Der Guru kommt - ABIT AI7 Mainboard mit µGuru Technologie im Test

Was vor einem Jahr noch Top aktuell war, ist derzeit Schrottreif. Die Hersteller bringen fast monatlich neue Produkte auf den Markt mit noch mehr Features und Anschlussmöglichkeiten.

Aber auch immer neue Möglichkeiten den Prozessor zu übertakten werden vorgestellt. So konnten wir schon vor geraumer Zeit mit einem QDI Board diese Einstellungen live im Windows vornehmen. Der Mainboardhersteller ABIT hat sich nun auch einige Gedanken zu diesem Thema gemacht und die neue µGuru Technologie vorgestellt. Ein Mainboard mit diesem Feature, das ABIT AI7, haben wir uns einmal genauer angeschaut und die Werte mit einem etwas älteren ABIT IC7 Board verglichen.

Unser Dank geht hierbei an den Hersteller ABIT, welcher uns freundlicherweise das Mainboard zum Test zur Verfügung gestellt hat.


  ABIT IC7 ABIT AI7
Model IC7 AI7
Chipsatz Northbridge i875 i865 PE
Chipsatz Southbridge Intel 82801EB (ICH5) Intel 82801EB (ICH5)
Sockel PGA 478 PGA 478
Unterstützt Pentium 4 Willamette Ja bis 2,0GHz Ja bis 2,0GHz
Unterstützt Pentium 4 Northwood Ja bis 3,4GHz Ja bis 3,4GHz
Unterstützt 800MHz FSB? Ja Ja
Unterstützt Celeron Northwood Ja Ja
Systembus 400MHz / 533MHz / 800MHz 400MHz / 533MHz / 800MHz
Systemspeicher 4 x DDR Dimm-Bänke 4 x DDR Dimm-Bänke
DDR-Ram PC 3200 Support Ja Ja
Max. Speicher 4GB 4GB
Unterstützt Hyperthreading Technologie Ja Ja
Raid onboard Nur S-ATA Nur S-ATA
Slots
  • 1 x AGP (8fach)
  • 5 x PCI
  • 0 x CNR
  • 1 x AGP (8fach)
  • 5 x PCI
  • 0 x CNR
IDE 2 Master Ports für 4 Endgeräte 2 Master Ports für 4 Endgeräte
UDMA 133 Support Nein Nein
USB-Anschlüsse (bereits vorhanden) 4 4
Audio Onboard Ja
( 6-Channel AC97 CODEC)
Ja
( Realtek ALC 658:
1x Line-In, 1x Mirko, 1x digital-in [optisch], 3x Line-Out, 1x digital-out [optisch])
Lan Onboard Nein Ja 100MBit
IDE RAID Nein Nein
USB 2.0 / Firewire

Ja / Ja

Ja / Ja

Serial ATA / Raid Ja / Ja Ja / Ja
sonstiges SoftMenü III SoftMenü III, µGuru Technolohie:
- ABIT EQ
- ABIT OC Guru
- ABIT FlashMenü
- ABIT AudioEQ
- ABIT FanEQ
- ABIT BlackBox
Preis 109,-€ 119,-€

Die Chipsätze im Vergleich

Das ABIT AI7 arbeitet mit dem Intel i865PE Chipsatz (Codename: Springdale). Das ABIT IC7 verwendet hingegen den größeren Bruder, den Intel i875P (Codename: Canterwood).


i875 i865PE
Southbridge ICH 5 ICH 5
FSB QDR 400 / 533 / 800MHz 400 / 533 / 800MHz
PAT Ja Nein
Dual-Channel Ja Ja
HyperThreading Ja Ja
AGP Mode max. 8x 8x
USB 2.0 8 Stk. 8 Stk.
ATA 133 Nein Nein
S-ATA Ja Ja
max. Speicher 4GB 4GB
max. Speicherbandbreite 6,4GB/s 6,4GB/s
CPU Support Celeron, Pentium 4 Celeron, Pentium 4
Sound AC97 6-Kanal AC97 6-Kanal

