"The last dance" - 2 Sockel 754 Platinen im Vergleich: Gigabyte K8NS Pro und Aopen AK86-L

Bios & Overclocking- Gigabyte K8NS Pro

Auch im Bios des Gigabyte K8NS Pro gibt es eine Fülle von Optionen zu entdecken, die auch Overclockern das Leben leichter machen. In der folgenden tabellarischen Übersicht wollen wir auch für das K8NS Pro die wichtigsten Bios-Features aufzeigen.


manuell beeinflussbare Overclocking Optionen

vorhanden ? ja / nein

"FSB" 200-455 MHz stufenlos
Speichertimings CAS Latency ja
TRCD ja
TRP ja
TRAS ja
TRC ja
DDR Frequenz ja
CPU Spannung bis 1,75 V
CPU Multiplikator ja bis 25x * (Cool&Quiet nur bei Einstellung "Auto")
AGP-Spannung / Frequenz ja 1,5 bis 1,65 V / bis 100 MHz
Chip-Spannung Auto bis + 0,3 V
Speicherspannung 2,5 V + 0,2 V
HT Frequenz 5x FSB
HT-Spannung Auto bis +0,3 V
AGP-Fix ja
PCI-Fix nein

Die gebotenen Optionen sind durchaus als befriedigend zu bezeichnen. Kritikpunkte gibt es höchsten in Form des fehlenden PCI-Fix und der eventuell etwas zu knapp bemessenen Spannungserhöhungen. Gerade bei CPU- und Speicher hätte man sich unter Umständen über etwas mehr Justagemöglichkeiten gefreut. Insgesamt macht das Bios aber einen recht ordentlichen Eindruck. Auf das funktionierende Cool&Quiet Feature sind wir bereits eingegangen. Ferner lassen sich alle Onboard-Komponenten manuell abschalten, Interrupts können zugewiesen werden, eine CPU-Abschalttemperatur kann festgelegt werden, ebenso liegt eine Lüftersteuerung vor und das Board unterstützt einige Stromsparmodi.

Neben dem reinen Bios-Overclocking bietet Gigabyte aber auch noch ein kleines Software-Tool, mit dem man sich manchen Weg ins Bios ersparen und direkt von der Windows-Oberfläche aus "tunen" kann.

So erlaubt die Software "EasyTune4" theoretisch mannigfaltige Möglichkeiten zur Beeinflussung der Frequenzen und Spannungen aller OC-relevanten Onboard-Komponenten. Bemängeln müssen wir allerdings, dass die Software noch nicht wirklich ausgereift zu sein scheint. So wurde die Taktfrequenz unseres A64 3000+ bei Änderung der Systembus-Frequenz nicht korrekt angezeigt und auch die Multiplikator-Funktion zeigte in beiden Richtungen (Erhöhung und Verringerung) keinerlei Auswirkungen. Zum "echten" Übertakten haben wir uns dann letztendlich doch der Einstellungen im Bios bedient und auf den Einsatz der hübschen Software-Lösung verzichtet.

Nach diesem Blick auf das Gigabyte K8NS Pro Bios kommen wir nun zum Aopen AK86-L.

Das Aopen AK86-L : schwarz, flink, gut

Mit dem AK86-L hat Aopen schon seit längerer Zeit eine grundsolide Sockel 754 Platine in der Produktpalette. Zwar kann das AK86-L nicht ganz mit der Ausstattungsvielfalt eines Gigabyte K8NS Pro wetteifern, jedoch hat man hier wohl auch eine andere Käufergruppe im Visier gehabt. Angesprochen werden soll der Kunde, der eine kompakte, flotte Standardlösung ohne viel Schnickschnack sucht. Verbaut wird der VIA K8T800 Chipsatz, der sich mittlerweile auf unzähligen Boards bewährt hat. Ob das kleine Schwarze seinem guten Ruf gerecht werden kann, wollen wir im folgenden noch einmal überprüfen.

Layout

Wie schon erwähnt, spricht das Aopen AK86-L mit seiner Ausstattung eine andere Käufergruppe an, als das Gigabyte K8NS Pro. Verbaut wird eher Standardkost, die aber auf relativ hohem Niveau. Im Handel findet man diese Platine für ca. 95,- Euro.

Die Platine ist Aopen-typisch in einem klassischen Schwarz gehalten und farblich etwas dezenter als das Gigabyte Produkt gestaltet. Anders als Gigabyte verzichtet Aopen auf eine aktive Kühlung der VIA-Northbridge. Dies ist auch nicht nötig und als Vorteil kann man schon mal einen etwas leiseren Betriebsmodus verzeichnen. Schauen wir uns einmal das weitere Layout der Platine an:

Mit 5 PCI Slots trifft man auch beim Aopen AK86-L den üblichen Standard an. Der AGP 8x Slot wurde mit einem herkömmlichen Schieber zur Arretierung der Grafikkarte ausgestattet. Direkt neben dem PCI Slot 1 erkennt man blau eingefärbt, 2 Anschlüsse für USB. Das rechte Bild zeigt uns die Anordnung der Laufwerksanschlüsse. Den Floppy-Anschluss hat Aopen nicht ganz ideal in die Platinenecke rechts unten verschoben. Im 90° Winkel darüber angeordnet, befinden sich die Anschlüsse für IDE 1+2. Daneben, dunkelrot eingefärbt 2 SATA-Anschlüsse, die direkt durch die VT8237 Southbridge angesteuert werden.

Direkt neben den Laufwerksanschlüssen erkennt man die Bios-Batterie. Aopen hat diese wohl aus Platzgründen hochkant montiert. Hier findet sich auch der CLEAR-CMOS Jumper, der ebenfalls in einem markanten Rot eingefärbt wurde, damit er bei Bedarf gleich ins Auge sticht. Das Board bietet zudem insgesamt 5 Lüfteranschlüsse, von denen zumindest einer zwangsläufig für den CPU-Kühler verwendet werden muss.
Das Board ist mit 3 Speicher-Steckplätzen ausgestattet, was einen Speicherausbau bis zu 3 GB erlaubt. Allerdings sollte man aus Stabilitätsgründen auf Sockel 754 Platinen generell auf eine Vollbestückung mit 3 DDR400 Modulen verzichten. Der Bios-Baustein liegt leider in einer gelöteten Fassung vor. Sollte einmal ein Bios-Flash Vorgang schief gelaufen sein, muss also fast zwangsläufig das gesamte Mainboard zur Reparatur eingeschickt werden. Die Anschlussleiste für die gehäuseseitigen Verbindungen wie "HDD-LED, Power-LED" usw. ist farblich codiert. Somit sind Fehlanschlüsse fast ausgeschlossen. Neben dieser Anschlussleiste findet man auch noch den Gameport, der aus dem rückseitigen ATX-Shield verbannt wurde. Im Bereich rund um den CPU-Sockel ist Platz genug für die Montage üblicher Kühlermodelle. Das Rententionmodul liegt dem Lieferumfang bei und muss vom Anwender zunächst selbst verschraubt werden. Zur Spannungsversorgung steht ein 2-Phasenmodell zur Verfügung. Dabei ist die Anordnung der Netzteilanschlüsse nicht optimal gelungen. Sowohl der Hauptversorgungsanschluss, als auch der 4polige 12 V Anschluss liegen links neben der CPU, sodass das Versorgungskabel oberhalb des Lüfterstromes geführt werden muss, was zu Beeinträchtigungen in der Kühlluftzirkulation führen kann.