Test: Asus ZenFone 3 Deluxe

Asus ist in der Smartphone-Oberklasse angelangt

Geschrieben von Marcel Schreiter am 17.11.2016.

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Mit dem Asus Zenfone 3 Deluxe präsentiert der taiwanische Hersteller sein erstes Smartphone-Flaggschiff, dass es mit den Topmodellen der Platzhirsche wie Samsung oder Huawei aufnehmen soll. Ob dies gelinget und wie sich das Zenfone 3 Im Vergleich zum Galaxy S7 edge oder dem gerade erst vorgestellten Huawei Mate 9 schlägt, verrät unser Test.

Übersicht

Die Zenfone-Reihe ist inzwischen in der dritten Generation angekommen und möchte dieses Mal nicht nur in der Mittelklasse mitmischen, sondern auch im High End-Segment etwas vom Kuchen abhaben. Damit das gelingt, versucht der taiwanische Hersteller die Verfügbarkeit der Geräte in Deutschland zu verbessern. Entsprechende Verhandlungen mit der Telekom, 1&1 und Co. laufen bereits. Auch möchte Asus dem Problem mit Grauimporten, die häufig bei Amazon angeboten werden, mit diversen Maßnahmen begegnen.

Eigentlich sollten die Zenfones schon längst verfügbar sein, doch Patentrechtsstreitigkeiten machten Asus einen Strich durch die Rechnung. Mittlerweile scheint die Sache geklärt zu sein, sodass man das Zenfone 3 bereits bei Amazon bestellen kann. Das Zenfone 3 Deluxe, dass sich als High End-Modell der Zenfone 3-Reihe klassifiziert, soll Ende November folgen. Treue Allround-PC Leser werden den Test zum Zenfone 3 bereits entdeckt haben. In diesem konnte das knapp 400 Euro teure Smartphone bereits auf ganzer Linie überzeugen. Nun ist es an der Zeit den großen Bruder genauer zu betrachten.

asus-zenfone-3-deluxe-vergleich-mit-zenfone-3Das Asus ZenFone 3 Deluxe ist das Top-Modell der ZenFone 3-Reihe. Rechts daneben ist die normale Version des ZenFone 3 zu sehen.

Das Zenfone 3 Deluxe wird in zwei Varianten angeboten: Einmal mit Qualcomms Snapdragon 820 Quad-Core-SoC und in der Top-Version mit dem neusten Spross aus dem Hause Qualcomm, dem Snapdragon 821. Für unseren Test haben wir uns für das günstigere Modell mit 820er Snapdragon, 4 GB Arbeitsspeicher und 64 GB internen Speicher entschieden. Das Top-Modell wird mit 6 GB Arbeitsspeicher und 256 GB internen Speicher angeboten. Die weiteren technischen Daten haben wir in der folgenden Tabelle übersichtlich zusammengestellt.

Modell Asus ZenFone 3 Deluxe
Prozessor Qualcomm Snapdragon 820 8x 2,0 GHz
GPU Adreno 530
Arbeitsspeicher 4 GB DDR4
Interner Speicher, erweiterbar?
64GB, ja bis zu 2 TB
Display
5,7 Zoll Super AMOLED
Auflösung Full HD, 1.920 x 1.080 Pixel
Konnektivität Wi-Fi 802.11b/g/n/ac, Bluetooth 4.2, LTE
Karten-Slots 2x nano davon 1 auch als micro-SD nutzbar
Kameras Haupt: 23-Megapixel-Kamera, Blende F/2.0, 2-farbiger LED-Blitz, optischer & elektronischer Bildstabilisator
Front: 8 MP, Blende F/2.0
Akku (austauschbar?)
3.000 mAh, fest verbaut
Betriebssystem
Android 6.0.1
Abmessungen 156,40 x 77,4 x 7,5 mm
Gewicht 155 g
Besonderheiten USB Typ C via USB 3.0
Fringerprintsensor ja
Quick-/Wireless-Charging
ja/nein
Anschlüsse USB Typ-C, Klinkenanschluss
Farben Grau, Silber, Gold
Preis
699 Euro

Lieferumfang

  • Asus ZenFone 3 Deluxe Smartphone
  • USB Typ C-Kabel
  • Ladeadapter
  • Kopfhörer

Da in Deutschland noch keine Pressemuster des Zenfone 3 Deluxe erhältlich sind, haben wir uns ein Modell in Taiwan zugelegt. Dort kostet das Smartphone umgerechnet knapp 500 Euro, in Deutschland soll das Zenfone 3 Deluxe hingegen für 699 Euro angeboten werden, also für knapp 200 Euro mehr. Es muss allerdings bedacht werden, dass in Deutschland lizenzrechtliche Abgaben zu tätigen sind, die in anderen Ländern nicht erhoben werden. Hinzu kommt die deutlich höhere Mehrwertsteuer.

