Sechs neue Netzteile im Allround-PC Test


Schon seit längeren hatten wir kein Fanless-Netzteil mehr im Test, sodass uns der Hersteller ETASIS ein entsprechendes Produkt zur Verfügung stellte.

 

ETASIS ET EFN-560W

Lieferumfang

Zum Lieferumfang des Netzteils gehört ein Stromkabel, ein 24-Pin auf 20-Pin-Adapter, vier Schrauben, eine Anleitung und ein PCI-Express-Stromadapterkabel. (3x4pol. auf 6-Pin PCI-Express)

Bei dem ETASUS ER EFN-560W Netzteil handelt es sich zwar um ein Fanless-Netzteil, jedoch besitzt es einen 80mm Lüfter, der im Falle einer Überhitzung das Netzteil vor dem Hitztod bewahren soll.

Wie auch der Vorgänger, den wir in diesem Test unter die Lupe genommen haben, sitzt die Technik des Netzteils in einem großen, grauen Aluminium-Gehäuse. Auf den beiden Längsseiten und der Ober- sowie auch der Unterseite ist eine Struktur vorzufinden, die jener eines großen Passivkühlkörpers, wie er z.B. auf Mainboardchipsätzen vorzufinden ist, ähnelt.
Auf der Rückseite, die sich nach dem Einbau im Inneren des PCs befindet, ist hinter einem Kunststoffaufsatz eine wabenartige Struktur zu erkennen. Diese soll zur Kühlung der Inneren Komponenten beitragen. Ein 80mm Lüfter unterstützt ab einer gewissen Netzteiltemperatur die Kühlung im deutlich hörbaren Bereich. Auf der gegenüberliegenden Seite, auf der sich bei Konkurrenzprodukten normalerweise ein Lüfter befindet, ist ein zusätzliches passives Kühlelement anzutreffen. Nur sehr kleine Löcher ermöglichen der erwärmten Luft zu entweichen, sodass der Lüfter auf der anderen Seite die Luft ins Netzteil presst, diese jedoch aufgrund des hohen Luftwiderstandes schlecht entweichen kann.
Hier wäre es besser gewesen, deutlich besser dimensionierte Lüftungsschlitze einzuarbeiten, sodass ein Luftfluss entstehen kann.
Neben dem Netzeingang und dem On-/Off-Schalter befinden sich noch zwei Status-LEDs am Netzteil. Eine LED zeigt dem User den allgemeinen Betriebsbereitschaftszustand an. Eine weitere LED warnt hingegen den User, das Netzteil zu berühren solange diese LED aufleuchtet. Aufgrund der wärmeleitenden Eigenschaften des Gehäuses besteht für Finger und Hände Verbrennungsgefahr.
In unserem Test ermittelten wir mit Hilfe eines Infrarot-Thermometers eine maximale Gehäusetemperatur von etwa 60 Grad.

Ein bulliges Netzteil mit einem Aluminium-Gehäuse bringt 2,8kg auf die Waage. Ein zusätzlicher Lüfter springt im Notfall mit ein.
Die beim Vorgänger bemängelten scharfen Kanten konnten wir bei diesem Modell nicht mehr vorfinden.


Technische Daten

  • 550W

  • Passive-PFC

  • 1 Lüfter (80mm, schwarz)

  • Kühlung durch Wärmeableitung über das Netzteilgehäuse

  • ~ 0-30 dBA (temperaturabhängig)

  • Zwei Status-LEDs

Anschlüsse

  • 6 x 4-Pin-Stecker

  • 2 x Floppy-Stecker

  • 2 x S-ATA

  • 1 x 12V-P4-Anschluss

  • 1 x 12V-6-Pin-PCI-Express-Anschluss (nur mit Adapter)

  • 1 x 24/20-Pin-Hauptstromstecker (nur mit Adapter)

  • 0 x 8 Pin-EPS-Anschluss (Kombination aus P4 4Pin und zusätzlichen 4 Pin Anschluss)

  • 0 x 3-Pin-Kabel zur Übermittelung der Drehgeschwindigkeit des Lüfters

  • 0 x 4-Pin-VGA/HDD-Anschluss

 

PCI-Express Stromadapter (3x4-Pin auf 1x 6-Pin)

