Drei High-End Netzteile im Test - Teil II
Netzteile gibt es wie Sand am Meer. Da den Überblick zu behalten, kann einem PC-Neuling schon schwer fallen. Wir von Allround-PC haben uns daher in folgenden Review einmal drei neue Netzteile diverser Hersteller etwas genauer angesehen und herausgestellt, mit welchen neuen Features die Hersteller um die Gunst der Kunden werben. Wir haben diesmal folgende Modelle getestet:
+3,3V +5V +12V -12V -5V +5 sb Gesamt Leistung NorthQ 28A 30A 30A 1A 0,8A 2,5A 520W 139,- € be quiet 28A 35A 33A 0,5A 0,8A 2,5A 520W 119,-€ Jou Jye 24A 24A 32A 0,5A k.A. 2,0A 480W 99,-€ Anhand der Tabelle wird schnell deutlich, dass Netzteile mit 600Watt oder sogar mehr keine Seltenheit mehr darstellen. Die Zielgruppe, die mit diesen neuen Produkten angesprochen werden soll, nutzt hauptsächlich zwei Grafikkarten im SLI-Verbund in einem System und ist somit auf starke Netzteile angewiesen. Dass aber auch ein 400Watt Netzteil ein SLI System mit ausreichend Strom versorgen kann, zeigt der folgende Test. NorthQ Module 4100 Lieferumfang Zum Lieferumfang des NorthQ Netzteils gehören neben einem 5-sprachigem Handbuch, ein Netzkabel, Kabelbinder und natürlich die entsprechenden Kabel mit den jeweiligen Anschlüssen, da es sich ja bei diesem Netzteil um ein Produkt handelt, welche das Abnehmen und Anstecken der Kabel je nach Bedarf ermöglicht. Technische Daten
Anschlüsse
Die Kabellänge ist ausreichend, sodass sich das Netzteil auch ohne Probleme im Bigtower einbauen lässt. Die einzelnen Stränge sind bis zu 60cm lang. Kühlung
(1-4)
kombiniert
Preis
Module 4100
BQT-P6-520W
JJ-480
AUBA
Das schwarze Netzteil vermittelt mit seiner spiegelnden Oberfläche eine edle Optik. Diese spezielle Oberfläche ist jedoch sehr anfällig gegenüber Kratzer. Schon beim Auspacken wurden einige kleine Kratzer sichtbar.
Ähnlich, wie die bereits getesteten Silverstone Netzteile, ist das NorthQ Module 4100 mit 18cm, 4cm länger als Standard-ATX-Netzteile. Dies kann in kleineren Towern oder in Gehäusen mit Netzteilkäfig zu Problemen führen.
Wie bereits erwähnt, handelt es sich um ein Netzteil mit intelligentem Kabelsystem. D.h. der User kann selbst entscheiden, welche Kabel bzw. daran enthaltenen Anschlüsse er nutzen möchte. Das Ziel ist es somit die Anzahl der Kabel in einem System zu verringern und dadurch den internen Luftstrom nicht negativ zu beeinflussen.
Die Hauptstromkabel, wie das ATX- und das P4-12Volt Kabel, sind fest am Netzteil befestigt und können auch nicht entfernt werden.
Bevor ich genauer auf die Kabel eingehe, muss ein besonderes Feature des NorthQ Netzteils genannt werden. So verfügt das Module 4100 über eine Steckdose. So ist es möglich eine Steckerleiste anzuschließen und somit zum Beispiel den Monitor, die Boxen und auch den Drucker über das Netzteil mit Strom zu versorgen. Dabei handelt es sich eine vom Netzteil unabhängige Leitung. Die Leistungsaufnahme der Geräte und des Netzteils erfolgt aber zusammen über ein Netzkabel.
Der Clou an der Sache ist, dass das Netzteil erkennt, wenn der PC abgeschaltet ist, und gleichzeitig alle an der Steckdose angeschlossenen Geräte direkt mit abschaltet. Gerade in Zeiten immer weiter steigender Stromkosten dürfte sich dieser Abschaltmischanismus aufs Jahr gesehen schnell bezahlt machen. Denn die Stromkosten für den Standby-Betrieb einiger Geräte können schon mit bis zu 100,- Euro im Jahr zu Buche schlagen.
Wichtig ist noch der Hinweis, dass die Gesamtleistungsaufnahme der an die Netzteilsteckdose angeschlossenen Geräte die 3000W Grenze nicht überschreiten sollte.
Des Weiteren verfügt das Netzteil über zwei 12Volt-Leitungen. Am hinteren Teil des Netzteils ist ein Schalter zu finden, mit dem der User bestimmen kann, ob er nur eine Leitung nutzen möchte oder bei Verwendung eines High-End-Systems die zweite Leitung im kombinierten Modus hinzuschalten will.
SLI-Stromkabel sowie auch Kabel mit den 4poligen- und SATA-Stromanschlüssen lassen sich bequem am Netzteil anstecken. Insgesamt stehen dem User acht Ports für Kabel zur Verfügung. So können über zwei speziell gefärbte Anschlüsse die beiden SLI-Stromkabel mit dem Netzteil verbunden werden. An den restlichen Ports ist das Befestigen der restlichen Kabel möglich.