Design & Verarbeitung

Als wir das Zenfone 3 Deluxe zum ersten Mal in der Hand gehalten haben, kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die gesamte Haptik überzeugt bereits in den ersten Augenblicken, denn das Zenfone 3 Deluxe besteht fast vollständig aus Aluminium, das auf der Rückseite leicht angeraut wurde um eine gewisse Griffigkeit zu gewährleisten. Antennenstreifen auf der Rückseite sucht man beim Zenfone 3 ebenso vergeblich wie Kunststoffunterbrecher.

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Das ZenFone 3 Deluxe besitzt ein hochwertiges Gehäuse aus Aluminium. Asus hat es geschafft, die Antennenstreifen nahezu komplett zu verbannen.

Nicht mal Apple hat es beim iPhone 7 geschafft die Antennenstreifen, die das eigentliche Design unterbrechen, komplett loszuwerden. Die Ecken des ZenFone 3 wurden rund geschliffen und fühlen sich ebenfalls sehr hochwertig an. Lediglich der längliche Fingerabdrucksensor und die Kamera samt Dual-LED-Blitz und Autofokus-Sensor unterbrechen das sonst schlichte Auftreten der Rückseite. Der Fingerabdrucksensor reagiert pfeilschnell und kann bis zu fünf Fingerabdrücke speichern. Dank der 360-Grad-Erkennung wird der Fingerabdruck selbst dann erkannt, wenn der Finger nicht perfekt und gerade auf den Sensor aufgelegt wird. Zudem lässt sich beispielsweise die Selfie-Kamera über den Sensor aufrufen und auslösen.

Super AMOLED für ein super Bild

Auf der Vorderseite fallen direkt der 5,7 Zoll große Super AMOLED-Bildschirm, geschützt durch Gorilla Glass 4, sowie die beiden Aluminiumstreifen ins Auge. Der Bildschirm löst in Full HD auf und bietet die typischen AMOLED-Eigenschaften wie ein sattes Schwarz und hohe Kontraste. Mit einem Wert von 320 cd/m² fällt die durchschnittliche maximale Helligkeit gut, aber auch nicht überragend aus. Die typischen Android-Buttons hat Asus im unteren Streifen untergebracht, sodass dem Nutzer mehr Bildschirmfläche zur Verfügung steht.

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Auf der Rückseite befinden sich die Kamera und der Fingerabdrucksensor (li). Die Vorderseite wird vom 5,7 Zoll großen Super AMOLED-Bildschirm eingenommen.

Neben der Lautstärkewippe und dem obligatorischen Power-Button hat der taiwanische Hersteller an einen 3,5-mm-Klinkenanschluss sowie an eine USB-Typ-C Schnittstelle gedacht. Besonders gut gefällt uns hier die Tatsache, dass die Anbindung via USB 3.0 erfolgt: So können Daten blitzschnell ausgetauscht und das Potential des UFS 2.0 Speichers ausgeschöpft werden.

Leistung & Kamera

Im Inneren des Zenfone 3 Deluxe kommt der Snapdragon 820 in Verbindung mit 4 GB Arbeitsspeicher zum Einsatz. Das Betriebssystem liegt in Form von Android 6.0.1 vor und ist auf dem 64 GB großen internen Speicher, der via microSD-Kartenschnittstelle erweitert werden kann, vorinstalliert. Allerdings verzichtet man bei Verwendung einer Speicherkarte auf die Dual-SIM-Funktion. Der Akku weist eine Kapazität von 3.000 mAh auf, was inzwischen ein gängiger Wert ist. Er unterstützt Quick Charge 3.0 und hält bei moderater Nutzung des Smartphones gute zwei Tage durch. Bei stärkerer Beanspruchung geht auch dem ZenFone 3 nach etwas einem Tag die Puste aus.

Leistungstechnisch kann sich das Asus ZenFone 3 mit allen gängigen Top-Smartphones messen und ist auch im Alltag fix und verzögerungsfrei unterwegs. Denkpausen oder sonstige Aussetzer, beispielsweise beim Wechsel zwischen verschiedenen Apps, konnten wir keine feststellen. In den 3D-Benchmarks des GFXBench schlägt es sogar das Samsung Galaxy S7 und das Huawei Mate 9. Bei den restlichen Benchmarks liegt es in etwa auf einem Niveau mit den beiden genannten Modellen.

