Drei aktuelle Festplattengehäuse im Test
Der Markt an Festplattengehäusen ist nahezu unüberschaubar. Waren vor ein paar Jahren externe Laufwerke noch eine Besonderheit, so sind diese jetzt äußerst erschwinglich geworden und bieten zudem ein hohes Maß an Flexibilität. Dabei ermöglicht der Einsatz von schnellen Protokollen, das flotte Übertragen von sämtlichen Daten auf den Wechseldatenträger.
Wir von Allround-PC haben uns wieder einmal drei Festplattengehäuse genauer angesehen und auf Herz und Nieren überprüft. Wie die verschiedenen Produkte abgeschnitten haben, erfahren Sie im folgenden Test. In diesem Test haben wir drei aktuelle Festplattengehäuse der Hersteller Revoltec und Spire genauer unter die Lupe genommen. Das Testfeld besteht aus drei komplett verschiedenen Kandidaten, die sich an ebenso verschiedene Aufgabengebiete richten. Einen Standard unterstützen jedoch alle Gehäuse: die USB2.0-Schnittstelle. Wir gehen bei jedem einzelnen Gehäuse auf folgende Kriterien ein: Lieferumfang, Verarbeitung, Datenraten sowie die Montage der einzelnen Komponenten. Ein abschließendes Fazit zu jedem Produkt fasst den im Test gewonnenen Eindruck zusammen. Die verschiedenen Schnittstellen im Vergleich Zunächst wollen uns einen Überblick über die verschiedenen Schnittstellen verschaffen. Die nachfolgende Tabelle zeigt auf, welche Übertragungsraten mit den verschiedenen Standards theoretisch möglich wären. Schnittstelle eSATA USB2.0 LAN (Ethernet) Theoretischer Datendurchsatz 3,0 Gbit/s 480 Mbis/s 10/100 Mbit/s Version S-ATA II / 300 2.0 - Inklusive Stromversorgung Nein Ja Nein Unser erster Kandidat kommt aus dem Hause Revoltec und liegt uns gleich in zwei verschiedenen Versionen vor. Wir wurden vom Hersteller zum einen mit der USB + Lan – Version, sowie mit der USB + eSATA Version beliefert. Da sich die beiden Gehäuse von außen kaum unterscheiden, werden wir nur auf unterschiedlich Funktion getrennt eingehen. Das Gehäuse wird einen Pappkarton mit Plastiksichtfenster geliefert. Im Inneren befinden sich neben dem Gehäuse eine Bedienungsanleitung, ein Netzadapter, ein Schraubenschlüssel plus Montageschrauben und ein USB-Kabel. Versionsabhängig wird noch folgendes mitgeliefert: bei der eSATA Version liegt zusätzlich noch einen eSATA-Kabel sowie eine eSATA-Slotblende bei. Die LAN-Version enthält stattdessen ein Ethernet-Kabel. Des Weiteren hat man an ein Wärmeleitpad gedacht, was für den Wärmetransport zwischen Gehäuse und Festplatte sorgen soll. Alle Komponenten sind sauber und sicher verpackt. Der Revoltec ALU GUARD ist komplett aus Aluminium gefertigt. Während das Rahmengestell sowie der Standfuß in edlem Schwarz gehalten sind, sind Ober- und Unterplatte im dunkeln Silber gestaltet. Auf jeder dieser Platten ist das Revoltec Logo zentriert eingelassen, wodurch das Gehäuse sehr hochwertig wirkt. Die Front wird durch eine mittig platzierte Kerbe geprägt, in dessen Inneren ein kleiner Kunststoffstab befestigt ist. Dieser wird im Betrieb von vier blauen LEDs angestrahlt und streut das Licht somit dezent. Die obere Platte ist mit vier Sechskantschrauben fixiert. Auf der Rückseite des Gehäuses befinden sich die benötigten Anschlüsse sowie ein An- und Ausschalter. Zu nennen wären der Eingang für den Stromadapter, die USB-Schnittstelle sowie die typspezifische zweite Schnittstelle für den Datenaustausch. Die Verarbeitung des kompletten Gehäuses ist hervorragend und lässt keine Wünsche offen. Der Revoltec ALU GUARD lässt sich kinderleicht in alle Einzelteile zerlegen, was die Montage leichter macht. Dank der millimetergenau zugeschnitten Aluminiumprofile, macht das Zusammenbauen richtig Spaß. Scharfe Kanten oder Produktionsfehler sucht man bei diesem Gehäuse vergeblich. Die Montage der SATA -Festplatten gestaltet sich recht einfach. Zuallererst müssen die vier Sechskantschrauben mit dem beigelegten Schlüssel gelöst werden, sodass man die obere Platte abnehmen kann. Nun blickt man auf das Innere des Gehäuses. Die Front mit der kleinen Kerbe lässt sich nun nach oben hin herausziehen. Danach passiert das gleiche mit dem kompletten Festplattenkäfig und der sich darauf befindenden Platine. Das Unterteil mit Seitenwänden benötigt zu diesem Zeitpunkt keiner weiteren Aufmerksamkeit. Die Festplatte wird nun einfach in den Käfig hereingelegt und vorsichtig auf die Datenschnittstelle geschoben. Vier Schrauben, zwei an jeder