Der wesentliche Unterschied der beiden Chipsätze ist, dass der i865PE Chipsatz die PAT (Performence Acceleration Technology) nicht unterstützt. Doch was es mit der neuartigen Technologie auf sich hat erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Performance Acceleration Technology

Mit Performence Acceleration Technology, kurz PAT, ist ein neuer Begriff geboren, der bei Dual Channel Boards weiterhin nicht an Wichtigkeit verlieren dürfte. Bevor wir zu der Erklärung des Begriffes selbst schreiten, eine kurze Erläuterung vorweg: Für einen schnellen Speicherzugriff sind nicht nur die Latenzzeiten des Speichermodules selbst von Bedeutung, mindestens ebenso wichtig ist die Northbridge, die die Daten aus den Speicherchips liest und zum Prozessor weiterleitet oder Daten in den Chips ablegt. Bevor allerdings Informationen in den einzelnen Chips gespeichert werden, werden erst Chips ausgewählt, die die Daten speichern sollen. Man spricht von dem so genannten Chipselect. Die Zeit, die der Memory Controller Hub für diese Auswahl benötigt, steigt mit der Zahl der verbauten Speichermodule. Gleichzeitig steigt auch die Latenzzeit für die Auswahl der Speicherchips, man nennt dies Access and Command Decode Latency. Mit Hilfe der DRAM Command Rate wurde schon bei anderen Mainboards 1Takt eingespart und es erfolgte eine schnellere Chipselektion. Es handelte sich um eine Optimierung der Registersettings um einen besseren Zugriff auf die Chips zu gewährleisten. Die Frage ist nur, wie man mit einem ähnlichen Prinzip wie beim DRAM Command Rate doppelt so viele Takte einsparen kann. Da wir bei dem Canterwood jedoch von einem Dual Channel System reden, verdoppelt sich die Anzahl der gesparten Takte auf 2, und man bezeichnet diese Zugriffsoptimierung als Performence Acceleration Technology.
Weiterhin wird der Memory Controller Hub durch PAT mehr belastet, weshalb es bei der Produktion der Chips zu einer Auswahl der Wafer kommt. (Wafer sind die Siliziumscheiben, aus denen später Chips gemacht werden.) Bei dieser Selektion der Chips muss die Canterwood Northbridge in Spe einen Stabilitätstest durchlaufen. Besteht der Chip diesen Test nicht, so wird er zu einer Northbridge für den Springdale Chipsatz verarbeitet.

Der Name Springdale steht für Intels neue Chipsätze für den Massenmarkt, sie müssen beispielsweise auf die beschriebene Performance Acceleration Technology verzichten. Im Allgemeinen sind sich der Canterwood und der Springdale aber ähnlich.

Einen ausführlichen Bericht über den Canterwood Chipsatz finden Sie hier.

Nun wurde genug Theorie behandelt, kommen wir einmal zur Praxis.

Lieferumfang

Im Lieferumfang des ABIT AI7 befinden sich eine ATX Blende, ein S-ATA Kabel für Daten und für Stromversorgung, ein Standard IDE und Floppykabel. Des Weiteren wird eine Slotblende mit 2 USB 2.0 und 2 Firewireports mitgeliefert, wobei ein Firewireport 4- und der andere 6polig ist.
Auch an Handbüchern wurde nicht gespart. Neben den üblichen Handbuch wurden noch zwei weitere Handbücher mit Installationshinweisen und Erklärungen zur neuen µGuru Technologie beigelegt.

Layout

Das ABIT AI7 ähnelt vom Layout dem IC7. Die Stromanschlüsse, IDE Ports und die Pins zum verbinden des Powerknopfes usw. befinden sich am Rand des Boards. Somit müssen z.B. keine dicken IDE Kabel direkt über das Mainboards geführt werden. Zudem verbessert diese Methode die Gehäusedurchlüftung erheblich. Etwas unglücklich hingegen wurde der Floppyport am unteren Rand des Boards angebracht. Somit muss ein langes Kabel bis zum unteren Ende geführt werden, sofern man überhaupt noch ein Diskettenlaufwerk besitzt.


