Test: Asus Strix GTX 970 OC

Flüsterleise und trotzdem leistungsfähig?

Geschrieben von Niklas Ludwig am 25.03.2015.

Asus Strix GeForce GTX 970 Startbild

Mit der Asus Strix GTX 970 OC testen wir ein weiteres Modell der GTX 970-Baureihe. Das Modell von Asus soll insbesondere durch eine gute Kühlleistung und einen leisen Betrieb punkten. Denn die Lüfter der Asus Strix GeForce GTX 970 OC werden erst bei anspruchsvollen Anwendungen dazu geschaltet – ansonsten erfolgt die Kühlung passiv. Ob die Grafikkarte die Versprechen des Herstellers einlöst, und hohe Leistung bei gleichzeitig geringer Wärme- und Geräuschentwicklung bietet, haben wir in unserem Test herausgefunden.


Technische Daten

GPU

KFA2 GeForce GTX 970 EXOC

Asus Strix GTX 970 OC

ZOTAC GeForce GTX 980 AMP! Omega Edition

 

MSI Radeon R9 290X Gaming 4G

Chip

Maxwell

Maxwell

Maxwell

Hawaii XT

Fertigung

28 nm

28 nm

28 nm

28 nm

Speicher

4 GB GDDR5

4 GB GDDR5

4 GB GDDR5

4 GB GDDR5

Takt (Kern)

1.126 MHz, Boost: 1.266 MHz

1.114 MHz, Boost: 1.253 MHz

1.202 MHz, Boost: 1.304 MHz

1.030 MHz, Boost: 1.250 MHz

Takt (Speicher)

7.010 MHz

7.010 MHz

7.046MHz

5.000 MHz

Speicheranbindung

256 Bit

256 Bit

256 Bit

512 Bit

DirectX-Version

12

12

12

11.2

Interface

PCIe 3.0 x 16

PCIe 3.0 x 16

PCIe 3.0 x 16

PCIe 3.0 x 16

Bauweise

Dual-Slot

Dual-Slot

Dual-Slot

Dual-Slot

Stromversorgung

1x 6-Pin PCIe 1x 4-Pin PCIe

1x 8-Pin PCIe

2x 8-Pin PCIe

1x 6-Pin PCIe

Leistungsaufnahme

150 W

145 W

165 W

115 W

Grafikausgänge

1x DVI, 1x HDMI, 3x DisplayPort

2x DVI, 1x HDMI, 1x DisplayPort

1x DVI, 1x HDMI, 3x DisplayPort

2x DVI, 1x HDMI, 1x DisplayPort

Abmessungen (LxBxH)

271 x 124 x 41

140 x 280 x 40

268 x 137 x 40

Preis

~ 330 Euro (Stand 13.11.2014, Geizhals Preisvergleich)

~ 354 Euro

~ 550 € (Stand 13.11.2014, Geizhals Preisvergleich)

~ 310 € (Stand 13.11.2014, Geizhals Preisvergleich)

Lieferumfang

  • Grafikkarte
  • Treiber CD
  • Kurzanleitung

Der GM204-Chip

Die GeForce GTX 970 und GTX 980 sind nicht die ersten Grafikkarten mit Maxwell-Architektur, sondern stellen die zweite Stufe dar. Neben gesteigerter Leistung verspricht Nvidia vor allem eine höhere Effizienz. Normalerweise wird ein kleineres Fertigungsverfahren gewählt, um dies zu erreichen. Der GM204 getaufte Chip wird hingegen weiterhin im 28-Nanometer-Verfahren gefertigt. Auf seiner Fläche von 398 mm² hat Nvidia 5,2 Milliarden Transistoren untergebracht. Theoretisch beherrschen die neuen Karten DirectX 12, wobei die Betonung auf theoretisch liegt: Da die offiziellen Anforderungen für DirectX 12 nicht feststehen, kann Nvidia nicht garantieren, ob die Karten die Voraussetzungen letztendlich erfüllen werden.

