Test: Logitech G433

Bewährter Sound im neuen Gewand?

Geschrieben von Niklas Schäfer am 03.08.2017.

Logitech_G433_Beitragsbild

Logitech wagt mit dem G433 einen Design-Wechsel und setzt auf viel Stoff. In unserem Test klären wir, ob das neue Design auch für einen hohen Tragekomfort sorgt und wie es um die Klangeigenschaften des Headsets bestellt ist.

Übersicht

Headsets von Logitech werden häufig wegen ihres hohen Kunststoffanteils bemängelt. Mit dem G433 schlägt der Hersteller hingegen einen anderen Weg ein und setzt vermehrt auf Stoffbezüge.

Technische Daten

Material

Polster: Stoff; Bügel: Kunststoff

Typ

Overear

Audiotreiber

50 mm

Frequenzbereich

20 Hz – 20 kHz

Impedanz

32 Ohm

Empfindlichkeit

107 dB

Schnittstelle

1x 3,5mm oder 2x 3,5mm

Mikrofontyp

unidirektional, Rauschunterdrückung, beweglicher Galgen

Mikrofonfrequenz

100 Hz – 10 kHz

Kabellänge

1,5 m (mobil), 2 m (PC)

Besondere Features

virtueller 7.1-Sound

Gewicht

259 g

Preis

128,99 Euro

Lieferumfang

  • Logitech G433 Headset
  • USB-Soundkarte
  • Mobilkabel (1,5m)
  • PC-Kabel (2m)
  • Y-Adapter

Design & Verarbeitung

Das Logitech G433 fällt für ein Over-Ear-Headset vergleichsweise schmal aus. Es unterscheidet sich zudem optisch von bisherigen Modellen wie dem kabellosen Logitech G533. Anstelle der hochglänzenden Verkleidungsteile verwendet Logitech Stoffbezüge an den Polstern und den Hörmuscheln. Der Bügel besteht weiterhin aus Kunststoff, ist allerdings seidenglänzend beschichtet. Die Polster der Hörmuscheln sind mit einem leicht bräunlichen Stoff bezogen, der angenehm weich ist. Unserer Meinung nach passen diese Bezüge optisch weniger ins Gesamtbild; uns hätten tiefschwarze Bezüge eher zugesagt. Der vordere Teil des Galgenmikrofons ist hellblau gefärbt und haucht dem sehr schlichten Design des  Headsets ein wenig Leben ein.

Logitech G433 schräg ohne KabelLogitech arbeitet beim G433 mit deutlich weniger Kunststoff als bei vorherigen Modellen.

Logitech legt beim G433 großen Wert auf Modularität: Der Hersteller legt zwei verschiedene Kabel bei, die für den Einsatz am heimischen PC (2x 3,5mm Klinke, nicht ummantelt) beziehungsweise an einem Mobilgerät (1x 3,5mm Klinke, stoffummantelt) vorgesehen sind und sich einzeln einstecken lassen. Das Galgenmikrofon kann abgesteckt werden, sofern es unterwegs nicht benötigt wird. Weiter Extras wie Bedienelemente direkt am Kopfhörer bietet das Logitech G433 nicht.

Das Logitech G433 Gaming-Headset ist makellos verarbeitet. Alle verwendeten Materialien machen einen hochwertigen Eindruck und die abnehmbaren Teile sitzen fest in den Klinkenbuchsen. Lediglich der Übergang zwischen dem Bezug der Hörmuscheln und den Ohrpolstern hätte etwas gleichmäßiger ausfallen dürfen.

Eigenschaften & Klangqualität

Auf dem ersten Blick unterscheidet sich das Logitech G433 kaum vom kabellosen Bruder G533. Die Ohrpolster fallen ähnlich schmal aus und sind lediglich mit einem anderen Bezug überzogen. Deshalb schneidet das Headset beim Tragekomfort genauso gut ab wie das komfortable G533. Da beim G433 ein recht dichter Stoffbezug verwendet wird, sitzt es sogar noch etwas angenehmer auf dem Kopf. Das dichte Material ist natürlich auch weniger atmungsaktiv, weshalb sich die Ohren recht schnell erhitzen.

Logitech G433 Ohrmuschel

Die Hörmuscheln und weitere Teile des Headsets sind mit Stoff bezogen.

Essentiell für den Betrieb am PC ist die Logitech Gaming Software. Dort kann der virtuelle 7.1 Surround-Sound eingeschaltet und konfiguriert werden. Die Unterstützung von DTS Headphone: X bringt die üblichen Einstellungen wie verschiedene Raumklänge mit. Zusätzlich kann die Stärke der einzelnen Kanäle eingestellt werden. Zum Musikhören haben wir die Standardeinstellung verwendet, da so der beste räumliche Eindruck erzielt wird. In Shooter-Games lohnt es sich hingegen die hinteren Kanäle etwas lauter einzurichten, weil von hinten auftauchende Feinde so schneller wahrgenommen werden können.

