Test: be quiet! Straight Power 11 Netzteil

Das vollmodulare Netzteil mit 80 Plus Gold Zertifikat im Test

Geschrieben von Niklas Ludwig am 29.01.2018.

be quiet! Straight Power 11 Startbild

Das be quiet! Straight Power 11 Netzteil verspricht durch sein neues kabelloses Design, ein vollmodulares Kabelmanagement und höhere Leistungsstufen ein würdiger Nachfolger des Straight Power 10 zu sein. Wir haben getestet, ob das Netzteil verdientermaßen in die Fußstapfen seines Vorgängers tritt.

Übersicht

be quiet! bietet das Straight Power 11 Netzteil in sechs Leistungsklassen an. Die Modelle mit 450, 550 und 650 Watt basieren auf derselben Plattform. Bei den Modellen mit 750, 850 und 1.000 Watt kommt ebenfalls dieselbe Plattform zum Einsatz, allerdings hat der Hersteller bei diesen Modellen leichte Anpassungen vorgenommen und das Gehäuse etwas länger gestaltet. Den Vorgänger, das Straight Power 10, hat be quiet! lediglich in Leistungsklassen von 400 bis 800 Watt angeboten. Somit geht der Nachfolger in jeder Leistungsklasse mit 50 Watt mehr Leistung ins Rennen und eignet sich mit bis zu 1.000 Watt auch für stromhungrige Systeme.

Spätestens an den orangefarbigen Aufdrücken wird ersichtlich, dass es sich um ein be quiet! Netzteil handelt.

Die wohl größte Neuerung lässt sich erst beim aufgeschraubtem Netzteilgehäuse erkennen: das kabellose Design. Ein kabelloses Design bedeutet, dass das be quiet! Straight Power 11 auf der Gleichstromseite keine Kabel im Gehäuse mehr aufweist.

Das kabellose Design im Inneren des Straight Power 11 (re) soll unter anderem eine bessere Kühlung der Komponenten ermöglichen. (Bilder: be quiet!)

Die Verbindungen laufen somit über die Platine, was den Vorteil hat, dass die Kühlung der Komponenten durch den ungehinderten Luftstrom verbessert wird. Außerdem sollen die Signalqualität verbessert und Signalstörungen reduziert worden sein.

Die weiteren Neuerungen in der Übersicht:

  • vollmodulares Kabelmanagement
  • aufgewertete Half Bridge + LLC + SR + DC/DC-Topologie
  • robustere und stärker dimensionierte Bauteile
  • bessere Kondensatoren für die PFC-Stufe sollen hochfrequente Töne eliminieren
  • zusätzliche Kondensatoren im LLC-Schaltkreis für eine bessere Erdung
  • neue Relais sollen den Einschaltstrom und die Laft auf den Hauptschalter reduzieren

Allen Netzteilen ist gemein, dass sie 80 Plus Gold zertifiziert sind und somit bei halber Last eine Effizienz von 93 Prozent bieten. Uns liegt für unseren Test das Modell mit 850 Watt vor, weshalb wir ausschließlich auf dessen Funktionsumfang eingehen.

Technische Daten

ModellLeistung in WattEffizienzZertifizierungKabelLüfterGarantieMaße in mmPreis
be quiet! Straight Power 11
850W93%80PLUS
Gold
vollmodular135 mm5 Jahre
170 x 150 x 86 mm

Leistung

+3,3V+5V+12V1+12V2+12V3+12V4-12V+5VSB
25A25A21A21A26A26A0,5A3A

Anschlüsse

20+4Pin (ATX Mainboard)4+4Pin CPU6+2Pin GPUIDE 4PinSATA 15Pin
114411

Lieferumfang

  • be quiet! Straight Power 11
  • Anleitung
  • modulare Stromkabel
  • Kabelbinder
  • Schrauben
  • Kaltgerätekabel

Design & Eigenschaften

Mit Abmessungen von 170 x 150 x 86 Millimetern ist das be quiet! Straight Power 11 gute zehn Millimeter kürzer als das Dark Power Pro 11. Das Netzteilgehäuse besteht aus Metall und ist mattschwarz lackiert. Auf Gummierungen zur Entkopplung wie beim Flaggschiff verzichtet der Hersteller bei der Straight Power-Serie. Auf der Rückseite befindet sich die für Netzteile typische Wabenperforierung, über die die warme Luft entweichen kann. Der Netzschalter und Stromanschluss dürfen auf dieser Seite ebenfalls nicht fehlen.

Das Straight Power 11 ist zehn Millimeter kürzer als das Flaggschiff, das Dark Power Pro 11.

Auf der gegenüberliegenden Seite befinden sich die Anschlüsse, über die die einzelnen PC-Komponenten mit Strom versorgt werden. Durch das vollmodulare Kabelmanagement müssen nur die Kabel angeschlossen werden, die auch tatsächlich benötigt werden. Das spart Platz im PC und ermöglicht einen ungestörteren Luftstrom. Die Kabel sind gesleevt und flexibel genug, um sie ohne großen Aufwand im Gehäuse verlegen zu können.

be quiet! setzt auf ein vollmodulares Kabelmanagement, was auch den ATX-Stecker beinhaltet.

