Levicom M-Power 450W im Test

Leistungsstarke Netzteile sind alleine nicht mehr ausschlaggebend für Kunden. Sie müssen auch besondere Features bieten, wie zum Beispiel ein Kabel-Management-System oder einer Lüftersteuerung.

Wir von Allround-PC haben uns in diesem Test einmal das M-Power Netzteils mit 450 Watt aus dem Hause Levicom etwas genauer angesehen. Es bietet neben o.g. Kabelsystem auch einen optional erhältlichen Controller, mit dem sich nicht nur angeschlossene Gehäuselüfter steuern lassen. Mehr dazu erfahren Sie im folgenden Review.

 

 

Technische Details


  +3,3V +5V +12V
(1-4)
kombiniert
-12V -5V +5 sb

Gesamt-leistung


Preis

Chieftec
CFT-560A-12C
28A 30A 38A 0,5A k.A. 2,5A 560W

~100€


 


Lieferumfang

Zum Lieferumfang des Netzteils gehören neben einem Stromkabel und einem Übertragungskabel für die Lüfterdrehgeschwindigkeit auch vier schwarze Thumbscrews und vier normale, ebenfalls schwarz gefärbte Schrauben. Auch ein Handbuch in mehreren Sprachen wird beigelegt.
Da es sich wie bereits um ein so genanntes kabelloses Netzteil handelt, liefert der Hersteller die Kabel extra, die je nach Bedarf mit dem Netzteil verbunden oder wieder getrennt werden können.

Optional erhältlich ist der für die Netzteil M-Power Serie M-Controller. Neben diversen Stromkabeln, mit denen die Systemlüfter verbunden werden können, wird noch ein Signalkabel mitgeliefert. Dieses wird mit der entsprechenden Schnittstelle am Netzteil verbunden. Womit wir schon beim ersten Knackpunkt wären, aber dazu später mehr.

 

 


 

Design

Das Netzteil wurde in einem schicken Alu-Gehäuse im silbernen Look gepackt. Dabei besitzt die Netzteiloberfläche Rinnen, die eine Oberflächenvergrößerung darstellen und somit die Wärmeabgabe an das Gehäuse verbessern sollen.
Es gibt zwar keine scharfen Kanten, aber ist insgesamt die Verarbeitung nicht mittelmäßig. Die Seitenenden stehen etwas über. Auch die Schrauben des integrierten 120mm Lüfter verschwinden nicht ganz im Netzteilgehäuse.
Auf der Netzteilaußenseite ist ein großes schwarzes Lochblech vorzufinden. Durch die Löcher soll die erwärmte Luft des Netzteils entweichen können. Direkt daneben ist der für Levicom übliche große silberne Button vorzufinden, mit dem man das Netzteil Ein- bzw. Ausschalten kann. Optisch unterstützt wird der Schalter durch einen halb transparenten Plexiglasring, der mit einer blauen LED ausgestattet wurde. Der Ring erstrahlt beim Betrieb des Netzteils, besonders bei Dunkelheit, in einem hellen blau.
Auf der gegenüberliegenden Seite sind die Anschlüsse für das Kabel-Management-System vorzufinden. Alle Anschlüsse unterscheiden sich in der Form, sodass eine Verwechselung gänzlich ausgeschlossen werden kann. Wie auch die Stecker, die in die jeweiligen Anschlüsse an den Laufwerken oder dem Mainboard angeschlossen werden, haben die Ports die selbe Form.
Dabei ist es egal wie rum zum Beispiel das ATX-Stromkabel angeschlossen wird.
Das Anschließen der Kabel an die jeweiligen Ports erwies sich jedoch bei unserem Testobjekt als wahren Kraftakt. Zum Beispiel musste das große ATX-Stromkabel mit Gewalt in den Anschluss gesteckt werden. Erst dachten wir, dass etwas mit der Form nicht stimmt, doch dies stellte sich als Fehleinschätzung heraus. Wir haben die Vermutung, dass die Stecker oder die Anschlüsse so schlecht produziert worden sind, dass eine genaue Passform nicht erzielt werden kann, bzw. nur dann wenn die Stecker mit großem Druck förmlich auf die Ports gepresst werden. Hier sollte der Hersteller noch einmal gründlich nacharbeiten.
Neben den Stromanschlüssen ist auch die bereits erwähnte Schnittstelle für das Control-Panel vorhanden. Auch hat der User die Möglichkeit über einen kleinen Schalter die beiden 12V Leitungen zu kombinieren, um somit auf einer Leitung die Leistung zu steigern.



