Das Ende des Sockel A? - AMD Athlon XP 3200+
In Overclocker-Kreisen ist AMDs Athlon XP 2500+ besonders beliebt, da er sich oft sehr gut übertakten lässt. Nicht selten lässt sich der FSB auf 200 MHz anheben und so werden Taktraten von 2,2 GHz, was einem 3200+ entspricht, erreicht.
Aber Übertakten hat auch seine Risiken. Wer auf der sicheren Seite sein will aber dennoch nicht auf Geschwindigkeit verzichten kann wird mit dem AMD Athlon XP 3200+ viel Freude haben.
An dieser Stelle möchten wir uns bei AMD Deutschland herzlich für die Bereitstellung der CPU bedanken.
Prozessoren, die Herzen aller Computer werden in zwei Verschiedenen Varianten angeboten, einmal als "boxed" Version, mit Kühlkörper oder aber wie in unserem Fall als "tray". Bei dieser Verpackungsart erwirbt der Kunde lediglich die CPU an sich.
![]() |
| AMD "Barton" 3200+ |
|
|
|
|
links: 2500+ / rechts: 3200+ |
die Unterseite der beiden CPUs |
Bevor wir uns dem eigentlichen Test widmen, wollen wir zunächst die Technik und was dahinter steht etwas näher beleuchten.
Geschwindigkeit = Performance ≠ Taktfrequenz
Seit der Einführung der Athlon XP Serie kennzeichnet AMD die Leistungsfähigkeit eines Prozessors nicht mehr nur durch die Taktfrequenz.
Hierzu haben wir uns AMDs White-Papers zum Athlon XP einmal genauer angesehen und für Sie die wichtigsten Stellen herausgeschrieben:
Definition vom Performance
Prozessor-Performance = (Arbeit pro Taktzyklus) x (Taktfrequenz)
"Die ersten Generationen der PCMikroprozessoren, sowohl von AMD als auch von Intel (also der 8086, -286, -386 und -486), basierten auf der gleichen internen Architektur. Daher leisteten sie eine nahezu identische Arbeitsmenge pro Taktzyklus. Daraus ergab sich, dass die einzige Variable in der Performance-Gleichung die Taktfrequenz war; deshalb war die Taktfrequenz tatsächlich bestimmend für die CPUPerformance."
"Mit Einführung des AMD Athlon™ Prozessors und des Intel Pentium® 4 Prozessors, gingen die Designarchitekturen dieser beiden Hersteller fundamental auseinander. Das unterschiedliche Design resultierte in einer verschiedenen Arbeitsmenge pro Taktzyklus."
Quelle: AMD
AMD hat mit dem Athlon XP die QuantiSpeed-Technologie eingeführt. Eben diese Technologie ist verantwortlich für die höhere Arbeitsleistung pro Takt (IPC = Instructions per Clock Cycle). Kernstück dieser Technologie ist der neunfache, komplett pipelinegestützte, supersklare Prozessor-Kern. Die Pipelinelänge hat massiven Einfluss auf die Leistungsfähigkeit des Prozessor. Lange Pipelines ermöglichen hohe Taktraten, bei einem niedrigen IPC Wert. Kurze Pipelines dagegen verleihen dem Prozessor eine hohe Arbeitsleistung, verhindern aber hohe Taktraten. AMD hat bei der Entwicklung des Athlon XP ein möglichst ausgewogenes Verhältnis angestrebt um sowohl hohe Taktraten, als auch einen hohen IPC-Wert zu realisieren.
Der IPC Wert lässt sich aber auch durch andere Kriterien beeinflussen. Die für den Heimanwender am ehesten erkennbaren wären zum Beispiel der L1- und L2-Cache und der FSB.
Um dem Anwender aber ein klares Bild von der tatsächlichen Performance des Prozessors zu machen, führte AMD das so genannte Performance Rating ein. Die Leistungsfähigkeit des Prozessors wird also nicht mehr in MHz oder GHz gemessen, sondern in Punkten. Um dieses zu kennzeichnen wurde der CPU Bezeichnung hinter der Performance Angabe ein + angehängt.
