Mac mini im Test

Mac OS X

In diesem Abschnitt werden wir uns einmal das Betriebsystem Mac OS X von Apple genauer anschauen. Natürlich wird das Betriebsystem mitgeliefert und vorinstalliert. Windows kann man auf einem Mac nicht installieren. Wer also einen schicken Mac mit Windows XP laufen lassen möchte, der wird enttäuscht. Ebenso ist es nicht möglich Programme auszuführen, die für Windows-PCs geschrieben sind. Dies sollte man bei einem Switch von einem Windows-PC zu einem Mac unbedingt beachten. Es ist insofern kein Problem, da es eigentlich alle Software oder eine ähnliche Software auch für den Mac gibt, dennoch muss man halt beachten, dass man eventuell einiges an Geld noch in Software investieren muss. Standardsoftware wie E-Mail-Programm und Browser etc. sind natürlich von Haus aus im Betriebsystem enthalten. Das Windows-Software nicht funktioniert, hat aber auch einen ganz entscheidenden Vorteil, nämlich die (fast) totale Virenfreiheit. Ein Virenscanner ist überflüssig, Trojaner, Viren und ähnliches können absolut nichts anrichten und Viren für den Mac gibt es (momentan) nicht, da der Mac kein interessantes Ziel für die Programmierer darstellt.

Update: Firma Sophos, Entwickler von Antivirensoftware, hat nun den ersten Trojaner gesichtet für Apples Mac OS X geschrieben wurde. Hat sich der Schädling im System breit gemacht, schreibt sich dieser in die Startup Items und öffnet unbemerkt eine Hintertür die es ermöglicht das befallene System als Proxy zu Nutzen. Nach Angaben der Experten ist das Risiko vom "Mac/ Cowhand-A", so der Name des Trojaners, befallen zu werden ziemlich gering.

 

Kommen wir aber nun mehr auf die eigentlichen Eigenschaften und die Bedienung von Mac OS X zu sprechen. Im Großen und Ganzen kann man ganz klar sagen, dass die Bedienung sehr einfach ist. Der Umstieg von Windows aber auch der Einstieg in die Computermaterie ist mit Mac OS X denkbar einfach, da wirklich alles selbsterklärend ist. Hinzu kommt eine große Zuverlässigkeit, das System läuft unglaublich stabil und stürzt eigentlich nie ab. Dies ist der guten Selbstverwaltung zu verdanken, das System wird durch starke Benutzung und viele Programme nicht so "zugemüllt", wie es bei Windows der Fall ist. Die Performance unter Mac OS X ist sehr gut, man kann sehr viele Programme gleichzeitig geöffnet haben und auch viele Dinge gleichzeitig tun, ohne dass der Rechner stocken oder ruckeln würde. Begründet ist dies im Multitasking, was Apple wirklich ziemlich gut umgesetzt hat.


Das Dock mit Shortcuts zu einzelnen Programmen


Nach dem ersten Start der Mac mini fällt einem sofort das Dock auf, welches am unteren Bildschirmende sitzt. Von hier aus werden Programme gestartet. Je nach Bedarf kann man neue Programme hinzufügen oder aus dem Dock entfernen. Am oberen Bildschirmende befindet sich die Menüleiste. Hier werden zu dem jeweils geöffneten Programm alle Menüoptionen angezeigt.


Der Finder

Sicht auf den Programme-Ordner


Der so genannte Finder ist quasi der Arbeitsplatz von Mac OS X. Für jeden User werden automatisch in der linken Seite Ordner für Programme, Dokumente, Filme, Musik und Bilder angelegt. Dadurch kann man leicht eine gute Ordnung in seine Dateien bringen, ist aber natürlich nicht an diese Ordner gebunden. Programme sollten dennoch in den Programme-Ordner installiert werden, wobei die Installation von Programmen wirklich kinderleicht ist, da die meisten Programme keine Installationsroutine besitzen. Ein einfaches Schieben der Installationsdatei in den Programme-Ordner genügt, das Programm installiert sich dann ohne zutun vollkommen automatisch. Die Deinstallation ist genau so einfach, man muss nur das Programmsymbol in den Mülleimer schieben. Genau dieser Sachverhalt zeigt beispielhaft, wie unkompliziert und komfortabel die Bedienung von Mac OS X ist. Es gibt noch viel mehr solch kleiner Funktionen, die man schon nach kurzer Zeit nicht mehr missen möchte.


