Test: Honor 9

Das preisgünstigere P10?

Geschrieben von Niklas Ludwig am 06.07.2017.

Honor 9 Startbild

Das Honor 9 ist auf dem Papier ein echter Konkurrent für Smartphones der oberen Mitteklasse und wird auch dem Huawei P10 gefährlich. In unserem Test klären wir, ob das Smartphone eine preisgünstige Alternative zum P10 ist.

Übersicht

Huaweis Tochterunternehmen präsentiert mit dem Honor 9 den offiziellen Nachfolger des Honor 8. Von diesem erbt es vor allem die außergewöhnliche Rückseite, die aus 15 Schichten Glas besteht. Bei der Hardware scheint sich Honor hingegen fleißig beim Huawei P10 bedient zu haben: Auf dem Papier weisen beide Smartphones starke Ähnlichkeiten auf. Wir haben getestet, ob das deutlich günstigere Honor 9 gegen das Huawei P10 bestehen kann.

Technische Daten

ModellHonor 9
ProzessorKirin 960 (4x 2,4 und 4x 1,8 GHz)
GPUMali G71
Arbeitsspeicher4 GB
Interner Speicher, erweiterbar?
64 GB, ja bis zu 256 GB
Display
5,15 Zoll, IPS-LCD mit 2,5D Glas
AuflösungFull-HD, 1.920 x 1.080 Pixel
KonnektivitätWi-Fi 802.11b/g/n/ac, Bluetooth 4.2, LTE Cat.6, NFC
Karten-Slots1x nano-SIM, 1x nano-SIM /micro-SD)
KamerasHaupt: 12 MP RGB + 20 MP Monochrom
Front: 8 MP, beide Blende F1.9
Akku (austauschbar?)
3.200 mAh, fest verbaut
Betriebssystem
Android 7.0 + EMUI 5.1
Abmessungen147,3 x 70,9 x 7,45 mm
Gewicht155 g
Besonderheiten3D Sound in Koop. mit Monster und Grammy, 4-fach Autofokus, 2x Hybrid-Zoom, 4K Video-Aufnahme
Fringerprintsensorja, integriert im Home-Button
Quick-/Wireless-Charging
ja/nein
AnschlüsseUSB Typ C via USB 2.0, 3,5-mm-Klinke
Farbengrau, blau, schwarz
Preis
429 Euro

Lieferumfang

  • Honor 9
  • USB-Kabel
  • Ladeadapter

Design & Eigenschaften

Beim Honor 9 ist wie schon beim Vorgänger die Rückseite der eigentliche Star: Der Hersteller verwendet abermals 15 Schichten Glas, um eine optisch eindrucksvolle Rückseite zu schaffen. Je nach Lichteinfall hat man den Eindruck, ein komplett neues Smartphone vor sich liegen zu haben – klasse!

Honor 9 Frontal Gesamt hintenDie Rückseite setzt sich aus 15 Schichten Glas zusammen und sieht einfach nur toll aus.

Die Rückseite ist zudem zu den Seiten hin leicht abgerundet, was für eine spürbare Kante beim Zugreifen sorgt und die Haptik verbessert. Die Dual-Kamera sitzt im oberen linken Bereich und liegt hinter der Glasschicht, schließt also bündig ab. Daneben befinden sich noch ein Dual-LED-Blitz sowie der Autofokus.

Honor 9 schräg untenDer USB-Anschluss ist nur via USB 2.0 angebunden und ermöglicht dementsprechend nur langsame Dateitransfers.

Der Metallrahmen ist beidseitig durch eine Fase abgeschrägt und beherbergt alle Bedientasten und Anschlüsse, von denen der USB Typ C– und Kopfhöreranschluss auf der Unterseite liegen. Während die Rückseite noch genügend Alleinstellungsmerkmale aufweist, lassen sich bei der Vorderseite die Parallelen zum Huawei P10 nicht mehr leugnen. Der Bildschirm ist mit 5,15 Zoll nahezu gleichgroß wie der des P10 (5,1 Zoll) und löst ebenfalls mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten auf.

Honor 9 Frontal Gesamt vorne BildschirmDer Bildschirm bietet eine hohe Helligkeit und überzeugt mit einer tollen Bildwiedergabe.

Er überzeugt mit satten Farben und einer hohen durchschnittlichen Helligkeit von 470 cd/m². Weitere Parallelen finden wir beim Fingerabdrucksensor vor, der unterhalb des Bildschirms sitzt. Dieser kann sowohl zum Entsperren des Honor 9 als auch zur Navigation durch die Menüs genutzt werden und übernimmt gleichzeitig die Funktion des Home-Buttons. Verarbeitung und Haptik des Honor 9 wissen zu gefallen und befinden sich auf dem Niveau von deutlich teureren Smartphones.

Technik

Die Ähnlichkeiten zum Huawei P10 setzen sich auch bei den inneren Werten fort: Das Herz des Honor 9 ist ein Kirin 960 Soc, dem 4 GB Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Zum Speichern von Dateien stehen 64 GB Speicherplatz zur Verfügung, der mittels microSD-Karte erweiterbar ist. Das Honor 9 läuft mit Android 7.0 über das der Hersteller die EMUI 5.1-Benutzeroberfläche gelegt hat.

