preis189 Euro

Lieferumfang

  • Enermax Steelwing
  • Handbuch
  • Zubehör

Design & Verarbeitung

Immer mehr Hersteller präsentieren edle Aluminiumgehäuse mit einer getönten Seitenscheibe. Auch Enermax schließt sich diesem Trend an und schickt mit dem Steelwing ein entsprechendes Modell ins Rennen. Allerdings lässt es sich der Hersteller nicht nehmen, beim Design einen eigenen Weg zu gehen. Die allgemeine Form des Mini-Towers ähnelt dem Querschnitt eines Flügels. Besonders auffällig ist das Design der Front: Acht Lamellen sorgen dafür, dass Frischluft ins Innere des Gehäuses gelangt.

Enermax Steelwing - Vorderseite AnsichtDurch die Lamellen im vorderen bereich gelangt Frischluft in das Gehäuse.

Die äußere Lamelle ist wahlweise rot oder grün gefärbt. Das Seitenteil aus Aluminium ist nicht lackiert, sondern eloxiert, weshalb der Rotton ein wenig in Richtung rosa abdriftet. Beim Frontpanel beschränkt sich Enermax auf das Nötigste und integriert neben dem Power-Button nur die beiden Headset- und zwei USB-3.0-Anschlüsse.

Das große Seitenfenster stellt die Hardware perfekt zur Schau.

Einen Blick ins Innere des Steelwing Gehäuses gewährt eine abnehmbare, drei Millimeter starke Scheibe aus gehärtetem Glas. Durch die leichte Tönung des Glases wird eine sehr edle und zeitlose Optik erreicht. Als einzigen Kritikpunkt wollen wir nennen, dass das Frontpanel direkt neben der Scheibe positioniert ist. Daher stechen die nicht besonders ansehnlichen Kabel leider schnell ins Auge. Auf der Rückseite erwarten uns keine besonderen Überraschungen: Unten finden wir drei Slotblenden für Erweiterungskarten vor, die sich alle mit jeweils einer Schraube lösen lassen. Darüber ist zur Linken die Aussparung für das Mainboard vorzufinden, rechts daneben kann ein SFX-Netzteil mit vier Schrauben montiert werden.

Enermax setzt beim Steelwing auf eloxiertes Aluminium, was schick aussieht und dem Gehäuse eine hohe Wertigkeit verleiht.

Die eloxierten Aluminiumteile erzeugen eine schicke Optik und verleihen dem Steelwing eine hohe Wertigkeit. Das Gehäuse ist sehr gut verarbeitet, lediglich das Mesh-Gitter hinter den Streben im Frontbereich ist ungleichmäßig ausgeschnitten.

Installation & Innenraum

Sowohl die Vorder- als auch Rückseite lassen sich abnehmen, nachdem jeweils vier Thumbscrews gelöst wurden. Hinter dem farbig eloxierten Aluminiumteil finden wir jedoch nur die Rückseite des Mainboardtrays vor und haben keinen Zugriff auf den Innenraum. Ansonsten bedient sich Enermax beim traditionellen Layout: Das Mainboard vom Formfaktor ITX oder Micro-ATX wird am Mainboardtray im hinteren Bereich befestigt, ein SFX-Netzteil findet im oberen Bereich Platz. Am Boden des Gehäuses ist ein Festplattenkäfig für jeweils ein 2,5- und ein 3,5-Zoll-Laufwerk montiert worden. Direkt hinter der Front gibt es die einzige Möglichkeit einen 120-Milimeter-Lüfter zu installieren. Ein Enermax TB-Apollish übernimmt in einem dafür vorgesehenen Rahmen die Aufgabe der Frischluftversorgung.  Je nach Modell leuchtet er entweder rot oder grün und schimmert durch das Gitter in der Front hindurch, was besonders in einem dunklen Raum schick aussieht. Wer mag, kann den Lüfter durch einen weiteren Datenträger austauschen, der am Lüfterrahmen platziert werden kann. Wir raten allerdings stark davon ab, da so kaum Frischluft ins Innere gelangen kann.

Enermax Steelwing - Innenraum

 Im Inneren finden ITX- und Micro-ATX-Mainboards Platz.

