Test: JBL Pulse 3

JBL macht die Lavalampe wieder salonfähig

Geschrieben von Robin Cromberg am 16.11.2017.

JBL-Pulse-3-Beitragsbild

JBL wird mit seinen Bluetooth-Speakern zunehmend experimentierfreudig, wie der JBL Pulse 3 eindrucksvoll unter Beweis stellt. Wo wir beim Test zu seinem Vorgänger für den Lavalampen-Vergleich noch recht weit ausholen mussten, sind die Retro-Leuchten bei der aktuellen Version tatsächlich das Erste, was uns durch den Kopf schießt.

Übersicht

Die beliebteste Form für Bluetooth-Lautsprecher ist zweifellos der handliche Zylinder, welcher sich einhändig unterwegs transportieren lässt und idealerweise auch im Flaschenhalter des Rucksacks oder Fahrrad fixiert werden kann. Der JBL Pulse 3 macht uns an dieser Stelle allerdings einen Strich durch die Rechnung, da er zum einen recht breit geraten und zum anderen aufgrund seiner weniger robusten Außenhülle nur bedingt für den Outdoor-Einsatz geeignet scheint. Traditionell steht die Marke Pulse für das teilweise pulsierende Farbenspiel, das von etlichen RGB-LEDs auf der Leuchtfläche des Speakers erzeugt wird.

Technische Daten

Bluetooth-Version4.2
Frequenzbereich65 Hz – 20 kHz
Leistung20 Watt
max. Schalldruckpegel≥80 dB(A)
NFCNein
Akkulaufzeitbis 12 h, 6.000 mAh
ReichweiteN/A
Gewichtca. 960 g
Maße (L x B x H)92 mm x 92 mm x 223 mm
Besonderheitenwasserdicht nach IPX7, JBL Connect
FreisprecheinrichtungJa
KompatibilitätiOS und Android
Preis248,95 Euro

Lieferumfang

  • JBL Pulse 3
  • Ladekabel
  • Adapter für mehrere Steckertypen
  • Bedienungsanleitung

Design & Verarbeitung

Bei der nunmehr dritten Ausführung des beliebten Pulse krempelt JBL das Design des LED-Speakers gehörig um. Bisherige Pulse-Versionen unterschieden sich optisch zunächst nur marginal von den anderen zylinderförmigen Bluetooth-Lautsprechern des Herstellers, wie etwa dem JBL Charge 3 oder dem JBL Flip 4. Denn das optische Alleinstellungsmerkmal, die LED-Beleuchtung, verbarg sich bisweilen unter einem die gesamte Mantelfläche bedeckenden und bei derartigen Speakern üblichen Meshgitter. Dieses Meshgitter entfällt beim JBL Pulse 3 nun vollständig: Am unteren Ende gibt es zwar für Traditionalisten noch eine gitterartig verflochtene Stofffläche, die von der klassischen, seitlich angebrachten Ansammlung von Bedienelementen und dem Ladeanschluss unterbrochen wird, doch darüber bietet sich ein völlig neues Bild.

JBL Pulse 3 Vergleich JBL Pulse 3 Logo

Im direkten Vergleich lassen sich optisch nur noch grobe Gemeinsamkeiten feststellen (links); Die von JBL gewohnte Produktqualität bleibt jedoch auf ähnlich hohem Niveau (rechts)

Den größeren, oberen Teil des JBL Pulse 3 macht der milchig weiße Leuchtkörper aus, welcher auf den ersten Blick aus Glas gefertigt zu sein scheint, hierbei handelt es sich allerdings um harten Kunststoff. Dementsprechend besteht nicht allzu großer Anlass zur Sorge, der Lautsprecher könnte den ersten Überfall von Katze und/oder Kleinkind nicht überleben. Allerdings erscheint das neue Design deutlich weniger robust als die Metallhülle des Vorgängers, gerade Stürze aus größerer Höhe auf harte Oberflächen wie Zementböden oder Fliesen sollten vermieden werden. Wo beim ersten Pulse noch deutlich die Positionen der einzelnen LEDs zu erkennen und Farbübergänge noch etwas stockend waren, laufen etwa Farbwellen schön gleichmäßig und flüssig über die milchige Leuchtfläche. Gerade bei mehrfarbigen Modi wie horizontal oder vertikal verlaufenden Regenbögen ist eine deutliche Weiterentwicklung zu erkennen.

