MSI KT880 Delta - Sockel A mit Dual-Channel-Power von VIA
Beim Bios-Chip handelt es sich um einen gesockelten Chip. Das ist die Endkunden-freundliche Variante ( im Gegensatz zum verlöteten Bios-Chip ). Bei gesockelten Bios-Chips reicht es mitunter, beim Hersteller einfach einen neuen Chip zu ordern, den man ggf. bequem selbst austauschen kann, wenn bei Eingriffen ins Bios mal etwas übertrieben wurde und das Board nicht mehr korrekt booten will. Betrachtet man sich die Umgebung des AGP-Steckplatzes fällt ein weiteres, positives Detail auf : Wir haben endlich mal wieder ein Mainboard vor uns liegen, bei dem man auch bei eingebauter Grafikkarte Speicherriegel austauschen kann ! Nun haben wir gerade ein Design-Detail gelobt, da finden wir doch in einem nicht unwesentlichen Punkt etwas zu meckern : Der CLEAR-CMOS Jumper hätte wirklich günstiger platziert sein können - z.B. in der Nähe der CMOS-Batterie, wo man ihn üblicherweise immer findet. Nein, MSI setzt ihn ganz unten auf die linke Ecke der Platine. Hat man PCI 5 bestückt, ist es nahezu unmöglich an den Jumper heranzukommen. Hier heißt es, erst Karte ausbauen, dann jumpern. Das ist nicht nur unbequem, sondern fast schon ärgerlich. Rein psychologisch gesehen befindet sich der Anwender eh schon in einer etwas "brummeligen" Verfassung, wenn er in eine Situation gerät, die ihn zwingt vom CLEAR-CMOS Jumper Gebrauch zu machen. Wenn er in dieser angespannten Situation auch noch lange den Jumper suchen muss und gegebenenfalls auch noch weitere Hardware ausbauen muss, nur um an diesen verflixten Jumper zu gelangen - tja dann steigt der Adrenalin-Spiegel in gar wundersame Höhen...
Im Umfeld des CPU-Sockels kann das Layout wieder besser gefallen. Zwar fehlen die immer noch beliebten mounting-holes, ansonsten ist aber ausreichend Platz für die Montage handelsüblicher CPU-Kühler vorhanden. Die ganz dicken "Kühler-Brocken" wird man aber sicher nicht installieren können, dafür wird's dann doch etwas zu eng. Der Netzteilanschluss liegt ebenfalls günstig hinter den Speicher-Slots, so dass das NT-Kabel gut weggebunden werden kann und den Luftstrom des CPU-Kühlers nicht beeinträchtigt. Zusätzlich gibt es noch einen 4Pin 12 V Anschluß, der für eine weitere Stabilisierung des Spannungshaushaltes sorgt. Die Northbridge des VIA KT880 Chipsatze wird durch einen silberfarbenen Kühlkörper gebändigt. Dies sorgt für Ruhe im System und erweist sich in der Betriebspraxis als vollkommen ausreichend. Auf der Platine selbst finden sich insgesamt 3 Lüfteranschlüsse ( für CPU / Northbridge / Gehäuse ). Über den aufgelöteten MSI CoreCell-Chip ist zudem eine Lüftersteuerung möglich.
Auf der Gehäuseblende finden wir Anschlüsse für Tastatur/Maus ( PS/2 ), 1x seriell, 1x parallel, 4x USB 2.0, LAN und Audio-Buchsen + 1 x Digital SPDIF.
Die Installation des MSI KT880 Delta verlief unkompliziert und ohne Auffälligkeiten. Das Handbuch ist zwar knapp gehalten, aber gut bebildert und mit deutschsprachigem Teil. Die schon erwähnte, farbige Codierung der ATX-Anschlußleiste ist gerade etwas unerfahrenen Usern sicher eine Hilfe.
Stabilität
Im Test- und Arbeitsbetrieb zeigte sich ein überwiegend gutes Bild. Im synchronen Modus von CPU und Speicher bei 400 MHz war die Platine absolut stabil zu betreiben und machte auch im weiteren Testbetrieb keine "Mätzchen".
Bios/Overclocking
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In diesem Bereich zeigen sich Licht und Schatten. Zwar bietet MSI mittels des verbauten Core-Cell Bausteins eine Übertaktungs-Automatik und einiges an Optionen zum Übertakten der Platine, jedoch muten einige Optionen im Bios zu verspielt an. Hier wären "nüchternere, sachlichere" Um-/Beschreibungen der entsprechenden Bios-Optionen wünschenswert gewesen. Insbesondere die Umschreibungen zur Einstellung der allgemeinen Systemperformance, mit Unterteilungen in militärische Ränge a'la Private, Commander, Captain etc., mag auf jugendliche Anwender zwar "cool" wirken, wird dem etwas reiferen und seriöseren Anwender aber sicher eher suspekt vorkommen. Da ganz allgemein auch ziemlich unklar bleibt, was die Anwahl der einzelnen Optionen eigentlich genau verändert. Im Prinzip handelt es sich jedoch lediglich um schrittweise, prozentuale Anhebungen des FSB.
Was bietet das Bios generell ? Hierzu eine kurze Auflistung der wichtigsten Features :
- FSB stufenlos bis 280 MHz
- Speichertuning Manuell mit sämtlichen Parametern, sowie Automatiken a'la AUTO / TURBO / ULTRA
- CPU-Multiplikator einstellbar
- AGP-Spannung einstellbar
- CPU-Spannung einstellbar ( bei uns ausgegraut / über CoreCell )
- Dynamic Overclocking ( allgemeine Systemperformance )
- PCI/AGP-Taktung nicht fixierbar
Im Prinzip bietet das Bios also eigentlich alles, was der Normal-User benötigt und noch einiges mehr. Dennoch waren wir in Sachen Übertaktbarkeit nicht restlos begeistert - mit unserem Kingston-Value Speicher erreichten wir lediglich einen FSB von 209 MHz, bei dem das System dann auch noch stabil lief. Mit ausgewiesenem OC-Speichersorten kommt man aber sicherlich in noch höhere Regionen. Kommen wir nun zu unseren Benchmark-Ergebnissen.
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