Test: Seagate Momentus XT 750 GB

Geschrieben von Nils Waldmann am 09.01.2012.

seagate momentus xt 750 gb test startbild

Besitzer von Notebooks und Netbooks stehen beim Austausch des vorhandenen Massenspeichers aktuell vor der Qual der Wahl. Auf der einen Seite locken die herkömmlichen Festplatten mit immer steigenden Kapazitätswerten, auf der anderen Seite buhlen Solid State Drives mit hohen Transferraten und niedrigen Zugriffszeiten um die Gunst des Kunden. Warum also nicht einfach das Beste aus beiden Welten kombinieren? Seagate hat genau dies versucht.



Vorwort

Bei der neuen Momentus XT Serie von Seagate handelt es sich um sogenannte Hybrid-Massenspeicher, die zum einen auf ganz normale rotierende Magnetscheiben mit Schreib- und Leseköpfen, zum anderen aber auch auf schnelle NAND-Speicher setzen. Dadurch sollen sich die Vorteile beider Technologien, also die hohen Kapazitäten der Festplatte und die kurzen Zugriffszeiten der SSD miteinander verbinden lassen. Seagate fasst das ganze unter dem Begriff der „FAST Factor Technologie“ zusammen.

Im Falle des von uns getesteten Modells handelt es sich um die 750-GB-Version der Momentus XT, das Laufwerk ist außerdem noch mit 500 GB Speicherplatz erhältlich. Zu den technischen Daten zählen eine schnelle S-ATA 6 Gbit/s –Schnittstelle sowie die mit 7200 U/Min rotierende Spindel der Datenscheiben. Wir möchten bereits jetzt darauf hinweisen, dass von dem Modell mit 500 GB keine identische Leistung erwartet werden kann, da die technischen Daten teilweise stark von der hier getesteten Variante abweichen.

 

Lieferumfang

  • Hybrid-Festplatte

 

Spezifikationen

Speicherkapazität nominell750 GB
Sektorengröße4 KB
Flashspeicher Kapazität8 GB
NAND-TypSLC
SchnittstelleS-ATA 6 Gbit/s
Spindelgeschwindigkeit7200 U/min
Cache32 MB
Preis 
Formfaktor2,5 Zoll
Abmessungen69,85 x 100.35 x 9,5 mm
Gewicht115 Gramm
ModellnummerST750LX003

 

Besonderheiten

Wie anfangs bereits erwähnt, verfügt die Momentus XT zusätzlich über schnellen Flashspeicher, der das gesamte System im Vergleich zu einer Standardfestplatte deutlich beschleunigen soll. Im Falle unseres Testmusters sprechen wir dabei von SLC-NAND mit einer Kapazität von 8 GB. Diesen zusätzlichen Speicher nutzt die Festplatte als schnellen Zwischenspeicher. Durch die „Adaptive Memory Technologie“ lernt die Hybrid-HDD zusätzlich, welche Dateien der Nutzer oft aufruft und passt die Auslagerung der Daten in den Flashspeicher dementsprechend an. So werden oft benutzte Programme direkt aus dem NAND geladen und stehen in beinahe SSD-Geschwindigkeit zur Verfügung.

Aber auch Schreibzugriffe werden beschleunigt, indem die Daten zu erst in den NAND und erst zeitverzögert auf die Magnetscheiben geschrieben werden. Wie die bereits von uns getestete ST9750420AS, welche ebenfalls eine Kapazität von 750 GB besitzt, setzt auch die Momentus XT auf 4KB-Sektoren, um die Speicherdichte zu erhöhen.

Zur Installation der Festplatte sind im Übrigen keine speziellen Tools nötig. Das Laufwerk verhält sich unter allen modernen Betriebssystemen wie ein ganz gewöhnlicher Massenspeicher und bedarf daher keiner speziellen Treiber.

Seagate erklärt seine Hybrid-Festplatte zu dem in einem kurzen, englischsprachigen Videoclip:

Leistungstest

Hauptteil dieses Berichts ist natürlich der Leistungstest. Dazu wurden verschiedene Benchmarks durchgeführt, die das Leistungsverhalten der Festplatten in den verschiedensten Situationen aufzeigen. Getestet wurden dabei Lese- und Schreibraten sowie die Zugriffszeiten unter bestimmten Bedingungen. Praxisbezogene Benchmarks geben Aufschluss über das Leistungsverhalten unter alltäglichen Bedingungen, während die synthetischen Benchmarks das theoretische Maximum aus den HDDs herauskitzeln. Die Seagate Momentus XT wurde dabei jeweils drei Mal mit dem selben Benchmark überprüft, um sichtbar zu machen, wie die Adaptive Memory Technologie die Daten sinnvoll anordnet, um das System zu beschleunigen.