Wenn man selber das Rating der CPU Berechnen will, muss man verschiedene Dinge beachten. Bei den ersten Athlon XP Modellen von 1500+ bis 2200+, oder auch 1333 MHz bis 1800 MHz, kann man eine der beiden folgenden Formeln verwenden:
Taktfrequenz x 1,5 -500
(Taktfrequenz - 1333) / 66 ) *100 + 1500
| Modell | CPU Takt | Kern | FSB | L2-Cache | Mikron |
| Athlon XP 1500+ | 1333 MHz | Palomino | 133 MHz | 256 KB | 0,18 µm |
| Athlon XP 1600+ | 1400 MHz | Palomino | 133 MHz | 256 KB | 0,18 µm |
| Athlon XP 1700+ | 1466 MHz | Palomino | 133 MHz | 256 KB | 0,18 µm |
| Athlon XP 1800+ | 1533 MHz | Palomino | 133 MHz | 256 KB | 0,18 µm |
| Athlon XP 1900+ | 1600 MHz | Palomino | 133 MHz | 256 KB | 0,18 µm |
| Athlon XP 2000+ | 1666 MHz | Palomino | 133 MHz | 256 KB | 0,18 µm |
| Athlon XP 2100+ | 1733 MHz | Palomino | 133 MHz | 256 KB | 0,18 µm |
| Athlon XP 1600+ | 1400 MHz | Thoroughbred A | 133 MHz | 256 KB | 0,13 µm |
| Athlon XP 1700+ | 1466 MHz | Thoroughbred A | 133 MHz | 256 KB | 0,13 µm |
| Athlon XP 1700+ | 1466 MHz | Thoroughbred B | 133 MHz | 256 KB | 0,13 µm |
| Athlon XP 1800+ | 1533 MHz | Thoroughbred A | 133 MHz | 256 KB | 0,13 µm |
| Athlon XP 1800+ | 1533 MHz | Thoroughbred B | 133 MHz | 256 KB | 0,13 µm |
| Athlon XP 1900+ | 1600 MHz | Thoroughbred A | 133 MHz | 256 KB | 0,13 µm |
| Athlon XP 2000+ | 1666 MHz | Thoroughbred A | 133 MHz | 256 KB | 0,13 µm |
| Athlon XP 2000+ | 1666 MHz | Thoroughbred B | 133 MHz | 256 KB | 0,13 µm |
| Athlon XP 2100+ | 1733 MHz | Thoroughbred A | 133 MHz | 256 KB | 0,13 µm |
| Athlon XP 2200+ | 1800 MHz | Thoroughbred B | 133 MHz | 256 KB | 0,13 µm |
Wie man anhand der Tabelle erkennen kann, erhöht sich das Performance-Rating in 100er Schritten, während der CPU Takt jeweils nur um 66 MHz steigt. Mit der Einführung des Athlon XP 2400+ musste ein neues Rating her, da die Performance Angabe unverhältnismäßig hoch war. Die Formel wurde also wie folgt geändert:
Taktfrequenz x 1,5 -600
(( Taktfrequenz - 2000 ) / 66 ) *100 + 2400
| Modell | CPU Takt | Kern | FSB | L2-Cache | Mikron |
| Athlon XP 2400+ | 2000 MHz | Thoroughbred B | 133 MHz | 256 KB | 0,13 µm |
| Athlon XP 2600+ | 2133 MHz | Thoroughbred B | 133 MHz | 256 KB | 0,13 µm |
Aber auch diese Formel war nicht von Dauer. Die Einführung eines höheren FSB veränderte den IPC Wert des Athlon XP und es musste wieder eine neue Formel her:
(( Taktfrequenz - 2083 ) / 83 ) *100 + 2600
| Modell | CPU Takt | Kern | FSB | L2-Cache | Mikron |
| Athlon XP 2600+ | 2083 MHz | Thoroughbred B | 166 MHz | 256 KB | 0,13 µm |
| Athlon XP 2700+ | 2200 MHz | Thoroughbred B | 166 MHz | 256 KB | 0,13 µm |
| Athlon XP 2800+ | 2266 MHz | Thoroughbred B | 166 MHz | 256 KB | 0,13 µm |
Die Einführung des Barton Cores warf auch diese Formel um. Der Barton ist Vergleich zu seinem Vorgänger, dem T-Bred B, mit einem doppelt so großen L2-Cache ausgestattet und arbeitet zudem noch mit einem anderen FSB- Wert.
