Test: Asus Prime Z270-A & Kaby Lake Core i7-7700K

Was leistet Intels neustes Spitzenmodell?

Geschrieben von Niklas Ludwig am 03.01.2017.

Asus Prime Z270-A Startbild

Das Asus Prime Z270-A ist der Nachfolger des Asus Z170-A und soll die ideale Basis für Intels neue Kaby Lake-Prozessoren darstellen. Wir haben das Mainboard mit dem neuen Intel Core i7-7700K getestet.

Übersicht

Die Vorgänger-Version der neuen Asus Prime Z270 Mainboards hörte noch auf den Namen „Signature Edition“. Dieser wurde von Asus jedoch zu den Akten gelegt und von dem neuen Begriff „Prime“ abgelöst. In diesem Test haben wir das Prime Z270-A auf dem Prüfstand gestellt, das eines von mehreren Modellen aus der Prime-Reihe darstellt, die sich hinsichtlich des Funktionsumfangs unterscheiden.

Technische Eigenschaften

Name:Asus Prime Z270-A
Sockel:1151
Prozessor6. und 7. Generation Intel Core i3 /Core i5 / Core i7 / Pentium / Celeron
ChipsatzIntel Z270
Steckplätze

3 x PCIe 3.0 x16

4 x PCIe 3.0 x1

BIOS128Mbit AMI UEFI
FormfaktorATX
Speicher

maximal 64 GB

Speicherfrequenz

DDR4-2133, DDR4-2400, DDR4-2666, DDR4-2800, DDR4-3000, DDR4-3200, DDR4-3300, DDR4-3333, DDR4- 3400, DDR4-3466, DDR4-3600, DDR4-3733, DDR4-3866

Anschlüsse (extern)

1x USB-C 3.1
1x USB-A 3.1
4x USB 3.0
1x RJ-45

Anschlüsse (intern)

6x SATA 6 GB/s
2x M.2-Modul Key

LANIntel i219V
FeaturesWindows 7 ready, Windows 8 ready, Windows 10 ready, CrossFireX, 3-Wege-CrossFireX, 2-Wege-SLI
Preis kA

Lieferumfang

  • 4x SATA 6Gb/s-Kabel
  • I/O Shield
  • 1x SLI-Brücke
  • CPU-Installations-Tool
  • Bedienungsanleitung
  • Treiber-DVD

Design & Eigenschaften

Asus setzt beim Prime Z270-A auf einen sauberen Look mit schwarzem PCB und weißen Abdeckungen. Weiß sind unter anderem die Chipsatzabdeckung und die rückseitigen Anschlüsse gehalten. Das Mainboard verfügt über drei PCIe x16-Slots sowie vier weitere PCIe x1-Slots.

Asus Z270-A - DraufsichtSchwarzes PCB mit weißen Abdeckungen – uns gefällt’s!

Zwei von den PCIe-Slots sind mit dem sogenannten SafeSlot ausgestattet, einer Metallverstärkung, die den Slot in alle drei Achsen stabilisieren soll. Somit ist das Prime Z270-A auch für schwerere Grafikkarten gewappnet. Nvidia Grafikkarten werden mit 2-Way-SLI unterstützt, wohingegen AMD Grafikkarten mit 3-Way-CrossFireX unterstützt werden. Der zweite Slot ist jedoch nur noch per PCIe x8 angebunden.

CPU & Arbeitsspeicher

Zwar handelt es sich bei den Kaby Lake-Prozessoren um eine neue Generation, der Sockel LGA 1151 wurde jedoch beibehalten. Besitzer einer Skylake-CPU können problemlos ein Z270-Mainboard für Kaby Lake nutzen. Wenn die Hersteller für ihre Z170-Mainboards ein BIOS-Update anbieten, kann Kaby Lake auch auf diesen Mainboards betrieben werden. Allerdings können dann einige neue Funktionen, darunter Intels Optane Speicher-Technologie, nicht genutzt werden. Um den Sockel herum befinden sich insgesamt zehn Phasen: acht für die CPU und zwei für die interne Grafikeinheit.

Asus Z270-A - SafeSlotZwei PCIe-Slots sind mit der SafeSlot-Verstärkung aus Metall ausgestattet.

