Test: Vier SSDs von Corsair & Patriot Memory

Geschrieben von Nils Waldmann. Veröffentlicht in Solid State Drives.

Corsair LogoEs scheint beinahe so, als wäre ein Marktsektor aus dem Winterschlaf erwacht. Passend zum immer besser werdenden Wetter, stehen fast tägliche neue Informationen und Neuigkeiten zum Thema Solid State Disk bereit. Für uns Grund genug, wieder einmal vier neue Modelle auf den Prüfstand zu schicken. Für diesen Test haben uns die beiden Hersteller Corsair und Patriot Memory mit je zwei Laufwerken aus ihrem aktuellen Produktsortiment ausgestattet. Die folgende Liste soll einen Überblick verschaffen, um welche Modelle es sich handelt:

Alle getesteten Laufwerke setzen auf MLC-Flashbausteine (Multi Level Cell), sind aber durch die Bank weg mit verschiedenen Chipsätze und Prozessoren ausgestattet. Aber eins haben sie alle gemeinsam: eine normale Festplatte, hat gegen keinen der neuen Flash-Boliden auch nur den Hauch einer Chance.

Des Weiteren unterstützen alle getesteten SSDs den TRIM-Befehl unter Windows 7, der für eine gleichbleibende Leistung über den Lebenszeitraum der Solid State Disk sorgen soll. Weitere Informationen zu Themen rund um die neuartigen Flash-Festplatten finden Sie hier:

Der Bericht wurde nach folgender Struktur gegliedert. Auf den nächsten Seiten finden Sie eine Vorstellung der einzelnen Laufwerke, samt technischen Details, Lieferumfängen und natürlich Bildern der Produkte. Die Weiteren Seiten sind dem Leistungstest gewidmet, der im Zusammenhang mit Speicherprodukten wohl am interessantesten ist. Ganz am Ende finden Sie dann ein zusammenfassendes Fazit. Hinweis: In den Produktvorstellungstabellen findet Sie eine Spalte mit dem Titel “Abweichungen zum gemessenen Ergebnis”. Die Referenzwerte für die prozentualen Ab- und Aufschläge wurden mit der Software A.S. SSD-Benchmark gemessen. Uns ist bewusst, dass die Hersteller ihre maximal Werte ggf. auf anderem Weg ermittelt haben. Die Abweichungen sind also lediglich als Vergleich und nicht als absolut anzusehen!

Corsair Nova V128

Spezifikationen

Speicherkapazität nominell 128 GB
Schnittstelle S-ATA 2
Zellentyp MLC
Controller Indilinx Barefoot
Cache 64 MB
Preis ab 300,- Euro
Geschwindigkeit laut Hersteller (bis zu) Lesen 270 MB/s – Schreiben 195 MB/s
Abweichungen zum gemessenen Ergebnis -12,6 % (235,95 MB/s) | – 14 % (167,72 MB/s)
Formfaktor 2,5 Zoll
Abmessungen 100 x 69 x 9,3
Gewicht 80 Gramm
Modellnummer CSSD-V128GB2-BRKT
 

Lieferumfang

  • SSD
  • Einbaurahmen

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Impressionen

 

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Corsair Force F120

 

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Spezifikationen

Speicherkapazität nominell 120 GB
Schnittstelle S-ATA 2
Zellentyp MLC
Controller SandForce SF-1200
Cache nicht vorhanden
Preis ab 306,- Euro
Geschwindigkeit laut Hersteller (bis zu) Lesen 285 MB/s – Schreiben 270 MB/s
Abweichungen zum gemessenen Ergebnis -17,2 % (235,95 MB/s) | – 37,9 % (167,72 MB/s)
Formfaktor 2,5 Zoll
Abmessungen 100 x 69 x 9,3
Gewicht 80 Gramm
Modellnummer CSSD-F120GB2-BRKT
 

Lieferumfang

  • SSD
  • Einbaurahmen

Impressionen

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Patriot Memory Zephyr 128 GB

 

patriot logo

 

Spezifikationen

Speicherkapazität nominell 128 GB
Schnittstelle S-ATA 2
Zellentyp MLC
Controller JMicron 612
Cache 64 MB
Preis ab 346,- Euro
Geschwindigkeit laut Hersteller (bis zu) Lesen 240 MB/s – Schreiben 145 MB/s
Abweichungen zum gemessenen Ergebnis -8,7 % (219,14 MB/s) | -4,2 % (138,93 MB/s)
Formfaktor 2,5 Zoll
Abmessungen 9,3 x 69 x 101 mm
Gewicht 120 Gramm
Modellnummer PZ128GS25SSDR
 

Lieferumfang

  • SSD
 

Impressionen

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Patriot Memory Inferno 100 GB

 

patriot logo

 

