Keep Cool! - Sechs neue CPU-Kühler im Test

In Sachen Erfindungsreichtum sind den Herstellern scheinbar keine Grenzen gesetzt, wenn es um die Kühlung moderner Prozessoren geht. Der Markt fordert immer stärkere, aber auch leisere Kühler, die teilweise über 100 Watt und mehr Abwärme von Prozessoren abführen müssen.


In diesem Review haben wir uns die folgenden sechs Kühler getestet:

  • EKL Frost Tower

  • Xigmatek HDT-S963

  • Xigmatek HDT-S1283

  • Thermaltake MaxOrb

  • SilenX IXC-92HA1

  • NorthQ NQ-3392




EKL Frost Tower


Technische Daten (Herstellerangaben)



U/min 600 - 2500
Lüftergröße 92 x 92 x 25 mm
CFM k.A.
Lautstärke < 30 dBA
Größe 134 x 50 x 92 mm
Material Alu + Kupfer ca. 420 g
Zugelassen für Sockel 754/939/940/AM2/775


Lieferumfang

  • 1x Tube Wärmeleitpaste

  • 1x Montagematerial für alle Sockel

  • 1x Luftleitblech



Design und Eigenschaften


Der EKL FrostTower besteht zum größten Teil aus Aluminium und ist somit nur ca. 420 g schwer. Mit einer Höhe von 134mm und einer Breite von 92mm sollte dieser Kühler auch Platz in kleineren Gehäusen finden.
Insgesamt 42 Lamellen bieten eine große Oberfläche, die mit Hilfe des Lüfters gekühlt wird. Durchzogen von drei Kupfer-Heatpipes mit einem Durchmesser von 6mm soll ein optimaler Wärmetransport von der Bodenplatte bis hin zu den Lamellen gewährleistet werden. Aber das ist nicht alles, was der neue FrostTower zu bieten hat. Schaut man sich die Bodenplatte etwas genauer an, so wird man feststellen, dass die Heatpipes auch im Bereich der Bodenplatte freiliegen und somit direkten Kontakt mit der CPU-Oberfläche haben. Bisher war es immer üblich die Röhrchen mit der Bodenplatte zu umschließen. Durch den direkten Kontakt soll der Wärmetransport nochmals verbessert werden.
Die Verarbeitung des Kühlers kann als gut bezeichnet werden. Teilweise sind aber noch kleinere spitze Stellen, gerade im Bereich der Bodenplatte anzutreffen. Auch hätten die Lamellen einen Tick besser verarbeitet werden können.
Zur aktiven Belüftung der Lamellen trägt ein 92mm Lüfter bei, der mit seinen maximal 2500 Umdrehungen pro Minute hörbar ist. Eine Steuerung ist aber mit Hilfe des Mainboards möglich, da der Kühler über einen 4-Pin PWM-Anschluss verfügt.
Vibrationen sollen dank der vier Gummihalterungen am Lüfter vermieden werden.


Gummihalterungen sollen Vibrationen verringern.
Die Heatpipe-Röhrchen haben direkten Kontakt mit der CPU-Oberfläche.


Installation


Die Installation gestaltet sich sehr einfach. Mit Hilfe der zwei mitgelieferten Schrauben werden die je nach Sockel-Typ entsprechenden Haltevorrichtungen am Kühler fixiert. Bei der Installation auf einem Sockel 775-System wird auf das bekannte Intel-System mit den vier Stiften, das auch bei den Boxed-Kühlern zum Einsatz kommt, zurückgegriffen. Der Kühler kann also schraubenlos und ohne das Mainboard ausbauen zu müssen auf der CPU befestigt werden.
Zur Kühlung der umliegenden Mainboard-Kondensatoren und Spannungswandler liefert der Hersteller ein so genanntes Luftleitblech mit, das seitlich zwischen die Lamellen gesteckt wird und somit einen Teil des Luftstroms umleitet. Erst bei richtiger Positionierung sitzt das Blech fest.


Fazit

Der EKL FrostTower konnte in unserm Test dank seiner guten Kühleigenschaften und leisen Lüfters, sofern die Mainboardsteuerung aktiv war, punkten. In Sachen Verarbeitung gibt es Abzüge aufgrund kleinerer scharfer Kanten, die aber angesichts eines Preises von ca. 35,- Euro vernachlässigt werden können.