Das Asus Prime Z270-A besitzt vier DIMM-Slots, die maximal 64 GB unterstützen. Laut Asus werden Taktfrequenzen von bis zu 3.866 MHz unterstützt. Bei uns lief testweise der Corsair Vengeance LED DDR4-Arbeitsspeicher mit einer Taktfrequenz von 3.000Mhz ohne Probleme. Für die Spannungsversorgung des Arbeitsspeichers zeichnen sich zwei Phasen verantwortlich.

Onboard-Buttons & Anschlüsse

Es befinden sich insgesamt drei Onboard-Buttons auf dem Asus Z170-A:

  • Power-Button: Schaltet das System direkt über das Mainboard ein und aus.
  • EZ XMP-Switch: Dieser Schalter übertaktet automatisch den Arbeitsspeicher.
  • MemOK-Button: Es kann vorkommen, dass das Mainboard mit dem verbauten Arbeitsspeicher nicht startet. Bei Betätigung dieses Buttons versucht es Einstellungen zu laden, die bei einem erneuten Start das erfolgreiche Hochfahren garantieren sollen.

Samsungs 960 Pro SSD zeigt, zu welcher Leistung SSDs in der Lage sind. Doch bringen die hohen Transferraten nichts, wenn man keinen passenden Gegenspieler für die SSD hat. Daher hat Asus dem Prime Z270-A gleich zwei M.2-Steckplätze verpasst. Diese lassen sich auch im RAID betreiben und unterstützen Intels neue Octane Speicher-Technologie. Bei den Octane Speicher-Produkten handelt es sich um Systembeschleuniger, also Zwischenspeicher, die bei geringen Datenmengen für ein höheres Tempo und schnellere Zugriffszeiten sorgen sollen.

Anschlüsse en Masse

Wer hingegen kein M2.-Laufwerk sein Eigen nennen kann, kann SATA-Laufwerke über sechs SATA 6GB/s-Anschlüsse anschließen, von denen der erste Anschluss die Bandbreite mit dem ersten M.2-Steckplatz und der fünfte sowie sechste die Bandbreite mit dem zweiten M.2-Steckplatz teilen muss. USB-Anschlüsse gibt es en Masse: USB 3.1 steht in Form von jeweils einem Typ C- sowie einem Typ A-Anschluss zur Auswahl.

Asus Z270-A - AnschluesseUSB 3.1 ist in Form eines Typ A- und Typ C-Steckers integriert.

Auf der Rückseite finden wir zudem vier USB-3.0-Anschlüsse vor. Zwei weitere sowie sechs USB-2.0-Anschlüsse können intern, beispielsweise für den Frontanschluss, genutzt werden. Ein LAN-Anschluss sowie eine PS/2-Schnittstelle dürfen natürlich ebenfalls nicht fehlen. Zudem befinden sich am rückseitigen I/O fünf analoge Ein-/Ausgänge des internen Soundchips und ein optischer Anschluss.

Leistung

Auf dem Papier hat sich beim Intel Core i7-7700K im Vergleich zum Core i7-6700K vergleichsweise wenig getan. Die Taktfrequenz wurde dezent von 4 auf 4,2 GHz angehoben und der Turbo-Modus taktet die CPU bis zu 4,5 GHz hoch. Doch was bedeuten diese Daten in der Praxis? Wir haben das Mainboard samt Prozessor durch unseren Benchmark-Parcous geschickt und ziehen zum Vergleich den Vorgänger-Prozessor auf Mainboards mit Z170-Chipsatz heran. Bei den Spiele-Benchmarks und Benchmarks mit 3D-Berechnungen gilt zu beachten, dass die Ergebnisse des 6700K noch auf unserem alten Testsystem mit Radeon R9 390X entstanden sind. Die neuen Benchmarks fanden hingegen mit einer GeForce GTX 1070 von KFA2 statt. Daher eignen sich primär die reinen CPU-Benchmarks für einen Vergleich, bei den Grafik-Benchmarks ist wegen der unterschiedlichen Grafikkarten hingegen keine Vergleichbarkeit gewährleistet.

