Test: Kampf der Titanen – Nvidia Titan vs. AMD HD 7990

Geschrieben von Niklas Ludwig am 25.10.2013.

Titan vs. 7990 Startbild

In diesem Grafikkartentest haben wir gleich zwei wahre Schwergewichte gegeneinander antreten lassen. AMDs Topmodell, die HD 7990, muss sich gegen Nvidias GeForce GTX Titan schlagen. Während die Titan auf einen Grafikchip setzt, sind es bei der HD 7990 gleich zwei GPUs desselben Typs, die die grafischen Berechnungen durchführen. Ob die gebündelte Leistung zweier Grafikprozessoren reicht, um die Titan zu schlagen? Erfahrt es in unserem Test!



 Technische Daten

GPU

King Mod Inno3D GeForce GTX Titan OC HerculeZ X3 Ultra

Sapphire Radeon HD 7990

Chip

GK110

Tahiti XT Malta

Fertigung

28 nm

28 nm

Speicher

6 GB DDR5

2 x 3 GB DDR5

Takt (Kern)

941 MHz (993 MHz Boost)

2x 950 MHz (1.000 MHz Boost)

Takt (Speicher)

6.008 MHz

6.000 MHz

Speicheranbindung

384 Bit

384 Bit

DirectX-Version

11.1

11.1

Interface

PCIe 3.0 x 16

PCIe 3.0 x 16

Bauweise

Triple-Slot

Dual-Slot

Stromversorgung

1x 8-Pin-PCIe, 1x 6-Pin-PCIe

2x 8-Pin-PCIe

Leistungsaufnahme

375 W

Grafikausgänge

2x DVI, 1x HDMI, 1x DisplayPort

1x DVI, 1x HDMI, 4x Mini DisplayPort

Abmessungen (LxBxH)

311x232x57

312x137x37

Preis

~ 999,99€ bei Caseking (Stand 17.10.2013)

~ 595 € bei Geizhals (Stand 17.10.2013)

King Mod Inno3D GeForce GTX Titan OC HerculeZ X3 Ultra

Unsere GeForce GTX Titan stammt von Inno3D und wurde vom Hersteller übertaktet. Im Gegensatz zu den kleineren Modellen wie der GTX 760 oder GTX 770 verfügt sie über den GK110 Chip. Der Kern taktet statt mit 837 mit 941 Megahertz, also ganze 100 MHz schneller als das Referenzmodell! Im Boost-Modus sind es 993 statt 876 MHz. Möglich macht dies der von King Mod verbaute HerculeZ X3 Ultra-Kühler, der die Titan in unserem Test stets konstant kühl hielt und vergleichsweise leise arbeitet. Zwar dreht er unter Last hörbar auf, allerdings wird er nie so laut, dass es als unangenehm empfunden wird.

Inno3D GTX Titan - Draufsicht Inno3D GTX Titan - Rückseite

Bildquelle- und Rechte: Caseking (nicht zur Vervielfältigung gedacht)

Drei Radial-Lüfter sorgen dafür, dass die Titan stets einen kühlen Kopf behält und lassen sich zur Reinigung demontieren. Durch die Länge von 311 Millimetern und dem Triple-Slot-Design sollten User vorher überprüfen, ob ihr Gehäuse auch genug Platz für die Titan bietet. Der sechs Gigabyte große Speicher taktet mit 6.008 MHz und ist mit einem 384-Bit-Speicherinterface angebunden. Monitore können entweder über zwei DVI-Anschlüsse, einem HDMI-Anschluss oder den DisplayPort angeschlossen werden. Die Stromaufnahme erfolgt über einen 8- und einen 6-Pin-PCIe-Anschluss.