   
   
   


Technische Daten (Herstellerangaben)

  • 450W

  • Active-PFC

  • 1 Lüfter (120mm schwarz, sitzt auf Gummipuffer)

  • Kabelummantelung aller Kabelstränge (Kupferabschirmung)

  • Kabelloses System

  • SLI / Crossfire Unterstützung

  • Gewicht ca. 1,9kg

Anschlüsse

  • 9 x 4-Pin-Stecker (mit Easy-Plug-Technik)

  • 1 x Floppy-Stecker

  • 4 x S-ATA

  • 1 x 12V-P4-Anschluss

  • 2 x 12V-6-Pin-PCI-Express-Anschluss (ein Anschluss mittels Adapter verfügbar)

  • 1 x 24/20-Pin-Hauptstromstecker

  • 1 x 8 Pin-EPS-Anschluss (Kombination aus P4 4Pin und zusätzlichen 4 Pin Anschluss)

  • 1 x 3-Pin-Kabel zur Übermittlung der Drehgeschwindigkeit des Lüfters

  • 0 x 4-Pin-Stecker für Gehäuselüfter


   

Die Kabellänge der Stromkabel kann mit mehr als 60cm als ausreichend betrachtet werden. Nur das Hauptstrom-ATX-Kabel ist mit 45cm etwas zu kurz geraten, sowie das Kabel, dass eine Verbindung zwischen dem Netzteil und dem Controller herstellt. Es kann sogar schon in Midi Gehäusen, dazu kommen, dass der Controller in seinem 5,25" großen Schacht versetzt werden muss, damit ein Verbinden über den kürzesten Weg noch möglich ist.
Alle Kabelstränge bieten eine aus Kupfer und Kunststoff gefertigte Ummantelung. Dabei ist der Kunststoff transparent und dementsprechend sichtbar ist die Ummantelung darunter. Die Kabel sind optisch sehr ansprechend und lassen sich gerade bei Gehäusen mit Seitenfenster gut präsentieren.


 

Der M-Controller des Levicom Netzteils besitzt in der Mitte ein großes Display, das eine blaue Hintergrundbeleuchtung besitzt. Rechts und links daneben befinden sich zwei große silberne Knöpfe, die sich drehen lassen und für die Steuerung der insgesamt sechs Lüfter zuständig sind. Dabei lassen sich jeweils drei Lüfter pro Seite regulieren. (60%,80% oder 100%) Wahweise automatisch oder auch manuell.
Unter dem Display befinden sich drei Potiometer, mit denen sich die Spannungen verändern lassen. Die Spannungen der 3,3V-, der 5V oder der 12V-Leitung können innerhalb der folgenden Toleranzen verändert werden. Ein kleiner mitgelieferter Schraubendreher erleichtert das Drehen der Regler.

  • 3,3V: von 3,2 - 3,4V

  • 5V: von 4,9 - 5,1V

  • 12V: von 11,7 - 12,3V

Links und rechts neben dem Display sind zudem jeweils zwei Schalter vorzufinden. Mit denen lassen sich die Alarmoptionen und die Lüftergeschwindigkeiten einstellen.
Auf dem Display selber werden dem User folgende Informationen ausgegeben:

  • Stromaufnahme des Netzteils inkl. Computer

  • Spannung der 3,3V, 5V, 12V, -12V, 5VSB- Leitung

  • Power Good-Wert in ms

Die Verbrauchsanzeige weicht um ca. 20W von der tatsächlichen Aufnahme ab. So ermittelten wir mit unserem Messgerät eine Aufnahme von 142W, das Display zeigte jedoch nur einen Wert von 124W an. Bei den Spannungen wichen die Werte ca. um 0,1-0,2V ab.

