Test: ASUS ZenFone 4

Elegantes Smartphone mit starker Dual-Kamera

Geschrieben von Robin Cromberg am 06.10.2017.

Beitragsbild ZenFone 4

We Love Photo – so lautet der Leitsatz des ASUS ZenFone 4. Dementsprechend hohe Erwartungen haben wir beim Test des Flaggschiff-Smartphones aus Taiwan an die Dual-Kamera gestellt. Wie sich das ZenFone 4 unter anderem im direkten Vergleich mit dem Samsung Galaxy S8 schlägt, erfahrt ihr wie immer in unserem Test.

Übersicht

Nun hat es das ASUS ZenFone 4 also auch nach Deutschland geschafft, nachdem das Smartphone im heimischen Taiwan bereits erhältlich ist. Die Selfie- und Pro-Versionen legen besonderen Fokus auf die Frontkamera respektive bessere Hardware, dieser Test behandelt jedoch die Standard-Ausführung des ZenFone 4, welche bereits mit einem nagelneuen Snapdragon 630 Achtkerner und Dual-Kameras daher kommt.

Technische Daten

ModellAsus ZenFone 4
Prozessor64-Bit Qualcomm Snapdragon 630 Octa-Core, 2,2 GHz
GPUAdreno 508
Arbeitsspeicher4 GB LPDDR4
Interner Speicher, erweiterbar?
64 GB, ja bis zu 2 TB
Display
5,5 Zoll, Super Wide-View Display in Verbindung mit 2.5D Corning Gorilla Glass
AuflösungFull-HD, 1.920 x 1.080 Pixel
KonnektivitätWi-Fi 802.11a/b/g/n/ac, Bluetooth 5.0, NFC
Karten-Slots1x nano, 1x nano/micro-SD)
KamerasHaupt: 12 MP mit opt. Stabilisator, Blende f/1.8
Weitwinkel: 8 MP 120° Weitwinkel
Front: 8 MP, Blende f/2.0
Akku (austauschbar?)
3.300 mAh, fest verbaut
Betriebssystem
Android 7 + ZenUI 4.0
Abmessungen155,4 x 75.2 x 7,5 mm
Gewicht~ 165 g
BesonderheitenPixelMaster, Dual Pixel Kamerasensorik, BoostMaster (Schnelladung)
Fingerprintsensorja
Quick-/Wireless-Charging
Schnellladung
AnschlüsseUSB Typ-C, 3,5-mm-Klinke
FarbenSchwarz, Weiß, Türkis (nicht in DE)
Preis
~499 Euro

Lieferumfang

  • ASUS ZenFone 4
  • Kopfhörer
  • USB-C Kabel
  • Netzadapter
  • Klarsichthülle
  • SIM-Auswurf
  • Bedienungsanleitung

Design & Verarbeitung

Bereits optisch ist eine deutliche Weiterentwicklung der ZenFone-Familie zu sehen: Das ASUS ZenFone 4 macht von allen Seiten betrachtet einen eleganten und hochmodernen Eindruck. Der robuste, mattschwarze Metallrahmen fasst mit seinen geschliffenen Kanten und abgerundeten Ecken Display und Rückplatte ein, letztere ist ebenfalls mit 2,5D Corning Gorilla Glass bestückt und unterstützt somit den Eindruck des Edel-Looks. Die Glasflächen auf Vorder- und Rückseite stehen wenige Millimeter hervor und erschaffen so eine Art 3D-Effekt, das Bild wirkt plastischer, lebendiger. Auch die beiden Kameralinsen auf der Rückseite schließen plan mit dem Gehäuse ab und fallen recht klein aus, sodass sie das Gesamtbild des Smartphones nicht allzu sehr dominieren. Abzüge in der B-Note gibt es lediglich für die beiden doch recht breiten schwarzen Balken ober- und unterhalb des Displays, welche nicht so ganz zum modernen Look passen wollen.

