Vier neue Netzteile im Test

Die Auswahl des richtigen Netzteils hängt von vielen Faktoren ab. Möchte man sich einen einfachen Office-PC zulegen, dürfte in der Regel ein 350 Watt starkes Netzteil ausreichen. Benutzer von Dual-Core-Prozessor-Systemen und auch Gamer, sollten jedoch etwas mehr Geld für ein Netzteil ausgeben.

Die empfohlene Stärke sollte mindestens 400 Watt betragen. Aber nicht nur die Leistung heutiger Netzteile ist gestiegen. Auch die Erwartungen von der Kundenseite hat sich gewandelt. So muss ein Netzteil zum einen sehr effizient im Umgang mit der kostbaren Energie sein und zum anderen nicht durch ein lautes Lüftergeräusch auffallen. Wir von Allround-PC haben uns zum Ziel gesetzt ein breites Spektrum von Netzteilherstellern in unseren Tests abzudecken. Somit haben wir für Sie in diesem Review vier neue Modelle angesehen und auf Herz und Nieren getestet. Die Ergebnisse finden Sie im folgendem Review...








  +3,3V +5V +12V
(1-4)
kombiniert
-12V +5 sb

Effizienz

Gesamt-leistung


Preis

OCZ GameXStream 700W 36A 30A 54A 0,5A 3,0A 83% 700W 159,-
Spire RockeTeer III 500W 28A 46A 32A 0,8A 3,0A k.A. 500W ~ 60,-
ZIPPY[EMACS] GSM-6600P(G1) 600W 30A 30A 40A 0,8A 2,0A 70% 600W ~ 150,-
ZIPPY[EMACS] PSL-6850P(G1) 850W 30A 45A 60A 0,8 3,5A 71% 850W ~ 340,-


 

Technik - Was ist PFC?

Die Leistungsfaktorkorrektur (PFC, Power Factor Correction oder Compensation) beseitigt die Spannungsspitzen, die sich schädlich auf das Stromnetz auswirken. Ursache für Stromoberschwingungen ist die hohe Anstiegsgeschwindigkeit des Eingangsstroms in den Spannungsspitzen. Diese lässt sich ganz simpel durch Einfügen einer "Drossel" begrenzen und so kommt man zum einfacheren Verfahren der passiven PFC.

Die "Drossel-Modelle" sind jedoch sehr groß und müssen auch weiter wachsen, je höher die Leistung des Netzteils wird. Aus diesem Grunde kommen Drosseln meist nur bei Netzteilen mit geringer Leistung zum Einsatz, da sich ihre Größe andernfalls negativ auf Gewicht und Kühlung auswirken würde. Die effizientere aber teurere Variante stellt eine aktive PFC dar: Ein zusätzlich in den Primärkreis eingeschleifter PWM-Schaltregler sorgt für eine nahezu sinusförmige Stromaufnahme. Allerdings enthält der durch die Pulsbreitenmodulation `künstlich´ erzeugte Strom erhebliche hochfrequente Anteile; ein Netzteil mit aktiver PFC kann deshalb zwar in niedrigeren Frequenzen trumpfen, im höherfrequenten Bereich aber bei etwa 10 bis 100 kHz zu EMV-Problemen neigen, wenn der Hersteller an Filtermaßnahmen spart. Aktive PFC erzwingt eine effiziente Filterung des Netzeingangs. Ansonsten können hochfrequente Störungen ins Stromnetz gelangen.

 

OCZ GameXStream 700W


Beginnen möchten wir in diesem Test mit dem OCZ GameXStream 700W Netzteil.

Lieferumfang

Zum Lieferumfang des Netzteils gehören ein Stromkabel, Schrauben und eine kurze Anleitung.

 

   

 

Die Technik wurde in ein matt-schwarzes Gehäuse gepackt. Gespickt mit zahlreichen Löchern auf der Netzteilrückseite soll der Wärmetausch gewährleistet sein.
Insgesamt weist das Netzteilgehäuse eine Länge von 14cm auf und macht daher einen recht kompakten Eindruck. In Sachen Verarbeitungsqualität konnten wir am Gehäuse keine Mängel feststellen. Alle Kanten wurden abgerundet. Die Schraubenköpfe die zum Halt und zur gesamten Stabilität des Netzteils zuständig sind verschwinden komplett im Gehäusedeckel und bilden somit eine ebene Fläche.
Auf der Unterseite befindet sich ein großes Loch, in dem ein 120mm Lüfter Platz findet. Geschützt wird dieser durch ein ebenfalls schwarzes Lüftergitter.
Auf der gegenüber liegenden Seite des Lochblechs, ist der Ausgang der Kabelstränge vorzufinden. Durch einen Kunststoffring wird der Ausgang verengt, schützt aber auch gleichzeitig die Kabel vor ggf. scharfen Kanten in diesem Bereich.

Das Netzteilgehäuse wurde sehr gut verarbeitet.  
  Ein großer 120mm Lüfter inkl. blauer LEDs soll für ordentlich Frischluft sorgen.
Ein blauer Schalter ziert die Netzteilrückseite.  