Die Kabel des ETASIS EFN-560 sind mit bis zu 50 cm ausreichend lang. Somit würde sich das Netzteil auch für den Einsatz in Big-Towern eignen. Das ATX-Hauptstromkabel weist noch eine Länge von 45 cm auf.
Damit das Netzteil auch in Verbindung mit neueren Mainboards verwendet werden kann, die einen 24-Pin Port besitzen liefert der Hersteller einen 20-Pin auf 24-Pin Adapter mit. Auch ein 6-Pin-PCI-Express-Anschluss wird nicht von Haus aus geboten. So wird der Anschluss einer Grafikkarte erst mittels eines Adapters, der jedoch mitgeliefert wird, ermöglicht.
Alleine der Hauptstrang weist eine schwarze Kabelummantelung auf, die Nebenstränge müssen ohne auskommen. Jedoch wurden diese Kabel gedreht, sodass sie sich besser verlegen lassen.
Auch bei diesem Modell sind nur zwei Serial-ATA-Stromstecker anzutreffen. Ohne Adapter kann es in neueren Systemen mit entsprechenden Laufwerken schnell einmal eng werden.

Kühlung


Wie bereits erwähnt, funktioniert die Kühlung hauptsächlich durch die Ableitung der Wärme über das Netzteilgehäuse. Somit muss auch Vorsicht geboten werden, möchte man das Netzteil nach dem Betrieb berühren. Eine LED (rot) zeigt eine Warnung an.
Vorteil dieser Kühlmethode ist natürlich der geräuschlose Betrieb des Netzteils. Sollte jedoch eine kritische Temperatur von 75 Grad überschritten werden, schaltet sich automatisch ein 80mm Lüfter dazu. Dieser ist mit ca. 35dBA deutlich hörbar und man ist froh, wenn er sich wieder abschaltet. Dies geschieht, sobald die Temperatur auf 62 Grad gesunken ist.
Nach einer Testdauer von ca. 30 Minuten unter Volllast konnten wir mit der Temperaturpistole eine Netzteilgehäusetemperatur von 50 Grad messen.

Spannungstest

Die Spannungen bewegen sich im Rahmen der Toleranzen. Es gibt, wie aus folgender Tabelle ersichtlich wird, keine nennenswerten Abweichungen.


Minimum Maximum Durchschnitt
+12V 11,65 11,78 11,72
+5V 5,03 5,05 5,03
+3,3V 3,23 3,26 3,25

Leistungsaufnahme


0% 100% Standby aus-geschaltet
ETASIS
EFN-560W
152W 290W 20,7W 0,00W

Fazit


Mit dem EFN-560 beweist der Hersteller ETASIS, dass es möglich ist, auch High-End-Systeme mit einem Fanless Netzteil zu betreiben. Der lüfterlose Betrieb schont die Ohren. Sollte eine kritische Temperatur überschritten werden, schaltet sich ein lauter 80mm Lüfter dazu.
Die Verarbeitung des Gehäuses ist sehr gut. Trotz der großen Menge an Metall, das zum Einsatz kommt, gehören scharfe Kanten bei diesem Produkt der Vergangenheit an.
Etwas schade ist jedoch, dass das Netzteil nur über Adapter ein Anschließen einer PCI-Express-Grafikkarte ermöglicht. Auch meinen wir, dass die Anzahl an zwei Serial-ATA-Steckern zu niedrig angesetzt ist.
Der User muss abwägen, ob er ein völlig lüfterloses System haben möchte, und auch bereit ist, dafür einen relativ hohen Preis zu zahlen, oder ob er sich damit begnügt, ein Netzteil mit Lüfter für deutlich weniger Euro zu kaufen. Dass es auch mit Lüfter leise geht, zeigt z.B. der Hersteller Ultron.

Pro:

  • stabile Spannungen

  • großer 120mm Lüfter (leise)

  • kompakt

  • 0 dBA Geräuschentwicklung im normalen Betrieb

  • Wärmeableitung über das Gehäuse

  • hochwertige Verarbeitung


Contra:

  • hohes Gewicht

  • Preis (für das Produkt aber gerechtfertigt)

  • nur 2 SATA-Stecker

  • (lauter Lüfter)


Das gibt zu zu einem Preis von 159,90€ hier zu kaufen.

 


Spire SP-600W - RockeTeer VI

Bei unserem letzten Testkandidaten handelt es sich um das Spire SP-600W Netzteil.

Lieferumfang

Dem Netzteil legt der Hersteller ein Stromkabel, vier Schrauben, eine Anleitung und sechs Kabelbinder bei.

