2x Sockel 939 Mainboards im Test: Abit AV8 vs. Asrock K8Upgrade


Das Abit AV8-3rd eye : Sockel 939 mit voller Fahrt voraus!

Wie eben bereits erwähnt, betreten wir mit der Begutachtung des Abit AV8-3rd eye andere Ausstattungs-, aber auch Preis-Regionen. Abit schickt ein wahres "Rasse-Pferd" ins Testfeld - wer Leistung pur und Ausstattung satt sucht, der ist hier in seinem Element. Das AV8-3rd eye kommt mit dem VIA K8T800 Pro Chipsatz daher und ist mit Onboard-Komponenten reichlich bestückt. Schauen wir uns dieses Stück Hardware einmal näher an..

 

Layout

Das ABIT AV8 kommt nahezu mit einer Voll-Ausstattung zum Käufer. Im Handel findet man diese Platine für ca. 115 Euro.

Bei einer Platine dieser Preisklasse und aus dem Hause "Abit" darf man erfahrungsgemäß durchaus schon einmal höhere Erwartungen stellen. Der Hersteller Abit ist für seine enge Zusammenarbeit mit der Chipsatz-Schmiede VIA bekannt und so wird es sicher niemanden wirklich wundern, dass man sich auch bei der Ausstattung mit VIA-Chips verköstigt hat. Farblich setzt man auf Vertrautes : Die Platine kommt im altbekannten Braun-orange. Geschmackssache ist sicher die weitere farbliche Gestaltung. Ein hellblauer Passiv-Kühlkörper auf der Chipsatz-Northbridge wetteifert in der Farbpracht mit jeweils 2 dunkelblauen bzw. lilafarben Speicherslots und dunkelgrünen IDE-Ports. Nun ja, wie gesagt lässt sich über Geschmack nicht streiten und das farbliche Design ist auch eines der unwichtigsten Kriterien bei einem Mainboard-Test. So seien diese "Niedlichkeiten" auch nur am Rande erwähnt. Schauen wir einmal, wie Abit bei den wichtigen Details an die Sache herangegangen ist.

Mit 5 PCI Slots bietet das AV8-3rd eye klassenüblichen und völlig ausreichenden Standard. Auf einen A/CNR-Slot, für den es kaum Erweiterungskarten gibt und der deshalb zu 99% ungenutzt bleibt, hat man Gott sei Dank verzichtet. Hinter dem ersten und zweiten PCI-Slot erkennt man zwei weitere USB-Anschlüsse, die blau eingefärbt sind. Der Speicherausbau ist bis auf 4 GB möglich. Es stehen 4 Speicher-Slots zur Verfügung, die zur Kennzeichnung des Dual-Channel-Betriebes entsprechend farblich gekennzeichnet sind. Beim Einsetzen bzw. Demontage des CPU-Kühlers sollte man vorsichtig zu Werke gehen - zumal dann, wenn ein Kühler-Modell mit 3-Punkt-Halterung zum Einsatz kommt. Einige kleine Kondensatoren hat Abit leider sehr nahe am Retention-Modul platziert, so dass es hier reichlich eng wird.