Schräg über der Diagnoseanzeige ist der so genannte µGuru Chip zu finden. Hier einmal die Diagnoseanzeige in Aktion. Mit ihrer Hilfe lassen sich Probleme einfach auslesen. Eine Liste mit den entsprechenden Codes ist im Handbuch zu finden.

 

In der Mitte des Boards befindet sich, wie es auch nicht anders zu erwarten war, die Northbridge, welche mit einem großen bläulichen Kühler gegen Überhitzung geschützt wird. Der Aktivlüfter arbeitet im Betrieb schön leise und fällt daher weniger als störend auf. Direkt darüber findet man den Sockel 478, der für Intel Pentium 4 und Celeron Prozessoren verwendet werden kann. Etwas ungewöhnlich ist die Positionierung des Sockels, dieser sitzt nämlich schräg zwischen der Kühlerhalterung. Dies stellt aber, wie sich im weiteren Testverlauf zeigt, keinerlei Einschränkungen dar.

Damit der User den Dual Channel Betrieb voll ausnutzen kann, wurden die Rambänke, insgesamt 4 an der Zahl, deutlich farblich markiert. Insgesamt können auf den AI7 bis zu 4GB Arbeitsspeicher verbaut werden.

Das AI7 besitzt im Gegensatz zum IC7 einen weißen Pin, welcher einrastet, und somit ein Herausrutschen der Grafikkarte verhindert.

Wieder zu bemängeln beim AI7 sind die Position der zusätzlichen Firewire- und USB 2.0 Ports. Diese können mit Hilfe einer Slotblende angeschlossen und genutzt werden. Diese Ports befinden sich direkt neben 2, der insgesamt 5 vorhandenen PCI Slots. Leider hat ABIT nicht bedacht, dass es auch größere PCI Karten gibt, z.B. eine TV Karte etc.. Hier muss der User nun einen anderen PCI Slot wählen oder das Kabel für die zusätzlichen Anschlüsse extrem quetschen - und das kann nicht im Sinne des Erfinders sein.

Für ausreichend Frischluft kann man mit eigenen Gehäuselüftern sorgen. Diese lassen sich bequem über die bereits 5 vorhandenen 3PIn 12 Volt Stromports anschließen. 2 davon sind jedoch bereits für den Prozessor- und Northbridgekühler reserviert.

Nachdem wir uns die Mainboards nun genau angeschaut haben kommen wir zum praktischen Teil dieses Reviews: den eigentlichen Tests.

Das Testsystem setzt sich folgendermaßen zusammen:


CPU

Intel Pentium 4 2,4GHz C mit HT

RAM

2x TwinMOS 256MB PC3200 CL2,0

Mainboards

ABIT AI7 und ABIT IC7

Grafikkarte

PNY Geforce4 Ti4200 128MB

HDD

Seagate 80GB S-ATA 8MB Cache

Netzteil

Tagan 480 Watt

 

 

 

Das jeweilige Testsystem haben wir dann durch die Benchmarks PCMark04, 3DMark2001 und 3DMark03 sowie ausgewählte Benchmarks aus der SiSoft Sandra 2004 Suite "gejagt". Hinzu kam noch ein Stabilitätstest unter Linux, wobei wir 24 Stunden lang Seti laufen ließen und nebenbei Kernel kompiliert und andere Tätigkeiten vollbracht haben, um mögliche Instabilitäten zu erzwingen. Als Referenz zogen wir hier ein Abit IC7 hinzu.

Stabilität

Da oben bereits die Stabilität angesprochen wurde, haken wir diese hier als erstes ab. Um es kurz zu machen: Alle Boards liefen 100% stabil. Selbst volle Auslastung und gleichzeitiges Multitasking-Working machten den Boards nicht schaffen und trotz voller Auslastung war Surfen / Textverarbeitung und CD-Brennen problemlos möglich.