Drei neue Netzteile im Test

Die Auswahl des richtigen Netzteils hängt von vielen Faktoren ab. Möchte man sich einen einfachen Office-PC zulegen, dürfte in der Regel ein 350 Watt starkes Netzteil ausreichen. Benutzer von Dual-Core-Prozessor-Systemen und auch Gamer, sollten jedoch etwas mehr Geld für ein Netzteil ausgeben.

Die empfohlene Stärke sollte mindestens 400 Watt betragen. Aber nicht nur die Leistung heutiger Netzteile ist gestiegen. Auch die Erwartungen von der Kundenseite hat sich gewandelt. So muss ein Netzteil zum einen sehr effizient im Umgang mit der kostbaren Energie sein und zum anderen nicht durch ein lautes Lüftergeräusch auffallen. Wir von Allround-PC haben uns zum Ziel gesetzt ein breites Spektrum von Netzteilherstellern ins unseren Tests abzudecken. Somit haben wir für Sie in diesem Review drei neue Modelle angesehen und auf Herz und Nieren getestet. Die Ergebnisse finden Sie im folgendem Review...


+3,3V

+5V +12V
(1-4)
kombiniert
-12V -5V +5 sb

Gesamt-leistung


Preis

QTechnology
QT-07400F
20A 28A 36A 0,3A k.A. 2,0A 400W

~149€

Nexus NX-5000 30A 28A 31A 0,5A k.A. 2,0A 480W

105,90€

Xilence Power 600W 30A 35A 31A 0,8A k.A. 2,5A 600W

~69€


 

Technik - Was ist PFC?

Die Leistungsfaktorkorrektur (PFC, Power Factor Correction oder Compensation) beseitigt die Spannungsspitzen, die sich schädlich auf das Stromnetz auswirken. Ursache für Stromoberschwingungen ist die hohe Anstiegsgeschwindigkeit des Eingangsstroms in den Spannungsspitzen. Diese lässt sich ganz simpel durch Einfügen einer "Drossel" begrenzen und so kommt man zum einfacheren Verfahren der passiven PFC.

Die "Drossel-Modelle" sind jedoch sehr groß und müssen auch weiter wachsen, je höher die Leistung des Netzteils wird. Aus diesem Grunde kommen Drosseln meist nur bei Netzteilen mit geringer Leistung zum Einsatz, da sich ihre Größe andernfalls negativ auf Gewicht und Kühlung auswirken würde. Die effizientere aber teurere Variante stellt eine aktive PFC dar: Ein zusätzlich in den Primärkreis eingeschleifter PWM-Schaltregler sorgt für eine nahezu sinusförmige Stromaufnahme. Allerdings enthält der durch die Pulsbreitenmodulation `künstlich´ erzeugte Strom erhebliche hochfrequente Anteile; ein Netzteil mit aktiver PFC kann deshalb zwar in niedrigeren Frequenzen trumpfen, im höherfrequenten Bereich aber bei etwa 10 bis 100 kHz zu EMV-Problemen neigen, wenn der Hersteller an Filtermaßnahmen spart. Aktive PFC erzwingt eine effiziente Filterung des Netzeingangs. Ansonsten können hochfrequente Störungen ins Stromnetz gelangen.

 

QTechnology QT-07400F


Beginnen möchten wir in diesem Test mit dem QTechnology QT-07400F Netzteil. Dabei handelt es sich um ein Semi-Passives-Netzteil. Das bedeutet, dass unter normalen Bedingungen kein Aktivlüfter für die Kühlung des Netzteils notwendig ist. Für den Notfall hat der Hersteller jedoch einen 60mm Lüfter integriert, der erst ab einer kritischen Temperatur aktiviert wird, um somit das Produkt für Hitzeschäden zu bewahren.

Lieferumfang

Zum Lieferumfang des Netzteils gehören ein Stromkabel und vier Schrauben.

Die Technik wurde in ein matt-schwarzes Gehäuse gepackt. Gespickt mit zahlreichen Löchern soll der Wärmetausch gewährleistet sein. So befindet sich auf jeder Seite des Netzteils das Lochblech. Darunter werden neben der Technik auch große schwarze Passivkühlerelemente sichtbar. Insgesamt bringt so das QTechnology Netzteil ein Gewicht von etwa 1,5kg auf die Waage.
Die Maße entsprechen denen eines Standard-ATX Netzteils.
Die Verarbeitung ist sehr gut. Es gibt keine scharfen Kanten oder Unebenheiten.
Eine LED auf der Netzteilaußenseite gibt Auskunft über den Betriebszustand des Netzteils und verfärbt sich je nachdem orange (Betrieb) oder grün (Standby).

 

Etwas vermissen wir den Ausschalter. Da sich sonst das Netzteil mit verbundenem Netzkabel 35 Watt Standby-Strom genehmigt.
Auf der Netzteilinnenseite sitzt der 60mm Lüfter.

