Test: Asus ROG Strix GTX 1070 Ti Advanced

Der Lückenfüller, der über das Ziel hinausschießt

Geschrieben von Marcel Schreiter am 07.11.2017.

Asus ROG Strix GTX 1070 Ti Advanced Startbild

Nvidia möchte mit der GeForce GTX 1070 Ti die Lücke zwischen der GTX 1070 und GTX 1080 schließen. Wir prüfen anhand der Asus ROG Strix GTX 1070 Ti Advanced, ob sie sich weit genug von der GTX 1070 absetzen kann und wie nah sie an die GTX 1080 herankommt.

Übersicht

Nvidias GeForce GTX 1070 Ti nutzt ebenfalls den GP104-Grafikchip, der im Gegensatz zur GTX 1070 ohne „Ti“-Zusatz jedoch weniger stark beschnitten wird:

  • Deutlich mehr CUDA Cores gegenüber der GTX 1070 (2.432 statt 1.920)
  • Höherer Basistakt als die GTX 1070 (1.607 statt 1.506 MHz)
  • 152 statt 120 Textureinheiten

Der schnelle GDDR5X-Speicher bleibt weiterhin der GeForce GTX 1080 (Ti) vorbehalten. Eine Neuerung ist eine Restriktion seitens Nvidia: Der Hersteller hat seinen Partnern verboten, Grafikkarten mit werkseitiger Übertaktung auszuliefern. Dass die von uns getestete Asus-Grafikkarte trotzdem einen schnelleren Takt aufweist, liegt daran, dass die Hersteller die höhere Taktfrequenz über Profile in ihren Übertaktungs-Tools freischalten. Wir prüfen in diesem Test, ob sich der Kauf der GTX 1070 lohnt oder der vergleichsweise geringe Aufpreis zu einer GTX 1080 in Erwägung zu ziehen ist.

Technische Daten

GPU

Asus ROG Strix GTX 1080 OC

Asus ROG Strix GTX 1070 Ti Advanced

Asus ROG Strix GTX 1070 OC

Chip

Pascal (GP104)

Pascal (GP104)

Pascal (GP104)

Fertigung

16 nm

16 nm

16 nm

Speicher

8 GB GDDR5X

 8 GB GDDR5

8 GB GDDR5

Takt (Kern)

Gaming Modus: 1.759 / 1.898 MHz (Boost)
OC Modus: 1.784 / 1.936 MHz (Boost)

Gaming Modus: 1.607 / 1.683 MHz (Boost)
OC-Modus: 1.683 / 1.759 MHz (Boost) 

Gaming Modus: 1.633 / 1.835 MHz (Boost)
OC-Modus: 1.657 / 1.860 MHz (Boost)

Takt (Speicher)

2.500 MHz

2.002 MHz

2.000 MHz

Speicheranbindung

256 Bit

256 Bit

256 Bit

Speicherbandbreite

320 GB/s

256 GB/s256 GB/s

DirectX-Version

12

12

12

Interface

PCIe 3.0 x 16

PCIe 3.0 x 16 

PCIe 3.0 x 16

Bauweise

Dual-Slot

2,5-Slot

Dual-Slot

Stromversorgung

1x 8-Pin-PCIe, 1x 6-Pin-PCIe

1x 8-Pin PCIe

1x 8-Pin PCIe

Leistungsaufnahme*

281 W

258 W

254 W

Grafikausgänge

1x DVI, 2x HDMI 2.0, 2x DisplayPort 1.4

1x DVI, 2x HDMI 2.0, 2x DisplayPort 1.4 

2x DVI, 1x HDMI, 1x DisplayPort

Abmessungen (LxBxH)

298 x 134 x 40 mm298 x 134 x 525 mm

271 x 121 x 41,5 mm

Preis

~800 Euro

539 Euro

~540 Euro

*gemessene Leistungsaufnahme des gesamten Systems

Design & Kühlkörper

Die Asus ROG Strix GTX 1070 Ti Advanced erhält laut Asus nur vorselektierte Chips, um zu gewährleisten, dass die Grafikkarte auch genügend Übertaktungspotenzial bietet. Während die Founders Edition von Nvidia mit einem Basistakt von 1.607 MHz auskommen muss, läuft das Modell von Asus mit 1.683 MHz, was gleichzeitig dem Boost-Takt der Founders Edition entspricht. Die Strix GTX 1070 Ti Advanced erreicht im Boost-Modus hingegen 1.759 MHz. Hierzu muss allerdings per GPU Tweak II Software der OC-Modus aktiviert werden, da die Grafikkarte ansonsten mit den Taktfrequenzen der Founders Edition läuft. Die 8-GB-GDDR5-Videospeicher sind über ein 256-Bit-Speicherinterface angebunden und laufen mit 8.008 MHz. Zur Stromversorgung reicht der Grafikkarte ein einzelner 8-Pin-Anschluss.