JBL Pulse 3 Bassstrahler JBL Pulse 3 Bedienung

Die Darstellung von Farbverläufen hat sich stark verbessert, allerdings wirkt der Leuchtkörper weniger widerstandsfähig

In Design und Verarbeitungsqualität zeichnet sich die Handschrift JBLs ab, die aus verschiedenem Material gefertigten Komponenten knüpfen ohne Mängel aneinander an und erwecken einen hochwertigen Gesamteindruck. An Ober- und Unterseite schwingen die beiden passiven Bassstrahler in ihren Fassungen, wobei JBL unterseitig auch an Aussparungen gedacht hat, damit der untere Basslautsprecher beim senkrechten Aufstellen nicht zu sehr gedämpft wird. Auch wenn das elegante Gehäuse des JBL Pulse 3 zu schade für den Outdoor-Einsatz ist, kann er gemäß einer IPX7-Zertifizierung zeitweilig untergetaucht werden, beispielsweise unter der Dusche oder sogar im Pool.

Eigenschaften & Klangqualität

Die erwähnten Bedienelemente des Speakers umfassen das Standardpaket Powerbutton samt LED-Ladestatusanzeige, Tasten zur Lautstärkereglung, einen Play/Pause-Button sowie die Taste für Bluetooth-Pairing. Hinzu kommen außerdem ein Direktzugriff auf die Lightshow-Funktionen der LEDs sowie eine Taste zum Aktivieren von JBL Connect+. Letzteres bezeichnet die Funktion, mehrere Connect+ unterstützende Speaker zu koppeln und so Musik von einer Wiedergabequelle in Stereo oder Surround zu spielen. Die gleichnamige JBL Connect App schöpft den vollen Funktionsumfang des Speakers aus und bietet beispielsweise umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten im Menüpunkt Lightshow. Dort stehen sieben Lichteffekte, darunter ein dem Rhythmus folgender Equalizer, sowie ein „Customized“-Modus für eigens erstellte Beleuchtungsmodi zur Auswahl. Änderungen werden in Echtzeit am Speaker vorgenommen und treten augenblicklich in Kraft. Beim JBL Pulse 2 kam ein spezieller Farbsensor am Gerät zum Einsatz, welcher durch Auflegen eine Farbe erkennen und auf die LED-Anzeige projizieren konnte. Dieser Sensor ist am Gehäuse des Nachfolgers nicht zu finden, dafür hat JBL diese Funktion in die App integriert. Der Farbscan mit einem kleinen Fadenkreuz funktioniert – eine ruhige Hand vorausgesetzt – einwandfrei und wirkt deutlich praktischer als die bisherige Variante.

Pulse 3 App Pulse 3 Lichtshow personalisiert

Die App fällt sehr übersichtlich aus und lässt sich ohne Einarbeitungszeit bedienen, Änderungen treten sofort in Kraft (links); Neben den umfangreichen Lichtshow-Effekten lässt sich auch ein eigener Beleuchtungsmodus kreieren (rechts)

Der JBL Pulse 3 kann klassisch per Bluetooth mit einer entsprechenden Wiedergabequelle wie dem Smartphone verbunden werden, eine Verbindung durch Berühren beider Geräte per NFC ist nicht möglich. Unter der wasserdichten Abdeckung befindet sich neben dem Micro-USB-Ladeanschluss außerdem ein Klinkenanschluss, sodass der Speaker per 3,5 mm Aux-Kabel auch mit nicht Bluetooth-fähigen Geräten verbunden werden kann. Mit der JBL Color Sync Funktion lassen sich zwei oder mehrere Pulse 3 nicht nur im Klang, sondern auch farblich aufeinander abstimmen. Diese Funktion kann besonders bei Veranstaltungen für ein stimmiges Ambiente sorgen, wenn mehrere identische Speaker vom Veranstalter aufgestellt werden, das Szenario „bringt alle eure 250-Euro-Speaker mit zur Hausparty“, welches oft von den Beispielfotos der Hersteller vermittelt wird, klingt allerdings eher unwahrscheinlich.

Pulse 3 Lichtshow Farbrad Pulse 3 Farbscan

Die Farbe lässt sich per Farbrad bestimmen, oder mit der Smartphone-Kamera in der Umgebung scannen

Dafür, dass der JBL Pulse 3 die optische Inszenierung zunehmend in den Fokus rückt, steht er den Puristen unter seinen Konkurrenten in nichts nach. Obwohl der eigentliche Lautsprecher durch die Leuchtfläche in den unteren Bereich verdrängt wird, füllt der Klang den Raum sehr gut aus. Dies ist wohl nicht zuletzt den beiden passiven Bassstrahlern an Ober- und Unterseite geschuldet, welche auch für einen knackigen Sound mit klaren Höhen und recht wuchtigen Bässen sorgen. Für das beste Klangerlebnis sollte der Speaker in erhöhter Position aufgestellt werden, etwa auf einer Kommode oder dem Schreibtisch. Freunde jeglicher Musikgenres kommen bei dem ausgewogenen Klangspektrum auf ihre Kosten, ob nun Rap-Titel mit schmetternden Bässen oder klassische Stücke mit seidenen Höhen über die Lautsprecher laufen. Auch kann der Speaker in der Mitte des Raumes platziert werden, da die rundum verlaufenden Lautsprecher trotz dazwischen liegendem Bedienfeld einen gleichbleibenden 360°-Sound erzeugen.

