ASRock 775Dual-880Pro der "Allrounder" im Test

Nachdem wir bereits das ASRock 775 Dual 915GL in diesem Review vorgestellt und getestet haben, hat der Mainboardhersteller eine neue Version auf den Markt gebracht.

Es handelt sich dabei um das Modell 775 Dual 880 Pro, das diesmal nicht mit einem Intel Chipsatz ausstattet ist, sondern über einen VIA PT880 Pro Chipsatz verfügt. Zudem wurde das Board nicht nach dem Micro-ATX Standard gefertigt, sondern weist die üblichen Desktop-Board-Maße (305mm x 244mm) auf.

Lieferumfang

Im Lieferumfang ist alles Nötige vorhanden, um das Mainboard direkt einzubauen und im System verwenden zu können. Der Hersteller fällt in diesem Fall nicht als besonders großzügig in Sachen Lieferumfang auf. Bedenkt man jedoch den Preis des Mainboards von derzeit ca. 50 Euro, wird schnell klar, dass bei so einem Preis nicht noch ein großes Paket an Zubehör im Mainboardkarton zu finden ist.

  • 1x Handbuch

  • 1x Treiber CD mit Pentium 4 Installationsvideo

  • 1x SATA Datenkabel

  • 1x SATA Stromkabel

  • 1x IDE Flachbandkabel

  • 1x Floppykabel

  • 1x ATX-Blende

 

Chipsatz

Bevor ich zum Layout des Mainboards komme, erst einmal einige Worte zum Chipsatz.

(Quelle: Viatech.com)

Der Hersteller ASRock setzt bei dem 775 Dual 880Pro auf den VIA PT 880er Pro Chipsatz. Dieser ist auf Intel-Mainboards eher selten anzutreffen, da in diesem Bereich die Intel Chipsätze i915 - i955x den Markt dominieren. Doch sieht man sich die Daten den PT880 Pro etwas genauer an, so wird deutlich, dass dieser Chipsatz einiges an Features zu bieten hat.
So werden DDR als auch DDR II Module unterstützt. Die zwei verschieden Varianten von Arbeitsspeicher können natürlich nicht zusammen arbeiten, jedoch hat der User die Qual der Wahl sich zwischen DDR oder DDR II Speicher, der in der Vergangenheit zum Teil günstiger zu haben ist als der herkömmliche DDR Speicher, zu entscheiden. Auch kommt der PT880Pro mühelos mit einem AGP- und PCI-Express-Port zurecht. So sind auf dem ASRock Mainboard beide Ports anzutreffen. Es ist somit möglich eine AGP- und eine PCI-Express-Grafikkarte gleichzeitig in einem System zu betreiben.
Der PCI-Express Port ist jedoch nur über 4 Lanes angebunden.
Mainboards in Verbindung mit diesem Chipsatz unterstützen Intel Celeron, als auch Intel Pentium 4 und Pentium D Prozessoren. Sogar Extreme Edition CPUs mit einem FSB von 1066MHz sind kein Problem.

Details im Überblick


i945G i945P i955X PT880 Pro

Southbridge

ICH 7/R ICH 7/R ICH 7/R VIA 8237R

FSB (QDR)

533 / 800 / 1066MHz 533 / 800 / 1066MHz 800 / 1066MHz 533/ 800 / 1066MHz

Sockel

775 775 775 775

Dual-Channel

Ja Ja Ja Ja

HyperThreading

Ja Ja Ja Ja

AGP Mode max.

- - - AGP 8x

USB 2.0

8 Stk. 8 Stk. 8 Stk. 8 Stk.

ATA 133

Nein Nein Nein Ja

S-ATA I

Ja (4) Ja (4) Ja (4) Ja (4)

S-ATA II

Ja (4) Ja (4) Ja (4) Nein

ECC Speicher

Nein Nein Ja Nein

max. Speicher

4GB 4GB 8GB 4GB

unterstützter Speicher

DDR II bis 667 DDR II bis 667 DDR II bis 667 DDR 266/333/400
DDR II 400/533/667

PCI Express

Ja Ja Ja Ja
(VIA Universal Graphics Interface)

VGA onboard

Ja, Intel GMA 950 (400MHz) Nein Nein Nein

Firewire

Nein Nein Nein Nein

Audio

AC'97 AC'97 AC'97 VIA Vinyl 6 channel AC'97
or Gold 8-channel



(Quelle: intel.de)