Die IDE 1+2 Laufwerksanschlüsse sind gut positioniert und um 90° nach hinten gekippt, so dass eine angenehme Kabelführung möglich ist. Ideal wäre allerdings der Platz hinter den Speicherbänken gewesen. Dorthin hat Abit dann den Floppy-Anschluss gesetzt. Nun gut - anders herum hätte es etwas mehr Logik ergeben und wäre etwas ökonomischer gewesen. Wo wir schon bei kleinen Design-Sünden sind: auch die beiden Netzteilanschlüsse hätte gern etwas günstiger liegen dürfen. Direkt hinter den Parallelport verfrachtet, erschweren sie die Kabelführung rund um den CPU-Lüfter nämlich doch schon entscheidend. Das wäre auch besser möglich gewesen. Des Weiteren sind die bereits weiter oben erwähnten, zusätzlichen USB-Anschlüsse direkt hinter PCI 1 und 2 auch nicht wirklich glücklich angeordnet. Wer sie nutzen möchte und gleichzeitig den PCI Slot 2 bestückt hat, wird auch hier einige Verrenkungen vollführen müssen, um eine optimale Kabelanordnung realisieren zu können. Den gleichen Umstand müssten wir an dieser Stelle fairer Weise auch beim Asrock K8Upgrade bemängeln, wo man ähnlich sorglos drauf los designed hat. Und noch ein Punkt - zwar verwöhnt Abit den User mit reichlich Anschluss-Möglichkeiten für Lüfter (nämlich insgesamt 4), warum man aber gleich 2 davon direkt nebeneinander in die linke unteren Ecke (unterhalb PCI 5) geschoben hat, bleibt fraglich. Anwender, die PCI 5 bestücken, dürften große Schwierigkeiten haben, die dortigen Lüfteranschlüsse zu erreichen. Eine etwas sinnigere Verteilung der Lüfteranschlüsse auf der Platinenfläche wäre hilfreicher gewesen. Wesentlich besser hat man in der rechten unteren Hälfte des AV8-3rd eye gearbeitet. Hier findet man neben dem FireWire-Chip mit 2 roten IEEE 1394 Anschlüssen auch noch die Bios-Batterie und den gut erreichbaren, gelben CLEAR-CMOS Jumper. Der Firewire Chip stammt aus dem Hause VIA (VT 6307) und bietet Bandbreiten bis zu 400 Mbps. Allerdings belastet er auch den PCI-Bus. Ebenso wie übrigens auch der Gigabit-LAN Chip Cicada (ebenfalls von VIA) über den PCI-Bus angebunden ist. Der Bios-Chip (Award Bios) ist gesockelt, was den Austausch im Notfall erleichtert. Ins Auge sticht die gut leserliche Post Code LED Anzeige, die den Anwender schon während des Bootvorgangs über etwaige Fehler informiert. Daneben liegen 2 SATA-Anschlüsse, die direkt über die SB 8237 generiert werden -leider sind es eben nur 2 SATA-Anschlüsse. Darunter etwas versetzt befindet sich der mittlerweile "altbekannte" µGuru-Chip, über den sich Overclocking u.a. auch über die Windows-Oberfläche betreiben lässt. Noch weiter unten am Platinenrand sieht man die Anschlussleiste für die Gehäusekomponenten/-stecker. Leider ist diese Anschluss-Leiste nicht farblich codiert, wie man es heute auf fast allen Mainboards antrifft. Zum Anschließen sollte man daher genau auf die Angaben im Handbuch achten, da auch die Platinenbeschriftung nicht gerade durch augenfreundliche Buchstabengröße besticht. Ganz recht unten schließlich noch eine kleine Anschlussleiste, die es in sich hat : hier wird die so genannte µ-Guru-Clock angeschlossen. Ein Zubehörteil welches auf den ersten Blick wie ein Wecker aussieht.

Allerdings hat es dieses kleine Teil faustdick hinter den Ohren, denn es dient als Display für das gesamte Hardware- und OC-Monitoring. Hier kann man sich nicht nur Lüfterdrehzahlen und Systemtemperaturen anzeigen lassen, sondern auch OC-relevante Parameter wie Spannungen und Frequenzen von Speicher, CPU, AGP- und PCI-Bus. Damit diese "Steuereinheit" auch funktioniert ist es allerdings nötig, zuvor die µ-Guru-Software von der beiliegenden Treiber-CD zu installieren.

Im oberen Bereich der Platine fällt noch auf, dass der blau eloxierte Aluminium-Kühlkörper auf der Northbridge mit so genannten Push-Pins gehalten wird. Diese leise Lösung kann man nur begrüßen - ganz hart Gesottene Styler können diesen Passivkühler aber auch leicht abnehmen und einen kleinen Northbrige-Lüfter montieren. Der notwendige FAN-Anschluss liegt ganz in der Nähe.