JBL Pulse 3 mit Smartphone

Die Kommunikation zwischen Smartphone und Speaker funktioniert wie geschmiert, Aktionen in der App treten sofort in Kraft und auch ein Equalizer-Modus passt die LED-Beleuchtung relativ präzise an die abgespielte Musik an

Damit die Party nicht plötzlich mangels ausreichender Batterieleistung zum stehen kommt, wird der Pulse 3 von einem 6.000 mAh Akku für bis zu 12 Stunden angetrieben, bei durchgehender Wiedergabe und aktiver Beleuchtung. Bei unseren Messungen in der Redaktion haben wir zudem eine maximale Lautstärke von 87,2 Dezibel messen können, beim Reichweiten-Test wurde die Bluetooth-Wiedergabe auch bei über 30 Metern Entfernung zum verbundenen Smartphone nicht unterbrochen. Der JBL Pulse 3 wird nach nur zwei Sekunden in der Bluetooth-Gerätesuche ausfindig gemacht, die Pairing-Zeit lag mit rund sechs Sekunden noch im erträglichen Bereich.

Testvorgang

– *Maximaler Schalldruckpegel: Der Wert des maximalen Schalldruckpegels wurde nicht im Labor gemessen und ist somit keine exakte Messung. Er soll nur eine grobe Richtung vorgeben, an der man sich orientieren sollte. Die Messungen wurden im Freien mit dem Mini Sound Level Meter durchgeführt.

– Reichweite/ Empfang: Die unten aufgeführten Ergebnisse wurden im Freien durch auf dem Boden abgesteckte Abmessungen und der schrittweisen Entfernung von Smartphone zum Bluetooth Speaker ermittelt. Als Smartphone verwendeten wir das Huawei P10 Pro.

 Suche/ Pairing: Mit dem Begriff der Suche ist die Zeit gemeint, die das Smartphone brauchte um den Bluetooth-Speaker zu finden. Anschließend benötigt das Smartphone Zeit um sich mit dem Bluetooth-Speaker zu verbinden, diesen Vorgang nennt man Pairing. 

Testergebnisse

Lautstärke87,2 dB(A)
Suche~2 s
Pairing~6 s
Reichweite>30 m

Fazit

Zugegeben, ob man das neue Design des JBL Pulse 3 dem des Vorgängers bevorzugt oder andersherum, ist reine Geschmackssache. In der neuen Ausführung rückt der Aspekt der LED-Beleuchtung deutlich präsenter in den Vordergrund, uns hat das bunte Farbenspiel im Stile einer Retro-Lavalampe zugesagt, zumal die Beleuchtungsmodi wieder sehr umfangreich ausfallen und gleichermaßen verzögerungsfrei sowie intuitiv über die App angepasst werden können. Die Klangqualität erfüllt die Erwartungen, welche an einen namhaften Hersteller wie JBL gestellt werden können, zudem scheint der zusammengeschrumpfte Lautsprecherbereich dem Klang nichts abzutun. Der Bluetooth-Lautsprecher ist sehr gut verarbeitet und überlebt auch kurze Tauchgänge oder wenn er einmal mit unter die Dusche genommen wird. Allerdings lässt das vergleichsweise fragil wirkende Kunststoffgehäuse zweifel an der Widerstandsfähigkeit des Pulse 3 aufkommen, auch weil diese Oberfläche eher aus der Hand gleiten könnte, als etwa ein Meshgitter aus Metall. Der Preis des neuen Pulse macht einen ordentlichen Sprung von 200 Euro des Vorgängers auf nunmehr 250 Euro. Dies ließe sich angesichts des Gesamtpakets aus Klang- sowie Produktqualität und dem Funktionsumfang erklären, ein Schnäppchen ist der JBL Pulse 3 damit allerdings nicht.

ProContra
  • durchdachtes Design & gute Verarbeitung…
  • …Leuchtkörper wirkt weniger robust
  • wasserdicht
  • Preis
  • Soundqualität
 
  • praktische & intuitive App
 

 

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Robin Cromberg

Robin Cromberg

… studiert Asienwissenschaften an der Universität Bonn und ist als Redakteur hauptsächlich für das Ressort der Gaming-Peripherie von Allround-PC.com zuständig. Zwischen Roundup-Tests zu neuesten Gaming-Tastaturen und Co. testet er für APC außerdem Smartphones, Notebooks oder Gadgets wie Bluetooth-Speaker.

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