Starke Kamera in Reichweite zur Konkurrenz

Und die Kamera? Kann sie dem S7 das Wasser reichen? Die technischen Daten lesen sich zumindest vielversprechend: Beim ZenFone 3 kommt der Sony IMX318-Sensor zum Einsatz, der mit 23 Megapixeln auflöst. Eine F/2.0-Blende sollte für eine hohe Lichtausbeute sorgen. Zudem sollen ein optischer 4-Achsen-Bildstabilisator und ein elektronischer 3-Achsen-Stabilisator verwackelten Bildern entgegenwirken. Das Autofokus-System setzt sich aus verschiedenen Methoden zusammen: Neben der Phasenerkennung sorgt ein Laser-Autofokus für ein schnelles Scharfstellen von Motiven. Hinzu gesellt sich eine Objekt-Verfolgung, die es ermöglicht, einen Gegenstand innerhalb des Motives nachzuverfolgen. Beispielsweise kann so eine Person, die sich auf die Kamera zubewegt, weiterhin scharfgestellt werden.

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Auch bei Nacht gelingen dem ZenFone 3 Deluxe gute Aufnahmen (eine stabile Unterlage kann hierbei hilfreich sein)

Die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen. Bei Tageslicht glänzen die Aufnahmen mit einer hohen Detailtreue. Farben werden in der Regel gut wiedergegeben und die Schärfe weiß ebenfalls zu überzeugen. Wenn die Sonne dem Mond die Herrschaft über den Himmel überlässt oder wir in schlecht beleuchteten Innenräumen fotografieren, können die Fotos ebenfalls überzeugen. Hin und wieder kam es jedoch vor, dass wir ein zweites Mal fokussieren mussten, da der Autofokus das Motiv beim ersten Mal nicht richtig scharfgestellt hatte. Das ZenFone 3 Deluxe kann dem Galaxy S7 zwar nicht das Wasser reichen, aber es kommt ihm verdammt nah!

Fazit

Mit dem Zenfone 3 Deluxe ist Asus der Sprung in die Oberklasse der Smartphone-Liga nicht nur geglückt, sondern Asus ist es auch gelungen mit Platzhirschen wie dem Mate 9 (zum Testbericht) oder auch dem Samsung Galaxy S7 (zum Testbericht) gleichzuziehen. Dabei konnten nicht nur das Design, die Geschwindigkeit und der ausdauernde Akku überzeugen, auch die Kamera hat einen sehr guten Eindruck hinterlassen und ist eine der ersten, die es tatsächlich mit den Leica Kameras von Huawei und der des S7 aufnehmen kann. Selbst Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen oder bei Nacht bringen die Kamera nicht aus der Ruhe. Zudem hat Asus der Kamera softwareseitig unzählige Modi spendiert, die keine Langeweile aufkommen lassen. Der Autofokus ist sehr schnell, brauchte aber auch in einigen Situationen einen zweiten Anlauf. Kurz um, Asus bietet mit dem Zenfone 3 Deluxe ein Smartphone, das sich nicht nur gut anfühlt, sondern mit dem es auch richtig Spaß macht zu arbeiten. Wohl aus völliger Überzeugung ein richtig gutes Produkt auf den Markt zu bringen, liegt die unverbindliche Preisempfehlung des Deluxe-Modells bei stolzen 699 Euro und zieht damit mit dem Mate 9 gleich. Technisch gesehen steht es dem Mate 9 zwar in fast nichts nach, jedoch dürfte der Preis viele Käufer abschrecken, die dann wohlmöglich lieber zu bekannteren Modellen von Huawei und Samsung greifen.

asus-zenfone-3-deluxe-award

Pro Contra
  • sehr gute Verarbeitung & schickes Design
  • Autofokus fokussiert in seltenen Fällen nicht zuverlässig
  • schnelle Hardware
 
  • sehr guter Super AMOLED Bildschirm
 
  • gute Kamera
 
  • schneller Fingerabdruckscanner
 
  • USB Typ C via USB 3.0
 
  • Speicher erweiterbar
 
  •  Dual SIM-Funktion
 

 

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Marcel Schreiter

Marcel Schreiter

...ist Gründer und Chefredakteur von Allround-PC.com. Als Dipl. Medienwirt beschäftigt er sich neben dem Journalismus auch mit Marketingthemen im Sportbereich. Der Triathlonsport ist seine Leidenschaft.

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