Logitech G433 Software 1 Logitech G433 Software 2
In der Gaming Software kann der Equalizer eingestellt und virtueller Raumklang aktiviert werden.

Die Logitech Gaming Software enthält auch den altbekannten Equalizer. Der Hersteller hinterlegt unterschiedliche Voreinstellungen. Für die meisten Musiktitel eignet sich der Flat-Modus am besten. Wer es etwas basslastiger mag, greift zum „Drop The Bass“-Modus. Darüber hinaus bietet Logitech Modi für FPS und MOBAs an. Beide Modi heben vor allem die Höhen an. In Shootern hebt der FPS-Modus Schritte gut hervor, sodass Überfälle von hinten frühzeitig erkannt werden können. Wer gern ins Detail gehen möchte, kann auch eigene Equalizer-Konfigurationen erstellen und speichern. Die Software selbst ist sehr intuitiv und lässt sich auch von unerfahrenen Nutzern problemlos verwenden.

Durch die Stoffpolster und das geringe Gewicht sitzt das G433 sehr bequem auf dem Kopf.

Wenn das Headset mit dem Flat-Modus genutzt wird, überzeugt es mit einem angenehmen Klang, der sich optimal zum Musikhören eignet. Die beiden 40-Millimeter-Treiber produzieren einen recht ausgewogenen Klang, bei dem die tieferen Töne leicht überwiegen. Um auch die Höhen etwas präsenter zu gestalten, können die Regler für 1.000, 2.000 und 4.000 Hertz um ein bis zwei Stufen nach oben geschoben werden. Gerade für aktuelle Titel mit vielen elektronischen Klängen lohnt es sich die Höhen etwas stärker hervorzuheben, weil viele Stücke dadurch eine bessere Dynamik erhalten. Die eigens angefertigten Profile lassen sich auf Wunsch direkt auf dem Headset abspeichern. Wenn das Headset jedoch nicht in Verbindung mit der USB-Soundkarte verwendet wird, greift der Kopfhörer auf eine flache Einstellung zurück.

Logitech G433 schräg mit KabelDas Mikrofon verdeckt leider einen Teil des Sichtfeldes.

Das Mikrofon kann auf Wunsch abgesteckt werden, um unterwegs nicht direkt als Vollblut-Gamer erkannt zu werden. Damit trotzdem nicht auf ein Mikrofon verzichtet werden muss (z.B. für eingehende Anrufe), befindet sich ein unauffälliges Mikrofon direkt in der Kabelfernbedienung des 1,5 Meter langen Kabels. Dieses erreicht natürlich nicht den fast störgeräuschfreien Klang des Galgenmikrofons, für kurze Telefonate reicht es jedoch vollkommen aus. Wer beim Spielen das Galgenmikrofon nutz, muss sich erst an die nicht ganz perfekte Positionierung gewöhnen. Unabhängig von der Ausrichtung des flexiblen Galgens nimmt es einen Teil des Sichtfeldes ein. Nach etwa 20 Minuten Eingewöhnungszeit hat uns dieser Umstand jedoch nicht mehr gestört.

Fazit

Das Logitech G433 bietet einen wirklich guten Klang und weiß mit seinem sehr guten Tragekomfort zu überzeugen. Mit dem Stoff-Design hebt sich das Headset zudem angenehm von Logitechs bisherigen Headsets sowie Gaming-Headsets anderer Hersteller ab. Außerdem verweigert es sich dem RGB-Trend, was uns daran erinnert, dass Gaming nicht zwingend mit einer auffälligen Beleuchtung verbunden sein muss. Die Geschmacksfrage, ob die unkonventionellen Stoffpolster nun hübsch sind oder nicht, bleibt jedem Nutzer selbst überlassen. Wir hätten uns allerdings noch Bedienelemente oder einen programmierbaren Knopf direkt am Headset gewünscht. Die UVP des Herstellers fällt mit 128,99 mag etwas hoch anmuten. Doch aus unserer Sicht wird der Preis durch den sehr guten Klang und den bequemen Sitz gerechtfertigt.

Logitech G433 Award Empfehlung

ProContra
  • sehr guter Klang
  • Nähte an den Ohrpolstern nicht gleichmäßig
  •  bequeme Polster
  • keine Bedienelemente am Headsets oder programmierbare Tasten
  •  modularer Aufbau
 
  • intuitive Software mit vielen Funktionen
 
  •  zusätzliches Mikrofon im Mobilkabel
 

 

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Niklas Schäfer

... ist hauptsächlich für den Bereich "Gaming" zuständig und widmet sich den neusten Tastaturen, Headsets und Mäusen. Zusätzlich inspiziert er Consumer Electronics wie Audioprodukte, Smartphones und Speicherprodukte. Immer häufiger ist Niklas auch auf dem YouTube-Kanal von Allround-PC zu sehen.

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