Test: ASUS P8Z68-V Pro Mainboard mit Intel Z68

Geschrieben von Nils Waldmann am 29.06.2011.

ASUS P8Z68-V Pro Test

Mit dem Z68 Chipsatz hat Intel einen weiteren Chipsatz für die Prozessoren der zweiten Core i-Generation, welche auch unter dem Codenamen Sandy Bridge bekannt sind, vorgestellt. Der neue Chip soll die Features der beiden Vorgänger H67 und P67 vereinen und noch weitere Funktionen bereitstellen. Der Hersteller ASUS bietet mit dem P8Z68-V Pro ein passendes Mainboard an, dass wir uns in diesem Bericht genauer angesehen haben.




 

 

Lieferumfang

  • IO-Panel-Blende
  • SLI-Brücke
  • Treiber-CD
  • 4 S-ATA-Kabel davon 2 Stück S-ATA3-kompatibel
  • USB 3.0-Bracket
  • Kunststoffhelfer zum Belegen der Buttons & LEDs
  • Handbuch

Anschlüsse

Externe Anschlüsse:

  • 1 x DVI
  • 1 x D-Sub
  • 1 x HDMI
  • 1 x eSATA 3Gb/s (JMicron JMB362 Controller)
  • 1 x LAN (RJ45)
  • 2 x USB 3.0
  • 6 x USB 2.0
  • 1 x Optisches S/PDIF out
  • 6 x Audio Anschlüsse

Interne Anschlüsse:

  • 2 x USB 3.0
  • 6 x USB 2.0
  • 4 x SATA 6Gb/s (davon 2x durch Z68 und 2x durch Marvell PCIe SATA 6Gb/s Controller)
  • 4 x SATA 3Gb/s (Z68 Chipsatz)
  • 2 x IEEE 1394a
  • 2 x CPU Lüfter
  • 2 x Chassis Lüfter
  • 2 x Power Lüfter
  • 1 x S/PDIF Out
  • 1 x 24-pin EATX
  • 1 x 8-pin ATX 12V
  • 1 x Frontpanel Audio
  • 1 x System Panel
  • PCI-Erweiterungsslots: 2 x PCIe 2.0 x16 (x16 oder x8 im Dualbetrieb), 1 x PCIe 2.0 x16 (x4 Modus), 2 x PCIe x1 , 2 x PCI

 

Design & Aufbau

Rein optisch erinnert das neue P8Z68-V Pro stark an die schon bekannten Mainboards der P8-Serie. Verschiedene Blautöne der Bauteile und Kühler dominieren auf einer schwarzen Platine das Gesamtbild. Die Platzierung der einzelnen Anschlüsse ist logisch gelungen und so spielt die Hauptplatine einer guten Kabelverlegung im Inneren des Computers in die Hand.

  IMG_3544 Kopie

Während sich die insgesamt acht S-ATA-Anschlüsse am rechten unteren Rand befinden, wurde der ATX-Netzteilstecker nur weniger Zentimeter weiter oben platziert. Die Kühlung des Chipsatzes erfolgt durch eine relativ niedrige aber flächenmäßig üppig dimensionierte Passivlösung. Rund um den LGA 1155 Sockel sind die vier RAM-Bänke sowie zwei weitere Kühlkörper verteilt, die sich um angemessene Arbeitstemperaturen der Spannungswandler kümmern. Dabei wurde äußerst genau darauf geachtet, alle Kühler möglichst flach zu halten, um spätere Inkompatibilitäten mit größeren CPU-Kühlern von vornherein auszuschließen. Ausnahmen dürften aber wohl auch hier die Regel bestätigen.

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Wie für ein ATX-Mainboard üblich, sind die externen Anschlüsse am linken oberen Rand positioniert. Genau da runter, allerdings ein Stückchen in Richtung Mitte der Hauptplatine versetzt, befinden sich die sieben PCI-Erweiterungssteckplätze. Davon sind 2 x PCIe 2.0 x16 (x16 oder Dual x8) , 1 x PCIe 2.0 x16 (x4 Modus), 2 x PCIe x1 sowie 2 x PCI. Letztendlich erwähnenswert ist noch der untere Rand des Boards, wo sämtliche USB-Erweiterungen, die Anschlüsse für externe Knöpfe und LEDs sowie die bereits aufgelöteten Power- und Reset-Taster untergebracht sind.

Intel Z68 Chip im Überblick

Viele Anwender mögen sich nun fragen, wieso Intel nach dem P67 bzw. H67 noch einen weiteren Chipsatz auf den Markt wirft. Die Frage ist durchaus berechtigt, unterscheiden sich die drei Varianten in ihren Grundfunktionen nicht wesentlich. Trotzt allem haben alle drei Modelle ihre Daseinsberechtigung. Wir wollen kurz erklären, welche Funktionen durch welchen Chip abgedeckt werden.

Z68-Block-Diagram

 

P67: Dieser Chipsatz ist der einfachste der drei vorhandenen Varianten. Während die in den Prozessor integrierte Grafikeinheit mit diesem Chipsatz nicht genutzt werden kann, dürfen allerdings „unlocked CPUs“ der K-Serie zum Einsatz kommen, um zu übertakten.