Asus Zenphone 4 Bildschirm Asus Zenphone 4 Knöpfe

Glänzend, geschliffen und poliert präsentiert sich das ZenFone 4, rutscht dementsprechend aber auch über die Hand wie ein Puck auf dem Eis


Beim ersten Hands-On des neuen ZenFone 4 kann schonmal ein leicht beklemmendes Gefühl aufkommen, aus Angst, das gläserne Gerät fallen zu lassen. Dies ist der rutschigen Oberfläche geschuldet, Abhilfe kann hier eine im Lieferumfang enthaltene Klarsichthülle schaffen. So liegt das Smartphone deutlich sicherer in der Hand, sieht aber gerade in der schwarzen Variante nicht mehr ganz so schick aus. Ohne Hülle ist das ASUS ZenFone 4 recht anfällig für Fingerabdrücke, was bei so viel Glas allerdings als unumgängliche Nebenerscheinung hingenommen werden muss.

Asus Zenphone 4 Anschlüsse Asus Zenphone 4 Sim-Karten Schlitten

Der Homebutton wurde sehr schick implementiert, darunter befindet sich der USB Typ-C Anschluss (links); Der Speicherplatz fällt bereits recht üppig aus, kann aber zusätzlich mit bis zu zwei MicroSD-Karten erweitert werden (rechts)


Das Display stellt Inhalte hochauflösend in Full HD (1.920 x 1.080 Bildpunkte) dar und fällt sehr hell aus, sodass der Bildschirm auch bei starkem Sonnenschein im Freien gut abgelesen werden kann. Außerdem bietet es einen Blaulichtfilter, um die Augen bei der Nutzung in dunklen Umgebungen zu schützen und unterstützt 10-Finger-Multitouch. Anschlüsse für USB Typ-C und 3,5-mm-Klinke befinden sich am unteren Rand des Gerätes, die beiden Slots für wahlweise MicroSD- und SIM-Karte oder zwei MicroSDKarten sind auf der linken Seite in das Gehäuse eingelassen. Die Bedienelemente fallen nicht zu prägnant aus, Powerbutton und Lautstärkewippen machen aus geschliffenem Metall gefertigt einen hochwertigen Eindruck. Auch der Home-Button, der auch als Fingerprintsensor fungiert, ist sehr elegant implementiert: Anstelle eines physischen Knopfes befindet sich hier ein flacher Rahmen um einen Touch-Button, der seinerseits von zwei Touch-Button als weitere Bedienelemente flankiert wird.

Leistung & Bedienung

ASUS bewirbt das ZenFone 4 als vorrangig kamerastarkes Smartphone, das wird spätestens beim Blick auf die Schachtel klar, in der das Gerät geliefert wird: Zwei ZenFone-4-Silhouetten formen ein Herz im Schriftzug „We *Herz* Photo“, auch auf der offiziellen Produktseite wird an erster Stelle die Kameraqualität angepriesen. Auf der Rückseite liegen zwei Kameralinsen, mit denen abwechslungsreiche Aufnahmen gelingen sollen. Die lichtempfindliche 12-Megapixel-Hauptkamera ist mit einem Sony IMX362 Sensor ausgestattet, der Spectra 160 Bildsignalsensor des Qualcomm-SoCs arbeitet zusätzlich im Hintergrund. Die Bildqualität der Hauptkamera kann sich dementsprechend sehen lassen, das ZenFone 4 liefert scharfe Full-HD-Aufnahmen mit toller Farbdarstellung. Auch bei schlechteren Lichtverhältnissen liefert das ZenFone 4 noch gute Ergebnisse, zudem geht die Bedienung des Kameramodus schnell und intuitiv von der Hand: Fokus, Auslöser und manuelle Einstellungen reagieren relativ verzögerungsfrei. Ein Pro-Modus bringt zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten sowie Hilfsanzeigen für erfahrene Fotografen, alternativ liefert jedoch auch der Auto-Modus Ergebnisse, die sich sehen lassen.

