be quiet Dark power Pro 530W im Test

Nachdem zahlreiche Hersteller schon Netzteile mit abnehmbaren Kabeln vorgestellt haben, rückt nun auch der Hersteller be quiet mit der Dark Power Pro Serie nach. Wir haben uns in diesem Review einmal das Dark Power Pro 530W Netzteil angesehen.



+3,3V +5V +12V
(1-4)
kombiniert
-12V -5V +5 sb

Gesamt Leistung


Preis

be quiet
530W

28A 30A 34A 0,8A 0,5A 2,5A 530W

109,90€


Technik - Was ist PFC?

Die Leistungsfaktorkorrektur (PFC, Power Factor Correction oder Compensation) beseitigt die Spannungsspitzen, die sich schädlich auf das Stromnetz auswirken. Ursache für Stromoberschwingungen ist die hohe Anstiegsgeschwindigkeit des Eingangsstroms in den Spannungsspitzen. Diese lässt sich ganz simpel durch Einfügen einer "Drossel" begrenzen und so kommt man zum einfacheren Verfahren der passiven PFC.

Die "Drossel-Modelle" sind jedoch sehr groß und müssen auch weiter wachsen, je höher die Leistung des Netzteils wird. Aus diesem Grunde kommen sie meist nur bei Netzteilen mit geringer Leistung zum Einsatz, da sich ihre Größe andernfalls negativ auf Gewicht und Kühlung auswirken würde. Die effizientere, aber teurere Variante stellt eine aktive PFC dar: Ein zusätzlich in den Primärkreis eingeschleifter PWM-Schaltregler sorgt für eine nahezu sinusförmige Stromaufnahme. Allerdings enthält der durch die Pulsbreitenmodulation `künstlich´ erzeugte Strom erhebliche hochfrequente Anteile; ein Netzteil mit aktiver PFC kann deshalb zwar in niedrigeren Frequenzen trumpfen, im höherfrequenten Bereich aber bei etwa 10 bis 100 kHz zu EMV-Problemen neigen, wenn der Hersteller an Filtermaßnahmen spart. Aktive PFC erzwingt eine effiziente Filterung des Netzeinganges. Ansonsten können hochfrequente Störungen ins Stromnetz gelangen.

 

Lieferumfang

Zum Lieferumfang des Netzteils gehört ein Stromkabel, bunte Kabelbinder, ein Handbuch, ein 24Pin-auf20Pin-ATX-Adapter, vier Schrauben, ein Casebadge und diverse Schutzkappen zur Schonung der Anschlüsse an den Kabeln. Da es sich, wie bereits erwähnt um ein Netzteil mit abnehmbaren Kabeln handelt liefert der Hersteller zudem insgesamt elf Kabelstränge mit.

 

Die Optik dieses Netzteils ist sehr ansprechend. Die dunkelgraue Metalloberfläche wurde sauber verarbeitet. Alle Kanten wurden abgerundet. Aufgrund der hohen Qualität entsteht zudem ein Spiegeleffekt. Kleinere Kratzer sind bei der Installation zwar unvermeidbar, so fallen diese aber aufgrund der Oberflächenerscheinung nicht weiter auf. Es entsteht der Eindruck als ob es sich um gebürstetes Aluminium handeln würde.
Das be quiet Dark Power Netzteil wurde nach den Standardmaßen 16x15x9cm gefertigt und sollte somit in fast jedes PC-Gehäuse passen.
Auf der Rückseite ist neben dem Stromanschluss und dem On-/Off-Schalter eine wabenartige Struktur vorzufinden, die ein Entweichen der erwärmten Luft ermöglichen soll. Auf der gegenüberliegenden Seite sind ebenfalls mehrere Lüftungsschlitze vorzufinden. Direkt darunter befindet sich insgesamt sechs Ports, an denen die mitgelieferten Kabel samt Anschlüsse mit dem Netzteil verbunden werden können. Dabei wurden zwei Anschlüsse blau gefärbt. Ein Hinweis im sehr ausführlichen Handbuch verrät warum. So können an diese beiden Anschlüsse nur die mitgelieferten PCI-Express-Stromkabel für entsprechende Grafikkarten angeschlossen werden. Auch diese Kabel verfügen als einzige über einen blauen Stecker. Die restlichen vier Ports stehen für sonstige PC-Komponenten, wie CD- bzw. DVD-Laufwerke oder Lüftersteuerungen zur Verfügung.
Ist das Netzteil einmal eingebaut und wird dann mit den jeweiligen Kabeln bestückt, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die PCI-Express-Stromkabel nicht an die schwarzen Ports und umgekehrt die normalen Kabel an die blauen PCI-Express-Strom-Ports angeschlossen werden. Eine Fehlbelegung kann sonst im schlimmsten Fall die wertvolle Hardware zerstören.
Fraglich ist jedoch warum der Hersteller nur auf eine farbliche Unterscheidung der Strom-Ports setzt und nicht direkt die Form der Stecker verändert hat, sodass völlig ausgeschlossen wäre, dass ein Kabel an den falschen Port angeschlossen werden kann.
Das ATX- und das 4Pin/8-Pin Stromkabel befinden sich bereits fest am Netzteil, da man diese Art von Kabel üblicherweise bei jedem Computer anschließen muss, sodass eine Trennung mit dem Stecker-Buchse-System nur wenig Sinn machen würde.