Spezifikationen

Speicherkapazität nominell 128 GB
Schnittstelle S-ATA 2
Zellentyp MLC
Controller SandForce SF-1222
Cache nicht vorhanden
Preis ab 346,- Euro
Geschwindigkeit laut Hersteller (bis zu) Lesen 285 MB/s – Schreiben 275 MB/s
Abweichungen zum gemessenen Ergebnis -28 % (205,25 MB/s) | -52,5 % (130,7 MB/s)
Formfaktor 2,5 Zoll
Abmessungen 9,3 x 69 x 101 mm
Gewicht 120 Gramm
Modellnummer PI100GS25SSDR
 

Lieferumfang

  • SSD
  • Einbaurahmen

Impressionen

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Leistungstest

Hauptteil dieses Berichtes soll natürlich der Leistungstest des Laufwerks sein. Dazu wurden verschiedene Benchmarks durchgeführt, die das Leistungsverhalten der SSDs in den verschiedensten Situationen aufzeigen. Getestet wurden dabei Lese- und Schreibraten sowie die Zugriffszeiten unter bestimmten Bedingungen. Praxisbezogene Benchmarks geben Aufschluss über das Leistungsverhalten unter alltäglichen Bedingungen, während die synthetischen Benchmarks das theoretische Maximum aus den Laufwerken herauskitzeln.
 

Testsystem

  • Intel Core i7-860 2,8 GHz, Turbo Boost an, Hyperthreading aktiviert
  • Ram: 4096 MB Corsair DDR3-1333 MHz
  • Systemlaufwerk: Intel X25-M G2 Postville 80 GB
  • Storage: Western Digital WD6400AAKS S-ATA 2
  • Vergleichslaufwerk: Samsung HD103UJ 1TB
  • Mainboard: Intel DP55KG
  • Grafikkarte: MSI GeForce 8600GTS
  • Betriebssystem: Windows 7 Professional x64
  • Netzteil: Seasonic M12 Power 600 Watt
Wie den Daten des Testsystems zu entnehmen ist, wurden ein weiteres Laufwerke als Vergleich herangezogen. Es handelt sich dabei um eine Samsung Festplatte des Mittelfeldes mit einer Kapazität von 1 TB. Der Vergleich soll demonstrieren, wie eine Festplatte unter identischen Bedingungen mit den getesteten Solid State Disks mithalten kann.   HD Tach RW Das Tool HD Tach RW ermöglicht die einfache Bestimmung der durchschnittlichen Schreib- und Lesegeschwindigkeit eines bestimmten Datenträgers. Ebenfalls werden die durchschnittliche Zugriffszeit sowie die Burstrate gemessen. Beim Burstrate-Test werden die Daten direkt auch dem Cache des Controllers abgerufen, weshalb die Werte oftmals weit über den anderen Benchmarkergebnissen liegen.
falcon_hd tach
  vier ssds hdtach HD Tune Pro Die Software HD Tune Pro misst neben den schon erwähnten Parametern ebenfalls die Geschwindigkeit beim Zugriff auf verschiedene Dateigrößen. Dieser Test ist bei SSDs sehr interessant, da vor allem viele kleine Dateien (z.B. 4 KB Blöcke) einen schwachen Controller schnell aus der Bahn werfen. Die Transferraten brechen dann bis auf wenige KB/s ein und es kommt zu Verzögerungen beim Dateizugriff. Gemessen wurden die Blockgrößen 512 Byte, 4 KB, 64 KB, 1 MB sowie der zufällige Zugriff auf alle Arten von Blockgrößen. vier ssds hdtune1 vier ssds hdtune2 A.S. SSD Benchmark Komplett neu in unserem Benchmarkparcour ist das SSD Benchmark des Entwicklers Alexej Schepeljanski. Das Programm misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten und bestimmt weitere Werte, wie z.B. Zugriffszeit und die Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien. Zudem verfügt das Tool über einen Kopier-Benchmark, der das Kopieren von ISO-Abbildern, Programmen und Computerspielen auf die SSD simuliert. Unseren Erfahrungen nach, sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden. vier ssds asssd Windows 7 Professional x64
Um neben den synthetischen Benchmarkdurchläufen ein wenig Praxis in die Leistungsüberprüfung zu bringen, wurden einige Test mit der Vollversion (Build 7600) des Betriebssystems „Windows 7“ aus dem Hause Microsoft durchgeführt. Gemessen wurde hier die Zeit, die die einzelnen Testprobanden für die Installation des Systems brauchen. Ebenfalls erfasst haben wir die Dauer, die das Laufwerk brauchte, um das System nach einem Neustart hochzufahren.
  vier ssds win7 vier ssds setup vier ssds access Futuremark PCMark Vantage

Als weiteres synthetisches Benchmark haben wir das PCMark Vantage aus dem Hause Futuremark für unsere SSD-Tests benutzt. Gemessen wurde die Zeit, die das Laufwerk zur Installation der Software unter Windows 7 benötigt. Außerdem wurde die HDD Test Suite des Programms ausgeführt und die am Ende ermittelte Punktzahl zu vergleichen.

vantage.jpg

vier ssds pcmark

Fazit

In der Zusammenfassung lässt sich der Satz aus der Einleitung noch einmal aufgreifen. Die Benchmarks haben, wie schon erwartet gezeigt, dass eine handelsübliche Festplatte gegen keines der Solid State Drives eine Chance hat. Noch eine Sache mehr haben alle Testprobanden gemeinsam: Die Verarbeitung ist ausgezeichnet. Das spiegelt sich aber auch im Preis wieder. So kostet das günstigste Laufwerk knapp 300 €, das teuerste Modell ist für ca. 320 € zu erstehen.