Testsystem

  • Prozessor: Intel Core i7-7700K 4,2 GHz (Kaby Lake), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus Prime Z270-A
  • Kühler: Noctua NH-D15
  • Ram: 16 GB G.Skill Ripjaws V DDR4 2.400 MHz CL 15-15-15-35
  • Systemlaufwerk: Intel SSD 750 420 GB
  • Grafikkarte: KFA2 GTX 1070 HOF
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: be quiet Straight Power 1.000 Watt

Zur Ermittlung der Leistungsdaten haben wir sowohl synthetische Benchmarks als auch praktische Benchmarks genutzt. Um die Leistung im Alltag zu messen, wurde eine 1 GB große Full HD mov-Datei in eine mp4-Datei mit 320 x 240 Bildpunkten konvertiert. Zudem wurde geprüft, wie lange das Archivieren einer 313 Megabyte großen Datei mit WinRar dauert. Folgende Programme kamen zum Einsatz:

  • 3DMark Fire Strike Extreme
  • PCMark 8 Creative Benchmark
  • SiSoftware Sandra Lite 2016
  • WinRar x64: 313 MB Datei packen
  • TrueCrypt (7.2): 100 MB Size, AES Encryption
  • CineBench x64 R15: CPU und OpenGL Test
  • CyberLink MediaEspresso: 1 GB Videokonvertierung
  • Crystal DiskMark

Natürlich interessiert uns bei einem Gaming-Mainboard auch die Leistung in Spielen. Damit die Grafikkarte nicht die Leistung limitiert und zum Flaschenhals wird, haben wir die Benchmarks lediglich in der gängigen Full HD-Auflösung ohne Bildverbesserungen wie Kantenglättung durchgeführt. Folgende zwei Spiele haben wir zur Leistungsbewertung hinzugezogen:

  • Battlefield 1 Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, MSAA deaktiviert
  • GTA V Maximale Details, 1.920 x 1.080 Pixel, MSAA deaktiviert

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, könnt ihr für euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen unterhalb des Diagramms ausblenden.

Man kann an den Diagrammen erkennen, dass die neuen Kaby Lake-Prozessoren das Rad nicht neu erfinden. Da Intel vorwiegend am Takt geschraubt und kleinere Optimierungen durchgeführt hat, fällt der Leistungsvorsprung im Vergleich zur Vorgänger-Generation nicht all zu groß aus.

Bei den Spielen hält sich der Unterschied zwischen Skylake und Kaby Lake ebenfalls in Grenzen. In GTA V sind es rund sieben Bilder pro Sekunde Unterschied. Wer aktuell ein Skylake-System besitzt, für den lohnt sich der Umstieg auf Kaby Lake daher nicht.

Betrachten wir den Stromverbrauch der CPU, so fällt auf, dass dieser im Vergleich zu Skylake nochmals gesenkt werden konnte, was letztendlich den Geldbeutel freuen dürfte.

BIOS & Overclocking

Das BIOS ist vom Aufbau nicht großartig verändert worden. Auffallend ist der animierte Hintergrund, der wirklich großartig aussieht. Ansonsten bietet das BIOS alle Optionen, die wir benötigen, darunter den EZ Tuning Wizard, der auch Einsteigern das Übertakten der CPU erlaubt. Mit dem Tool SSD Secure Erease lassen sich zudem SSDs sicher löschen, falls man beispielsweise plant seine SSD zu verkaufen, dem Käufer jedoch nicht die Möglichkeit bieten möchte Daten nachträglich auslesen zu können.

Die neuen Kaby Lake-Prozessoren sollen sich gut zum Übertakten eignen. Vor der Veröffentlichung waren Gerüchte im Umlauf, die von 5 GHz bei Luftkühlung sprachen. Mit unserem Testmuster des Core i7-7700K waren es immerhin 4,8 GHz, bei denen ein stabiler Betrieb möglich war. Um diese Taktfrequenz zu erreichen, haben wir lediglich den Multiplikator aller Kerne auf 48 und die Spannung auf 1,35 Volt erhöht. Natürlich ist nicht auszuschließen, dass mit anderen Modellen die 5 GHz zu knacken sind, da der Erfolg beim Übertakten stark von der jeweiligen CPU abhängig ist.

Soundchip

Seit Jahren verbessern die Hersteller die Qualität ihrer Onboard-Soundchips, um den Kauf einer Soundkarte überflüssig zu machen. Asus setzt beim Prime Z270-A auf die Crystal Sound 3-Lösung, die echten 7.1-Klang bietet. Als Audio Codec kommt der Realtek S1220A zum Einsatz. Der Onboard-Chip besitzt unter anderem einen vorgeschalteten Rauschfilter, um Störgeräusche anderer Komponenten zu eliminieren. Die integrierte DTS Headphone:X-Technologie kann zudem auf Stereo-Headsets einen 3D-Klang simulieren, was besonders bei der Ortung von Gegnern hilfreich ist.

