Vier neue Netzteile im Test

Kurz nach Ostern haben wir uns in diesem Test einmal vier neue Netzteile angesehen. Es handelt sich dabei um die in der folgenden Tabelle aufgeführten Modelle. Die angebene Leistung liegt jeweils zwischen 400 und 560 Watt. Unter den Testkandidaten befinden sich auch wieder zwei Modelle mit abnehmbaren Kabeln.

Unter den Testkandidaten befinden sich auch wieder zwei Modelle mit abnehmbaren Kabeln.


+3,3V

+5V +12V
(1-4)
kombiniert
-12V -5V +5 sb

Gesamt-leistung


Preis

Chieftec
CFT-560A-12C
28A 30A 38A 0,5A k.A. 2,5A 560W

~100€

Levicom BlackPower Rev. III 480 32A 30A 28A k.A. k.A. 2,5A 480W

59,90€

Yesico Silentcool
SC560-AS12CF
28A 30A 38A 0,5A k.A. 2,5A 560W

~110€

Sytrin Nextherm PSU460 30A 30A 36A 0,5A k.A. 2,0A 460W

~60€


Technik - Was ist PFC?

Die Leistungsfaktorkorrektur (PFC, Power Factor Correction oder Compensation) beseitigt die Spannungsspitzen, die sich schädlich auf das Stromnetz auswirken. Ursache für Stromoberschwingungen ist die hohe Anstiegsgeschwindigkeit des Eingangsstroms in den Spannungsspitzen. Diese lässt sich ganz simpel durch Einfügen einer "Drossel" begrenzen und so kommt man zum einfacheren Verfahren der passiven PFC.

Die "Drossel-Modelle" sind jedoch sehr groß und müssen auch weiter wachsen, je höher die Leistung des Netzteils wird. Aus diesem Grunde kommen Drosseln meist nur bei Netzteilen mit geringer Leistung zum Einsatz, da sich ihre Größe andernfalls negativ auf Gewicht und Kühlung auswirken würde. Die effizientere aber teurere Variante stellt eine aktive PFC dar: Ein zusätzlich in den Primärkreis eingeschleifter PWM-Schaltregler sorgt für eine nahezu sinusförmige Stromaufnahme. Allerdings enthält der durch die Pulsbreitenmodulation `künstlich´ erzeugte Strom erhebliche hochfrequente Anteile; ein Netzteil mit aktiver PFC kann deshalb zwar in niedrigeren Frequenzen trumpfen, im höherfrequenten Bereich aber bei etwa 10 bis 100 kHz zu EMV-Problemen neigen, wenn der Hersteller an Filtermaßnahmen spart. Aktive PFC erzwingt eine effiziente Filterung des Netzeingangs. Ansonsten können hochfrequente Störungen ins Stromnetz gelangen.

Chieftec CFT-560A-12C


Beginnen möchten wir in diesem Test mit dem Chieftec CFT-560A-12C Netzteil. Dabei handelt es sich um ein Netzteil mit abnehmbaren Kabeln.

Lieferumfang

Zum Lieferumfang des Netzteils gehören ein Stromkabel, ein Handbuch und vier Schrauben. Da es sich, wie bereits erwähnt, um ein Netzteil mit abnehmbaren Kabeln handelt, liefert der Hersteller zudem insgesamt elf Kabelstränge mit.


Sauber verpackt werden die Kabel in einem extra Karton geliefert.

Die Technik wurde in ein matt-schwarzes Gehäuse gepackt. Dabei weist das Netzteil die Standard-ATX Maße auf. Gelöchert mit einer wabenartigen Struktur auf der Netzteilrückseite, soll hier die erwärmte Luft entweichen. Zur aktiven Kühlung des Netzteils auf der Unterseite wurde ein großer 12cm Lüfter mit blauer Beleuchtung integriert. Geschützt durch ein ebenfalls in schwarz gehaltenes Lüftergitter soll vermieden werden, dass Kabel in das Netzteil eindringen.
Direkt unter den Lüfterblättern werden die großen schwarzen passiven Kühlelemente sichtbar. Sie liegen direkt auf den Komponenten des Produktes auf und sollen ebenfalls zur Kühlung beitragen.
An der Verarbeitung des Chieftec CFT-560A gibt es nichts zu bemängeln. Die hohe Qualität entspricht der, die auch bei den Gehäusen aus dem Hause Chieftec vorzufinden ist.
Das modulare Kabelsystem, erkennbar an den unterschiedlichen Anschlüssen auf der Netzteilrückseite, ermöglicht die Verwendung von Kabeln bzw. Anschlüssen, die auch wirklich benötigt werden. Chieftec bezeichnet dies als das "Cable-as-you-need feature." Überflüssige Kabel, die im schlimmsten Fall die Luftzirkulation im Gehäuse negativ beeinflussen, gehören der Vergangenheit an.
Die verschiedenen Anschlüsse unterscheiden sich zum einen in der Form und zum anderen in der Farbe. Zudem gibt ein Infoaufkleber direkt über den Anschlüssen nochmals schriftlich Auskunft über die genaue Belegung. Eine Verwechselung ist somit gänzlich ausgeschlossen.