Kontrovers wurde in den letzten Wochen über den Videospeicher der GeForce GTX 970 diskutiert. Nvidia hat die Spezifikationen der GTX 970 falsch kommuniziert, wodurch der Eindruck entstanden ist, dass die Grafikkarte über komplette vier Gigabyte Videospeicher verfügt – was jedoch nur teilweise der Wahrheit entspricht. Mehr zu diesem Thema könnt ihr unserer News entnehmen.

Design & Verarbeitung

Asus schlägt in die gleiche Kerbe, wie der Großteil der anderen Hersteller und gibt sich nicht mit den Taktfrequenzen des Referenzdesigns zufrieden. Die Asus Strix GTX 970 OC taktet daher von Werk aus mit 1.114 Megahertz (Referenzdesign 1050 MHz) und erreicht im Boost 1.253 MHz (Referenzdesign 1.178 MHz). Der vier Gigabyte große GDDR5-Videospeicher ist über ein 256-Bit-Speicherinterface angebunden. Wie Nvidia selbst eingestanden hat, stimmt diese Angabe nicht ganz. Die insgesamt 4.096 Megabyte teilen sich auf in 3.584 MB, die mit schnellen 224 Bit angebunden sind, während die restlichen 512 MB lediglich mit 32 Bit angebunden sind. Im Gegensatz zur GeForce GTX 980 verfügt die GTX 970 also über keine vollwertigen 4 GB Videospeicher.

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Die Lüfter der Asus Strix GTX 970 OC schalten sich erst bei einer Temperatur von 65 °C hinzu

Damit die Asus Strix GeForce GTX 970 OC stets einen kühlen Kopf behält, hat Asus sie mit seinem DirectCU II-Kühler im Dual-Slot-Design ausgestattet. Dieser beinhaltet, neben dem Kühlkörper, eine vom Grafikchip nach oben wegführende 10-mm-Heatpipe. Zwei weitere Heatpipes führen vom Grafikprozessor nach unten weg. Dadurch soll der Kühlkörper die Asus Strix GTX 970 OC nahezu 30 Prozent kühler halten als das Referenzdesign von Nvidia. Zum Kühler gehören noch zwei Radiallüfter, die allerdings erst bei anspruchsvollen Anwendungen aktiv werden.

Asus GTX 970 DirectCU II KühlerDas Kühldesign der Asus Strix GTX 970 OC mit ihrer 10-mm-Heatpipe und zwei kleineren Heatpipes

Surft der Nutzer lediglich im Internet, schaut sich ein Video an, oder spielt ein wenig anspruchsvolles Casual-Spiel, wird die Grafikkarte komplett passiv gekühlt. Um der Grafikkarte Leben einzuhauchen, muss sie über ein achtpoliges PCIe-Stromkabel angeschlossen werden. Die von uns bereits getestete KFA2 GeForce GTX 970 EXOC bot die vom Referenzdesign vorgegebenen Anschlüsse, von denen Asus allerdings abweicht.

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Bei den Anschlüssen weicht Asus vom Referenzdesign ab

Anstatt drei DisplayPort-Anschlüssen gibt es lediglich einen. Dafür erhöht Asus die Anzahl der DVI-Anschlüsse von einen auf zwei. Der HDMI-Anschluss bleibt unverändert, hier gibt es wie beim Referenzdesign einen. Die Abmessungen betragen 140 x 280 x 40 Millimeter.

Leistung & Temperatur

Der Test der Asus Strix GTX 970 OC wurde unter Windows 7 Ultimate x64 durchgeführt. Dazu wurden verschiedenste Stresssituationen für die Grafikkarte simuliert. Neben synthetischen Benchmarks kamen auch richtige Spiele wie beispielsweise Crysis 3 und Battlefield 4 zum Einsatz. Für eine Vergleichbarkeit mit anderen Nvidia-Grafikkarten zogen wir unter anderem die KFA2 GeForce GTX 970 EXOC und die ZOTAC GeForce GTX 980 AMP! Omega Edition heran. Um einen Vergleich mit der Konkurrenz aus dem Hause AMD zu haben, haben wir zudem die MSI Radeon R9 290X Gaming 4G mit in den Test einfließen lassen. Ihr Chiptakt beläuft sich auf 1.030 MHz und erreicht im Boost-Modus 1.250 MHz. Der Speicher ist, wie bei den Nvidia-Modellen, 4 GB groß und arbeitet mit 5.000 MHz. Die Anbindung erfolgt dafür über ein 512-Bit-Speicherinterface, wodurch der geringere Speichertakt kompensiert wird.