 

Technische Daten

  • 530W

  • Active-PFC

  • 1 Lüfter (120mm schwarz)

  • ~ 18 - 30dBa

  • Kabelummantelung aller Kabelstränge

  • integrierte Lüftersteuerung

  • Kabelloses System

  • 3 Jahre Garantie

  • Nachlaufsteuerung

  • zwei getrennte 12V Leitungen (gemäß ATX12V 2.2 Spezifikationen)

Anschlüsse

  • 6 x 4-Pin-Stecker (ohne Easy-Plug-Technik)

  • 1 x Floppy-Stecker

  • 6 x S-ATA

  • 1 x 12V-P4-Anschluss

  • 2 x 12V-6-Pin-PCI-Express-Anschluss

  • 1 x 24/20-Pin-Hauptstromstecker

  • 1 x 8 Pin-EPS-Anschluss (Kombination aus P4 4Pin und zusätzlichen 4 Pin Anschluss)

  • 1 x 3-Pin-Kabel zur Übermittelung der Drehgeschwindigkeit des Lüfters

Im Bereich der Kabellänge war der Hersteller sehr großzügig. So sind alle Kabel mindestens 60cm lang. Die Lüfterkabel weisen sogar eine Länge von 75cm auf und lassen sich somit gut im Gehäuse verlegen.
Sowohl die Hauptstromkabel, als auch die modularen Nebenstränge weisen eine hochwertige Kabelummantelung auf. Dennoch sind die Kabel sehr flexibel und lassen sich gut im Gehäuse verteilen. Dank der abnehmbaren Kabel müssen nur diese, die wirklich von Nöten sind, angeschlossen und verlegt werden. Dies spart Platz im System und sorgt indirekt für eine theoretisch bessere Belüftung.

 

Kühlung


Ein großer, schwarzer 120mm Lüfter (be quiet aus der Silent-Wing-Serie), der sich auf der Unterseite des Netzteils befindet, soll für ausreichend Frischluft sorgen. Dabei erzeugt er je nach Auslastung und daraus resultierender Wärmeentwicklung im Netzteil einen Geräuschpegel von etwa 18 bis 30dBA. Im normalen Betrieb ist somit der Lüfter kaum wahrnehmbar.
Neben der integrierten Lüftersteuerung, mit der es möglich ist über entsprechend beiliegende Kabel bis zu drei Lüfter, wahlweise über den 3-Pin oder den 4poligen Anschluss, automatisch steuern zu lassen, besitzt das be quiet Dark Power Pro 530W eine Nachlaufsteuerung. Das heißt: Wird der PC heruntergefahren arbeitet der Netzteillüfter bis zu drei Minuten mit ca. 10dBA weiter. So soll ein Hitzestau, z.B. im Sommer, vermieden werden, der auch im schlimmsten Fall im ausgeschalteten Zustand zur Beschädigung der Hardware führen könnte.
Damit der User auch immer die Kontrolle über die Umdrehungsgeschwindigkeit des Lüfters hat, kann das 70cm lange Signalkabel an einen entsprechenden Anschluss auf dem Mainboard verbunden werden.

