MSI KT880 Delta - Sockel A mit Dual-Channel-Power von VIA
Gegen Ende der überaus erfolgreichen Ära von Sockel-A Mainboards, ließ VIA es sich nicht nehmen, als reines Prestige-Objekt, nun doch noch einen Dual-Channel Chipsatz für eben diesen aussterbenden Sockel-A auf den Markt zu bringen.
Lange Zeit war dies die Domäne des Erz-Konkurrenten NVidia, dessen scheinbar übermächtige NForce2 Chipsätze das Sockel-A Zeitalter beherrschten. Im Lichte der letzten Sonnenstrahlen, die diese aussterbende Landschaft in ein fahles Dämmerlicht tauchen, betreten ein letztes Mal neue Sockel-A Platinen mit VIAS KT880 Chipsatz den Schauplatz der Geschichte. MSI führt mit dem KT880 Delta eine solche Platine ins Rennen, ob andere Hersteller ihre schon seit langem angekündigten VIA KT880 Mainboards noch folgen lassen? Immerhin hat mittlerweile längst die Wachablösung mit Einführung der Athlon64 Prozessoren und ihrer Chipsätze stattgefunden.
So gibt es denn eigentlich auch nicht wirklich viel Neues beim VIA KT880 Chipsatz. Hervorstechendes und im Prinzip einziges neues Merkmal ist natürlich der integrierte Dual-Channel-Modus, den der Vorgänger KT600 noch nicht bieten konnte.

Für die freundliche Bereitstellung des KT880-Delta bedanken wir uns noch einmal recht herzlich bei der Firma MSI.
Ausstattung
Das MSI KT880 Delta Ausstattungsmerkmale:
- VIA KT880 Chipsatz mit VIA 8237 SB, FSB400 für Athlon XP 3200+ und höher
- DUAL-Channel-DDR-Memory-Controller mit Unterstützung für bis zu 3GB Speicher
- 8 USB 2.0-Ports
- RCA SP/DIF-Out
- 6 Kanal onboard Sound durch VIA VT 1617A Baustein
- AGP 8x
- 10/100 Mbit/s LAN onboard per VT6103L
- 5x PCI
- SATA - Unterstützung
Lieferumfang
Der Lieferumfang des MSI KT880 Delta fällt recht generös aus.
- Treiber CD und Diskette zur Einrichtung eines RAID-Systems
- Handbuch (englisch/deutsch)
- 1 Floppy + 1 IDE Kabel jeweils gerundete Version
- Passende Gehäuseblende
- 1 x SATA Anschlußkabel + Stromversorgungsadapter
- Slotblech mit Diagnose-LED's und 2 x USB
Das mitgelieferte Diagnose-Slotblech gibt während des Boot-Vorganges eine Zeichenfolge über 4 LED's aus. Diese beinhalten Fehler-Codes bei fehlerhaften Bootvorgang ( z.B. wenn Speicher nicht erkannt wird, oder defekt ist ). Leider konnten wir weder im Handbuch, noch im sonstigen Lieferumfang irgendeine Entschlüsselungs-Tabelle für die Bedeutung der Fehler-Codes finden. Hier sollte sich der Anwender zunächst auf der MSI-Homepage schlau machen. Das Handbuch selbst ist zwar relativ kurz abgefasst, aber verständlich bebildert.
Testkonfiguration 1
| Mainboard |
MSI KT880 Delta (VIA KT880 /SB 8237 ) / als Vergleichs-Board : QDI K7V600-6AL ( VIA KT600 / SB 8237 ) |
| CPU | AMD Athlon XP 2500+ (Barton Core) für FSB400 @XP3200+ mit 11x200 MHz |
| VGA | PNY Verto Geforce FX5200 Ultra |
| RAM | 2x 256 MB Kingston DDR 400 CL2,5 |
| Tower | no name |
| Betriebssystem | Windows XP Pro |
Layout / Installation
Bei einer raschen Rundschau über das Mainboard bemerkt man schnell, dass MSI das KT880 recht ordentlich ausgestattet hat, allerdings ohne dabei echte Highlights zu setzen. Man könnte sagen, dass die Ausstattung gemessen am Preis jedoch mehr als gut geraten ist. Mit den klassischen 5 PCI-Slots und einem AGP8x-Slot bietet das Board klassenüblichen Standard. Einer dieser PCI-Slots ist in auffälligem rot-orange eingefärbt - er dient als sogenannter Kommunikations-Slot und kann MSI spezifische PCI-Karten mit WLAN oder Bluetooth-Funktionen aufnehmen. Natürlich kann er aber auch mit ganz normalen, herkömmlichen PCI-Karten bestückt werden. Auf dem Board wurde ein 6 Kanal-Soundbaustein aus der VIA Vinyl-Reihe verlötet. Es handelt sich um den VIA VT1617A, der zwar keinen überragenden, aber immerhin passablen Sound abliefert.
Über die Anordnung der Laufwerksanschlüsse mag man geteilter Meinung sein. Während sich der Floppy-Anschluss in günstiger Position hinter den Speicherslots befindet, vermag die Anordnung der IDE-Ports nicht ungeteilte Begeisterung auszulösen. Sie liegen parallel hinter PCI 4+5 unterhalb der VIA 8237 Southbridge. Wer in die entsprechenden Slots langbauende PCI-Karten verfrachten will, dem können dann die Laufwerkskabel schon ins Gehege kommen. In diesem Bereich ( siehe Foto oben ) finden sich auch 2 USB-Ports, sowie in unmittelbarer Nachbarschaft zur SB die SATA-Anschlüsse, welche direkt durch die SB 8237 generiert werden. Ein zusätzlicher RAID-Controller befindet sich allerdings nicht auf der Platine. Ganz unten rechts ist die Anschluss-Leiste für die Gehäusestecker zu sehen. Die Anschlüsse sind farbig codiert und natürlich noch zusätzlich gut lesbar beschriftet, was es auch ungeübten Anwendern sehr erleichtert, die richtigen Anschlüsse zu verbinden.
Die Speicherbänke sind farbig codiert, allerdings nicht auf den ersten Blick in logischer Form. Der VIA KT880 bietet ja Dual-Channel-Modus, wenn man mindestens 2 Speicherriegel einsetzt. Unglücklicherweise würde nun manch Anwender denken: "Prima! Da ist alles farblich codiert - also müssen die meine beiden Speichermodule in die grün eingefärbten Speicher-Slots!" Und - puff! - schon hat man Leistung verschenkt! Denn um den leistungsstärkeren Dual-Channel-Modus nutzen zu können, müssen zwingend DIMM 1+3 belegt werden. Und das sind eben ein lila und ein grüner Slot! Fairer Weise soll aber nicht unerwähnt bleiben, dass dies im Handbuch genau beschrieben ist. Dieser Hinweis in der Ausführlichkeit also nur für die Ungeduldigen unter unseren Lesern, die meinen, sich ein Studium des Handbuchs ersparen zu können.
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