H67: Hier dreht sich das obige Bild genau um. Der H67 bietet Unterstützung für die HD 2000 bzw. 3000 Grafikkerne im Inneren der CPU, allerdings kann man sich bei diesem Modell die teurere K-Variante der Prozessoren sparen, da das Übertakten der CPU nicht unterstützt wird.

Z68: Wie man sich bereits denken kann, ist das neuste Mitglied der Familie in der Lage, beide Welten zu vereinen. Es ist also möglich zu übertakten und die integrierte GPU mit all ihren Funktionen zu nutzen. Darüber hinaus implementiert Intel noch die neue Smart Response Technologie zur Verbesserung der Systemreaktion mithilfe einer kleinen Cache-SSD. (Siehe auch: Intels Smart Response Technologie auf dem Prüfstand)

 

Das ASUS P8Z68-V Pro im Detail

Wie oben bereits angerissen, ist das Asus P8Z68-V PRO vollständig iGPU-kompatibel und funktioniert in Verbindung mit einem entsprechenden Prozessor ohne eine dedizierte Grafikkarte. Des Weiteren können DDR3-Module im Dual-Channel Modus mit einer Taktfrequenz von bis zu 2200 MHz betrieben werden, was viel Spielraum für Overclocking lässt. In Sachen Schnittstellen ist das Board mit zwei rückseitigen sowie zwei zusätzlich über die beiliegende Erweiterungskarte verfügbare USB 3.0 Schnittstelle ausgestattet. Zudem stehen dank des Z68 Chipsatzes zwei  S-ATA 6 Gbit/s- und vier S-ATA 3 Gbit/s-Schnittstelle zur Verfügung. Durch einen extra Marvell Controller bietet ASUS den Nutzern des ASUS P8Z68-V Pro allerdings noch zwei weitere S-ATA 6 Gbit/s-Ports sowie einmal eS-ATA auf der Rückseite, das wiederum über einen  JMicron JMB362 Chip realisiert ist. Die Intel Smart Response Technologie, welche natürlich auch von diesem Produkt unterstützt wird, kann allerdings nur über die durch den Z68 Chipsatz bereitgestellten S-ATA-Ports genutzt werden.

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Während der Monitor bei Benutzung der iGPU des Prozessors direkt über DVI, VGA oder HDMI mit dem Mainboard verbunden werden kann, besteht ebenfalls die Möglichkeit ein QUAD-GPU-System aufzubauen. Dabei ist es egal ob man auf AMDs CrossFireX- oder NVIDIAs SLI-Technologie setzt.

In Sachen Bedienung hat ASUS sich außerdem etwas ganz spezielles einfallen lassen. So kommt auch in diesem Mainboard das fortschrittliche EFI-BIOS (Extensible Firmware Interface) zum Einsatz, das eine vollständig animierte, grafische Oberfläche bietet und mit Maus und Tastatur bedienbar ist. Außerdem sorgt das BIOS dafür, dass Festplatte mit einer Kapazität von über 2,2 TB anstandslos erkannt werden. Auch das Update des Bios läuft nun spielend einfach ab: USB-Stick mit Bios-Image „betanken“, einstecken, Update-Tool im Bios starten und die neue Version wird installiert.

 

Zusätzliche Helfer der Hautplatine

Unter dem Titel Dual Intelligent Processors 2 DIGI+ VRM bewirbt ASUS zwei besondere Controller auf der Platine, die zum einen für eine konstante und effiziente Stromversorgung, unter Berücksichtigung der Wärmeentwicklung, sorgen sollen. Zum anderen ist es möglich diesen Controller per Software anzusteuern, um das System noch besser Übertakten zu können.

 

EPU

Die EPU ist direkt mit der CPU verbunden, um die CPU-Auslastung zu überwachen und Spannung, Multiplikator der CPU sowie die Phasen auf dem Mainboard in Echtzeit zu steuern. Weiterhin steht sie zur Steigerung der Energieeffizienz auch direkt mit den Schaltkreisen des Chipsatzes und des Arbeitsspeichers in Verbindung. Diese Funktion kann wahlweise per Onboard-Switch oder per Software aktiviert werden.

 

 

TPU

TPU hingegen ist an die CPU und den SMBUS angebunden, um auch die Grafikkarte, den Arbeitsspeicher, den Chipsatz, Festplatten und Lüfter zu steuern. Vergleichbar ist das Konzept der Dual Intelligent Processor-Technologie mit der Funktionsweise aktueller Digitalkameras. Der Benutzer wählt das für sich passende Nutzungsprofil (Kamera: Nachtaufnahme, bzw. Mainboard: maximale Energieeinsparung) und alle notwendigen Einstellungen werden automatisch vorgenommen (Kamera: Blende, Verschlusszeit, etc., bzw. Mainboard: Spannungen, Taktraten etc.).