Unser Testsystem besteht aus folgenden Komponenten:

  • Prozessor: Intel Core i7-4790 3,6 GHz (Haswell), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus Asus ROG Maximus VII Hero
  • Arbeitsspeicher: 8 GB G.Skill DDR3 3.000 MHz CL 11-11-11-28
  • Kühler: Noctua NH-D15
  • Systemlaufwerk: Intel SSD 510 Series 250 GB
  • Betriebssystem: Windows 7 Ultimate x64
  • Netzteil: be quiet! Straight Power 1.200 Watt

Verwendete Software & Einstellungen

  • Battlefield 4
    • Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, MSAA deaktiviert
    • Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, 4x MSAA aktiviert
    • Ultra Details, 3.840 x 2.160 Pixel, MSAA deaktiviert
    • Ultra Details, 3.840 x 2.160 Pixel, 4x MSAA aktiviert
  • Crysis 3
    • Sehr hohe Details, 1.920 x 1.080 Pixel, MSAA deaktiviert
    • Sehr hohe Details, 1.920 x 1.080 Pixel, 4x MSAA aktiviert
    • Sehr hohe Details, 3.840 x 2.160 Pixel, MSAA deaktiviert
    • Sehr hohe Details, 3.840 x 2.160 Pixel, 4x MSAA aktiviert
  • Watch Dogs
    • Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, MSAA deaktiviert
    • Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, 4x MSAA aktiviert
    • Ultra Details, 3.840 x 2.160 Pixel, MSAA deaktiviert
    • Ultra Details, 3.840 x 2.160 Pixel, 4x MSAA aktiviert
  • Synthetische Benchmarks
    • 3DMark Fire Strike Ultra
    • 3DMark Fire Strike Extreme
    • 3DMark Fire Strike Default
  • Unigine Benchmarks
    • Heaven Extreme Settings, 1.920 x 1.080 Pixel, 4x MSAA aktiviert
    • Heaven Extreme Settings, 3.840 x 2.160 Pixel, 4x MSAA aktiviert
    • Valley Extreme Settings, 1.920 x 1.080 Pixel, 4x MSAA aktiviert
    • Valley Extreme Settings, 3.840 x 2.160 Pixel, 4x MSAA aktiviert
  • Leistungsaufnahme (gemessen mit Voltcraft Energy Monitor 3000); entspricht dem Leistungsbedarf des gesamten Systems
  • Temperatur per GPU-Z gemessen




Im direkten Vergleich zur KFA2 GeForce GTX 970 EXOC muss sich die Asus Strix GTX 970 OC in den synthetischen Benchmarks geschlagen geben und liegt stets sehr knapp hinter dem Konkurrenz-Modell. Hier zeigt sich, dass die GTX 970 von KFA2 etwas höher taktet als die Strix GTX 970 von Asus. Zwar erlauben synthetische Benchmarks stets eine gute Vergleichbarkeit, ihre Aussagen entsprechen aber nicht immer der Realität. Worauf es einem Gamer letztendlich ankommt, ist die Leistung in fordernden Spielen wie beispielsweise Crysis 3 oder Battlefield 4.



Und in diesen kann sich die Grafikkarte von Asus wiederrum beweisen und liegt trotz geringerer Taktfrequenz vor der KFA2 GTX 970. Die Unterschiede fallen jedoch marginal aus und sind in der Praxis nicht spürbar. Hierbei zeigt sich jedoch auch, dass Ultra HD-Auflösungen (3.840 x 2.160 Pixel) zwar in Battlefield 4 und Watch Dogs ohne Kantenglättung spielbar sind, bei Crysis 3 die Leistung jedoch selbst ohne aktiver Kantenglättung in die Knie geht. Wer einen UHD-Monitor besitzt, sollte also eher zu einer GTX 980 greifen. Wir haben also herausgefunden, dass beide GTX 970-Modelle nahezu gleichauf liegen. Was spricht dann für die Asus Strix GTX 970 OC?

