Solid State Disk (SSD) vs. Festplatte

Keine Abkürzung ist in der Computerszene wohl derzeit mehr gefragt als das kleine Kürzel „SSD“. Dahinter verbirgt sich der Begriff „Solid State Disk“, was zu Deutsch in etwa mit „Festkörperlaufwerk- oder -platte“ zu übersetzten ist.

Wir haben uns die aktuelle Nachfrage nach Massenspeichern auf Flashspeicher Basis zum Anlass genommen, einen Vergleich zwischen aktuellen Solid State Disks durchzuführen. Zudem wollten wir wissen, wie im Vergleich eine herkömmliche Festplatte mit Magnetscheibe in den Tests abschneidet.

 

ssd vergleich

 

Einleitung

Vorne weg möchten wir erwähnen, dass dieser Test nicht in erster Linie dazu da sein soll, den Leser sofort zum Umstieg auf SSDs zu bewegen. Viel mehr möchten wir die Vor- und Nachteile dieser noch recht jungen Speichertechnologie anhand von aktuell erhältlichen Produkten aufzeigen.
Die folgende Auflistung zeigt alle getesteten Laufwerke, inklusive einer handelsüblichen Festplatte aus dem Hause Samsung, die ebenfalls alle Testparcours durchlaufen ist, um einen Vergleich zu erhalten.

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Diese Modelle wurden geprüft:

  • Patriot Memory Warp V2 64 GB (PE64GS25SSDR)
  • Intel X-25M 80 GB (SSDSA2MH080G1GC)
  • G.Skill Falcon 128 GB (FM-25S2S-128GBF1)
  • G.Skill Falcon 64 GB (FM-25S2S-64GBF1)
  • Samsung SpinPoint P80SD 80 GB (HD080HJ) – als Vergleichsprodukt

Weitere vier SSDs haben wir am 24.11.2009 in unserem Bericht "Vier aktuelle SSDs im Vergleichstest" getestet und mit den Solid State Disks aus diesem Bericht verglichen.

Technischer Überblick

Um zu verstehen, was der Unterschied zwischen einer standardmäßigen Festplatte und einem SSD-Laufwerk ist, müssen wir ins Innere beider Laufwerke schauen. Äußerlich fällt zuerst einmal nur der Größenunterschied auf. So sind die meisten Festplatten, die im heimischen Computer Verwendung finden noch im 3,5 Zoll Faktor gebaut, während Solid State Disks eigentlich durchgängig im 2,5 Zoll Formfaktor gefertigt werden und somit auch gleich als Ersatz der Notebook Festplatte dienen können. Gemeinsam haben beide Speicherarten jedoch, dass es sich um nichtflüchtigen Speicher handelt, d.h. Festplatten und SSDs können vom Stromnetz getrennt werden, ohne dass die darauf gespeicherten Daten verloren gehen.

Schon anhand der technischen Daten wird einem aber schnell bewusst, dass beide Massenspeicher auf völlig unterschiedlichen Konzepten setzen: So fehlt bei den SSDs z.B. die Angabe über die Rotationsgeschwindigkeit der verbauten Platten (Magnetscheiben). Dies ist auch kein Wunder, weil eine SSD im Vergleich zur HDD komplett auf mechanische Bauteile verzichtet, die in irgendeiner Weise am Datenspeicher- und Leseprozess teilhaben.  Dadurch wird eine SSD extrem beanspruchbar, was äußere Umwelteinflüsse angeht und ist durch ihren rein elektronischen Aufbau gegen schwere Stöße und extreme Temperaturen resistent. Zudem ist eine SSD komplett lautlos und ermöglicht so den Aufbau von lautlosen Computern. Durch den Wegfall der beweglichen Komponenten (Scheiben, Lesekopf)  soll ebenfalls eine höhere Lebenszeit des Massenspeichers möglich werden, da der mechanische Verschleiß infolgedessen wegfällt.

Mit den beweglichen Teilen verzichtet eine Solid State Disk also auch auf die magnetische Speichertechnologie, bei der ein Lesekopf über die magnetische Speicherscheibe (kurz Plattern) läuft und mithilfe eines Lese- und Schreibkopfes die darauf befindlichen Daten liest oder verändert. Stattdessen kommen im Inneren einer solchen SSD Flashspeicherbausteine zum Einsatz, wie wir sie seit Jahren in Speicherkarten für Kamera und MP3-Player verwenden. Die in den SSD eingesetzten Chips sind in der Regel nur um einiges leistungsfähiger, was den Datendurchsatz anbelangt.
Wie auch eine Speicherkarte verfügt eine SSD über einen Controller, der alle Datenzugriffe steuert und koordiniert und so wundert es nicht, dass die Leistung des Controllers maßgeblich über die Geschwindigkeit einer SSD entscheidet. Ein wichtiges Kaufkriterium ist also ein guter Chipsatz, gepaart mit schnellen Speicherzellen – dazu kommen wir auf der nächsten Seite.


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