Test: Lioncast LX50

Allround-Headset für alle Plattformen?

Geschrieben von Niklas Schäfer am 14.03.2017.

Mit dem LX50 bietet der Hersteller Lioncast Gamern ein Headset für alle Plattformen an, das den Spieler bestens unterstützen soll. Ob das Design und der ungewöhnliche 53-Millimeter-Treiber überzeugen können, erfahrt ihr in unserem Test.

Übersicht

Lioncast hat innerhalb der letzen Jahre ein breites Peripherie-Portfolio aufbauen können und versorgt Gamer mit Mäusen, Tastaturen und Headsets. Mit dem LX50 haben wir ein weiteres Gaming-Headset des Herstellers getestet, das mit recht ungewöhnlichen 53-Milllimeter-Treibern ausgestattet ist. Wie sich der neuartige Treiber schlägt, klären wir im Test.

Technische Daten

Material

Polster: Stoff/Kunstleder; Bügel: Aluminium

Typ

Overear

Audiotreiber

53 mm

Frequenzbereich

20 Hz – 20 kHz

Impedanz

k. A.

Empfindlichkeit

107 dB

Schnittstelle

1x 3,5-mm-Klinke/ 2x 3,5-mm-Klinke

Mikrofontyp

abnehmbar, Rauschunterdrückung, beweglicher Galgen

Mikrofonfrequenz

k.A.

Kabellänge

1,35 m + 2 m 

Besondere Features

austauschbare Ohrpolster, Kabelfernbedienung

Gewicht

0,350 kg

Preis

~69,95 Euro

Lieferumfang

  • Lioncast LX50 Gaming Headset
  • Ohrpolster mit Stoffbezug
  • 2m Kabel  3,5mm-Stecker auf 3,5mm-Stecker
  • 1m Kabel 3,5mm-Buchse auf 2x 3,5mm-Stecker

Design und Verarbeitung

Lioncast setzt beim LX50 Gaming Headset auf einen gerasterten Bügel aus schwarz eloxiertem Aluminium, der sehr robust wirkt und für eine gute Stabilität sorgt.  Für einen guten Tragekomfort sollen die weichen Polster am Bügel und den beiden Ohrmuscheln sorgen. Lioncast zieht werksseitig Polster mit Kunstlederbezügen auf; falls diese nicht gefallen sollten, können sie gegen die beigelegten Ohrpolster mit Stoffbezügen getauscht werden. Für farbliche Akzente sorgen sowohl die roten Innenseiten der Ohrmuscheln als auch die dezenten Herstellerlogos an den Außenseiten. Die Außenseite des Bügels bleibt komplett schwarz, vielleicht wäre es hier schön gewesen, farblich passende Ziernähte anzutreffen.

Lioncast lässt euch die Wahl zwischen Kunstleder- und Stoffpolstern.

Positiv hervorzuheben ist die Modularität des Lioncast LX50: Zu Hause am Computer empfiehlt es sich, beide gesleevten Kabel zu verwendet, weil die Stecker für Kopfhörer und Mikrofon separiert sind. Wer das Headset jedoch auch unterwegs verwenden möchte, kann sich mit dem kurzen Kabel begnügen, das sich optimal für den Einsatz am Smartphone eignet. Wer das Headset unterwegs als reinen Kopfhörer verwenden möchte, kann das Mikrofon einfach abnehmen.

Lioncast liefert insgesamt eine sehr gute Verarbeitung ab. Enttäuscht hat uns allerdings, dass der äußere Kunstlederbezug des Bügels an einer Stelle stark eingedrückt ist und sich nicht mehr in seine Ausgangsform bringen lässt. Ansonsten machen alle verwendeten Materialien einen hochwertigen Eindruck. Besonders hervorheben wollen wir die Einsätze aus gebürstetem Aluminium in den Ohrmuscheln.

Eigenschaften und Klangqualität

Im Inneren der beiden Ohrmuscheln verbergen sich zwei 53-Millimeter-Treiber, die ein recht ausgeglichenes Klangbild erzeugen. Eigentlich hatten wir einen Klang mit betonten Bässen erwartet, weil der Hersteller auf 53-Millimeter-Treiber setzt, welche vergleichsweise groß ausfallen.  Insgesamt überwiegt jedoch der mittlere Frequenzbereich, die Höhen und Bässe scheinen etwas unterzugehen. Im Spiel kommt das Lioncast LX50 gut weg: Die Betonung der Mitten hebt zum Beispiel Gefechte vor, die nicht unmittelbar neben der Spielfigur stattfinden, sodass das eigene Spiel gut geplant werden kann. Die Ortung von Geräuschquellen erweist sich leider als nicht ganz perfekt, weil Lioncast auf einen virtuellen Surround-Sound verzichtet. Alle Geräuschquellen, die sich vor oder seitlich neben dem eigenen Charakter befinden, können gut eingeordnet werden. Wenn es allerdings darum geht, von hinten nahende Feinde zu erkennen, schneidet das LX50 nur durchschnittlich ab.