Exposé in Action (F9)

F10


Eine weitere wirklich sehr coole und nützliche Funktion ist Exposé. Exposé ist zu jeder Zeit über die Tasten F9, F10 und F11 zu erreichen. Wenn man F9 drückt, werden sämtliche offene Programmfenster in einer Übersicht dargestellt und man kann sich das gewünschte Fenster nach vorne holen, um damit zu arbeiten. Auf F10 passiert im Prinzip das gleiche, allerdings werden nicht sämtliche Fenster angezeigt, sondern nur die Fenster des aktuell geöffneten Programms. Auf F11 verschwinden sämtliche offene Fenster an die Seite, so dass man auf den Desktop zugreifen kann. Exposé wird schön animiert, genauso wie Mac OS X sowieso an vielen Stellen sehr schön animiert ist, was zum Teil aber auch etwas verspielt aussieht.


Sicht auf den Desktop (F11)


Ein Schlusswort noch zum Herunterfahren des Mac. Es gibt natürlich die Möglichkeit, den Mac komplett auszuschalten, allerdings ist der Ruhezustand bei den Mac-Usern viel beliebter. Das Aufwachen aus dem Ruhezustand dauert insgesamt vielleicht 3 Sekunden und alles ist danach genau so, wie es beim letzten Benutzen des Rechners war. Man kann also schnell weiterarbeiten, wenn man den Ruhezustand nutzt. Natürlich verbraucht der Ruhezustand etwas Strom, aber der Verbrauch ist wirklich nur minimal. Selbst unter Volllast kann der Mac allerhöchstens 85W ziehen. Bei normaler Nutzung liegt man natürlich weit darunter.


Tiger

Seit dem 29. April gibt es ein neues Apple Betriebsystem, genannt OS X Tiger. Natürlich wird jeder neue Mac mini jetzt mit Tiger ausgeliefert. Für unseren Test stand uns diese Version leider nicht zur Verfügung, dennoch gilt alles, was wir zur Vorgängerversion gesagt haben, auch unter Tiger. Tiger baut direkt auf der Vorgängerversion auf, bietet aber zahlreiche interessante neue Funktionen und soll noch schneller und angenehmer in der Handhabung sein. Aus den angeblich über 200 neuen Funktionen sind vor allem Spotlight und Dashboard interessant. Spotlight ist eine neue Suchtechnologie von Apple, die wirklich alles findet, seien es Dateien, E-Mails, Kontakte, Bilder, Filme, Songs, Kalendereinträge oder Programme. Dabei wird aber nicht nur nach dem Dateinamen geguckt, sondern auch nach dem Dateiinhalt. So kann Spotlight beispielsweise das gesuchte Wort auch mitten in dem Text einer pdf-Datei finden und die Datei dann als Suchergebnis anzeigen lassen. Wer jetzt aber denkt, dass die Suche mit Spotlight ewig dauert, der irrt. Selbst bei tausenden Dateien auf dem Rechner arbeitet Spotlight noch blitzschnell. Eine weitere interessante Neuerung ist, wie schon erwähnt, Dashboard. Dashboard ist eine Oberfläche, die man mit nur einem Tastendruck aufrufen kann. Auf dieser Oberfläche kann man dann beliebig Miniprogramme bzw. so genannte Widgets platzieren. So gibt es zum Beispiel Widgets für Wörterbücher, Telefonbücher, Wetterberichte, Weltuhren, Rechner, Kalender etc. Die Programmierung solcher Widgets ist angeblich recht einfach, so dass in der nächsten Zeit mit hunderten zusätzlicher Widgets gerechnet werden kann. Alles in allem scheint das neue Betriebssystem eine deutliche Verbesserung zu der sowieso schon guten Vorgängerversion zu sein.


Fazit

Den Mac mini können wir eigentlich jedem interessieren PC-User empfehlen, günstiger wird man so schnell nicht mehr an einen neuen Mac herankommen. Hinzu kommt noch die gute Ausstattung, die für alle normalen Arbeiten vollkommen ausreichend ist. Das wirklich gute am Mac ist allerdings das Betriebsystem. Bereits nach kürzester Zeit hat man sich zurecht gefunden und möchte die vielen hilfreichen Funktionen nicht mehr missen. Der Mac mini ist uns auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Wer Interesse und das nötige Kleingeld hat, sollte unbedingt einmal einen Blick wagen.


PRO

  • Design, Größe, Verarbeitung

  • Lautstärke im Normalbetrieb

  • geringer Stromverbrauch

  • Mac OS X

  • Softwarepaket

CONTRA

  • Lautstärke unter Volllast

  • standardmäßig wenig RAM

  • Preis