Das Stecken und Entfernen der Kabel ist leicht geschehen. Jedoch besteht Verwechselungsgefahr, da alle Anschlüsse, auch die der SLI Kabel, in alle acht Ports des Netzteils passen. Die farbliche Unterscheidung kann somit bei schlechten Sichtverhältnissen nicht ausreichend sein.
Die Kabel wurden mit einer silbernen Ummantelung versehen. Störungen sollen somit vermieden werden. Jedoch sind die Kabel durch diese Ummantelung auch ziemlich unflexibel. Gerade das dickere ATX-Stromkabel muss mit etwas Gewalt in die richtige Position gedrückt werden.
Wie auch der ATX-Stecker kann auch der P4-12V-Anschluss mit zusätzlichen 4Pins auf einen 8Pin EPS-Stecker umgewandelt werden.
Die Kühlung übernimmt ein 12cm großer, transparenter Lüfter, der jedoch ohne LEDs auskommen muss. Dieser befindet sich im unteren Teil des Netzteils und kühlt somit nicht nur das Netzteil selbst, sondern befördert zudem die warme Luft aus dem Inneren des Gehäuses nach draußen. Je nach Temperatur arbeitet der Lüfter mit ca. 1000 - 2000 Umdrehungen pro Minute und ist dabei angenehm leise.
Testsystem Wir haben die Kandidaten mit folgendem Testsystem überprüft: Das o.g. System inkl. Netzteil weist einen Strombedarf von etwa 150 - bis ca. 320 Watt (abh. vom Netzteil) auf. Unter Volllast wird besonders auf die Stabilität der Spannungen geachtet. Bei den Spannungen sind folgende Toleranzen erlaubt Spannungstest Leistungsaufnahme In Zeiten immer weiter steigender Energiekosten machen sich ein paar Watt mehr auf der Jahresrechnung schnell bemerkbar, gerade dann, wenn der PC tagtäglich läuft. Eine hohe Energieeffizienz ist also wünschenswert. Auch die Tatsache, dass bei einem ausgeschalteten Netzteil kein Strom mehr fließen sollte, ist ein erstrebenswertes Ziel. Wir haben alle Netzteile auf dem selben System unter den selben Vorraussetzungen getestet. Die jeweilige Leistungsaufnahme haben wir mit einem Verbrauchsmessgerät der Firma brennstuhl ausgelesen. Der Hersteller macht leider keine Angabe zur Energieeffizienz. Fazit Das NorthQ Module 4100 ist ein ausgereiftes Netzteil mit vielen nützlichen Features. So ermöglicht die integrierte Steckdose zum Beispiel, ein automatisches Abschalten der PC Peripherie, sodass der User Standby-Stromkosten einsparen kann. Aber auch das intelligente Kabelsystem mit etwas störrischen Kabeln kann überzeugen. Zudem vermittelt das Gehäuse einen hochwertigen und edlen Eindruck. Pro:
Active-PFC lange Kabel großer, leiser 12cm Lüfter stabile Spannungen sehr gute Verarbeitung Kabelummantelung Stecksystem Stecker einfach zum Lösen Steckdose Contra:
kratzempfindliche Oberfläche etwas störrische Kabel
Mainboard
Gigabyte K8N Pro-SLI
CPU
AMD Athlon 64 3500+ (2,2GHz)
Ram
2x512MB GSkill PC 4000
VGA
2x GeForce 6600GT 128MB PCI-Express
HDD
2x 120 GB Maxtor 7200, SATA 8MB
Gehäuse
noname
Sonstiges
"stromfressende" Komponente (Peltierelement 80Watt an 12V) während der gesamten Messung
Ausgelesen wurden die Spannungen mit Hilfe eines Multimeters. Um das System auszulasten, wurde die Software Prime 95 und diverse Benchmarks eingesetzt, die teilweise parallel ausgeführt wurden.
ATX-Toleranz
+12V
5%
+5V
5%
+3,3V
5%
-12V
10%
Die Spannungen bewegen sich im Rahmen der Toleranzen. Es gibt, wie aus folgender Tabelle ersichtlich wird, keine nennenswerten Abweichungen.
Minimum
Maximum
Durchschnitt
+12V
11,70
12,14
11,88
+5V
5,19
5,26
5,22
+3,3V
3,38
3,40
3,38
0%
100%
Standby
aus-geschaltet
Enermax Liberty 400
134W
294W
16,45W
0W
Silverstone
ST60F 156W
310W
37,28W
16,31W
Silverstone
ST65ZF 151W
312W
37,12W
16,31W
NorthQ Module
137W
300W
18,24W
6,84W
Für einen stolzen Preis von knapp 140,- Euro gibt es das Netzteil zum Beispiel bei keep-silent.de zu kaufen.

Update: Der Hersteller hat auf die Kritik reagiert und wird die Netzteile mit einer wesentlich flexibleren Kabelummantelung ausstatten. Die neue Serie ist dann jedoch erst Anfang nächsten Jahres erhältlich.
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