Schicke Aura-Beleuchtung mit Sync-Funktion

Im Bereich des Audio-Chips befinden sich Aura-RGB-LEDs, die das Mainboard in unterschiedlichen Farben beleuchten. Zudem besitzt es einen RGB-Header, an den ein handelsüblicher 5050 RGB LED Strip angeschlossen werden kann. Der RGB-Header gibt bei einer Spannung von 12 Volt eine maximale Stromstärke von zwei Ampere aus. Asus empfiehlt, dass der LED-Strip nicht länger als zwei Meter sein sollte, um die beste Helligkeit zu gewährleisten.

Sowohl die verbauten LEDs als auch der LED-Strip lassen sich über die Aura-Software in zwölf unterschiedlichen Effekten beleuchten, darunter „Statisch“, „Atmend“, „Regenbogen“. Es ist zudem möglich, die Temperatur der CPU farblich widerzuspiegeln. Dank der Aura Sync-Funktion lassen sich alle kompatiblen Produkte, wie beispielsweise der ROG Spatha Gaming-Maus, synchronisieren und einheitlich mit demselben Effekt und derselben Farbe illuminieren.

Pimp your Mainboard mit 3D-Druck

Das Asus Prime Z270-A trägt das „3D Print friendly“-Logo. Was bedeutet das? Asus bietet für das Mainboard Vorlagen an, die sich mittels eines 3D-Druckers drucken lassen. Ihr könnte die Vorlagen selber ausdrucken oder bei einem 3D-Druck-Geschäft in Auftrag geben. Es ist beispielsweise möglich, den ATX-Stromanschluss mit einer Abdeckung zu versehen, um den Anschluss und das Kabel zu verstecken.

Asus Prime Z270-A 3D-DruckPer 3D-Druck kann das Asus Prime Z270-A um eine Kabelabdeckung, ein Logo und einen Lüfterhalter erweitert werden.

Für mehr Individualität lässt sich auch ein Namensschild drucken, um dem Mainboard eine persönliche Note zu verpassen. Für M.2-SSDs lässt sich ein Lüfterhalter drucken, der einen 40-mm-Lüfter aufnimmt und den M.2-Steckplatz kühl hält. Sehr praktisch, da es bei einigen M.2-SSDs passieren kann, dass die Transferraten wegen der Hitzeentwicklung mit der Zeit einbrechen.

Fazit

Das Asus Prime Z270A ist ein gutes Fundament für Intels Kaby Lake-Prozessoren. Gut gefallen uns Neuerungen wie die Unterstützung des 3D-Drucks und die Ergänzung um die Aura RGB-Beleuchtung, die sich mit weiteren Asus-Produkten synchronisieren lässt. Wirkliche Schnitzer erlaubt sich das Mainboard nicht, lediglich das leichte Spulenfiepen lässt sich bemängeln, ist in einem geschlossenen PC jedoch nicht mehr wahrzunehmen und dürfte unserer Erfahrung nach nicht bei jedem Mainboard auftreten. Dafür bietet das Mainboard einen sehr hohen Funktionsumfang, den man so häufig erst bei teureren Modellen vorfindet, und auch anschlussseitig ist es sehr gut aufgestellt.

ProContra
  • verstärkte PCIe-Slot
  •  leichtes Spulenfiepen
  • anpassbare RGB-Beleuchtung
 
  • viele Features (3D-Druck etc.)
 
  • Overclocking-Funktionen
 
  • hohe Leistung
 
  • guter Onboard-Audiochip
 
  • viele Anschlussmöglichkeiten
 
  • zwei M.2-Slots
 

 

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Niklas Ludwig

Niklas Ludwig

...ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

Kommentare (2)

  • Yves Schmidt

    |

    Bei Praktische Benchmarks ist doch bestimmt weniger = besser, oder?

    Antworten

    • Niklas Ludwig

      Niklas Ludwig

      |

      Hallo Yves,

      du hast Recht, vielen Dank für den Hinweis! Wir haben den Fehler korrigiert.

      Viele Grüße
      Niklas

      Antworten

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