Inno3D GTX Titan - Anschlüsse Inno3D GTX Titan - Kühler

Bildquelle- und Rechte: Caseking (nicht zur Vervielfältigung gedacht)

Sapphire Radeon HD 7990

Die Sapphire Radeon HD 7990 setzt auf das AMD-Referenzdesign. Der Kühlkörper verfügt über drei rote Lüfter, die die Abwärme von der GPU wegschaufeln sollen. Wie die Titan arbeiten die Lüfter im Leerlauf flüsterleise, werden unter Last jedoch deutlich lauter als die Titan. Empfindliche Naturen sollten es sich somit genau überlegen, ob sie mit der HD 7990 liebäugeln wollen. Pro Kern verfügt die HD 7990 über eine Taktfrequenz von 950 MHz und im Turbo-Modus sind es 1.000 MHz.

Sapphire HD 7990 - Kühler Sapphire HD 7990 - Rückseite

Wie die Titan kommt auch die HD 7990 auf 6 GB Speicher, der mit 6.000 MHz nur acht Megahertz langsamer taktet als der Speicher der Titan. Das Speicherinterface ist ebenfalls 384 Bit groß. Über einen DVI-, einen HDMI- und gleich vier DisplayPorts, lassen sich bis zu fünf Monitore gleichzeitig an AMDs Topmodell anschließen. Durch die Dual-GPU-Bauweise muss die Grafikkarte über zwei 8-Pin-PCIe-Anschlüsse mit dem Netzteil verbunden werden. Zwar hat sie ein Dual-Slot-Design, die Länge ist mit 312 mm jedoch nochmals einen Millimeter länger als bei Nividias Titan.

Sapphire HD 7990 - Draufsicht Sapphire HD 7990 - Anschlüsse

Testsystem

Der Test der Grafikkarten wurde unter Windows 7 Ultimate x64 durchgeführt. Dazu wurden verschiedenste Stresssituationen für die Grafikkarte simuliert. Neben synthetischen Benchmarks kamen auch richtige Spiele wie beispielsweise Crysis 3 zum Einsatz.

Unser Testsystem besteht aus folgenden Komponenten:

  • Prozessor: Intel Core i7-4770K 3,5 GHz (Haswell), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus Z87 Deluxe
  • Kühler: Noctua NH-U12S
  • Systemlaufwerk: Intel SSD 510 Series 250 GB
  • Betriebssystem: Windows 7 Ultimate x64
  • Netzteil: Corsair AXi 860 Netzteil

Verwendete Software & Einstellungen

  • Bioshock Infinite Benchmark
    • DX 11 Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, FXAA deaktiviert
    • DX 11 Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, FXAA aktiviert
    • DX 11 Ultra Details, 1.680 x 1.050 Pixel, FXAA deaktiviert
    • DX 11 Ultra Details, 1.680 x 1.050 Pixel, FXAA aktiviert
  • Crysis 3
    • Sehr hohe Details, 1. Pixel, MSAA & FXAA deaktiviert
    • Sehr hohe Details, 2.560 x 1.140 Pixel, FXAA aktiviert
    • Sehr hohe Details, 2.560 x 1.140 Pixel, 4xMSAA aktiviert
    • Sehr hohe Details, 2.560 x 1.140 Pixel, 8xMSAA aktiviert
  • Synthetische Benchmarks
    • 3DMark Fire Strike Extreme
    • 3DMark Fire Strike Default
  • Unigine Benchmarks
    • Heaven Extreme Settings / Basic Settings
    • Valley Extreme Settings / Basic Settings
  • Leistungsaufnahme (gemessen mit Voltcraft Energy Monitor 3000); entspricht dem Leistungsbedarf des gesamten Systems

Leistung

Crysis 3 stellt aktuell sicherlich die Messlatte dar, wenn es um hardwarehungrige Spiele geht. Das zeigt sich auch bei unseren beiden Testkandidaten, die trotz all ihrer Leistung extrem gefordert werden. Der HD 7990 ist die Power ihrer zwei Grafikchips deutlich anzumerken. Sie schlägt die Titan deutlich und muss sich nur in Full HD-Auflösung bei aktivierter Bildverbesserung geschlagen geben. Dennoch erreicht die Titan sehr gute Werte und garantiert ein ruckelfreies spielen.