Äußerlich unterscheidet sich die Strix GTX 1070 Ti kaum von der normalen Strix GTX 1070.

Der Kühler nimmt jetzt statt zwei Slots (Asus ROG Strix GTX 1070 OC) 2,5 Slots in Beschlag. Durch diesen Schritt möchte Asus die Fläche zur Wärmeabfuhr um 40 Prozent erhöht haben. Außerdem soll die Auflagefläche mit der GPU verdoppelt worden sein.

Die drei Lüfter schalten sich erst ab einer Temperatur von 55°C ein, ansonsten wird die Karte passiv gekühlt.

Drei 90-mm-Lüfter sorgen unter Volllast für die aktive Kühlung der Grafikkarte. Liegt die Chiptemperatur unter 55°C bleiben die Lüfter ausgeschaltet und die Grafikkarte wird passiv gekühlt.

Das ROG-Logo wird im Betrieb per Aura RGB-Beleuchtung in Szene gesetzt.

Die Abdeckung wird an mehreren Stellen in Form von Streifen von der Aura RGB-LED-Beleuchtung illuminiert. Auch das ROG-Logo auf der Backplate wird mit LEDs in Szene gesetzt. Über die Aura Sync-Funktion können Farbe und Beleuchtungseffekte der Strix GeForce GTX 1070 Ti Advanced mit anderen kompatiblen Komponenten abgestimmt werden.

Anschlussseitig ist die Grafikkarte sehr gut aufgestellt und bietet genügend Anschlüsse für ein Multi-Monitor-Setup.

Über zwei 4-Pin-Anschlüsse lassen sich zwei Lüfter an die Grafikkarte anschließen. Die Drehzahl der Lüfter wird dann in Abhängigkeit der GPU-Auslastung reguliert. Für Monitore stellt Asus jeweils zwei HDMI- sowie DisplayPort-Anschlüsse zur Verfügung. Außerdem wird ein Dual-Link-DVI-Anschluss geboten.

Leistung & Temperatur

Auf dem Papier lesen sich die technischen Daten extrem vielversprechend. Doch letztendlich zählt nur die Leistung, die die Grafikkarte in Spielen und Anwendungen zur Verfügung stellt. Um die Leistungsfähigkeit der Asus ROG Strix GeForce GTX 1080 Ti ermitteln zu können, haben wir synthetische Benchmarks durchgeführt und der Grafikkarte in Spielen wie The Witcher 3 und Star Wars Battlefront auf den Zahn gefühlt.  

  • Prozessor: Intel Core i7-7700K 4,2 GHz (Skylake), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus Maximus IX Hero
  • Kühler: Noctua NH-U14S
  • Ram: 16 GB G.Skill Ripjaws V DDR4 2.400 MHz CL 15-15-15-35
  • Systemlaufwerk: Intel SSD 750 420 GB
  • Grafikkarte: Asus Strix GTX 1070 Ti Advanced
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: be quiet Straight Power 1.000 Watt

Verwendete Software & Einstellungen

  • GTA V
    • Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, MSAA deaktiviert
    • Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, 4x MSAA aktiviert
    • Ultra Details, 3.840 x 2.160 Pixel, MSAA deaktiviert
    • Ultra Details, 3.840 x 2.160 Pixel, 4x MSAA aktiviert
  • Star Wars Battlefront
    • Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, FXAA deaktiviert
    • Ultra Details, 3.840 x 2.160 Pixel, FXAA deaktiviert
  • The Witcher 3 Wild Hunt
    • Maximale Details, 1.920 x 1.080 Pixel, Kantenglättung deaktiviert
    • Maximale Details, 3.840 x 2.160 Pixel, Kantenglättung deaktiviert
  • 3DMark Benchmarks
    • 3DMark Fire Strike Ultra
    • 3DMark Fire Strike Extreme
    • 3DMark Fire Strike Default
    • 3DMark Time Spy
  • Unigine Benchmarks
    • Heaven Extreme Settings, 1.920 x 1.080 Pixel, 4x MSAA aktiviert
    • Heaven Extreme Settings, 3.840 x 2.160 Pixel, 4x MSAA aktiviert
    • Valley Extreme Settings, 1.920 x 1.080 Pixel, 4x MSAA aktiviert
    • Valley Extreme Settings, 3.840 x 2.160 Pixel, 4x MSAA aktiviert
  • Leistungsaufnahme (gemessen mit Voltcraft Energy Monitor 3000); entspricht dem Leistungsbedarf des gesamten Systems

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, könnt ihr für euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen unterhalb des Diagramms ausblenden.

