Test: SanDisk Extreme Pro microSDXC UHS-II Karte 64 GB

UHS-II macht dem Winzling Beine

Geschrieben von Nils Update am 26.07.2016.

SanDisk Extreme Pro microSDXC UHS-II 64 GB Startbild

In der Speicherwelt sind die Wechsel von einer Generation zur nächsten meist die interessantesten Ereignisse. Mit der neuen SanDisk Extreme Pro microSDXC Speicherkarte steht so ein Wechsel bevor. Wir haben uns den kleinen, UHS-II-fähigen Speicher für euch angesehen.

Überblick

War der Wechsel von dem SD High Speed Protokoll (HS) auf UHS-I damals eine wahre Offenbarung für alle, die auf schnelle SD-Speichermedien angewiesen waren, steht uns nun Ähnliches mit UHS-II bevor. Mit der Extreme Pro microSDXC UHS-II Speicherkarte bringt SanDisk die UHS-II-Schnittstelle nun auch im microSD-Format in seine highend Extreme Pro Produktfamilie. Angeboten wird die neue Speicherkarte dabei in zwei Varianten, wahlweise mit 64 oder 128 GB.
Adressiert ist diese microSDXC-Karte ganz klar an Enthusiasten und Personen, die mit entsprechendem Equipment ihre Brötchen verdienen. Besonders für Fotographen und Filmemacher dürften die Speicherkarten der UHS-II-Generation mit ihren deutlich höheren Transferraten interessant sein. Einsatz findet so eine Karte wohl am ehesten in Actioncams oder sonstigen Aufnahmegeräten, die 4K-fähig sind und aufgrund ihrer kompakten Abmessungen einen microSD-Speicher erfordern. Natürlich lässt sich die Karte auch in Smartphones und Tablets verwenden, hier sind die meisten Geräte aber noch nicht fit für UHS-II und das Leistungsplus verpufft. Das kann sich aber jederzeit ändern, sobald UHS-II-Karten flächendeckender erhältlich sein werden.

Technischer Hintergrund

Die neue SanDisk Extreme Pro microSDXC UHS-II Karte setzt bereits auf den neuen UHS-II-Standard. Damit ist sie natürlich auch Class 10 und UHS Speed Class 3 zertifiziert. Zwei Kennzeichen, welche Speichermedien auszeichnen sollen, die die flüssige Aufnahme von Full-HD- bzw. 4K-Videomaterial ermöglichen sollen. In Wahrheit liegt die Transferleistung der neuen Extreme Pro microSD-Karte aber weit über der Anforderung dieser beiden Labels. So gibt SanDisk Werte bis zu 275 MB/s beim Lesen sowie maximal 100 MB/s beim Schreiben an.

Natürlich ist die Karte als Flaggschiffmodell ihrer Serie auf mit den gängigen Schutztechnologien von SanDisk ausgestattet. So machen dem Datenträger 72 h in bis zu 1 m tiefen Meerwasser nichts aus. Auch kann die Karte in einem weiten Temperaturbereich von – 25 bis zu + 85 °C betrieben werden. Selbst Magnetismus, Röntgenstrahlen und Vibrationen bis zu 500G sollen den Daten auf der Karte nichts anhaben.

SanDisk Extreme Pro microSDXC UHS-II 64 GB Front

Neben der Speicherkarte selbst, befindet sich zudem ein USB 3.0-fähiger Kartenleser im Lieferumfang, mit dem die Speicherkarte direkt mit jedem gängigen Computer oder Laptop verbunden werden kann. Nach einer Registrierung gewährt SanDisk Käufern der neuen Extreme Pro microSDXC UHS-II Karte zudem Zugriff auf seine RESCUEPRO DELUXE Software, die bei der Rettung von Daten helfen soll, falls mal etwas schiefgeht.

Leistungstest

Wir haben die SanDisk Extreme Pro microSDXC UHS-II Karte mit 64 GB natürlich mit verschiedenen Benchmark-Tools überprüft. Dabei wurde sowohl die sequenzielle Transfergeschwindigkeit, als auch die zufälligen Zugriffe auf unterschiedliche Blockgrößen simuliert. Als Vergleich haben wir einige Vorgänger aus dem SanDisk-Portfolio herangezogen. Der Unterschied zwischen UHS-I und UHS-II ist deutlich.

Testsystem

  • Prozessor: Intel Core i7-6700K 4,0 GHz (Skylake), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus Maximus VIII Extreme
  • Kühler: Noctua NH-D15
  • Ram: 16 GB G.Skill Ripjaws V DDR4 2.400 MHz CL 15-15-15-35
  • Systemlaufwerk: Intel SSD 750 420 GB
  • Grafikkarte: MSI Radeon R9 390X
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: be quiet Straight Power 1.000 Watt

Verwendete Tools

  • ATTO Disk Benchmark
  • Crystal Disk Mark

 

 

Fazit

Wer auf schnelle Speicherprodukte steht, kommt im microSD-Bereich aktuell kaum an der neuen SanDisk Extreme Pro microSDXC UHS-II Karte vorbei. Der USB 3.0-Kartenleser ist eine nette Zugabe, gleiches gilt für die Datenrettungssoftware.
Wirklich aufblühen tut das neue SanDisk Laufwerk während unserer Leistungstests: Die sequenziellen Transferraten sind dabei ein wahrer Traum. Zwar erreichen wir die beworbenen 275 MB/s nicht ganz, waren von knapp 250 MB/s allerdings bereits sehr beeindruckt. Es sei noch einmal daran erinnert, dass wir hier von einer microSD-Karte sprechen. Beim sequenziellen Schreiben hält die Karte ihr Versprechen vollends ein: zwischen 90 und 101 MB/s sind eine Kampfansage. Solch eine Bandbreite muss ein Aufnahmegerät erst einmal einfordern können. Die zufälligen Zugriffe auf verschiedenen Blockgrößen bestätigen das sehr gute Leistungsbild: Bereits im 4K-Blockbereich liegt die Karte bei 17 MB/s und erreicht für folgenden Blockgrößen schnell die 200 MB/s-Marke. Wahnsinn!
Diese Leistung gibt es natürlich nicht umsonst. Dabei ist diese Innovationsstufe aber deutlich günstiger zu haben, als die Wechsel von HS- zu UHS-Speicherkarten. Knapp 103 € werden aktuell für das von uns getestet 64-GB-Modell fällig. Wer die 128-GB-Variante benötigt, zahlt knapp 200 €. Zum Vergleich: Die aktuell schnellste UHS-I-Karte von SanDisk (Extreme PLUS microSDXC) mit 64 GB gibt es bereits ab 49 €, die 128-GB-Variante für knapp 90 €. Dass man als Enthusiast bzw. Powernutzer im Speichermarkt eine Prämie hinlegen muss, ist aber nichts Neues und soll dem neuen SanDisk-Produkt nicht negativ angekreidet werden.

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ProContra
  • Verarbeitung
  • extreme, sequenzielle Transferraten
  • sehr gute Random Access Leistung
  • Lieferumfang
  • Kostspielig im Vergleich zu UHS-I-Produkten

 

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