Im Bioshock Infinite Benchmark fällt der Vorsprung der HD 7990 um einiges geringer aus als es bei Crysis 3 der Fall ist. Bei aktivierter wie deaktivierter Bildverbesserung rechnet sie knappe 10 Prozent schneller als die Titan. Da beide Grafikkarten problemlos an die 140 Bilder pro Sekunde auf den Monitor zaubern, dürfte dieser Unterschied in der Praxis kaum feststellbar sein.

Im 3DMark-Test Fire Strike Extreme und Basic macht sich die AMD Radeon Grafikkarte erneut ihre zwei Grafikchips zunutze und liegt mit 6.375 Punkten ganze 1466 Punkte vor der GeForce Titan. Diese erreicht für eine Singlechip-Grafikkarte dennoch beachtliche 4.909 Punkte.

Das Blatt wendet sich gegen die HD 7990 sobald die Unigine-Benchmarks zum Einsatz kommen. Zwar kann sie den Valley HD-Benchmark noch mit 443 Punkten Vorsprung für sich entscheiden, in den Basic-Einstellungen unterliegt sie jedoch mit 598 Punkten. Der Heaven-Benchmark setzt stark auf Tessellation, was der Titan anscheinend deutlich besser liegt als der AMD-Grafikkarte. So kommt die Titan einen Wert von 1499 Punkten in den Extreme-Einstellungen und erkämpft sich einen Vorsprung von 643 Punkten. In den normalen Einstellungen sind es immerhin noch gute 262 Punkte Vorsprung.

Der unterschiedliche Aufbau der beiden Testkandidaten wird besonders bei der Leistungsaufnahme deutlich. Obwohl die Titan die derzeit schnellste Singlechip-Grafikkarte ist, gibt sie sich im Idle mit moderaten 52,2 und unter Volllast mit  371 Watt zufrieden. Ganz anders die beiden Chips der HD 7990: Schon im Idle durstet es der Grafikkarte nach 69 Watt, wobei hier nur ein Chip aktiv ist und der andere solange deaktiviert wird. Unter Volllast genehmigt sie sich immense 526 Watt. Es gilt hierbie zu beachten, dass sich die Leistungsaufnahme auf das kompette System bezieht! Dennoch: Die für den Haushaltsgeldbeutel klügere Anschaffung ist demnach klar die King Mod Inno3D GeForce GTX Titan OC HerculeZ X3 Ultra.

Fazit

Es fällt etwas schwer ein richtiges Fazit zu ziehen, da beide Grafikkarten doch sehr ungleich sind. Schließlich lässt sich ein Sportwagen mit 500 PS schwer gegen einen anderen Sportwagen mit zwei Motoren à 500 PS vergleichen. Auch wenn die GeForce GTX Titan in einigen Benchmarks unterlegen war, so hat sie dennoch stets mehr als genug Leistung für die Titel parat gestellt. Wer zudem empfindliche Ohren hat, für den wird sich die HD 7990 wie ein kleiner Tornado im PC-Gehäuse anhören. Hier macht sich der bei der Titan verbaute HerculeZ X3 Ultra-Kühler bezahlt. Zudem punktet sie mit einer deutlich moderateren Leistungsaufnahme. Was neben der Leistung für die HD 7990 spricht ist ihr Preis – aktuell gibt es sie je nach Hersteller schon für unter 600 Euro. Die King Mod Inno3D GeForce GTX Titan OC HerculeZ X3 Ultra schlägt derzeit mit 999,99 Euro beim Onlineversand Caseking.de zu Buche.

King Mod Inno3D GTX TitanWir bedanken uns bei Caseking für die Bereitstellung des Titan Testmusters!

Caseking Logo Breit

 

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Niklas Ludwig

Niklas Ludwig

...ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

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