Dämmerlicht-nah Dämmerung-Gegenlicht

Auch bei schlechteren Lichtverhältnissen wie Dämmer- und Gegenlicht gelingen noch gute Aufnahmen

Screenshot Pro-Modus

Der Pro-Modus bietet erfahrenen Fotografen einige Einstellungsmöglichkeiten, mit dem Auto-Modus sind aber auch bereits schöne Bilder möglich


Insgesamt fällt die Kameraqualität sehr gut aus, im direkten Vergleich mit der hervorragenden Kamera des Samsung Galaxy S8, die wir erst vor wenigen Monaten ausführlich getestet haben, geht das ASUS ZenFone 4 hingegen als knapper Verlierer aus dem Rennen. Auch wenn die Farben des taiwanischen Flaggschiff-Smartphones sehr kräftig ausfallen, wirkt die Farbdarstellung der Konkurrenz bei direkter Gegenübestellung ein wenig kontrastreicher und realitätsnaher, zudem werden weiter entfernte Motive bei Samsung noch einen Tick schärfer dargestellt. Allerdings stellt das ZenFone 4 preislich einen Einstieg in die Smartphone-Oberklasse dar, während das Galaxy S8 mit seinen rund 300 Euro Preisunterschied in den höchsten Ebenen der Oberklasse rangiert. Insofern kann man dem ASUS-Kandidaten zugute halten, dass er bei diesem Kameravergleich so eine gute Figur macht.

Galaxy-S8-Turm ZenFone-4-Turm

Auf diesem Bild muss die leicht unterschiedliche Entfernung zum Motiv berücksichtigt werden, insgesamt liefern Samsungs Galaxy S8 (links) und das ASUS ZenFone 4 (rechts) jedoch beide sehr ansehnliche Ergebnisse

Galaxy-S8-Berg ZenFone-4-Berg

An den Felsen dieses Beispielmotivs wird deutlich, dass die Kamera des Galaxy S8 (links) ein wenig schärfere Aufnahmen auf Distanz ermöglicht, als das ZenFone 4 (rechts)

Galaxy-S8-Trauben ZenFone-4-Trauben

Auf kurze Distanzen leisten beide Kameras tolle Arbeit, lediglich der höhere Kontrast des Galaxy S8 (links) fällt deutlich auf; ob das kühler wirkende Ergebnis des ZenFone 4 (rechts) nun besser oder schlechter aussieht, liegt im Auge des Betrachters


Die zweite Rückkamera verfügt über ein 120°-Weitwinkel-Objektiv, dementsprechend viel Aussicht bietet die Alternativlinse gegenüber herkömmlichen Kameras. Die Auflösung wird mit acht statt zwölf Megapixel ein wenig heruntergefahren, was bei dem veränderten Bildformat allerdings kaum ins Gewicht fällt.

Wein-Hauptkamera Wein-Weitwinkel

Tiber-Hauptkamera Tiber-Weitwinkel

Die zweite Kamera fängt mit ihrem Weitwinkelobjektiv auch größere Motive wie Landschaften ein, bei solchen Distanzen fällt auch die niedrigere Auflösung nicht mehr groß ins Gewicht (links Hauptkamera, rechts Weitwinkel)