Technische Daten (Herstellerangaben)

  • 400W

  • Active-PFC

  • 1 Lüfter (60mm schwarz)

  • 0 dBa (erst ab 85°C >25dBA)

  • Kabelummantelung nur des Hauptstromkabels

  • keine SLI / Crossfire Unterstützung

  • > 76% Effizienz

Anschlüsse

  • 4 x 4-Pin-Molex Stecker (ohne Easy-Plug-Technik)

  • 1 x Floppy-Stecker

  • 2 x S-ATA

  • 1 x 12V-P4-Anschluss

  • 1 x 12V-6-Pin-PCI-Express-Anschluss

  • 1 x 24/20-Pin-Hauptstromstecker

  • 0 x 8 Pin-EPS-Anschluss (Kombination aus P4 4Pin und zusätzlichen 4 Pin Anschluss)

  • 0 x 3-Pin-Kabel zur Übermittlung der Drehgeschwindigkeit des Lüfters

  • 0 x 4-Pin-Stecker für Gehäuselüfter

 

Im Bereich der Kabellänge war der Hersteller sehr großzügig. Alle Kabel sind mindestens 50cm lang. Das Hauptstromkabel mit dem 24/20Pin-ATX-Stecker weist eine Länge von 55cm auf.
Leider wurde nur das Hauptstromkabel mit einer Kabelummantelung versehen. Die restlichen Kabelstränge gehen leider leer aus.
Betrachtet man die Anzahl der Stecker etwas genauer, wird schnell klar, dass es bei Verwendung von diesem Produkt schnell zum einem Anschlussmangel kommen kann. Das Fehlen des zweiten PCI-Express-Stromanschlusses kann man zwar verkraften, man wird aber über die geringe Anzahl von Serial-ATA Stromsteckern verärgert sein.

 

Kühlung


Da es sich, wie eingangs erwähnt, um ein Semi-Passives-Netzteil handelt, werden keine störenden Geräusche durch einen Lüfter verursacht. Die erwärmte Luft kann dank des löchrigen Gehäuses schnell entweichen. Sollte das Netzteil jedoch auf Dauer so stark beansprucht werden, dass die Netzteilinnentemperatur über 85°C klettert, schaltet sich ein kleiner 60mm Lüfter dazu. Dieser befindet sich auf der Netzteilinnenseite und soll mit dem entstehenden Luftstrom dafür sorgen, dass die Temperatur gesenkt wird. Sollte das nicht helfen, schaltet sich das Netzteil automatisch ab.
In unserem Testcenter konnten wir jedoch diesen Zustand nicht erreichen. Die Netzteiltemperatur betrug im Durchschnitt ca. 55-60Grad. Ausgelesen wurden diese Werte mit Hilfe einer Infrarot-Temperaturpistole.


Testsystem

Wir haben den Kandidaten mit folgendem Testsystem geprüft:


Mainboard ASUS P5WD2-E Premium i975X
CPU Intel Pentium D 930 - 3GHz, 4MB, FSB 800MHz
Ram 2x1024MB G.Skill PC 8500
VGA GeForce 7800GTX 256MB PCI-Express
HDD 80 GB Samsung 7200, SATA 8MB
Gehäuse noname
Sonstiges "stromfressende" Komponente (Peltierelement an 12V) während der gesamten Messung

Das o.g. System inkl. Netzteil weist einen Strombedarf von etwa 140 (IDLE) bis ca. 370 Watt (Volllast) (abhängig vom Netzteil) auf. Unter Volllast wird besonders auf die Stabilität der Spannungen geachtet.
Ausgelesen wurden die Spannungen mit Hilfe eines Multimeters (Metex ME-31). Um das System auszulasten, wurde die Software Prime 95 und diverse Benchmarks eingesetzt, die teilweise parallel ausgeführt wurden.


Bei den Spannungen sind folgende Toleranzen erlaubt


ATX-Toleranz
+12V 5%
+5V 5%
+3,3V 5%
-12V 10%

Spannungstest

Die Spannungen bewegen sich im Rahmen der Toleranzen. Es gibt, wie aus folgender Tabelle ersichtlich wird, keine nennenswerten Abweichungen.


Minimum Maximum Durchschnitt
+12V 12,02 12,21 12,17
+5V 5,08 5,15 5,10
+3,3V 3,30 3,31 3,30

 

Leistungsaufnahme


0% 100% Standby ausgeschaltet
QTechnology QT-07400F 131W 247W 35,10W x


In Zeiten immer weiter steigender Energiekosten, machen sich ein paar Watt mehr auf der Jahresrechnung schnell bemerkbar. Gerade dann, wenn der PC tagtäglich läuft. Eine hohe Energieeffizienz ist also wünschenswert. Auch die Tatsache, dass bei einem ausgeschalteten Netzteil kein Strom mehr fließen sollte, ist ein erstrebenswertes Ziel. Wir haben das Netzteil auf dem o.g. System getestet. Die jeweilige Leistungsaufnahme haben wir mit einem Verbrauchsmessgerät der Firma brennstuhl ausgelesen.

Der Hersteller gibt eine Energieeffizienz von über 76% an. Das Netzteil soll die Stromkosten deutlich reduzieren. Im Vergleich zu anderen Netzteilen konnten wir eine niedrigere Leistungsaufnahme feststellen.


Fazit

QTechnology hat mit QT-07400F Netzteil ein geräuschloses Produkt auf den Markt gebracht, das sich auch bei großer Beanspruchung nicht ins Schwitzen bringen lässt. Für den Notfall schaltet sich ein 60mm Lüfter dazu, der einen Hitzeschaden abwenden soll.
Sowohl an der Verarbeitung, als auch an der Kabellänge gibt es nichts zu bemängeln. Nur stört die geringe Anzahl der Stecker, wie oben beschrieben, und auch die Tatsache, dass nur das Hauptstromkabel mit einer Kabelummantelung versehen wurde ist bei einem fast 150,- Euro teuren Netzteil unverständlich.

Pro

  • stabile Spannungen

  • hochwertige Verarbeitung

  • geräuschlos (0dBA)

  • Überhitzungsschutz

Contra

  • Anzahl der Anschlüsse

  • fehlende Kabelummantelung der Nebenstränge

  • keine SLI-/Crossfire-Unterstützung

  • stolzer Preis

  • kein Aus-Schalter