Wie man anhand der Bezeichnung "Dual-Core" schon vermuten kann, besitzt der Pentium D 830 zwei Prescott Kerne. Zusammen bezeichnet dies Intel als den Smithfield Core. Jeder der beiden Kerne besitzt 1MB L2 Cache. Über die Hyper-Threading-Technologie verfügt jedoch nur der Pentium 4 630. Der Pentium D 830 besitzt diese Technik nicht. Dies ist u.a. auch ein Unterscheidungsmerkmal zwischen Pentium D und Pentium XE (ExtremeEdition) Prozessoren.
Den Vorteil, den aktuelle Dual-Core Prozessoren bieten, liegt in der Bearbeitung von Aufgaben in einem System. So kann eine herkömmliche CPU nur eine Aufgabe nach einander erledigen. Ein Dual-Core Prozessor hingegen kann jeweils eine Aufgabe pro Kern, d.h. zwei Aufgaben gleichzeitig bearbeiten. Dies soll den Systemablauf deutlich beschleunigen. Die von Intel eingeführte Hyper-Threading-Technologie hat bei Single-Core CPUs einen zusätzlichen virtuellen Prozessor geschaffen. Dabei werden ebenfalls zwei Aufgaben gleichzeitig bearbeitet. Die zuerst angelaufene Aufgabe hatte aber die höchste Priorität. Die zweite Aufgabe wurde dann nur in den nicht ausgelasteten Bereichen der CPU berechnet.

Technische Details im Überblick:


Model

ASRock 775 Dual 880Pro

Chipsatz Northbridge

VIA PT 880 Pro

Chipsatz Southbridge

VIA 8237R

Sockel

LGA 775

Unterstützt Pentium 4 Willamette

Nein

Unterstützt Pentium 4 Northwood

Nein

Unterstützt 1066MHz FSB

Ja

Unterstützt Prescott ?

Ja nur Sockel 775

Systembus

533 / 800MHz / 1066MHz

Systemspeicher

4 x DDR Dimm-Bänke (2x für DDR und 2x für DDR II Module)

DDR-Ram 2 533 / 667

Ja / Ja

Max. Speicher

4GB

Unterstützt Hyperthreading Technologie

Ja

Raid onboard

Nur S-ATA
(Raid 0/1)

Slots

  • 1 x PCI-E (16x)
  • 1 x AGP
  • 0 x PCI-E (1x)
  • 4 x PCI
  • 0 x CNR

IDE

2 Master Port für 4 Endgeräte

UDMA 133 Support

Ja

USB-Anschlüsse (bereits vorhanden)

4

Audio Onboard

Realtek ALC850 8 channel AC'97

Lan Onboard

Ja 1x 10/100MBit

IDE RAID

Nein

USB 2.0 / Firewire

Ja / Nein

S-ATA 2 Support

Nein

sonstiges

VIA Dual GFX Express; DDR +DDR II Support; CPU Frequency Stepless Control; ASRock U-COP; Boot Failure Guard

Preis

ca. 59,-€

Layout

Das ASRock 775 Dual 880 Pro präsentiert sich in einem farbenfrohen Design. Die Platine wurde komplett in blau gehalten. Die DDR- und DDR II Rambänke wurden ebenfalls farblich unterschieden.
Aktuelle Sockel 775 Prozessoren von Intel können mit dem neuen Mainboard zusammenarbeiten. Dabei werden die Lowcost CPUs wie zum Beispiel der Celeron, als auch High-End Prozessoren, wie z.B. der neuste Pentium D oder auch Pentium D ExtremeEdition unterstützt. Die Bandbreite vom Forntsidebus reicht somit von 533 bis 1066MHz.
Wer bereits ein Sockel 775 System zusammengebaut hat, der weiß, dass nicht mehr die CPU die Pins besitzt, sondern der Sockel. Somit muss mit besonderer Vorsicht beim Einbau der CPU vorgegangen werden. Aus diesem Grund ist auf der Mainboard CD ein Video zu finden, in dem bildlich und ausführlich geklärt wird (leider nur in englischer Sprache), wie man die CPU am besten auf dem neuen Sockel fixiert.
Der Sockel ist auch im oberen Teil des Mainboards zu finden. Rundherum wurden diverse Kondensatoren platziert, die aber bei der Installation des Kühlers nicht weiter hinderlich sind.