| Modell | CPU Takt | Kern | FSB | L2-Cache | Mikron |
| Athlon XP 2500+ | 1833 MHz | Barton | 166 MHz | 512 KB | 0,13 µm |
| Athlon XP 2800+ | 2080 MHz | Barton | 166 MHz | 512 KB | 0,13 µm |
| Athlon XP 3000+ | 2160 MHz | Barton | 166 MHz | 512 KB | 0,13 µm |
| Athlon XP 3200+ | 2200 MHz | Barton | 200 MHz | 512 KB | 0,13 µm |
Sockel A
Die Ära des Sockel A begann im Jahre 2000, der Athlon Classic wurde durch den Athlon Thunderbird abgelöst und der Sockel A ersetzte den Slot A. Seit dieser Zeit hat AMD alle Athlon, XP und Duron Prozessoren, für eben diesen Sockel gefertigt. Dies hat den Vorteil, dass man zum Beispiel ein eingestaubtes AMD Duron 800er System mit einen Athlon XP 1700+ aufrüsten kann, ohne das Mainboard zu wechseln (vorausgesetzt der Chipsatz unterstützt den neuen Prozessor). Natürlich kann man nicht jeden Prozessoren der neusten Generation auf ein altes Board setzen. Dies funktioniert besonders gut in den Übergangsphasen der jeweiligen CPU-Kerne. Diese Ära scheint nun dem Ende entgegen zu streben. Der derzeit schnellste Athlon XP wurde bereits im Mai 2003 vorgestellt. Mit der Vorstellung der 64-Bit Prozessoren "Athlon 64" und "Athlon 64 FX" war klar: Die neuen CPU Generationen brauchen einen neuen Sockel. Aber der Abschied vom Sockel A kommt nicht von heute auf morgen. Der Athlon XP 3200+ wird sicherlich nicht der letzte seines Schlages sein.
Nun wollen wir uns nun aber dem sicherlich interessantesten Teil unseres Tests widmen, den Benchmarks.
Als Testsystem kam jetzt folgendes zum Einsatz:
| CPU |
Athlon XP (Barton) 3200+ (11 x 200 MHz)
Athlon XP (Barton) 3200+ @2500+ (9 x 200 MHz)
Athlon XP (Barton) 2500+ (11 x 166 MHz)
|
| Mainboard |
Abit NF7-S Rev. 2.0
|
| RAM |
2x256 MB TwinMos Winbond CH5 PC400 CL2,5 (DUAL-Channel)
|
| HDD | 80 GB Seagate Barracuda V, 7200rpm, 8MB Cache, S-ATA |
| VGA | Leadtek WinFast A360 TD MyVivo (GeForce FX 5700) |
An dieser Stelle möchten wir uns bei Leadtek für die Bereitstellung der Grafikkarte bedanken.
Installierte Software:
| OS |
Windows XP Pro
|
| Patches |
Service Pack 1a, Direct X 9.0b, MediaPlayer 9.0, Windows MediaEncoder
|
| Benchmarksoftware |
3DMark03, 3DMark2001 SE, PC-Mark 04, Codecreatures Benchmark Pro, UT2003 (HardOCP-Benchmark), SpecViewPerf 7.1.1
|
| Treiber |
NVIDIA Detonator 53.03, NVIDIA nForce 3.13 |
Ein Vergleich zwischen AMD und Intel gestaltet sich sehr schwierig, da die Prozessoren beider Hersteller völlig unterschiedliche Architekturen aufweisen und auch andere Features bieten. Hinzu kommen noch die unterschiedlichen Chipsätze der Mainboards. Es ist daher unmöglich, identische Testumgebungen zu schaffen. Aus diesem Grunde wollen wir in diesem Test den Athlon XP nicht gegen ein Intel System antreten lassen.
3DMark 2001 SE

Bei einer Auflösung von 1024x768 ohne AntiAliasing liegt der 3200+ deutlich vorne. Das Schlusslicht bildet hier der 2500+. Ziemlich genau zwischen den beiden liegt unser mit 1800MHz getakteter Barton. Bei höheren Auflösungen wird der Vorsprung des 3200+ immer kleiner, dies ist jedoch auf die Leistungsfähigkeit der Grafikkarte zurückzuführen.
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben
Druckversion

