Honor 9 Startbildschirm Honor 9 Startbildschirm Einstellungen
Beim Honor 9 kommt die bekannte EMUI-Benutzeroberfläche zum Einsatz.

Eine weitere Gemeinsamkeit zwischen dem P10 und Honor 9 betrifft den Akku, der bei beiden Smartphones eine Kapazität von 3.200 mAh besitzt. Schnellladen wird unterstützt und sorgt dafür, dass innerhalb von 30 Minuten rund 40 Prozent Kapazität zur Verfügung stehen.

 

Da in beiden Smartphones die gleiche Hardware zum Einsatz kommt, verwundert es nicht, dass sie auch beide nahezu die gleichen Werte in den Benchmarks erreichen, weshalb wir lieber noch mal auf die Konkurrenz schauen wollen. Im AnTuTu-Benchmark liegt das Honor 9 rund 10.000 Punkte hinter dem LG G6 und 20.000 Punkte hinter dem Samsung Galaxy S8, die jedoch auch deutlich teurer sind. Im GFX-Benchmark holt es hingegegen wieder auf und liegt in etwa auf einem Niveau mit den beiden Top-Smartphones. Im Alltag merken wir jedoch nichts von der geringeren Punktezahl im AnTuTu-Benchmark: Das Honor 9 agiert schnell und verzögerungsfrei und bietet ein hohes Arbeitstempo.

Die Transferraten des internen Speichers können sich mit über 200 MB/s beim Lesen und Schreiben ebenfalls sehen lassen. Honor verwendet einen USB Typ C-Anschluss, allerdings ist dieser nur per USB 2.0 angebunden. Dementsprechend werden Dateien lediglich mit maximal 35 MB/s zwischen Smartphone und PC übertragen.

Kamera

Die Gemeinsamkeiten wollen einfach nicht aufhören: Beim Honor 9 kommt wie beim P10 eine Dual-Kamera zum Einsatz. Sie setzt sich aus einem Farbsensor mit 12 Megapixel und einem Monochromsensor mit 20 Megapixel zusammen – identisch zum Huawei P10 also. Lediglich der Leica-Schriftzug und der optische Bildstabilisator fehlen und bleiben exklusiv dem P10 vorbehalten.

Honor 9 Startbildschirm Kameramodi Honor 9 Startbildschirm Profimodus
Das Honor 9 bietet viele Kameramodi, darunter auch ein professioneller Modus.

Bei den Fotoaufnahmen machen sich der fehlende Leica-Schriftzug und optische Bildstabilisator jedoch kaum bemerkbar. Bei Tageslicht gelingen sehr gute Aufnahmen mit vielen Details und einer guten Farbwiedergabe.

Honor 9 Testaufnahme 4 Honor 9 Testaufnahme 3 Honor 9 Testaufnahme 2 Honor 9 Testaufnahme 1
Die Ergebnisse der Kamera können sich sehen lassen, bei schlechtem Licht empfehlen wir jedoch den professionellen Modus zu aktivieren.

Erst bei schlechteren Lichtverhältnissen merkt man, dass die Aufnahmen eher zu rauschen anfangen, da die Belichtungszeiten durch den fehlenden Bildstabilisator kürzer und der ISO-Wert höher ausfällt. Im Profimodus, in dem unter anderem die Belichtungszeit manuell festgelegt werden kann, gelingen bei schlechtem Licht deutlich bessere Ergebnisse, vorausgesetzt man kennt sich etwas mit Fotografie aus.

Hands-On Video von Marcel auf 1&1 CubeTube

Fazit

Wer das Honor 9 kauft, erhält das P10 in einem – unserer Meinung nach – schickerem Gewand und zu einem deutlich geringeren Preis. Die technischen Daten sind nahezu  identisch zum P10 und verleihen dem Honor 9 eine Topausstattung zu einem unschlagbaren Preis. Zwar lässt das Smartphone den Leica-Schriftzug missen und muss ohne optischen Bildstabilisator auskommen, das ändert jedoch nichts daran, dass es die besten Fotos in der Honor-Familie schießt. Zudem lassen sich die Resultate mit ein paar Fotokenntnissen ganz einfach im manuellen Modus verbessern. Insgesamt bietet das Honor 9 ein sehr gelungenes Gesamtpaket, das bei einem Preis von 429 Euro nur wenig Anlass zur Kritik gibt.

Honor 9 Award

ProContra
  • sehr guter Bildschirm
  • USB Typ C nur via USB 2.0 angebunden
  • gute Kamera mit schicken Effekten wie nachträglicher Schärfenverlagerung
  •  kein optischer Bildstabilisator
  • USB Typ C-Anschluss
 
  • Fingerabdrucksensor
 
  • schnelle Hardware
 
  • Speicher erweiterbar
 
  • ordentliche Laufzeiten
 

 

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Niklas Ludwig

Niklas Ludwig

…ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

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