Im ATX-Shield finden wir reichlich Anschlüsse: Maus/ Tastatur, 1x COM, 1x Parallel, 4x USB , LAN , Firewire, analoge Soundanschlüsse, sowie S/PDIF in/out. Der verbaute Realtek ALC 658 Soundchip bietet ordentlichen 6-Kanal-Sound und kann bei nicht gerade übersteigerten Ansprüchen den Kauf einer Soundkarte ersparen.

Abits µ-Guru-Chip

Schon seit einiger Zeit lötet Abit einen ganz besonderen Chip auf seine Mainboards - den so genannten µ-Guru-Chip. Dieser Chip ist sozusagen eine eigene Schaltzentrale für das Mainboard mittels derer die Hardware-Überwachung, Übertaktung und sogar Bios-Updates bequem über die Windows-Oberfläche möglich werden. Zur Übertaktung des Systems bietet der µ-Guru Chip vier vordefinierte Profile wie : Cool, Quiet, Normal und Turbo ). Dazu kann der Anwender noch drei weitere Profile nach seinem eigenen Ermessen individuell konfigurieren und abspeichern. Überhaupt ist die Möglichkeit der Profil-Abspeicherung das, was den µ-Guru Chip wirklich nützlich macht. Über die mitgelieferte Software lassen in jeder Konfiguration die Lüfter steuern, Spannungen und Frequenzen anpassen und entsprechend abspeichern.

ABIT OC Guru
Neben der altbekannten Methode, den Prozessor im BIOS zu übertakten, hat sich ABIT etwas besonders ausgedacht. Mit Hilfe der neuen µGuru Technologie und dem beigelegten Tool "OC-Guru", lässt sich der Prozessor bequem im Windows "live" übertakten. Des Weiteren ist es auch möglich die Spannungen von Prozessor, AGP Port und Arbeitsspeicher zu erhöhen.

ABIT EQ
Hier lassen sich die Temperaturen und die Umdrehungsgeschwindigkeiten der Lüfter über einen längeren Zeitraum hinweg beobachten und grafisch darstellen. Ebenfalls lassen sich auch Einstellungen an der Soundkarte vornehmen.

ABIT Flash Menu
Hier kann man sein Bios via Liveupdate im Windows aktualisieren, ohne dabei den mühevollen Umweg über eine Bootdiskette etc. gehen zu müssen.

ABIT Black Box
Zu guter letzt kann man hier anderen PC Usern seine Erfahrungen u.a. in Sachen Overclocking preis geben. Ebenfalls erfährt man mit diesem Tool etwas mehr über seinen PC, sofern man sich mit diesem Thema noch nicht so beschäftigt hat.

Mit dem Lieferumfang kann man mehr als zufrieden sein. Im Karton findet sich folgendes :

  • Treiber- und Software CD nebst Diskette für SATA-RAID Installation

  • diverse Handbücher

  • 2x SATA-Kabel

  • 1x ATA 133 Kabel ( allerdings nur die normale Flachband-Ausführung )

  • 1x Floppy-Kabel

  • 1x USB 2.0 und Firewire Slotblech

  • µGuru-Clock nebst Anschluss-Blende und Verkabelung

Schade ist lediglich, dass Abit nur ein ATA133 Kabel und das auch nur in der normalen Flachband-Ausführung beigelegt hat. Früher gab es hier auch schon einmal Rundkabel zu entdecken..

Betriebsalltag / Stabilität

Das Abit AV8 konnte im allgemeinen Betriebsalltag durch hohe Stabilität glänzen. Auch beim Overclocking erwies sich die Unterstützung durch den µ-Guru-Chip + Software als hilfreich und stabilisierend. Das Abit AV8 unterstützt laut Spezifikation AMD's Cool&Quiet Modus. Ob dies auch stimmt, haben wir in der Praxis überprüft und konnten erfreut feststellen, dass dies tatsächlich der Fall ist. Bezüglich der weiteren Stabilität konnten wir während unseres Testzeitraums nicht klagen. Das Board absolvierte unseren Benchmark-Parcour bravourös ohne Abstürze, Hänger oder Ruckeln. Auch im normalen Betriebsalltag gab es keinerlei Auffälligkeiten.


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