Die Kabelbinder sind besonders praktisch, um die Kabel sauber im System zu verlegen.

Das Spire Netzteil ist mit seinen Maßen von 16 x 15 x 8,5 cm deutlich größer, als z.B. das Thermaltake Toughpower. Die titan-farbene Gehäuseoberfläche des Netzteils vermittelt einen edlen Eindruck. Die Verarbeitung ist so hochwertig, dass man sich in ihr spiegeln kann. Leider sind nach dem Einbau eines solchen Netzteils auch erste Kratzer auf dieser Oberfläche sichtbar.
Auf der von vorne gesehnen linken Seite hat sich der Hersteller mit dem Firmenlogo im Gehäuse verewigt.
Das 600 Watt starke Netzteil besitzt ein so genanntes modulares Kabelsystem. D.h. der User hat die Qual der Wahl zu entscheiden, welche Kabel in seinem System benötigt werden und welche nicht. Der jedem bekannte Kabelsalat gehört somit der Vergangenheit an. Zudem fällt die Beeinträchtigung des Luftstroms im Gehäuse dank weniger Kabel geringer aus.
Auf der Netzteilaußenseite sind neben dem 80mm Lüfter noch ein On-/Off-Schalter, eine Status-LED und ein grüner Knopf zu finden.
Auf die Funktion des grünen Button werden wir später genauer eingehen.

Die spiegelnde Oberfläche macht einen schicken Eindruck, ist aber auch anfällig für Kratzer.
Das Netzteil verfügt über insgesamt acht Ports.

Technische Daten

  • 600W

  • Active-PFC

  • 2 Lüfter (80 und 120mm, transparent)

  • ~ 10-19 dBA (temperaturabhängig)

  • Dual 12V Leitungen

  • Modulares Kabelsystem

  • abgeschirmte Kabel

  • SLI-/Crossfire-fähig

Anschlüsse

  • 5 x 4-Pin-Stecker

  • 2 x Floppy-Stecker

  • 4 x S-ATA

  • 1 x 12V-P4-Anschluss

  • 2 x 12V-6-Pin-PCI-Express-Anschluss

  • 1 x 24/20-Pin-Hauptstromstecker

  • 1 x 8 Pin-EPS-Anschluss (Kombination aus P4 4Pin und zusätzlichen 4 Pin Anschluss)

  • 0 x 3-Pin-Kabel zur Übermittelung der Drehgeschwindigkeit des Lüfters

  • 0 x 4-Pin-VGA/HDD-Anschluss

Die Ummantelung der Kabel macht diese leider etwas unflexibel.

 

 

ATX-Stecker 24-/20-Pin und P4 4-Pin auf 8-Pin EPS Stecker


Das ATX-Hauptstrom- und das 4-/8-Pin-Kabel befindet sich bereits fest am Netzteil. Die Länge von 50 cm ist ausreichend.
Über die acht blauen Stromports am Netzteil können die Kabel mit dem Netzteil verbunden werden. Dabei ist es nicht wichtig, welcher Port belegt wird. Um eine Verwechselung bei den beiden PCI-Express-Stromkabeln zu vermeiden - da beide den selben Stecker aufweisen, sowohl vorne als auch am gegenüberliegenden Ende - wurden diese Kabel zudem mit einer Beschriftung versehen.
Auch die Nebenstränge sind bis zu 55 cm lang.
Alle Kabel weisen eine silberne Ummantelung auf, die u.a. verhindern soll, dass elektromagnetische Störungen an die Umgebung abgegeben werden. Durch diese Ummantelung sind die Kabel jedoch sehr unflexibel und lassen sich nur schwer im Gehäuse verlegen. Mit Verzicht auf die Abschirmung wäre eine Verwendung von flexiblerem Material für die Ummantelung, wie es auch beim Thermaltake Toughpower zum Einsatz kommt, wünschenswert.