In Star Wars Battlefront kann die Asus ROG Strix GTX 1070 Ti Advanced einen deutlichen Vorsprung gegenüber der Asus ROG Strix GTX 1070 OC verzeichnen. Mit 174 Bildern pro Sekunde (fps) ist sie nur 3 fps langsamer als eine übertaktete GTX 1080 von PNY. In Ultra HD-Auflösung schrumpft der Vorsprung der GTX 1080 sogar auf 1 fps. Bei The Witcher 3 fällt der Vorsprung deutlich geringer aus, trotzdem ist die GTX 1070 Ti fast 11 fps in Full HD und immerhin fast 6 fps in Ultra HD schneller als ihre kleine Schwester. Die GTX 1080 kann sich zwar in Full HD profilieren, in UHD fällt der Vorsprung mit 2 fps jedoch verschwindend gering aus. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei GTA 5, wobei sich die GTX 1080 hier etwas stärker behaupten kann als in den anderen beiden Spielen. In den synthetischen Benchmarks platziert sich die GTX 1070 Ti zwischen ihrer großen und kleinen Schwester, ohne der großen so gefährlich zu werden, wie bei den Spiele-Benchmarks.

Hinsichtlich der Leistungsaufnahme verhält sich die GTX 1070 Ti wie es zu erwarten war. Im Idle genehmigt sich die Grafikkarte 64 Watt und bei voller Auslastung zieht unser Testsystem 258 Watt aus der Steckdose. Das überarbeitete Kühlsystem mag zwar mehr Platz im Gehäuse kosten, dafür hält es die Asus ROG Strix GTX 1070 Ti Advanced auch unter Volllast konstant bei 62°C. Außerdem sind die Lüfter sehr leise und lassen sich in einem geschlossenen Gehäuse kaum wahrnehmen.

Fazit

Nvidias GeForce GTX 1070 Ti kann in unserem Test in Form der Asus ROG Strix GTX 1070 Ti Advanced durchaus überzeugen. Sie bietet in allen von uns verwendeten Spielen und Benchmarks deutlich mehr Leistung als eine GeForce GTX 1070. Insbesondere beim Gaming in Ultra HD kann sich die GeForce GTX 1070 Ti gegenüber ihrer kleinen Schwester behaupten. Sie ist gar so leistungsstark, dass sie nur knapp hinter einer GeForce GTX 1080 liegt. Womit wir beim eigentlichen Problem wären: Für rund 30 Euro Aufpreis gibt es im Onlinehandel bereits die GTX 1080 zu kaufen.
Betrachten wir abschließend die Asus ROG Strix GTX 1070 Ti: Sobald die GPU Tweak II Software installiert und der OC-Modus aktiviert ist, läuft die Grafikkarte mit höheren Taktfrequenzen als das Referenzdesign, was zu einer leicht angehobenen Leistung führt. Darüber hinaus überzeugt die Strix mit einem sehr guten Kühldesign. Die Grafikkarte erhitzt sich selbst bei starker Last auf lediglich 62°C und bleibt dabei angenehm leise. Allerdings nimmt der überarbeitete Kühlkörper 2,5 statt 2 Slots in Anspruch. Die Aura-Beleuchtung erlaubt, wie gewohnt, eine optische Anpassung des Systems und wer mag, kann zwei Gehäuselüfter in Abhängigkeit zur GPU-Auslastung betreiben. Die Asus ROG Strix GTX 1070 Ti Advanced wird zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 539 verkauft.

Asus Rog Strix GTX 1070 Ti Advanced

ProContra
  • viel Leistung & höhere Taktfrequenz mit GPU Tweak II
  • nimmt mit 2,5 Slots etwas mehr Platz in Anspruch
  • hervorragende und leise Kühlung
 
  • aktuelle Anschlüsse
 
  • Aura RGB Beleuchtung
 

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Marcel Schreiter

Marcel Schreiter

...ist Gründer und Chefredakteur von Allround-PC.com. Als Dipl. Medienwirt beschäftigt er sich neben dem Journalismus auch mit Marketingthemen im Sportbereich. Der Triathlonsport ist seine Leidenschaft.

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