VIA KT 880 zum Sparpreis: ASRock K7V88 im Test

Nachdem wir zuletzt erstmalig mit dem MSI KT880 Delta ein Mainboard mit VIA's letztem Sockel A Chipsatz KT880 vorgestellt haben, folgt nun der zweite Streich.

Heute schauen wir uns ein Mainboard aus dem Hause ASRock an, welches ebenfalls mit VIAs DualChannel-Chipsatz ausgestattet ist. Es handelt sich um das ASRock K7V88. Im Gegensatz zu MSI setzt der Hersteller ASRock vor allem auf ein sehr preiswertes Produktsortiment, ohne dabei allerdings auf moderne Ausstattung zu verzichten - FSB400 und DDR400 sind in dieser Chipsatzklasse natürlich selbstverständlich. Das vorliegende Mainboards bietet aber auch noch Serial ATA Technologie, 6 Kanal-Sound, DUAL-Channel und LAN onboard. Dabei ist das Board zum Teil für unter 50 Euro im Handel zu finden - das chipsatzgleiche MSI KT880 Delta aus unserem letzten Test kostet um die 75-80 Euro. Ein Grossteil des Preisvorteils erklärt sich durch die eher spartanische Ausstattung mit Zubehör. So fällt der Lieferumfang lange nicht so üppig aus wie beim MSI Konkurrenzprodukt. Was will man zu diesen Preis aber großartig mehr verlangen? Der Käufer hat schließlich selbst die Wahl, ob er einen höheren Betrag für ein deutliches Plus an Ausstattung investieren möchte, oder ob ihm ein Basis-Paket genügt, weil er vielleicht schon selbst einiges an Zubehör besitzt. Wichtiger ist dann z.B. die Frage: Billig = schlecht oder langsam? Das dieses Vorurteil nicht stimmen muss, hat gerade der Hersteller ASRock mit seinen Mainboards in letzter Zeit oft genug bewiesen. Ob man auch beim K7V88 zu einem kleinen Preis wieder eine gute Leistung erwarten darf, soll unser Artikel zeigen.

Für die freundliche Bereitstellung des Test-Produktes bedanken wir uns recht herzlich bei der Firma ASRock..

Im Gegensatz zu unserem Test des MSI KT880 Delta, stand uns diesmal zum direkten Benchmark-Vergleich zweier Dual-Channel fähiger Sockel-A Chipsätze auch ein Mainboard mit NVIDIAs NForce2 Chipsatz zur Verfügung. Für die Bereitstellung dieses Referenzboards (Albatron KX18D Pro II) haben wir der Firma Albatron zu danken.

Ein weiteres Dankeschön geht an die Firma Sapphire, die uns für diesen Test freundlicherweise eine Radeon 9600XT aus der Fireblade Serie zur Verfügung stellte. Viele Leser hatten sich über unsere etwas schwachbrüstige NVIDIA FX5200 Grafikkarte im Testrechner beklagt.

Der Test-Kandidat im Kurzüberblick

Bei der Betrachtung des ASRock K7V88 wollen wir uns zunächst einmal einen kurzen Überblick über die so genannten Kern-Features verschaffen. Nachstehend haben wir die wichtigsten Daten in tabellarischer Form aufgelistet.

Ausstattung


 

ASRock K7V88
Chipsatz

VIA KT880 DUAL Channel / SB 8237

FSB 400
ISA/PCI/CNR/AGP 0/5/0/ AGP8x
DIMMs 4x
P-ATA 133
S-ATA ja , 1,5 Gb/s über VIA Southbridge VT 8237
Firewire nein
USB 2.0 8x gesamt / davon 6 in der ATX Blende
LAN

VIA VT 6103

Audio CMedia 9761A , 6 Kanal

Wie wir sehen, hat ASRock trotz des erstaunlich günstigen Preises nicht an Ausstattung gespart. Vorhanden ist im Prinzip alles, was man aktuell von einer Sockel-A Platine erwarten darf. Lediglich Firewire wurde nicht umgesetzt, was aber verschmerzbar erscheinen mag. Etwas aus dem Rahmen fällt das Vorhandensein von gleich 4 Speicherslots. So lässt sich der Dual-Channel Modus noch mit bis zu 4 GB Arbeitsspeicher bei Verwendung von 4 absolut identischen Speichermodulen verwenden. Die Ausstattung des ASRock K7V88 ist insgesamt betrachtet mehr als ausreichend, vor allem wenn man die Preisklasse von unter 50 Euro im Kopf behält. Die wesentlichen Unterschiede zu teureren Mainboards mit VIAs KT880 werden eher im Layout und der Ausstattung zu suchen sein. Ob auch Performance und Stabilität unter dem Preis leiden müssen, zeigt sich im Test-Einsatz.


Lieferumfang

Der Lieferumfang des ASRock K7V88 fällt sehr spärlich aus. Gerade einmal 1 SATA Kabel, 1x Floppy und 1x IDE -Kabel fanden den Weg in den Verpackungskarton. Dazu gibt es noch das Stromkabel für SATA-fähige Platten, die Treiber-CD, das Handbuch und eine passende Gehäuseblende. Der im ATX-Shield fehlende Game-Port liegt auch nicht als Slotblende bei. Den Lieferumfang können wir eigentlich nur als ausreichend beurteilen.