Pro

  • Kühlleistung

  • Lieferumfang

  • einfache Installation

  • Luftleitblech zur Kühlung von Kondensatoren


Contra

  • Verarbeitung



Xigmatek HDT-S963 und HDT-S1283


Technische Daten (Herstellerangaben) S963



U/min 1200 - 2800
Lüftergröße 92 x 92 x 25 mm
CFM 39 - 54,6
Lautstärke 23 - 35 dBA
Größe 134 x 50 x 92 mm
Material Alu + Kupfer ca. 410 g
Zugelassen für Sockel 754/939/940/AM2/775


Technische Daten (Herstellerangaben) S1283



U/min 1000 - 2200
Lüftergröße 120 x 120 x 25 mm
CFM 72,1 - 99,6
Lautstärke 20 - 32 dBA
Größe 120 x 50 x 159 mm
Material Alu + Kupfer ca. 600 g
Zugelassen für Sockel 754/939/940/AM2/775


Lieferumfang (beide Modelle)

  • 1x Tüte Wärmeleitpaste

  • 1x Montagematerial für alle Sockel

  • 1x Luftleitblech



Design und Eigenschaften


Da der EKL FrostTower zusammen mit Xigmatek entwickelt wurde unterscheidet sich der HDT-S963 nur im Bereich des Lüfters von seinem Mitbewerber. Der zum größten Teil aus Aluminium gefertigte Aluminiumkühlkörper ist ebenfalls 134mm hoch. Auch sind bei diesem Modell die drei 6mm Heatpipes anzutreffen.
Interessant wird es erst bei dem HDT-S1283, der auch von Xigmatek stammt. Er kann als der größere Bruder des HDT-S963 angesehen werden, da er mit den Maßen von 120 x 50 x 159 deutlich größer ist und folglich auch über einen größeren Lüfter verfügt. Bei diesem Modell kommt ein 120mm Lüfter zum Einsatz, der zwischen 1000 und 2200 Umdrehungen pro Minute arbeitet. Dabei erzeugt er einen Lärmpegel zwischen 20 und 32 dBA. Etwas lauter ist der Lüfter des kleineren Modells. Dieser arbeitet zwischen 1200 und 3500 Umdrehungen pro Minute bei 23 - 35 dBA.
Zudem verfügt der
HDT-S1283 über 8mm (Durchmesser) große Heatpipes.
Die Verarbeitung beider Kühler ist akzeptabel, wenn man über die leicht verbogenen Lamellen im oberen Bereich des Kühlers hinweg sieht. Wie beim Modell von EKL konnten wir auch hier teils leicht scharfe Kanten feststellen.


links: HDT-S963 rechts: HDT-S1283 Der Vergleich zeigt den Größenunterschied zwischen beiden Modellen.
Die Heatpipe-Röhrchen haben direkten Kontakt mit der CPU-Oberfläche.
Mit Hilfe von Gummipuffern werden hier die Lüfter schraubenlos fixiert.
Leider wurden bei beiden Modellen von Xigmatek die obersten Lamellen verbogen.


Installation


Die Installation gestaltet sich sehr einfach. Mit Hilfe der zwei mitgelieferten Schrauben werden die je nach Sockel-Typ entsprechenden Haltevorrichtungen am Kühler fixiert. Bei der Installation auf einem Sockel 775-System wird auf das bekannte Intel-System mit den vier Stiften, das auch bei den Boxed-Kühlern zum Einsatz kommt, zurückgegriffen. Der Kühler kann also schraubenlos und ohne das Mainboard ausbauen zu müssen auf der CPU befestigt werden.
Zur Kühlung der umliegenden Mainboard-Kondensatoren und Spannungswandler liefert der Hersteller ein so genanntes Luftleitblech mit, das seitlich zwischen die Lamellen gesteckt wird und somit einen Teil des Luftstroms umleitet. Erst bei richtiger Positionierung sitzt das Blech fest.


Fazit


Xigmatek liefert mit den Modellen HDT-S963 und HDT-S1283 solide Kühler, die unsere Test-CPU ausreichend kühlen konnten. Die Ergebnisse waren aufgrund des besseren Lüfters beim HDT-S963 und größeren Kühlkörpers beim HDT-S1283 besser als die des EKL Coolers. Es müssen aber die teilweise scharfen Kanten und die verbogenen Lamellen bemängelt werden. Auch ist der Lüfter des HDT-S963 etwas lauter, selbst bei aktivierter Lüftersteuerung.
Einen Award hat sich der HDT-S1283 verdient, der aufgrund seiner Größer und 8mm Heatpipes exzellente Kühlergebnisse erreichte und sich zudem leicht installieren lies.