Nahezu unverändert ist hingegen die Kühllösung in Form des SilentWings 3 Lüfters. Der Lufteinlass ist erneut trichterförmig, wodurch der Luftdurchsatz erhöht werden soll. Der 135-mm-Lüfter sitzt hinter kleinen Streben, die verhindern sollen, dass Gegenstände ins Netzteil ragen können. Allerdings lassen sich die Streben relativ leicht – wenn auch nicht dauerhaft – nach unten drücken.

Die Streben zum Schutz des Lüfters lassen sich etwas leicht eindrücken.

Das mindert den ansonsten sehr guten Eindruck des Netzteils ein wenig. Davon abgesehen ist das be quiet! Straight Power 11 sehr gut verarbeitet und hinterlässt einen hochwertigen Eindruck.

Leistungstest

Unser Testsystem weist einen Strombedarf von etwa 60 Watt (IDLE) bis ca. 550 Watt (Volllast), abhängig vom Netzteil, auf. Der Prozessor wird mit dem Tool CPU-Burn ausgelastet, für die Auslastung der Grafikkarte kommt der Benchmark 3DMark Fire Strike Ultra zum Einsatz. Das Auslesen der Leistungsaufnahme erfolgt mit dem Verbrauchsmessgerät der Firma Voltcraft Plus Energy Monitor 3000. Die Leistungsaufnahmen haben wir in den vier Betriebszuständen Ausgeschaltet, Standby, Idle und Load gemessen. Folgendes Testsystem wurde für die Messung verwendet:

  • Prozessor: Intel Core i7-5960X @3,0 GHz, Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: MSI X99 Godlike Gaming
  • Kühler: Noctua NH-D15
  • Ram: 16 GB Kingston HyperX Predator DDR4 3.000 MHz CL 15-15-15-35
  • Systemlaufwerk: SanDisk Extreme 480 GB
  • Grafikkarte: EVGA GeForce GTX 1080 Ti
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: be quiet! Straight Power 11 850 Watt

Die hohe Effizienz von bis zu 93 Prozent spiegelt sich auch in unseren Benchmarks wider. Im Leerlauf fällt die Leistungsaufnahme des gesamten Systems mit 70 Watt bereits niedrig aus. Werden sowohl die Grafikkarte als auch der Prozessor zu Höchstleistungen aufgefordert, zieht das komplette System 465 Watt aus dem be quiet! Straight Power 11. Alles in allem liefert das Netzteil sehr gute Werte ab.

Fazit

be quiet! hat das Straight Power 11 an den richtigen Stellen verbessert, wenngleich die Verbesserungen nicht immer direkt ersichtlich sind. Am offensichtlichsten und praktischsten ist das vollmodulare Kabelmanagement, was den Einbau erleichtert und für einen aufgeräumten PC sorgt. Neuerungen wie das kabellose Design im Inneren begrüßen wir ebenfalls, wobei der Vorteil mit unseren Mitteln nicht direkt messbar ist. Dennoch ist es immer schön zu sehen, wenn Hersteller ihre Produkte an so vielen Stellen wie möglich verbessern. Überzeugend kann der neuste Ableger der Straight Power-Serie erneut bei der geringen Lautstärkeentwicklung. Der Lüfter ist bei voller Auslastung unseres Testsystems nicht wahrnehmbar. Anderweitige Geräuschquellen wie fiepende Spulen sind ebenfalls nicht auszumachen. Alles in allem ist das be quiet! Straight Power 11 ein würdiger Nachfolger des Straight Power 10. Erhältlich ist das Netzteil in der von uns getesteten Variante mit 850 Watt zu einem Preis von 149,90 Euro.

be quiet Straight Power 11 Award Neu

ProCntra
  • Verarbeitung
  • Lüfterabdeckung zu flexibel
  • vollmodulares Kabelmanagement
 
  • leiser Lüfter
 
  • hohe Effizienz
 

 

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Niklas Ludwig

Niklas Ludwig

...ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

Kommentare (2)

  • Thomy

    |

    Wenn ihr schon in einem System testet, was ich gar nicht so schlecht finde, dann aber doch auch bitte mit irgendwelchen Referenzwerten. Z.B. von dem Netzteil das vorher verbaut war.

    Btw. „Netzteil: be quiet! Dark Straight Powert 11 850 Watt“
    Fällt was auf?

    Antworten

    • Niklas Ludwig

      Niklas Ludwig

      |

      Hallo Thomy,

      danke für die Hinweise! Wir haben noch die Werte des Dark Power Pro 10 mit 1.200 Watt, das wir vorher an dem Testsystem angeschlossen hatten, hinzugefügt und den Fehler unter der Testsystem Auflistung behoben.

      Viele Grüße
      Niklas

      Antworten

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