 

Kühlung

Das Netzteil verfügt über einen integrierten 120mm Lüfter, der sich auf der Netzteilunterseite befindet und nicht nur zur Kühlung des Netzteils und dessen Komponenten dienen soll. Auch soll die erwärmte Luft aus dem Tower hinaus befördert werden. Da der Lüfter automatisch reguliert wird, ist dieser kaum zu hören. Auch bei großer Beanspruchung des Systems arbeitet der Lüfter fast flüsterleise.

 


Testsystem

Wir haben den Kandidaten mit folgendem Testsystem geprüft:


Mainboard ASUS P5WD2-E Premium i975X
CPU Intel Pentium D 930 - 3GHz, 4MB, FSB 800MHz
Ram 2x1024MB G.Skill PC 8500
VGA GeForce 7800GTX 256MB PCI-Express
HDD 80 GB Samsung 7200, SATA 8MB
Gehäuse noname
Sonstiges "stromfressende" Komponente (Peltierelement an 12V) während der gesamten Messung

Das o.g. System inkl. Netzteil weist einen Strombedarf von etwa 140 (IDLE) bis ca. 370 Watt (Volllast) (abhängig vom Netzteil) auf. Unter Volllast wird besonders auf die Stabilität der Spannungen geachtet.
Ausgelesen wurden die Spannungen mit Hilfe eines Multimeters (Metex ME-31). Um das System auszulasten, wurde die Software Prime 95 und diverse Benchmarks eingesetzt, die teilweise parallel ausgeführt wurden.

Bei den Spannungen sind folgende Toleranzen erlaubt


  ATX-Toleranz
+12V 5%
+5V 5%
+3,3V 5%
-12V 10%

 


Spannungstest

Die Spannungen bewegen sich im Rahmen der Toleranzen. Es gibt, wie aus folgender Tabelle ersichtlich wird, keine nennenswerten Abweichungen.

 


  Minimum Maximum Durchschnitt
+12V 12,35 12,37 12,36
+5V 5,09 5,10 5,09
+3,3V 3,29 3,32

3,30


Leistungsaufnahme

  0% 100% Standby ausgeschaltet
QTechnology QT-07400F 131W 247W 35,10W x
Nexus NX-5000 149W 269W 23,40W 11,70W
Xilence Power 600W 139W 273W 23,30W 16,31W
be quiet Straight-power 550W 137W 244W 23,30W 0,00W
Levicom M-Power 450W 142W 270W 29,60W 16,00W


In Zeiten immer weiter steigender Energiekosten, machen sich ein paar Watt mehr auf der Jahresrechnung schnell bemerkbar. Gerade dann, wenn der PC tagtäglich läuft. Eine hohe Energieeffizienz ist also wünschenswert. Auch die Tatsache, dass bei einem ausgeschalteten Netzteil kein Strom mehr fließen sollte, ist ein erstrebenswertes Ziel. Wir haben das Netzteil auf dem o.g. System getestet. Die jeweilige Leistungsaufnahme haben wir mit einem Verbrauchsmessgerät der Firma brennstuhl ausgelesen.

Des Weiteren ist uns aufgefallen, dass das Netzteil im Standby-Modus einen leises Summen von sich gibt. Sobald der PC jedoch gestartet wird, verschwindet das Summern wieder.

 


Fazit

Neben genannten Qualitätsmängel wie z.B. Verarbeitung des Netzteilgehäuses oder auch der Stromports konnte das Netzteil durch seinen leisen Lüfter und den vielen Anschlussmöglichkeiten überzeugen. Der optionale M-Controller erwies als nützlicher Helfer zur Regulierung von Lüftern. Das Regulieren der Spannungen kann jedoch als nebensächlich angesehen werden, ist aber für diejenigen, die auf eine stabile Spannungsversorgung angewiesen sind, wie zum Beispiel Overclocker, doch nützlich.
Das kurze ATX- und Controller-Kabel trübten jedoch unseren Eindruck. Positiv ist aber der Preis von 99,-€ zu bewerten. Das M-Control-Panel gibt es es 39,- Euro zu kaufen.

Pro:

  • stabile Spannungen
  • optionaler Fancontroller
  • Preis
  • leiser Lüfter (sitzt auf Gummipuffer)
  • viele Anschlüsse
  • Kabel-Management-System

Contra:

  • Verarbeitungsmängel
  • kurzes ATX- und Controllerkabel
  • Netzteil summt im Standby-Modus


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