Coolaboratory Liquid MetalPads im Test

Auch wenn es immer bessere CPU-Kühler gibt, die leiser arbeiten und mehr Wärme abführen können, so sind auch sie auf einen ausreichenden Wärmetransport zwischen CPU und Kühlerfläche angewiesen. Diese Aufgabe übernimmt in der Regel eine Wärmeleitpaste, die dünn auf den Prozessor aufgetragen wird.

Der Hersteller Coolaboratory hat unterdessen ein dünnes MetalPad vorgestellt, das zu 100% aus Metal besteht und die Wärme schneller transportieren soll. Wie das Produkt abgeschnitten hat, erfahren Sie in diesem Test.

 

Verpackung und Lieferumfang

Wir bekamen zwei verschiedene Sets des Liquid MetalPads geliefert. Im Lieferumfang enthalten waren einmal drei MetalPads für den Prozessor (38x38mm) sowie zusätzlich drei MetalPads für die GPU. Beide Pakete enthielten Reinigungsmaterial um die Pads restlos zu entfernen, falls das Ergebnis nicht gefallen sollte. Eine ausführliche Anleitung in deutscher Sprache für die optimale Konfiguration ist ebenfalls vorhanden.


Design und Verarbeitung

Das Pad ist hauchdünn und sollte mit sehr vorsichtig berührt werden, da es schnell einreißen kann.

Montage

Das Liquid MetalPad muss zunächst auf die Größe des Prozessors zugeschnitten werden, damit nichts über die Auflagefläche der CPU herausragt, da dies sonst zu Kurzschlüssen führen kann. Immerhin arbeitet man hier mit purem, leitfähigen Metal. Der Zuschnitt erfolgt am besten mit einer Schere oder einem Cutter-Messer aus dem Modellbaubereich. Jedes Pad wird von einer kleinen Papierhülle geschützt. Wir haben die besten Zuschnitte erzielt, als wird das Pad samt der Hülle zugeschnitten haben. Ein frühzeitiges Zerreißen des Wärmeleiters war so nicht möglich. Nach dem Zuschnitt wird das Pad auf die CPU gelegt. Der Kühler sollte richtig ausgerichtet und aufgesetzt werden, da überflüssiges Hin- und Herrücken das Pad auf dem Prozessor nur verrutschen lässt. Der Kühler wird danach ganz normal montiert.

ZEROtherm CF900 Intel Boxed Kühler
Pad eingerissen Passender Zuschnitt für dem Core 2 Duo E6300

Konfiguration

Da es sich hier um einen Wärmeleiter im festen und noch recht unflexiblen Zustand handelt, muss dieser erst geschmolzen werden. Dieser Schmelzvorgang tritt bei 58°C ein und kann erreicht werden, wenn der Prozessor zu 100% ausgelastet wird. Unter Verwendung einer Monitoring-Software und Lüfterregelung, muss der Prozessorlüfter während dieses so genannten "Burn ins" abgeschaltet oder auf minimale Drehzahl geregelt werden. Die Temperatur der CPU steigt nun an, sind die 58°C erreicht, macht sich dieses bemerkbar, indem die Temperatur schlagartig um einige Grade sinkt. Das Pad ist nun volleinsatzfähig. Ist dieser Moment erreicht, muss der CPU-Lüfter sofort auf volle Leistung gebracht werden. Neue Mainboards und Prozessoren verfügen zusätzlich über einen Notabschaltung bei Überhitzung. Ob das Feature bei der eigenen Hardware vorhanden ist, sollte man vorab klären. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden.

Temperaturen

Die Liquid MetalPads sind in unserem Test gegen die Cooler Mate "1st class thermal compound paste" angetreten, die einen Wärmeleitwert von >7,5 W/mk hat. Wir haben alle Messungen mit zwei verschiedenen CPU-Kühlern durchgeführt, dem Intel Boxed Kühler sowie dem ZEROtherm CF 900. Die CPU Temperatur wurde mit Prime 95 20 Minuten lang auf ein Maximum gebracht. Die Idle-Werte wurden 10 Minuten nach dem ersten Start abgelesen. Wir haben den Core 2 Duo E6300 zudem noch auf 2 GHz übertaktet und die Ergebnisse ebenfalls aufgelistet. Alle Temperaturwerte wurden mit der Software SpeedFan ausgelesen.

Cooler Mate "1st class thermal compound paste"

Als Testsystem kam folgendes zum Einsatz:

CPU

Intel Core 2 Duo E6300 - 1,86GHz, 2MB, 1066 MHz FSB

VGA

Intel GMA 950

Mainboard ASRock ConRoe954-DVI
RAM MDT 1024MB 533MHz CL5
HDD Samsung 80GB, 7200 U/Min, SATA II
Netzteil Akasa Power 80+ 500 Watt

 


Temperaturdifferenz - Kühler: ZEROtherm CF900:

Cooler Mate Load 2,0 GHz 30
Cooler Mate Load 29
Coolaboratory Liquid metalPad Load 26
Coolaboratory Liquid metalPad Load @ 2,0GHz 26
Coolaboratory Liquid metalPad Idle 14
Cooler Mate Idle 10

Temperaturdifferenz - Kühler: Boxed Intel Kühler:

Cooler Mate Load 2,0 GHz 19
Cooler Mate Load 18
Coolaboratory Liquid metalPad Load @ 2,0GHz 18
Coolaboratory Liquid metalPad Load 17
Cooler Mate Idle 8
Coolaboratory Liquid metalPad Idle 7

 

Die angegebenen Temperaturen verstehen sich als Delta T zur Raumtemperatur und ergeben sich aus der Rechnung: ΔT = Temperatur CPU - Temperatur Raum. Je kleiner das gemessene ΔT desto leistungsfähiger war das Produkt. Die Temperaturdifferenzen zwischen dem beiden Kühlern lassen sich damit begründen, dass der Intel Kühler ungeregelt auf 2500U/min eingestellt war. Der ZEROtherm CF900 hingegen regelte sich automatisch und erreichte im Test maximal 1500 U/min.


Fazit

Die Coolaboratory Liquid MetalPads konnten uns voll und ganz überzeugen. Zwar zerriss beim ersten Versuch eines der Pads, die weiteren Versuchen waren aber dafür erfolgreich. Wie man anhand der Wertediagramme sehen kann, ist das Liquid MetalPad der normalen Wärmeleitpaste bis auf eine Situation im Idle-Zustand immer überlegen. Schenkt man den Herstellerangeben glauben, so ist das Pad wesentlich länger haltbar, als normale Wärmeleitpaste. Overclocker sollten mit diesem Produkt, genau wie der normale Anwender, glücklich werden. Der Preis mag zunächst ein bisschen hoch erscheinen, ist aber angesichts der Leistung gerechtfertigt. Das Entfernen des Pads gelang leicht und ohne Rückstände zu hinterlassen.

Pro

  • leichte Montage

  • gut zu Entfernen

  • klasse Wärmeübertragung

  • individueller Zuschnitt möglich

  • gute Anleitung

Contra

  • leitend (elektrisch)


Durchschnitt: 4 (2 Stimmen)