Die Antwort ist klar: Ihre sehr geringe Lautstärkeentwicklung bei gleichzeitig guter Kühlleistung! Bis zu einer Temperatur von 65 Grad Celsius bleiben beide Radiallüfter abgeschaltet. Beim Browsing oder Betrachten von Videos bleibt die Grafikkarte unhörbar und erreicht maximal 44 Grad im Idle. Erst bei anspruchsvollen Spielen, die die Temperatur auf 65 Grad treiben, springen beide Lüfter an. Selbst dann bleibt die Asus Strix GTX 970 OC extrem leise, die Lüfter arbeiten mit weniger als 1.000 Umdrehungen pro Minute.


Mit maximal 67 Grad Celsius unter Volllast ist die Temperaturentwicklung dabei stets im grünen Bereich und liegt nur minimal über den Werten der Konkurrenz. Sehr gut fällt auch die Leistungsaufnahme aus, die anhand des kompletten Systems ermittelt wurde. Gerade einmal 57 Watt sind es im Idle, wohingegen es unter Volllast immer noch vergleichsweise gerine 258 Watt sind. In Anbetracht der gebotenen Leistung sind das gute Werte.

Mit der Asus Strix GTX 970 OC lässt sich Asus‘ GPU Tweak-Software nutzen. Diese ermöglicht es dem Nutzer unter anderem, die Taktfrequenzen der Grafikkarte zu erhöhen, um noch das letzte Quäntchen Leistung aus der Grafikkarte herauszukitzeln.

Asus GPU TweakMit der kostenlosen GPU Tweak Software lässt sich die Taktfrequenz erhöhen

Des Weiteren lassen sich Werte wie die Spannung und Temperatur auslesen. Zudem können über die Software das BIOS und die Treiber der Grafikkarte auf den neusten Stand gebracht werden. Das Programm besitzt sogar eine Streaming-Funktion, mit der die Bildschirmanzeige in Echtzeit gestreamt werden kann.

Fazit

Asus hat nicht nur eine sehr schnelle, sondern vor allem kühle und leise GeForce GTX 970 auf den Markt gebracht. Durch ihre passive Kühlung im Windows-Betrieb und bei anspruchslosen Spielen ist sie flüsterleise. Selbst wenn die beiden Radiallüfter unter Volllast anspringen, ist der Geräuschpegel kaum wahrnehmbar. Trotz des leisen Betriebs liegen die Temperaturen stets im grünen Bereich und liegen kaum höher als bei der Konkurrenz. Bei der Taktfrequenz wäre sicherlich noch Luft nach oben gewesen, wobei sich Asus hier auf Rücksicht der Lautstärke gezügelt haben dürfte. Mit der Asus GPU Tweak-Software lässt sich die Taktfrequenz dafür vom Nutzer selber noch etwas anheben. Ihre immense Leistung sowie die geringe Lautstärkeentwicklung bei gleichzeitig guter Kühlleistung verhelfen der Asus Strix GeForce GTX 970 zu einer klaren Empfehlung der Redaktion.

Asus Strix GTX 970 OC Award

Pro Contra
  • sehr hohe Leistung…
  • …die nicht immer für UHD-Auflösungen reicht
  • passive Kühlung bei geringer Last
 
  • nahezu unhörbar
 
  • gute Kühlleistung
 
  • geringe Leistungsaufnahme
 
  • eigene Software zum Übertakten
 

 

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Niklas Ludwig

Niklas Ludwig

...ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

Kommentare (2)

  • Wut

    |

    Hallo, hat die STRIX GTX 970 immernoch falsche Angaben bezüglich des L2 Cache und den fehlenden 0,5 GB vRam?

    Antworten

    • Niklas Ludwig

      Niklas Ludwig

      |

      Hallo,

      soweit wir wissen, hat sich an den offiziellen Angaben nichts geändert. Wir gehen auch nicht davon aus, dass die Hersteller die Angaben anpassen werden, da die Anpassung natürlich wenig verkaufsfördernd wäre.

      Viele Grüße
      Niklas

      Antworten

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