Technik - Was ist PFC?
Die Leistungsfaktorkorrektur (PFC, Power Factor Correction oder Compensation) beseitigt die Spannungsspitzen, die sich schädlich auf das Stromnetz auswirken. Ursache für Stromoberschwingungen ist die hohe Anstiegsgeschwindigkeit des Eingangsstroms in den Spannungsspitzen. Diese lässt sich ganz simpel durch Einfügen einer "Drossel" begrenzen und so kommt man zum einfacheren Verfahren der passiven PFC.
Die "Drossel-Modelle" sind jedoch sehr groß und müssen auch weiter wachsen, je höher die Leistung des Netzteils wird. Aus diesem Grunde kommen sie meist nur bei Netzteilen mit geringer Leistung zum Einsatz, da sich ihre Größe andernfalls negativ auf Gewicht und Kühlung auswirken würde. Die effizientere, aber teurere Variante stellt eine aktive PFC dar: Ein zusätzlich in den Primärkreis eingeschleifter PWM-Schaltregler sorgt für eine nahezu sinusförmige Stromaufnahme. Allerdings enthält der durch die Pulsbreitenmodulation `künstlich´ erzeugte Strom erhebliche hochfrequente Anteile; ein Netzteil mit aktiver PFC kann deshalb zwar in niedrigeren Frequenzen trumpfen, im höherfrequenten Bereich aber bei etwa 10 bis 100 kHz zu EMV-Problemen neigen, wenn der Hersteller an Filtermaßnahmen spart. Aktive PFC erzwingt eine effiziente Filterung des Netzeinganges. Ansonsten können hochfrequente Störungen ins Stromnetz gelangen.
Lieferumfang
Zum Lieferumfang des Netzteils gehört ein Stromkabel und vier Schrauben.
Die Optik dieses Netzteils ist sehr ansprechend. Das schwarz-matte Gehäuse besitzt die kompakten Maße von 14 x 15 x 8,5cm. Alle Kanten wurden abgerundet, sodass keine scharfen Ecken vorzufinden sind. Auch deutet der restliche Eindruck auf eine sehr gute Verarbeitung hin.
Auf der Netzteilrückseite sind wabenartige Lüftungslöcher vorzufinden, die ein Entweichen der erwärmten Luft ermöglichen soll.
Ein Blick ins Innere des Netzteils lässt zwei große, silberne Passivkühlelement sichtbar werden. Des Weiteren verfügt das Raidmax Netzteil über einen 12cm Lüfter, auf den ich aber später genauer eingehen werde.

Technische Daten
-
450W
-
Passive-PFC
-
1 Lüfter (120mm transparent inkl. blauer LEDs)
-
dBA (keine Angabe) Allround-PC Messung= ~ 35dBA
-
Kabelummantelung des Hauptkabelstrangs
Anschlüsse
-
4 x 4-Pin-Stecker (ohne Easy-Plug-Technik)
-
2 x Floppy-Stecker
-
1 x S-ATA
-
1 x 12V-P4-Anschluss
-
1 x 12V-6-Pin-PCI-Express-Anschluss
-
1 x 24/20-Pin-Hauptstromstecker
-
0 x 8 Pin-EPS-Anschluss (Kombination aus P4 4Pin und zusätzlichen 4 Pin Anschluss)
-
0 x 3-Pin-Kabel zur Übermittelung der Drehgeschwindigkeit des Lüfters

Im Bereich der Kabellänge war der Hersteller leider nicht sehr großzügig. So beträgt die maximale Kabellänge ca. 60cm. Das Hauptstrom-ATX-Kabel ist zudem mit knapp 35cm deutlich zu kurz geraten, sodass es bei der Installation in Bigtowern zu Problemen kommen kann.
Nur das Hauptstromkabel hat eine Kabelummantelung spendiert bekommen, alle anderen Kabel gehen leer aus.
Insgesamt stehen dem User vier 4polige-Stecker zur Verfügung. Auch eine PCI-Express-Grafikkarte mit entsprechendem Anschluss kann mit Strom versorgt werden. Wer Besitzer eines SATA-Raid-Systems ist, wird bei Verwendung dieses Netzteils Probleme bekommen, sofern er nicht über einen Stromadapter verfügt, da das PX-4450K nur einen SATA-Stromstecker besitzt.
Der ATX-Stecker besteht aus insgesamt 24 Pins, wovon vier Pins einfach vernachlässigt werden können, sodass das Netzteil auch an 20Pin-Anschlüssen angebunden werden kann.