 


Testsystem

Wir haben den Kandidaten mit folgendem Testsystem überprüft:


Mainboard Gigabyte GA-8I955X Pro
CPU Intel Pentium D 830 - 3GHz, 2MB, FSB 800MHz
Ram 2x512MB Corsair PC 8000
VGA GeForce 6600GT 128MB PCI-Express
HDD 80 GB Samsung 7200, SATA 8MB
Gehäuse noname
Sonstiges "stromfressende" Komponente (Peltierelement an 12V) während der gesamten Messung

Das o.g. System inkl. Netzteil weist einen Strombedarf von etwa 160 (IDLE) bis ca. 340 Watt (Volllast) (abh. vom Netzteil) auf. Unter Volllast wird besonders auf die Stabilität der Spannungen geachtet.
Ausgelesen wurden die Spannungen mit Hilfe eines Multimeters. Um das System auszulasten, wurden die Software Prime 95 und diverse Benchmarks eingesetzt, die teilweise parallel ausgeführt wurden.

Bei den Spannungen sind folgende Toleranzen erlaubt


ATX-Toleranz
+12V 5%
+5V 5%
+3,3V 5%
-12V 10%

Spannungstest

Die Spannungen bewegen sich im Rahmen der Toleranzen. Es gibt, wie aus folgender Tabelle ersichtlich wird, keine nennenswerten Abweichungen.


Minimum Maximum Durchschnitt
+12V 12,00 12,17 12,12
+5V 5,12 5,16 5,14
+3,3V 3,30 3,33 3,31

Leistungsaufnahme



0% 100% Standby aus-geschaltet
HKC USP-400W 184W 353W 13,80W 6,84W


HKC SVP-450W

182W 345W 13,80W 6,87W


Ultron UN-550PFC 185W 314W 22,83W 13,98W


TT 550W 182W 310W 36,80W 16,17W


ETASIS
EFN-560W
152W 290W 20,7W 0,00W


Spire
SP-600W
164W 294W 18,32W 6,87W
Codegen
480W
192W 335W 20,43W 15,96W
be quiet
530W
150W 269W 18,16W 0,00W

 

In Zeiten immer weiter steigender Energiekosten, machen sich ein paar Watt mehr auf der Jahresrechnung schnell bemerkbar. Gerade dann, wenn der PC tagtäglich läuft. Eine hohe Energieeffizienz ist also wünschenswert. Auch die Tatsache, dass bei einem ausgeschalteten Netzteil kein Strom mehr fließen sollte, ist ein erstrebenswertes Ziel. Wir haben das Netzteil auf o.g. System getestet. Die jeweilige Leistungsaufnahme haben wir mit einem Verbrauchsmessgerät der Firma brennstuhl ausgelesen.

Der Hersteller gibt eine Energieeffizienz von über 80% an. So soll das Netzteil die Stromkosten deutlich reduzieren. Im Vergleich zu anderen Netzteilen konnten wir eine niedrigere Leistungsaufnahme feststellen.


Fazit

Das be quiet Dark Power Pro 530W konnte dank seiner guten Eigenschaften, wie z.B. der guten Leistung, des flexiblen Kabelsystems, der Lüftersteuerung und der Nachlaufsteuerung überzeugen. Zudem ist die Kabellänge mehr als ausreichend. Die Ummantelung aller Stränge bewirkt zudem eine einfache Verlegung und sorgt für einen aufgeräumten Eindruck. An der Verarbeitung gibt es ebenso wenig zu meckern, wie an der Lautstärke. So arbeitet der Lüfter im Betrieb mit im Schnitt 20dBA und war somit kaum wahrnehmbar.
Eine Verbesserung sollte sich der Hersteller jedoch noch durch den Kopf gehen lassen. So wäre nicht nur eine optische sondern auch eine Änderung der Steckerbauform der Stromanschlüsse sinnvoll, sodass eine Verwechselung zwischen den herkömmlichen und den PCI-Expressstromkabeln ausgeschlossen werden kann.

Pro:

  • stabile Spannungen

  • integrierte Lüftersteuerung

  • hochwertige Verarbeitung

  • viele Anschlüsse (abnehmbare Kabel)

  • flexibel Kabelummantelung

Contra:

  • Verwechslungsgefahr bei Stromports


Die be quiet Dark Power Pro Serie gibt es zu einem Preis ab 89,- Euro z.B. hier zu kaufen. Es stehen drei Varianten: 430W, 530W und 600W zur Verfügung.


Durchschnitt: 5 (1 vote)