Das Herzstück des ASUS ZenFone 4 ist ein im 14-Nanometer-FinFET-Verfahren gefertigter 64-Bit Qualcomm Snapdragon 630 mit acht Kernen, dazu gesellt sich ein Grafikprozessor vom Typ Adreno 508 und 6 Gigabyte LPDDR4 Arbeitsspeicher. Der Speicherplatz beläuft sich auf 64 Gigabyte Gerätspeicher, dieser kann per MicroSD-Karte um bis zu zwei Terabyte erweitert werden. Im Alltag kann das ZenFone 4 mit schnellen Reaktionszeiten und allgemein flüssiger Performance punkten, beim Benchmark-Vergleich mit anderen Oberklasse-Geräten fällt es hingegen gegen die Konkurrenz wie Samsung Galaxy S8, Huawei P10 oder Google Pixel ab. Vor allem bei den Übertragungsgeschwindigkeiten überrascht das ZenFone 4 trotz Typ-C Anschluss mit eher mittelmäßigen Lese- und Schreibgeschwindigkeiten, scheinbar kommt hier nur USB 2.0 zum Einsatz. Das Display kann mit einer durchschnittlichen Helligkeit von 545 cd/m² überzeugen, leichte Abweichungen am unteren Bildschirmrand sind mit dem bloßen Augen nicht auszumachen.


Der Akku verfügt über eine Kapazität von 3.300 mAh und soll nach Herstellerangaben bei Schnellladung mit dem beiliegenden 15W-Ladeadapter in etwas mehr als einer halben Stunde von Null auf rund 50 Prozent Ladung gebracht werden können. Diese Angaben können wir in etwa bestätigen, bereits nach einem halben Vormittag am Stromnetz war das ZenFone 4 nach völliger Entladung wieder voll einsatzbereit. Herausnehmbar ist der Akku nicht, was angesichts des per Nano-Molding-Technologie gefertigten Unibody-Gehäuses wenig verwunderlich ist.

Fazit

Mit dem ZenFone 4 liefert ASUS ein sehr ansehnliches Smartphone ab, welches optisch problemlos mit aktuellen Topmodellen der Konkurrenz mithalten kann. Die Kamera wird als großes Hauptfeature ausgeschrieben und tatsächlich liefert das ZenFone 4 beeindruckende Aufnahmen bei hellen wie dunklen Lichtverhältnissen, sowie schicke Weitwinkel-Fotos mit der zweiten Kameralinse. Als knapper Verlierer im Kameraduell mit Samsungs Flaggschiff Galaxy S8 kann sich ASUS dennoch auf die Schulter klopfen, liegen doch mehrere Hundert Euro Preisunterschied zwischen den beiden Geräten. Im Benchmark-Test wird das neue ZenFone zwar von der Konkurrenz am Firmament der Smartphone-Oberklasse abgehängt, im Alltagsbetrieb hingegen erfüllt es die Anforderungen mit flotter Performance. Auch der Akku punktet mit langen Lauf- und schnellen Ladezeiten, hinzu kommt ein üppiger und erweiterbarer Speicherplatz. Stellt das ASUS ZenFone 4 nun eine Alternative zum Samsung Galaxy S8 dar? Die Antwort ist ein klares: Jain. Wer vorrangig die neuesten Mobile Games zocken oder regelmäßig andere, hardwarehungrige Anwendungen nutzt, wird langfristig mit dem Samsung-Flaggschiff besser fahren. Andernfalls leistet das ZenFone 4 tolle Arbeit hinsichtlich der Kameraqualität und -funktionen, wer also auf den Leistungs-Endspurt verzichten kann, kann getrost zum 300 Euro günstigeren ASUS-Flaggschiff greifen.

ProContra
  • elegantes, hochwertiges Design...
  • ist sehr rutschig
  • Dual-Kamera
  • USB 2.0
  • gutes Display mit Blaulicht-Filter
  •  stolzer Preis
  • BoostMaster Schnellladung
 
  • Fingerprint-Sensor gut implementiert
 
  • NFC
 

 

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Robin Cromberg

Robin Cromberg

… studiert Asienwissenschaften an der Universität Bonn und ist als Redakteur hauptsächlich für das Ressort der Gaming-Peripherie von Allround-PC.com zuständig. Zwischen Roundup-Tests zu neuesten Gaming-Tastaturen und Co. testet er für APC außerdem Smartphones, Notebooks oder Gadgets wie Bluetooth-Speaker.

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