 

Testsystem

  • Prozessor: Intel Core i5-2500K 3,3 GHz, Turbo Boost an, Hyperthreading aktiviert
  • Ram: 4096 MB Exceleram DDR3 1333 MHz
  • Systemlaufwerk: Corsair Force F40 SSD 40 GB
  • Mainboard: Asus P8Z68-V Pro
  • Grafikkarte: Intel CPU HD 3000 Graphics
  • Betriebssystem: Windows 7 Professional x64
  • Testbetriebssystem: Windows 7 Professional x64
  • Netzteil: Antec High Current Gamer 900 Watt
  • Testlaufwerke: Seagate ST750LX003, Seagate ST9750420AS, Hitachi HTS543232A7A

 

Benchmark-Tools

 

  • HD Tune Pro 4.6
  • A.S. SSD Benchmark 1.6
  • HD Tach RW 3.0.4.0

HD Tune Pro

Die Software HD Tune Pro misst neben den schon erwähnten Parametern ebenfalls die Geschwindigkeit beim Zugriff auf verschiedene Dateigrößen. Dieser Test ist bei HDDs sehr interessant, da vor allem viele kleine Dateien (z.B. 4 KB Blöcke) einen schwachen Festplatte schnell aus der Bahn werfen. Die Transferraten brechen dann bis auf wenige KB/s ein und es kommt zu Verzögerungen beim Dateizugriff. Gemessen wurden die Blockgrößen 512 Byte, 4 KB, 64 KB, 1 MB sowie der zufällige Zugriff auf alle Arten von Blockgrößen.

 

 

 

 

 

 

Fazit

Auch wenn man es der Momentus XT auf den ersten Blick nicht ansieht, handelt es sich bei diesem Produkt um einen Massenspeicher der besonderen Art. Dies wird aber erst mit einem Blick auf die technischen Details sichtbar, denn äußerlich gleicht die Momentus XT jeder anderen 2,5-Zoll-Festplatte.

In Sachen Leistung konnte der Hybride aus SSD und HDD durchaus überzeugen. Zwar war der Leistungszuwachs mehr beim Lesen von Daten, als bei Schreibvorgängen spürbar, dafür verfügt das Laufwerk aufgrund seiner hohen Grundperformance aber bereits über genug Leistungskapazitäten. So liegen die sequenziellen Leseraten in etwa auf Höhe der aktuellen Momentus 7200.5-Serie, beim Schreiben ist die Momentus XT generell ein paar MB/s flotter. Vor allem aber beim direkten Zugriff auf den Cache-Speicher zeigt die Hybrid-HDD spätestens ihren Vorteil. Hier liegen die Werte knapp bei dem Dreifachen einer herkömmlichen Festplatte.

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Die Wirkung der Adaptive Memory Technologie wird vor allem beim wiederholten Lesen zufälliger Blöcke verschiedener Größen sichtbar. Während der erste Testdurchlauf ungefähr dem Leistungsniveau der Momentus 7200.5 entsprach, vervielfachte sich der Durchsatz in den folgenden beiden Durchläufen. In der Praxis bedeutet dies wesentliche kürzere Zugriffszeiten auf Programme.

In unseren Augen lohnt sich die Anschaffung einer Hybrid-Festplatte daher für alle Anwender, denen eine reine SSD mit hoher Speicherkapazität schlichtweg zu teuer ist und die ihr System nicht mehr durch eine reine Festplattenlösung ausbremsen wollen. Seagate scheint mit der Momentus XT also ein ganz guter Spagat zwischen Leistung und Kapazität geglückt zu sein, auch wenn die Optimierung durch den Einsatz zusätzlichen Flashspeichers, vor allem im Bereich der lesenden Zugriffe stattgefunden hat.

Preislich ordnet sich die Hybrid-Lösung selbstverständlich zwischen den reinen Festplatten und den reinen Solid State Drives ein. So zahlt man für die erst vor Kurzem von uns getestete ST9750420AS mit 750 GB aktuell knapp 127 €, wohingegen für die Momentus XT  750 GB aktuell circa 182 € fällig werden. Eine SSD-Lösung mit beispielsweise 600 GB, wie die Intel SSD 320 Series, kostet dann bereits 916 €, ist aber im Vergleich auch noch einmal wesentlich schneller unterwegs.

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 10 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und technischer Leiter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle oder fotografiert und filmt auf Motorsportevents. Im "echten Leben" studierter Wirtschaftsingenieur und Qualitätsmanager.

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