Das schwarze Chieftec Netzteil weist ein gute Qualität auf.
An die Netzteilrückseite können die benötigten Kabelstränge angeschlossen werden. Große Kühlrippen, die sich unmittelbar hinter dem Lüfter befinden, sollen für eine gute Kühlung der Netzteilkomponenten sorgen.

Technische Daten (Herstellerangaben)

  • 560W

  • Active-PFC

  • 1 Lüfter (120mm transparent mit blauen LEDs)

  • 27dBa

  • Kabelummantelung aller Kabelstränge

  • Kabelloses System

  • SLI / Crossfire Unterstützung

  • > 80% Effizienz

Anschlüsse

  • 8 x 4-Pin-Stecker (mit Easy-Plug-Technik)

  • 2 x Floppy-Stecker

  • 4 x S-ATA

  • 1 x 12V-P4-Anschluss

  • 2 x 12V-6-Pin-PCI-Express-Anschluss

  • 1 x 24/20-Pin-Hauptstromstecker

  • 1 x 8 Pin-EPS-Anschluss (Kombination aus P4 4Pin und zusätzlichen 4 Pin Anschluss)

  • 1 x 3-Pin-Kabel zur Übermittlung der Drehgeschwindigkeit des Lüfters

  • 2 x 4-Pin-Stecker für Gehäuselüfter

Im Bereich der Kabellänge war der Hersteller sehr großzügig. Alle Kabel sind mindestens 50cm lang.
Sowohl die Hauptstromkabel als auch die modularen Nebenstränge weisen eine hochwertige Kabelummantelung auf. Dennoch sind die Kabel sehr flexibel und lassen sich gut im Gehäuse verteilen. Dank der abnehmbaren Kabel müssen nur die, die wirklich von Nöten sind, angeschlossen und verlegt werden. Dies spart Platz im System und sorgt indirekt für eine theoretisch bessere Belüftung.

Kühlung


Ein großer und transparenter 120mm Lüfter, der sich auf der Unterseite des Netzteils befindet, soll für ausreichend Frischluft sorgen. Dabei erzeugt er einen Geräuschpegel von etwa 27dBA und ist somit noch schwach wahrzunehmen.
Ausgestattet mit blauen LEDs sorgt dieser für einen gewünschten oder ungewollten Leuchteffekt im Gehäuse. Da nicht alle PC-User eine solche Beleuchtung wünschen, wäre die Installation eines kleinen Schalters für die Beleuchtung sinnvoll.
Damit auch weitere Lüfter in einem System mit Strom versorgt werden können, bietet Chieftec die Möglichkeit, zwei zusätzliche Lüfter über die beiden 4-poligen Anschlüsse mit Strom zu versorgen. Eine Regelung je nach Temperatur findet dabei leider nicht statt.


Testsystem

Wir haben den Kandidaten mit folgendem Testsystem überprüft:


Mainboard Gigabyte GA-8I955X Pro
CPU Intel Pentium D 830 - 3GHz, 2MB, FSB 800MHz
Ram 2x512MB Corsair PC 8000
VGA GeForce 6600GT 128MB PCI-Express
HDD 80 GB Samsung 7200, SATA 8MB
Gehäuse noname
Sonstiges "stromfressende" Komponente (Peltierelement an 12V) während der gesamten Messung

Das o.g. System inkl. Netzteil weist einen Strombedarf von etwa 160 (IDLE) bis ca. 340 Watt (Volllast) (abh. vom Netzteil) auf. Unter Volllast wird besonders auf die Stabilität der Spannungen geachtet.
Ausgelesen wurden die Spannungen mit Hilfe eines Multimeters. Um das System auszulasten, wurden die Software Prime 95 und diverse Benchmarks eingesetzt, die teilweise parallel ausgeführt wurden.

Bei den Spannungen sind folgende Toleranzen erlaubt


ATX-Toleranz
+12V 5%
+5V 5%
+3,3V 5%
-12V 10%

Spannungstest

Die Spannungen bewegen sich im Rahmen der Toleranzen. Es gibt, wie aus folgender Tabelle ersichtlich wird, keine nennenswerten Abweichungen.