Kühlung
Ein großer transparenter Aktivlüfter, der sich auf der Unterseite des 450W Netzteils befindet, soll für ausreichend Frischluft sorgen. Ausgestattet mit blauen LEDs erstrahlen Teile des Netzteils und des Gehäuses in hellem Blau. Leider macht der Hersteller keine Angaben zu der Umdrehungsgeschwindigkeit bzw. der Lautstärke. Unsere Messungen haben jedoch einen Geräuschpegel von etwa 30dBA ergeben, was auch unseren subjektiven Eindruck bestätigt. Ein Brummen des Lüfters ist hörbar.
Testsystem
Wir haben den Kandidaten mit folgendem Testsystem geprüft:
| Mainboard |
Gigabyte GA-8I955X Pro |
| CPU |
Intel Pentium D 830 - 3GHz, 2MB, FSB 800MHz |
| Ram |
2x512MB Corsair PC 8000 |
| VGA |
GeForce 6600GT 128MB PCI-Express |
| HDD |
80 GB Samsung 7200, SATA 8MB |
| Gehäuse |
noname |
| Sonstiges |
"stromfressende" Komponente (Peltierelement an 12V) während der gesamten Messung |
Das o.g. System inkl. Netzteil weist einen Strombedarf von etwa 160 (IDLE) bis ca. 340 Watt (Volllast) (abhängig vom Netzteil) auf. Unter Volllast wird besonders auf die Stabilität der Spannungen geachtet.
Ausgelesen wurden die Spannungen mit Hilfe eines Multimeters (Metex ME-31). Um das System auszulasten, wurde die Software Prime 95 und diverse Benchmarks eingesetzt, die teilweise parallel ausgeführt wurden.
Bei den Spannungen sind folgende Toleranzen erlaubt
| |
ATX-Toleranz |
| +12V |
5% |
| +5V |
5% |
| +3,3V |
5% |
| -12V |
10% |
Spannungstest
Die Spannungen bewegen sich im Rahmen der Toleranzen. Es gibt, wie aus folgender Tabelle ersichtlich wird, keine nennenswerten Abweichungen.
| |
Minimum |
Maximum |
Durchschnitt |
| +12V |
11,90 |
12,14 |
12,04 |
| +5V |
5,17 |
5,26 |
5,21 |
| +3,3V |
3,21 |
3,28 |
3,26 |
Leistungsaufnahme
|
0% |
100% |
Standby |
aus-geschaltet |
| HKC USP-400W |
184W |
353W |
13,80W |
6,84W |
|
HKC SVP-450W
|
182W |
345W |
13,80W |
6,87W |
| Ultron UN-550PFC |
185W |
314W |
22,83W |
13,98W |
| TT 550W |
182W |
310W |
36,80W |
16,17W |
ETASIS EFN-560W |
152W |
290W |
20,7W |
0,00W |
Spire SP-600W |
164W |
294W |
18,32W |
6,87W |
Codegen 480W |
192W |
335W |
20,43W |
15,96W |
be quiet 530W |
150W |
269W |
18,16W |
0,00W |
| RX-450K |
179W |
334W |
16,24W |
0,00W |
In Zeiten immer weiter steigender Energiekosten, machen sich ein paar Watt mehr auf der Jahresrechnung schnell bemerkbar. Gerade dann, wenn der PC tagtäglich läuft. Eine hohe Energieeffizienz ist also wünschenswert. Auch die Tatsache, dass bei einem ausgeschalteten Netzteil kein Strom mehr fließen sollte, ist ein erstrebenswertes Ziel. Wir haben das Netzteil auf dem o.g. System getestet. Die jeweilige Leistungsaufnahme haben wir mit einem Verbrauchsmessgerät der Firma brennstuhl ausgelesen.
Fazit
Das Raidmax RX-450K konnte in unserem Test nicht richtig überzeugen. Zwar stimmt die Verarbeitung und auch der blau-beleuchtete Lüfter erzeugt einen tollen Leuchteffekt, jedoch trübten die kurzen Kabel, und die geringe Anzahl von Steckern unseren Eindruck. Der Preis von knapp 60,- Euro ist ebenfalls etwas zu hoch angesetzt.
Pro:
-
stabile Spannungen
-
hochwertige Verarbeitung
-
beleuchteter Lüfter
Contra:
-
unzureichend Anschlüsse
-
keine Kabelummantelung
-
kurze Kabel
Das Raidmax RX-450K gibt zu einem Preis von 59,90 Euro hier zu kaufen.