Das Kabel und das Mikrofon können für den Transport abgenommen werden. Eine klassische Kabelfernbedienung ist auch mit an Bord.

Sicherlich werdet ihr das Headset hin und wieder zum Musikhören verwenden wollen. Gerade die Liebhaber von elektronischer Musik werden die Bässe ein wenig vermissen. Wenn Titel mit etwas feineren Hochtönen angehört werden, fällt aus, dass das Lioncast LX50, sehr hochwertige Treiber verwendet. Während viele Gaming-Headsets bei solchen Tönen an ihre Grenzen stoßen und zu einem blechernen Klang tendieren, überzeugt uns das LX50 mit ausbalanciertem Klang. Zwar werden heftige Explosionen nicht sehr eindrucksvoll dargestellt, leise Schritte lassen sich aber sehr gut erkennen. Wir haben das Headset hauptsächlich in langsameren Shootern wie Battlefield 4 und 1 getestet und sind angetan, in RPGs oder Strategiespielen macht es sich allerdings auch nicht schlecht, weil dort vor allem der mittlere Frequenzbereich zum Tragen kommt.

Wahre Gamer stellen ihre Peripherie auch über lange Zeit auf die Probe. Lange Gaming-Sessions sind für das LX50 kein Problem, da die Polster für angenehmen Tragekomfort sorgen. Beide Bezüge verformen sich über einen längeren Zeitraum nicht und sorgen demnach nicht für unangenehme Druckstellen. Uns persönlich gefallen die stoffummantelten Polster jedoch etwas besser, weil die Wärmeentwicklung geringer ausfällt. Obwohl das LX50 mit 350 Gramm gar nicht zu den leichtesten Gaming-Headsets gehört, haben wir keinen Druck am Bügel spüren können.

Der gerasterte Bügel lässt sich gut einstellen und überzeugt mit gutem Halt. 

Die Mikrofonqualität des Lioncast LX50 erweist sich als funktional. Für Absprachen im Team reicht es vollkommen aus, wer es jedoch zusätzlich für Audioaufnahmen verwenden möchte, wird nicht ganz zufrieden sein. Die Rauschunterdrückung arbeitet recht gut und produziert einen glatten Klang ohne Störgeräusche. Eine Software wird zur Nutzung des Lioncast LX50 nicht benötigt, weil es über zwei 3,5-mm-Klinkenstecker angeschlossen wird. Dazu sei gesagt, dass es neben dem PC auch am MAC und den beiden Konsolen Playstation 4 und Xbox One genutzt werden kann, wir haben es jedoch nur am PC getestet. 

Fazit

Lioncast liefert mit dem LX50 ein Headset, das mit seinem ausgewogenen Klang zu gefallen weiß. Die 53-Millimeter-Treiber betonen vor allem den mittleren Frequenzbereich, sodass ein vergleichsweise flaches Klangbild erzeugt wird. Schlecht ist dies jedoch nicht, weil taktischere Shooter nicht von überladenen Explosionen und Schusswechseln getrübt werden. Auf ein spezifisches Genre legt sich das Headset nicht fest, Lioncast stellt das LX50 eher als guten Allrounder auf. Punkten kann das Lioncast LX50 mit seinem sehr guten Tragekomfort, der auch über lange Zeit erhalten bleibt. Da sowohl Kunstleder- als auch Stoffpolster für die Ohrmuscheln mitgeliefert werden, wird jeder Geschmack bedient. Für eine UVP von knapp 70 Euro erhaltet ihr ein Headset, das sich für viele Spielgenres eignet und an verschiedenen Plattformen verwendet werden kann. Gelegenheitsspieler, die alles gerne mal ausprobieren möchten, sind also genau an der richtigen Adresse.

ProContra
  • ausgewogener Klang…
  • … mit sehr schwachen Bässen
  • abnehmbares Kabel und Mikrofon
 
  • sehr bequeme Polster
 
  • Wahl zwischen Kunstleder und Stoff
 
  • mit allen gängigen Plattformen kompatibel
 

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Niklas Schäfer

... ist hauptsächlich für den Bereich "Gaming" zuständig und widmet sich den neusten Tastaturen, Headsets und Mäusen. Zusätzlich inspiziert er Consumer Electronics wie Audioprodukte, Smartphones und Speicherprodukte. Immer häufiger ist Niklas auch auf dem YouTube-Kanal von Allround-PC zu sehen.

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