Wie bereits bei den Chipsatzdetails angesprochen, macht der verwendete VIA PT880 Pro Chipsatz es möglich DDR- oder den neueren DDR II Speicher zu verwenden. Das ASRock 775 Dual 880Pro weist daher jeweils zwei verschiedene Rambänke auf. Die zwei gelben Bänke fassen jeweils max. 1GB DDR II Arbeitsspeicher. Die blauen Bänke hingegen können ebenfalls max. 1GB pro Bank DDR Speicher adressieren. Somit kann der User maximal 2GB DDR oder 2GB DDR II Speicher verwenden. Eine Kombination ist nicht möglich.

Die IDE-Schnittstellen, der Floppyport und die zwei Serial ATA Anschlüsse wurden am Rand des Boards angebracht. Dies ist besonders praktisch, da somit die Kabel am Rand des Boards, und nicht quer über das gesamte Board, gelegt werden müssen.
Ebenfalls die zusätzlichen USB-Header, die es ermöglichen auf bis zu sechs USB-Ports per Slotbelnde zu erweitern, wurden am unteren Rand des Mainboards platziert.
Auf einen Firewireanschluss muss verzichtet werden, was anhand des Preises der Platine auch nicht weiter stören dürfte.

Der ATX-Stromanschluss wurde hier etwas ungünstig platziert.
Neben den 4-USB-Ports sind noch der Lan-Port und die 6 Audioanschlüsse für 8-Kanal-Sound zu finden.

Leider stehen nur zwei SATA-Ports für jeweils ein Laufwerk zur Verfügung. Die Kombination zweier Festplatten im Raid 0 oder Raid 1 Modus ist aber möglich.

Etwas ungünstig hingegen wurde der Haupt-ATX-Stecker installiert. Dieser befindet sich direkt hinter den USB-Anschlüssen im Bereich der ATX-Blende. Somit muss das große Kabel quer über das Board verlegt werden und beeinflusst ggf. negativ den Luftstrom im Gehäuse. Der 4Pin 12Volt Anschluss ist im oberen Bereich zwischen den zahlreichen Kondensatoren anzutreffen.
Damit Northbridge und Southbridge immer einen kühlen Kopf bewahren, wurden beide Chips mit jeweils einem passiven Kühlkörper ausgestattet, die die Wärme an die Umgebung abgeben. Auch im übertakteten Zustand war es nicht nötig eine aktive Kühleinheit dazuzuschalten.
Denn wenn dies doch einmal nötig geworden wäre, hätte man mit diesem Mainboard schlechte Karten. Neben dem Stromanschluss für den CPU-Kühler befindet sich nur noch ein weiterer Lüfteranschluss am unteren Rand der Platine. Weitere Gehäuselüfter etc. müssten dann direkt über das Netzteil mittels Adapter mit Strom versorgt werden.

Zwei Grafikkartenschnittstellen ermöglichen die Verwendung von zwei Grafikkarten in einem System.

Auch vier ältere PCI-Erweiterungskarten können auf dem ASRock 775 Dual 880 Pro verwenden werden.

Direkt unter der Northbridge ist der altbekannte AGP-Slot vorzufinden. Aktuelle AGP 8x Grafikkarten können hier mit dem Mainboard verbunden werden. Aber auch Besitzer einer PCI-Express-Karte können diese ebenfalls direkt unter dem AGP-Slot in den entsprechenden PCI-Express Port platzieren. Beide Grafikkarten können somit zusammen in einem System arbeiten. Eine Leistungssteigerung, wie es zum Beispiel bei NVIDIAs SLI Technik der Fall ist, ist jedoch hier nicht zu erwarten. So muss man bei einem PC-Spiel eine Grafikkarte auswählen, die genutzt werden soll. Des Weiteren kann es auch zu Problemen kommen bzgl. der Kompatibilität von PCI-Express Grafikkarten in Verbindung mit dem 775Dual 880Pro. Aus diesem Grund hat der Hersteller hier eine Kompatibilitätsliste zusammengestellt.
Aber auch ältere PCI-Steckkarten müssen nicht bei einem Mainboardwechsel entsorgt werden. Das ASRock Board unterstützt insgesamt vier PCI-Komponenten.


Durchschnitt: 4.8 (4 Stimmen)