Seite, fixieren den Massenspeicher in der Vorrichtung. Nun erfolgen die oben gemachten Schritte in verkehrter Reihenfolge. Zunächst wird der Festplattenkäfig wieder in das Unterteil mit Seitenwänden gesteckt, dann folgt das Widereinschieben der Front. Zu guter Letzt wird das Oberteil wieder richtig mit den vier zuvor gelösten Schrauben befestigt. Nun folgt die softwareseitige Einrichtung der externen Festplatten. Dieses Kapitel trennen wir bewusst nach den speziellen Funktionen der verschiedenen Gehäuseversionen. Beginnen wollen wir mit dem USB + eSATA Gehäuse. Beide dieser Standards sind „hotswap“-fähig, d.h. die Festplatte kann während des laufenden Betriebs hinzugefügt oder entfernt werden, ohne dass der Computer bzw. das Betriebssystem heruntergefahren werden muss. Neuere Betriebssysteme wie Windows XP oder Windows Vista benötigen deshalb auch keine Treiber. Die Festplatte wird so automatisch erkannt und installiert und ist sofort im Arbeitsplatz zur weiteren Verwendung verfügbar. Wir wollen hierbei nicht auf alle Menüpunkte im Einzelnen eingehen, da die Anleitung gut gegliedert ist und alle Funktionen ausreichen beschreibt. Zu erwähnen wären Funktionen, wie die automatische Zeitabgleichung, der integrierte FTP Server, das Anlegen von verschiedenen Benutzern mit unterschiedlichen Rechten und ein Taskplaner, der es erlaubt das NAS in regelmäßigen Abständen neu zu starten. Lobenswert ist u.a. das Systemprotokoll, welches alle Vorkommnisse protokolliert. Möchte man auf Nummer sicher gehen ist es möglich die aktuelle Konfigurationsdatei des Gehäuses als „.bin“-File herunterzuladen, um sie später wiedereinspielen zu können. Der Revoltec ALU GUARD ist ein wirklich überzeugendes Festplattengehäuse. Mit seinen verschiedenen Ausführungen, ist für jeden Anwender das Richtige dabei. Qualität und Design wurde hierbei groß geschrieben. So ist das äußerst massive Aluminiumgehäuse hervorragend verarbeitet und bietet einen guten Lieferumfang. Lobenswert ist das mitgelieferte Steckernetzteil, welches die vor ein paar Monaten noch eher üblichen klobigen Transformatoren elegant ersetzt. Die Datenraten beider von uns getesteten Varianten waren gut, die Einführung des NAS in das bestehende Windowsnetzwerk funktionierte kinderleicht. Die ALU GUARD Serie ist allein aufgrund ihrer Verarbeitung zu empfehlen. Wer ein gutes, solides Festplattengehäuse im mittleren Preissegment sucht kann hier bedenkenlos zugreifen. Pro
sehr gute Verarbeitung massive Konstruktion Funktionen Lieferumfang Montage LAN-Version: Interface kompaktes Netzteil ausführliche, deutsche Anleitung Contra
- Auf der nächsten Seite befassen wir uns mit dem zweiten Testmuster sowie dem praktischen Test.
Die LAN-Variante weist hingegen vielfältigere Konfigurationsmöglichkeiten auf. Zwar wird die externe Festplatte im USB-Betrieb genau so automatisch erkannt und installiert, doch wollen wir den Blick auf die Ethernetfähigkeit des Gerätes schwenken. Um die Festplatte im Netzwerk betriebsfähig zu machen ist keine weitere Software nötig. Ein simpler Web-Browser genügt. Ist die Festplatte mit Strom versorgt und per Netzwerkkabel an den Rechner oder einen Switch angeschlossen, so steht das Administrationsinterface unter der Adresse “192.168.0.100“ zur Verfügung. Ist die Seite aufgerufen befindet man sich auf der Startseite des Einstellungsbereichs. Während sich das Navigationsmenü an der linken Seite befindet, wird der Inhalt der einzelnen Menüpunkte im großen Hauptfenster rechts ausgegeben. Einen Klick auf den Untermenüpunkt Administration ruft eine Passwortabfrage hervor. Der Standardbenutzername lautet „admin“ das Passwort „root“. Hat man sich erfolgreich angemeldet, offenbaren sich einem alle weiteren Menüpunkte am rechten Rand.
Die Datei stehen nach der Konfiguration als Windowsfreigabe in der Netzwerkumgebung zur Verfügung und können so beispielsweise als Netzlaufwerk eingebunden werden. Ist die FTP- Funktion aktiviert, so besteht die Möglichkeit bei bestehender Internetverbindung von überall aus auf die gespeicherten Daten zuzugreifen.
Zu erwähnen wäre vielleicht noch, dass die Festplatte vor der ersten Inbetriebnahme im FAT32- oder XFS-Format formatiert werden muss. Diese Aufgabe übernimmt allerdings ein integrierter Assistent. Die Festplatte muss zur Verwendung mindestens 10 GB groß sein.

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