Bis auf die Zephyr SSD sah der Lieferumfang überall identisch aus. In einem kleinen Karton befand sich sicher verpackt die SSD samt einem Einbauadapter für den 3,5 Zoll Festplattenschacht. Wieso Patriot Memory seiner Inferno SSD einen Adapter beilegt und die Zephyr SSD leer ausgeht, obwohl beide Laufwerke eine annähernd gleiche Preisgestaltung aufweisen, ist uns nicht klar.

Insgesamt ist es schwer ein einzelnes Fazit für jedes Laufwerk abzugeben. Wir wollen deshalb versuchen, kurz die Vor- und Nachteile der einzelnen Geräte aufzuzeigen. Jeder Nutzer kann dann selbst bestimmen, welcher Charakter ihm am liebsten ist. Ob die SSD beispielsweise nur große Dateien lesen und schreiben muss oder ob oft Installationen getätigt werden, spielt nämlich eine tragende Rolle bei der Suche nach der richtigen SSD.

  Über die Laufwerke

In diesem Test sind Laufwerke mit drei verschiedenen Controllern angetreten: Die Inferno-SSD aus dem Hause Patriot sowie die Force SSD von Corsair setzen beide auf einen Prozessor von SandForce, wobei Partiot eine leicht abgewandelte Version mit dem Namen SF-1222 einzusetzen scheint. Nichts desto trotzt liegen die beiden SSD fast immer auf gleicher Höhe. Würde man die Benchmarks auf die einzelnen Laufwerke herunterbrechen, so wären es wohl diese beiden Produkte, die sich in der Summe ein Kopf an Kopf Rennen um den ersten Platz liefern würde.

Es fällt auf, dass der SandForce Chip sehr stark ist, wenn es um das Schreiben und Lesen von großen Dateien geht. Auch Programminstallationen bewältigen die Laufwerke mit diesem Chip in der Regel etwas schneller. Die Transferraten liegen im Normalfall ebenfalls etwas höher als bei den anderen beiden Solid State Disks.

Kommt es dann zum Lesen und Schreiben vieler unterschiedlicher Dateigrößen, wie es zum Beispiel bei der Installation und dem Start von Windows der Fall ist, so macht auch das Corsair Laufwerk der Nova Serie mit seinem Barefoot Controller (Indilinx) eine gute Figur. Hier kann die Infilinx-SSD die SandForce-Konkurrenz teilweise abschütteln. Auch die Kopiertests unter Windows 7 scheinen dem Chipsatz richtig Freude zu bereiten. Lediglich bei den sequenziellen Schreibanwendungen muss sich auch die Nova SSD den SandForce-Laufwerken geschlagen geben.

Die Patriot Zephyr SSD mit dem neuen JMicron 612 Chip und seinen 64 MB Cache, hat an einigen Stellen Probleme, mit den starken Mitbewerbern mitzuhalten. Allerdings bietet auch dieses Laufwerk eine mehr als solide Grundperformance. Vor allem Schreibanwendungen scheinen den Controller stärker zu fordern, als es bei der Konkurrenz der Fall ist. Das äußert sich dann in niedrigeren Datenraten. Inwiefern das im alltäglichen Betrieb stört, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Abschließend stellt sich sicher die Frage, bei welchem der vier Laufwerke das eigene Geld am besten investiert ist. Die meiste Kapazität fürs Geld bekommt man bei der Corsair Nova V128 für knapp unter 300 €. Die Patriot Zephyr SSD scheint angesichts ihrer Leistung mit ca. 305 € ein wenig zu teuer zu sein. Bleiben noch Inferno- und Force-SSD übrig. Hier erhält die Corsair SSD aufgrund der höheren Kapazität von 120 GB (Patriot Inferno 100 GB) und des knapp zehn Euro günstigeren Preises (ca. 310 €) eindeutig den Zuschlag. Auch wenn Patriots Inferno SSD optisch mit dem schönen roten Gehäuse sicherlich mehr hermacht, sind 320 € für 100 GB Speicherplatz in unseren Augen dennoch zu teuer.

Weitere Informationen zum Thema SSD und eine große SSD-Vergleichsdatenbank finden Sie bei unserem Partnerportal SSD-Info.de

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 7 Jahren bei Allround-PC.com und als stellvertretender Chefredakteur und Social Media Beauftragter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle oder fotografiert und filmt auf Motorsportevents. Im "echten Leben" Student des Wirtschaftsingenieurwesens und zusätzlich des Qualitätsmanagements. Außerdem freue ich mich immer über neue Leute in meinen Google+ Kreisen!

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