Layout

Das ASRock K7V88 haben wir im Handel z.T. schon für unter 50 Euro gefunden. Dafür erhält man ein Mainboard mit Dual-Channel Chipsatz und ordentlicher Ausstattung. Betrachten wir uns die Platine einmal näher.

Mit 5 PCI Slots und einem AGP 8x Slot bietet das K7V88 den üblichen Standard. Der AGP-Slot ist mit einem Schiebemechanismus zur Arretierung der Grafikkarte ausgestattet. Leider muss die Grafikkarte zum Speicher-Wechsel ausgebaut werden. ASRock verbaut auf dem K7V88 gleich 4 Speicher-Slots, daher wird es in diesem Platinenbereich sehr eng und die Speicher-Slots rücken sehr nahe an den AGP-Slot heran. Ebenfalls ungünstig ist die Positionierung der Laufwerksanschlüsse. Hier fällt ASRock in alte Design-Sünden zurück, denn das Platinen-Layout wurde weitestgehend vom weit älteren Vorgänger-Modell K7S8X übernommen. Sowohl IDE-Anschlüsse, als auch der Floppy-Anschluss, wurden parallel zu den PCI-Steckplätzen angeordnet. Dabei sind die IDE-Anschlüsse direkt hinter PCI 1+2 platziert; der Floppy-Anschluss liegt in der unteren, rechten Platinenecke hinter PCI 4+5. Wer eventuell noch etwas längere PCI-Karten in diesen Slots betreiben möchte, kann hier schnell mit den Laufwerks-Kabeln ins Gehege kommen. ASRock bietet, wie schon erwähnt, 4 Speicherbänke an. Somit ist ein Speicherausbau bis maximal 4GB möglich bei gleichzeitiger Nutzung des Dual-Channel Modus.

Voraussetzung ist dabei aber die Verwendung von 4 absolut identischen Speicher-Riegeln.

Etwas umständlich an der K7V88 Platine ist der Umstand, dass man bei der Erst-Installation zunächst einmal den FSB der zum Einsatz kommenden CPU auf dem Mainboard vor-jumpern muss ( siehe Bild oben ).Der Netzteil-Anschluss liegt hinter dem ATX-shield sicherlich auch nicht gerade ideal. Das Netzteilkabel muss so umständlich um den CPU-Kühler herumgeführt werden, da es ansonsten genau über dem CPU-Kühler zu liegen käme. Zur zusätzlichen Spannungs-Stabilisierung wurde noch ein 4poliger Zusatzanschluss für das Netzteil integriert. Dieser befindet sich am oberen Platinenrand neben den Speicherslots. Etwas eng sieht es auch im Sockel-Bereich aus. Die passiv gekühlte Northbridge steht sehr nahe, ebenso ein hoher Kondensator. Für die Montage großvolumiger Kühlermodelle ist hier wenig Spielraum vorhanden. Mounting-holes zur Befestigung schraubbarer Kühler sucht man ebenfalls vergeblich. Positiv zu vermerken ist, dass der Bios-Chip in einer gesockelten Variante vorliegt, so dass man im Falle eines missglückten Flash-Vorganges den Bios-Chip separat einschicken bzw. einfach austauschen kann und nicht gleich das ganze Board retournieren muss.

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Für die Überhitzungs-Schutzschaltung sorgt auf dem K7V88 die ASRocks bewährte U-COP Methode. Im Bios lässt sich eine Abschalttemperatur für den Schutz vor CPU-Überhitzung festlegen. Die Northbridge wird durch einen Aluminium-Kühlkörper ausreichend gekühlt - eine aktive Kühlung mittels Lüfter erweist sich als unnötig. Wer unbedingt möchte, kann den Kühlkörper aber auch gegen eine aktive Variante austauschen, da der passive Kühler durch so genannte Steckpins gehalten wird. Auch wenn ASRock das K7V88 geradezu zum Kampfpreis anbietet, hat man dennoch nicht versäumt, sowohl onboard-LAN (10/100 MBit VIA 6103 phy) als auch einen guten 6 Kanal onboard-Sound zu realisieren. Eingesetzt wird hier der CMedia 9761A, der überraschend gut klingt. Dazu kommt natürlich noch SATA IDE mit RAID (RAID 0, RAID 1 und JBOD), welches die 8237er Southbridge von VIA mitbringt.

Im ATX-shield hat ASRock immerhin gleich6 USB Anschlüsse integriert. Zwei weitere Anschlüsse finden sich auf der Platine. Eingespart wurde der Game-Port, auch als Slotblende war er nicht im Lieferumfang zu finden.
Update: Beachtet werden muss zudem eine saubere Verlegung des Netzteilkabels, da der Stromanschluss hierfür sehr ungünstig liegt. Der Einsatz von Kabelbindern ist angebracht.