Dass es sich beim Steelwing um ein reines Designgehäuse handelt, wird besonders klar, wenn wir Kleinigkeiten beachten. Beispielsweise müssen alle Datenträger mit Schrauben befestigt werden und es stehen keine Schlitten für die Laufwerke bereit. Leider hat der Hersteller auch nicht daran gedacht – oder bewusst darauf verzichtet – die Festplatten zu entkoppeln. Wir hätten eine dünne Gummierung, die Vibrationen abfangen würde, sehr begrüßt. Staubfilter im eigentlichen Sinne gibt es beim Enermax Steelwing nicht, allerdings halten die Mesh-Einsätze in der Front und im Deckel zumindest groben Staub auf.

Enermax Steelwing - Mesh-GitterDas Mesh-Gitter hält groben Staub ab, ist allerdings etwas unsauber ausgeschnitten.

Wer sich für das Gehäuse entscheidet, sollte unbedingt folgende Limitierungen beachten: Während die Länge der Grafikkarte mit 290 Millimetern kein größeres Problem darstellen sollte, darf der Prozessorkühler eine Höhe von 80 Millimetern nicht überschreiten. Wer auf eine leistungsstarke CPU nicht verzichten will, sollte auf jeden Fall zu einer All-in-One-Wasserkühlung mit einem 120-Millimeter-Radiator greifen. Mittelklasse-Prozessoren können natürlich auch von einem Topflow-Modell gekühlt werden.

Enermax Steelwing - FrontanschlüsseDurch die Positionierung des I/O-Panels fallen die Kabel hinter der Scheibe direkt ins Auge.

Damit der ohnehin eher schwache Luftstrom möglichst nicht beeinträchtigt wird, sollte auf ein sehr gutes Kabelmanagement geachtet werden, was jedoch nur schwer umzusetzen ist, weil es keine Möglichkeit gibt, Kabel hinter dem Mainboardtray zu verlegen. Wenn wir einen Blick in den Innenraum werfen, finden wir auch kaum Stellen, an denen wir Kabel mit Kabelbindern fixieren könnten. Handwerklich begabte Nutzer könnten das Gehäuse um ein paar Befestigungsmöglichkeiten erweitern. Belohnt wird man mit einer schickeren Optik, denn bei der vollflächigen Seitenscheibe sticht jedes Kabel sofort ins Auge.

Fazit

Enermax hat mit dem Steelwing ein Gehäuse entwickelt, das sich durch sein einzigartiges Design auszeichnet. Auch die Materialgüte ist hervorragend, da der Hersteller rein auf Aluminium und gehärtetes Glas setzt. Als reines Showcase macht sich das Gehäuse mit Sicherheit sehr gut und sorgt für neidische Blicke. Allerdings erlaubt sich Enermax einige Schnitzer, die die tolle Optik etwas trüben: Durch die Positionierung des Frontpanels sticht dieses inklusive der Kabel sofort ins Auge. Zudem lassen sich die Kabel der Komponenten nur schwer verstecken, da ein Kabelmanagement quasi nicht existent ist. Angesichts der geringen Abmessungen ist es zwar nachvollziehbar, dass Enermax nur eine einzige Vorrichtung für Lüfter oder Radiatoren anbietet, trotzdem erscheint uns ein einzelner 120-mm-Lüfter als etwas dürftig. Dafür ist bereits von Werk aus ein Lüfter mit roter LED-Beleuchtung vorinstalliert, der die hohen Designansprüche unterstreicht. Das Enermax Steelwing ist zu einem Preis von 189 Euro im Handel erhältlich.

ProContra
  • ausgesprochen schickes Design
  • kaum Kabelmanagement möglich
  • hohe Materialgüte
  •  wenig Kühlmöglichkeiten
  • Seitenteil aus gehärtetem Glas
  •  Position des Frontpanels (optisch)
  • vorinstallierter LED-Lüfter
 

 

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Niklas Schäfer

... ist hauptsächlich für den Bereich "Gaming" zuständig und widmet sich den neusten Tastaturen, Headsets und Mäusen. Zusätzlich inspiziert er Consumer Electronics wie Audioprodukte, Smartphones und Speicherprodukte. Immer häufiger ist Niklas auch auf dem YouTube-Kanal von Allround-PC zu sehen.

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