Pro

  • Kühlleistung

  • Lieferumfang

  • einfache Installation

  • Luftleitblech zur Kühlung von Kondensatoren


Contra

  • Verarbeitung




Thermaltake MaxOrb


Technische Daten (Herstellerangaben)



U/min 1300 - 2000
Lüftergröße 120 x 120 x 25 mm
CFM max 86,5
Lautstärke 16 - 24 dBA
Größe 143 x 144 x 95 mm
Material Alu + Kupfer ca. 465 g
Zugelassen für Sockel 754/939/940/AM2/775


Lieferumfang

  • 1x Tube Wärmeleitpaste

  • 1x Montagematerial für alle Sockel

  • 1x Luftleitblech



Design und Eigenschaften


Der MaxOrb aus dem Hause Thermaltake ist der größte Kühler in diesem Test. Mit den Maßen von 143 x 144 x 95 mm bringt dieser aber nur ein Gewicht von ca. 465 Gramm auf die Waage. Aluminium-Lamellen und kupferne Heatpiperöhrchen sollen für gute Kühlergebnisse sorgen. Dabei sind die einzelnen Lamellen kreisförmig um die Bodenplatte angeordnet. Sie stehen dabei etwas über, da in der Mitte ein 120 mm Lüfter integriert wurde. Schon beim auspacken des Kühlers machten sich diverse Beschädigungen durch verbogene Lamellen am Rand bemerkbar. Des Weiteren konnten wir auch teils scharfe Kanten feststellen.
Die sechs von der Bodenplatte verlaufenden Heatpiperöhrchen durchdringen seitlich die Lamellen.
Deutlich besser wurde die Bodenplatte verarbeitet, in der man sich fast spiegeln kann. Hier sind auch die Befestigungsmöglichkeiten vorzufinden.
Direkt am Kühlkörper befindet sich zudem ein kleiner Drehregler zum regulieren der Lüftergeschwindigkeit. So arbeitet der Lüfter je nach Einstellung zwischen 1300 und 2500 Umdrehungen pro Minute und erzeugt dabei einen Lärmpegel von maximal 24 dBA. Leider muss zur Steuerung des Lüfters jedes Mal der PC geöffnet werden, da die Steuerung nicht nach außen verlegt werden kann.
Durch die Anordnung des Lüfters direkt über dem CPU Sockel und dank der durchlässigen Lamellen werden die darunterliegenden Kondensatoren und Spannungswandler mitgekühlt. Dadurch ergab sich eine 4-5 Grad geringere Temperatur.
Beim ersten Einsatz des Kühlers gab es aber Probleme. Wie bereits erwähnt waren die Fins (Lamellen) etwas verbogen, sodass diese erst wieder gerade gerückt werden mussten. Gleichzeitig mussten die Schrauben vom Lüfter etwas gelöst werden um den Lüfter etwas verschieben zu können. Erst dann konnte der Lüfter ohne an die Fins zu stoßen seinen Dienst verrichten. Die blaue LED-Beleuchtung macht den Kühler zum Eyecatcher in jedem Gehäuse mit Plexiglasfenster.


Schon beim auspacken waren einige Lamellen verbogen.
Bei Dunkelheit ist die blaue Beleuchtung gut erkennbar.


Installation


Die Installation war auch bei diesem Modell mit nur wenigen Handgriffen erledigt. Das Mainboard muss bei Sockel 775 Systemen nicht ausgebaut werden. Der Hersteller liefert hierfür die bereits vom Intel-Boxed Kühler bekannten Klipps mit. Diese müssen jedoch erst mit etwas Druck am Kühler fixiert werden, was sich je nach Daumengröße als recht schwer herausstellen kann.


Fazit


Mit dem MaxOrb hat Thermaltake einen akzeptablen Kühler vorgestellt, der sich aufgrund seiner Leistung nicht vor der Konkurrenz zu verstecken braucht. In Sachen Verarbeitung und Qualität wurden wir jedoch durch teils scharfe und verbogene Lamellen enttäuscht. Zudem musste der Lüfter neu justiert werden um nicht an die Fins zu stoßen. Zufriedenstellend war hingegen die Bodenplatte und die einfache Installation des Kühlers.


Pro

  • Kühlleistung

  • Lieferumfang

  • einfache Installation

  • Kühlung von Kondensatoren


Contra

  • Verarbeitung

  • verbogene Fins

  • nur interne Fansteuerung


Durchschnitt: 3.6 (5 Stimmen)