Minimum Maximum Durchschnitt
+12V 11,92 12,05 11,99
+5V 5,15 5,17 5,15
+3,3V 3,28 3,31 3,29

Leistungsaufnahme



0% 100% Standby aus-geschaltet
HKC USP-400W 184W 353W 13,80W 6,84W


HKC SVP-450W

182W 345W 13,80W 6,87W


Ultron UN-550PFC 185W 314W 22,83W 13,98W


TT 550W 182W 310W 36,80W 16,17W


ETASIS
EFN-560W
152W 290W 20,7W 0,00W


Spire
SP-600W
164W 294W 18,32W 6,87W
Codegen
480W
192W 335W 20,43W 15,96W
Chieftec
560W
158W 281W 29,5W 15,80W
be quiet
530W
150W 269W 18,16W 0,00W

In Zeiten immer weiter steigender Energiekosten, machen sich ein paar Watt mehr auf der Jahresrechnung schnell bemerkbar. Gerade dann, wenn der PC tagtäglich läuft. Eine hohe Energieeffizienz ist also wünschenswert. Auch die Tatsache, dass bei einem ausgeschalteten Netzteil kein Strom mehr fließen sollte, ist ein erstrebenswertes Ziel. Wir haben das Netzteil auf dem o.g. System getestet. Die jeweilige Leistungsaufnahme haben wir mit einem Verbrauchsmessgerät der Firma brennstuhl ausgelesen.

Der Hersteller gibt eine Energieeffizienz von über 80% an. So soll das Netzteil die Stromkosten deutlich reduzieren. Im Vergleich zu anderen Netzteilen konnten wir eine niedrigere Leistungsaufnahme feststellen.


Fazit

Das Chieftec CFT-560A-12C bietet mit seinen 560W ausreichend Power, auch für Dualcore Systeme. So bleibt zudem ein Spielraum, um das System zu übertakten. Die gute Verarbeitungsqualität, das Kabel-Management-System und die zahlreichen Anschlüsse sprechen für das Netzteil. Der blaue Lüfter hingegen ist mit seinen 27dBA nicht besonders leise, aber auch nicht störend laut. Hier könnte man dennoch einen leiseren Lüfter einsetzen. Zu einem Preis von knapp 100 Euro kann man das neue Netzteil ab sofort kaufen.

Pro

  • stabile Spannungen

  • hochwertige Verarbeitung

  • viele Anschlüsse (abnehmbare Kabel)

  • flexible Kabelummantelung

  • SLI-/Crossfire-Unterstützung

  • 8Pin EPS-Stecker

Contra

  • keine Lüftersteuerung

Levicom BlackPower Rev. III 480


Als nächstes kommen wir zu einem Netzteil, das aus dem Hause Levicom stammt.

Lieferumfang

Zum Lieferumfang des Netzteils gehören ein Stromkabel, ein Handbuch und vier Schrauben.
Die Kabel samt den Anschlüssen befinden sich bereits fest am Netzteil.

Das Netzteilgehäuse wurde komplett in schwarz gehalten. Dieser Trend setzt sich auch beim Lüftergitter, welches aus Lochblech besteht und dem Lochblech, welches sich auf der Netzteilrückseite befindet, fort. Zudem hat der Hersteller parallel zur Längsseite eine längliche Struktur eingearbeitet, die die Optik des Netzteils noch einmal aufwerten soll.
Wie beim Chieftec Netzteil konnten wir auch beim Levicom Produkt eine hohe Verarbeitungsqualität feststellen. Scharfe Kanten oder sonstige Unebenheiten konnten wir nicht finden. Auch im Bereich des Lochblechs wurde alles sauber verarbeitet. Normalerweise sind Netzteilgehäuse sehr anfällig gegenüber Kratzern, die durch den Einbau in das Gehäuse entstehen. Jedoch konnten wir beim Levicom BlackPower Rev. III 480 nach dem ersten Einbau nur geringe Gebrauchsspuren feststellen. Auch sonst machte das Gehäuse einen sehr robusten Eindruck.
Auf der Unterseite des Netzteils hat der Hersteller ein 13,5cm großes Loch integriert. Geschützt hinter einem schwarzen Lochblechlüftergitter arbeitet ein entsprechend großer Lüfter.
Das Levicom Netzteil besitzt nicht die Möglichkeit, die Kabel samt Steckern vom Netzteil zu trennen. Also sind alle Kabelstränge bereits fest mit dem Netzteil verbunden.
Eine Besonderheit ist noch auf der Netzteilrückseite neben dem Netzeingang zu finden. An der Stelle, wo normalerweise ein Kippschalter zu erwarten ist, findet man einen großen silbernen Druckschalter vor. Mit ihm kann man das Netzteil Ein- bzw. Ausschalten. Der aktive Zustand wird mit Hilfe eines blauen Leuchtkranzes angezeigt. Es handelt sich dabei um einen transparenten Kunststoffring, der durch eine blaue LED angestrahlt wird.