Technische Daten (Herstellerangaben)

  • 700W

  • Active-PFC

  • 1 Lüfter (120mm transparent mit blauen LEDs)

  • Kabelummantelung aller Kabelstränge

  • SLI- / Crossfire-Unterstützung

  • vier unabhängige 12V Leitungen

Anschlüsse

  • 6 x 4-Pin-Molex Stecker (mit Easy-Plug-Technik)

  • 2 x Floppy-Stecker

  • 6 x S-ATA

  • 1 x 12V-P4-Anschluss

  • 2 x 12V-6-Pin-PCI-Express-Anschluss

  • 1 x 24/20-Pin-Hauptstromstecker

  • 1 x 8 Pin-EPS-Anschluss (Kombination aus P4 4Pin und zusätzlichen 4 Pin Anschluss)

  • 0 x 3-Pin-Kabel zur Übermittlung der Drehgeschwindigkeit des Lüfters

  • 0 x 4-Pin-Stecker für Gehäuselüfter



Alle Kabel wurden mit einer flexiblen Ummantelung versehen. Zum besseren Entfernen der Stecker aus den Komponenten verwendet man bei den 4poligen Stecken die so genannte EasyPlug-Technik.
  Der 8PIn EPS-Stecker setzt aus 2x4Pin Stecker zusammen.

Im Bereich der Kabellänge war der Hersteller sehr großzügig. Alle Kabel sind mindestens 55cm lang. Das Hauptstromkabel mit dem 24/20Pin-ATX-Stecker weist ebenfalls eine Länge von 55cm auf.
Des Weiteren hat OCZ alle Kabel mit einer schwarzen, flexiblen Ummantelung versehen. Die Kabel lassen sich somit optimal im Gehäuse verlegen.
Bis zu sechs 4Pin-Ports und insgesamt sechs SATA-Stromanschlüsse stehen dem User zur Verfügung. Auch die Verwendung des Netzteils in einem SLI- bzw. Crossfiresystem stellt dank der zwei PCI-Expressstromanschlüsse kein Problem dar. Insgesamt bietet das GameXStream 700Watt Netzteil vier 12V-Leitungen.

 


Kühlung
Zur Kühlung steht ein großer 120mm Lüfter zur Verfügung, der sich auf der Netzteilunterseite befindet und somit nicht nur das Netzteil, sondern auch ein Teil des Innenlebens des Computers kühlen soll, indem es die erwärmte Luft außerhalb des Gehäuses befördert. Angaben zur Arbeitsgeschwindigkeit und zur Lautstärke macht der Hersteller leider nicht. Dennoch arbeitet der Lüfter nach unserem subjektiven Eindruck zu urteilen sehr leise und ist kaum hörbar.
Für den lichtorientierten Gamer/Overclocker hat OCZ dem transparenten Lüfter mit ein paar blauen LEDs ausgestattet, die auch Teile des Innenlebens des Computers in einem hellen Blau erstrahlen lassen.

 


Testsystem

Wir haben den Kandidaten mit folgendem Testsystem geprüft:


Mainboard ASUS P5WD2-E Premium i975X
CPU Intel Pentium D 930 - 3GHz, 4MB, FSB 800MHz
Ram 2x1024MB G.Skill PC 8500
VGA GeForce 7800GTX 256MB PCI-Express
HDD 80 GB Samsung 7200, SATA 8MB
Gehäuse noname
Sonstiges "stromfressende" Komponente (Peltierelement an 12V) während der gesamten Messung

Das o.g. System inkl. Netzteil weist einen Strombedarf von etwa 140 (IDLE) bis ca. 370 Watt (Volllast) (abhängig vom Netzteil) auf. Unter Volllast wird besonders auf die Stabilität der Spannungen geachtet.
Ausgelesen wurden die Spannungen mit Hilfe eines Multimeters (Metex ME-31). Um das System auszulasten, wurde die Software Prime 95 und diverse Benchmarks eingesetzt, die teilweise parallel ausgeführt wurden.


Bei den Spannungen sind folgende Toleranzen erlaubt


  ATX-Toleranz
+12V 5%
+5V 5%
+3,3V 5%
-12V 10%

Spannungstest

Die Spannungen bewegen sich im Rahmen der Toleranzen. Es gibt, wie aus folgender Tabelle ersichtlich wird, keine nennenswerten Abweichungen.


  Minimum Maximum Durchschnitt
+12V 12,22 12,29 12,25
+5V 4,98 5,02 5,00
+3,3V 3,33 3,34 3,33

 

Leistungsaufnahme


  0% 100% Standby ausgeschaltet

OCZ GameXStream

134W 252W 23,10W 0,00W


In Zeiten immer weiter steigender Energiekosten, machen sich ein paar Watt mehr auf der Jahresrechnung schnell bemerkbar. Gerade dann, wenn der PC tagtäglich läuft. Eine hohe Energieeffizienz ist also wünschenswert. Auch die Tatsache, dass bei einem ausgeschalteten Netzteil kein Strom mehr fließen sollte, ist ein erstrebenswertes Ziel. Wir haben das Netzteil auf dem o.g. System getestet. Die jeweilige Leistungsaufnahme haben wir mit einem Verbrauchsmessgerät der Firma brennstuhl ausgelesen.

Der Hersteller gibt eine Energieeffizienz von 83% an. Das Netzteil soll die Stromkosten deutlich reduzieren. Im Vergleich zu anderen Netzteilen konnten wir eine niedrigere Leistungsaufnahme feststellen.


Fazit

Das OCZ GameXStream 700W Netzteil ist ein sehr gut verarbeitetes Netzteil, dass nicht nur mit langen und vor allem ummantelten Kabeln überzeugen konnte, sondern auch Bereich der Spannungsstabilität sich keine Fehltritte erlaubte. Alle gängigen Steckern sind in ausreichender Stückzahl vorhanden und auch der blaue Lüfter verleiht dem Innenraum eine schöne Beleuchtung.

Pro

  • stabile Spannungen

  • hochwertige Verarbeitung

  • SLI-/Crossfire-Unterstützung

  • sehr leise

  • lange Kabel / zahlreiche Stecker

Contra

  • -

Das 700W Netzteil gibt es in Deutschland zu einem angemessenen Preis von knapp 160,- bereits zu kaufen.