Kühlung


Der Hersteller setzt bei der Kühlung auf zwei Aktivlüfter. Der 80mm Lüfter sitzt dabei auf der Netzteilrückseite und die 120er Version auf der Unterseite, die sich in der Regel direkt über dem CPU-Cooler befindet. Beide Lüfter sind mit blauen LEDs ausgestattet und weisen somit ein transparentes Kunststoffgehäuse auf.
Auch bei diesem Modell macht der Hersteller leider keine Angaben zur Arbeitsgeschwindigkeit der Lüfter. Jedoch wird die Geräuschentwicklung angegeben. So soll diese zwischen 10 und 19 dBA betragen.
Im Normalbetrieb arbeiten beide Lüfter im nicht-hörbaren Bereich. Eine interne Lüftersteuerung sorgt dafür, dass die Lüfter nicht überhitzen. Mit Hilfe des bereits erwähnten grünen Buttons auf der Netzteilaußenseite, ist es auch möglich, die Lüfter konstant mit hoher Drehzahl und daraus resultierendem hohen Geräuschpegel zu betreiben. Die vom Hersteller angegebenen 19 dBA erscheinen ziemlich unrealistsisch. Auch unser Schallpegelmessgerät bestätigte unseren subjektiven Eindruck. Wir ermittelten Werte zwischen 25 und 30 dBA.



Spannungstest

Die Spannungen bewegen sich im Rahmen der Toleranzen. Es gibt, wie aus folgender Tabelle ersichtlich wird, keine nennenswerten Abweichungen.


Minimum Maximum Durchschnitt
+12V 12,08 12,25 12,19
+5V 5,15 5,17 5,14
+3,3V 3,21 3,24 3,24

Leistungsaufnahme


0% 100% Standby aus-geschaltet
Spire
SP-600W
164W 294W 18,32W 6,87W

Fazit


Das Spire SP-600W ist ein Gaming-Netzteil, dass u.a. durch seine guten Leistungseigenschaften und durch die SLI- bzw. Crossfire-Unterstützung punkten soll. Die Verarbeitung und Optik des Netzteilgehäuses laden ebenso zum Kauf ein, wie das modulare Kabelsystem. Leider sind die Kabel durch die EMI-Abschirmung etwas zu störrisch und lassen sich somit nur schlecht im Gehäuse verlegen.
Die Kabellänge ist sonst ausreichend und auch die Anzahl der Stecker kann überzeugen.
Beide Lüfter sind natürlich beleuchtet und arbeiten dank der Lüftersteuerung angenehm leise. Lediglich bei der Angabe der max. Geräuschentwicklung hat der Hersteller etwas geschummelt. Hier mussten wir bei Betätigung des grünen Buttons auf der Netzteilrückseite feststellen, dass beide Lüfter doch etwas mehr als 19 dBA an Lärm erzeugen. Hier sollte Spire die notwendigen Angaben korrigieren.

Pro:

  • stabile Spannungen

  • Stecksystem

  • leiser Lüfter (Normalbetrieb)

  • SLI- / Crossfirefähig


Contra:

  • kratzempfindliche Oberfläche

  • unflexible Kabel


Das Netzteil gibt es in Deutschland noch nicht zu kaufen. Sobald dies der Fall sein wird, werden wir dies hier veröffentlichen.

Alle Ergebnisse auf einen Blick:

HKC USP-400W


Minimum Maximum Durchschnitt
+12V 11,67 11,84 11,77
+5V 5,07 5,10 5,08
+3,3V 3,24 3,28 3,26


HKC SVP-450W


Minimum Maximum Durchschnitt
+12V 11,70 11,84 11,78
+5V 5,08 5,09 5,08
+3,3V 3,24 3,29 3,26


Ultron UN-550PFC


Minimum Maximum Durchschnitt
+12V 11,98 12,09 12,06
+5V 5,12 5,15 5,13
+3,3V 3,26 3,02 3,30


Thermaltake ToughPower 550W


Minimum Maximum Durchschnitt
+12V 12,17 12,19 12,18
+5V 5,01 5,03 5,01
+3,3V 3,22 3,28 3,23


ETASIS ET EFN-560W


Minimum Maximum Durchschnitt
+12V 11,65 11,78 11,72
+5V 5,03 5,05 5,03
+3,3V 3,23 3,26 3,25


Spire SP-600W - RockeTeer VI


Minimum Maximum Durchschnitt
+12V 12,08 12,25 12,19
+5V 5,15 5,17 5,14
+3,3V 3,21 3,24 3,24


 


0% 100% Standby aus-geschaltet
HKC USP-400W 184W 353W 13,80W 6,84W
HKC SVP-450W 182W 345W 13,80W 6,87W
Ultron UN-550PFC 185W 314W 22,83W 13,98W
TT Tough-power 182W 310W 36,80W 16,17W
ETASIS
EFN-560W
152W 290W 20,7W 0,00W
Spire
SP-600W
164W 294W 18,32W 6,87W


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