Das robuste Gehäuse schützt die empfindliche Hardware
Neben dem Netzeingang findet man einen ungewöhnlichen Schalter vor
Ein 135mm Lüfter verrichtet im neuen Levicom BlackPower seinen Dienst

Technische Daten (Herstellerangaben)

  • 480W

  • Passive-PFC

  • 1 Lüfter (135mm schwarz, 1200 Umdrehungen pro Minute)

  • 19 dBa

  • Kabelummantelung aller Kabelstränge

Anschlüsse

  • 8 x 4-Pin-Stecker (mit Easy-Plug-Technik)

  • 2 x Floppy-Stecker

  • 2 x S-ATA

  • 1 x 12V-P4-Anschluss

  • 1 x 12V-6-Pin-PCI-Express-Anschluss

  • 1 x 24/20-Pin-Hauptstromstecker

  • 0 x 8 Pin-EPS-Anschluss (Kombination aus P4 4Pin und zusätzlichem 4 Pin Anschluss)

  • 1 x 3-Pin-Kabel zur Übermittlung der Drehgeschwindigkeit des Lüfters

Das ATX-Hauptstromkabel besitzt als einziges Kabel eine flexible Kabelummantelung (netzartig).

Die weiteren Kabel wurden mit einer sehr starren Kunststoffummantelung versehen und lassen sich somit nur sehr schwer im Gehäuse verlegen.

Zur Sicherheit kann man das Netzteil mit dem Gehäuse erden.

Die Kabellänge variiert zwischen 50cm für das 12V-P4-Stromkabel und bis zu 92cm für die Kabel mit den 4poligen Stromanschlüssen. Diese Kabellänge sollte auch in Bigtowern ausreichen, wäre da nicht die so unflexible Kabelummantelung. Teilweise sind die Kabel so starr, dass diese mit beiden Händen in die richtige Position gedrückt werden müssen. Hier sollte der Hersteller eine deutlich flexiblere Variante für zukünftige Netzteile wählen. Positiv sei aber noch die geringe Dicke der Kabel zu erwähnen.

Kühlung


Ein großer, schwarzer 135mm Lüfter, der sich auf der Unterseite des Netzteils befindet, soll für ausreichend Frischluft sorgen. Dabei erzeugt er bei konstanten 1200 Umdrehungen pro Minute einen Geräuschpegel von etwa 19dBA und ist kaum zu hören. Weitere Laufruhe sollen ihm dabei die Gummischeiben verschaffen, auf denen der Lüfter fixiert wurde.

Testsystem

s.o.

Spannungstest

Die Spannungen bewegen sich im Rahmen der Toleranzen. Es gibt, wie aus folgender Tabelle ersichtlich wird, keine nennenswerten Abweichungen.


Minimum Maximum Durchschnitt
+12V 12,02 12,17 12,09
+5V 4,94 5,29 5,24
+3,3V 3,21 3,24 3,23

Leistungsaufnahme



0% 100% Standby aus-geschaltet
HKC USP-400W 184W 353W 13,80W 6,84W


HKC SVP-450W

182W 345W 13,80W 6,87W


Ultron UN-550PFC 185W 314W 22,83W 13,98W


TT 550W 182W 310W 36,80W 16,17W


ETASIS
EFN-560W
152W 290W 20,7W 0,00W


Spire
SP-600W
164W 294W 18,32W 6,87W
Codegen
480W
192W 335W 20,43W 15,96W
Chieftec
560W
158W 281W 29,5W 15,80W
Levicom
480W
167W 316W 11,41W 0,00W
be quiet
530W
150W 269W 18,16W 0,00W

Wurde das System 100%ig ausgelastet, schnellte die Leistungsaufnahme über 300W. Positiv ist jedoch der geringe Standby-Verbrauch und dass das Netzteil im ausgeschalteten Zustand überhaupt keinen Strom mehr verbraucht.


Fazit

Das Levicom BlackPower Rev. III 480 Netzteil ist ein sehr solides Produkt, dass mit Features wie zum Beispiel den flachen Kabeln, dem besonders leisen Lüfter und der guten Verarbeitungsqualität auftrumpfen kann. Zugegeben trüben die nur zwei SATA-Stromanschlüsse und die durch die verwendete Kabelummantelung sehr starren Kabel unseren Eindruck etwas. Dennoch kann sich das Netzteil zu dem günstigen Preis von ca. 55 Euro sehen lassen und wird daher zum Preis-/Leistungssieger in diesem Test gekürt.

Pro

  • stabile Spannungen

  • hochwertige Verarbeitung

  • viele Anschlüsse

  • leiser Lüfter

  • günstiger Preis

  • nur 11W im Standby-Modus

Contra

  • Kabelummantelung sehr unflexibel

  • nur 2 SATA-Stromanschlüsse