 

Testsystem & Methoden

Der Leistungstest der Hauptplatine wurde unter Windows 7 Ultimate x64 durchgeführt. Dazu wurden verschiedenste Stresssituationen für den Prozessor simuliert. Als Vergleich wurde ein Lynfield-System mit P55 Chipsatz und Core i7-870 Prozessor sowie ein Sandy Bridge System mit P67 Chipsatz und Core i7-2600K CPU heran gezogen. Alle Mainboards und Prozessoren konnten alle verfügbaren Ressourcen der Turbo Boost Technologie verwenden, um bei Bedarf mehr Leistung bereit zu stellen.

 

Asus P8Z68-V Pro Hardware

  • CPU: Intel Core i5-2500K 3,3 GHz, Hyperthreading aktiviert, TurboBoost aktiviert
  • Ram: 4 GB Excelram 1333 MHz
  • Systemlaufwerk: Corsair Force F40 40 GB
  • Mainboard: Asus P8Z68-V Pro (BIOS Ver: 0501)
  • Grafikkarte: Intel HD 3000 iGPU
  • Netzteil: Antec High Current Gamer 900 W
  • Betriebssystem: Windows 7 Ultimate x64
  • CPU-Kühler: beQuiet! Dark Rock Pro

 

Asus P8P67 Deluxe Hardware

  • Prozessor: Intel Core i7-2600K 3,4 GHz (Sandy Bridge), Turbo Boost an, Hyperthreading aktiviert
  • Ram: 4096 MB ADATA Xtreme Series DDR3 1600 MHz CL 7-7-7-20
  • Systemlaufwerk: Intel X25-M G2 „Postville“ 80 GB
  • Mainboard: Intel DP55KG
  • Grafikkarte: HIS Radeon HD 6950
  • Betriebssystem: Windows 7 Ultimate x64
  • Netzteil: ADATA HM-1200 1200 Watt

 

Lynfield Hardware

  • Prozessor: Intel Core i7-870 GHz 2,93 GHz (Lynfield), Turbo Boost an, Hyperthreading aktiviert
  • Ram: 4096 MB ADATA Xtreme Series DDR3 1600 MHz CL 7-7-7-20
  • Systemlaufwerk: Intel X25-M G2 „Postville“ 80 GB
  • Mainboard: Asus P7P55D
  • Grafikkarte: HIS Radeon HD 6950
  • Betriebssystem: Windows 7 Ultimate x64
  • Netzteil: ADATA HM-1200 1200 Watt

 

Verwendete Software & Einstellungen

  • SiSoftware Sandra Lite (2011.1.17.25)
  • x264 HD Benchmark (3.0)
  • TrueCrypt (7.0a): 100 MB Size, AES Encryption

 

Leistungstest

Die Tests kitzeln das theoretische Maximum aus dem Prozessor und Mainboard heraus. Man beachte die bedingte Vergleichbarkeit aufgrund der verschiedenen Prozessoren.

ASUS P8Z68-V Pro Test 1ASUS P8Z68-V Pro Test 2

 

Fazit

Mit dem P8Z68-V PRO hat ASUS ein sehr interessantes Mainboard auf Basis des Z68 Chipsatzes auf den Markt gebracht, das vor allem durch seine Vielseitigkeit glänzt. Dabei sind alle aktuell wichtigen Schnittstellen an Bord und dank des Z68 Chipsatzes lässt sich der Betriebsablauf mithilfe einer Cache-SSD deutlich beschleunigen.

Die Verteilung der Komponenten und Anschlüsse auf dem Mainboard war für uns stimmig und auch die Konstruktion der verwendeten Kühler, besonders in Bezug auf die Abmessungen, hat uns gut gefallen. Einmal davon abgesehen, dass diese Hauptplatine designtechnisch ein echter Hingucker ist, möchten wir die gute Verarbeitungsqualität des Produktes hervorheben. Auch im Leistungsvergleich bestand das Mainboard mit Bravour. Hier war vor allem dann ein deutlicher Vorteil zu erkennen, wenn der eingesetzte Core i5-2500K Prozessor seinen integrierten Multimedia-Wandler (Intel Quick Sync Video Technologie) angeschmissen hat. In Zusammenhang mit dem ASUS P8Z68-V Pro ergaben sich hier nur kurze Wartezeiten und selbst ein HD-Video war entsprechend schnell komprimiert oder umgewandelt.

Zu einem Preis von aktuell knapp 150 € bekommt man mit dem ASUS P8Z68-V Pro also ein echtes Mainboard für Enthusiasten, das einem aktuell alle Möglichkeiten offen hält. Der neue Chipsatz bietet ein Höchstmaß an Flexibilität und lässt einen sogar ohne diskrete Grafikkarte losarbeiten. Sollte die Performance der iGPU dann doch irgendwann nicht mehr ausreichend sein, so kann man auch bequem auf ein Multi-GPU-System aufrüsten, ohne Prozessor und Mainboard tauschen zu müssen.

 

vorlage_jun11-mb-asus-z68-k

 

Pro 

  • EFI BIOS
  • 4 USB 3.0-Ports
  • Design
  • Stabilität
  • Anzahl Schnittstellen
  • Elektronische Helfer
  • Smart Response

Contra

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 10 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und technischer Leiter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle oder fotografiert und filmt auf Motorsportevents. Im "echten Leben" studierter Wirtschaftsingenieur und Qualitätsmanager.

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