Test: Die Macht des Sandes – Drei SandForce SSDs

Geschrieben von Nils Waldmann. Veröffentlicht in Solid State Drives.

ssd vergleichJeder, der sich in der letzten Zeit mit dem Thema „Solid State Disk“ vertraut gemacht hat, wird nicht um den Hersteller „SandForce“ herum gekommen sein. Rein quantitativ bauen wohl die meisten aktuellen Laufwerke im Consumer-Bereich auf einen Chipsatz aus eben diesem Hause. Während unsere letzten Tests immer gemischter Natur waren, was die verwendeten Controller anbelangte, so stehen in diesem Bericht drei SSDs mit unterschiedlichen Kapazitäten und unterschiedlicher Herkunft, aber einem SandForce-Chipsatz im Fokus.

 

ADATA S599 128 GB (AS599S-128GM-C)

Spezifikationen

Speicherkapazität nominell

128 GB

Schnittstelle

S-ATA 2

Zellentyp

MLC

Controller

SandForce SF-1222

Cache

k.A.

Preis

~ 189,- Euro bei Amazon.de

Geschwindigkeit laut Hersteller (bis zu)

Lesen 280 MB/s – Schreiben 270 MB/s

Abweichungen zum gemessenen Ergebnis

+0,3 % (280,8 MB/s) | - 7,3 % (250,3 MB/s)  

Formfaktor

2,5 Zoll

Abmessungen

100 x 69.85 x 9.5 mm

Gewicht

68 Gramm

Modellnummer

AS599S-128GM-C

 

Lieferumfang

  • SSD
  • Kurzeinleitung
  • Einbaurahmen + Montagematerial

 

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Impressionen

 

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Mushkin Callisto Deluxe 40 GB (MKNSSDCL40GB-DX)

Spezifikationen

Speicherkapazität nominell

40 GB

Schnittstelle

S-ATA 2 (3Gbit/s)

Zellentyp

MLC

Controller

SandForce SF-1200

Cache

k.A.

Preis

~ 94,- € bei Amazon.de

Geschwindigkeit laut Hersteller (bis zu)

Lesen 280 MB/s – Schreiben 270 MB/s (S-ATA 3)

Abweichungen zum gemessenen Ergebnis

+0,07 % (280,2 MB/s) |  - 8,6% (246,8 MB/s)  

Formfaktor

2,5 Zoll

Abmessungen

99.88 x 69.63 x 9.3mm

Gewicht

ca. 80 Gramm

Modellnummer

MKNSSDCL40GB-DX

 

Lieferumfang

  • SSD

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Impressionen

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Mach Xtreme Technology MX-DS 100 GB (MXSSD2MDS-100G)

 

Spezifikationen

Speicherkapazität nominell

100 GB

Schnittstelle

S-ATA 3 (6Gbit/s)

Zellentyp

MLC

Controller

SandForce SF-1222

Cache

k.A.

Preis

199,90 bei Caseking.de

Geschwindigkeit laut Hersteller (bis zu)

Lesen 285 MB/s – Schreiben 275 MB/s (S-ATA 3)

Abweichungen zum gemessenen Ergebnis

-1,7 % (280,2 MB/s) |  - 8,5% (251,5 MB/s)  

Formfaktor

2,5 Zoll

Abmessungen

99.8 x 69.63 x 9.3mm

Gewicht

85 Gramm

Modellnummer

MXSSD2MDS-100G

 

Lieferumfang

  • SSD
  • Kurzeinleitung
  • Einbaurahmen + Montagematerial

Impressionen

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Leistungstest

Hauptteil dieses Berichts soll natürlich der Leistungstest sein. Dazu wurden verschiedene Benchmarks durchgeführt, die das Leistungsverhalten der  dreiLaufwerke in den verschiedensten Situationen aufzeigen. Getestet wurden dabei Lese- und Schreibraten sowie die Zugriffszeiten unter bestimmten Bedingungen. Praxisbezogene Benchmarks geben Aufschluss über das Leistungsverhalten unter alltäglichen Bedingungen, während die synthetischen Benchmarks das theoretische Maximum aus den Solid State Disks herauskitzeln.

 

Testsystem

  • Prozessor: Intel Core i7-860 2,8 GHz, Turbo Boost an, Hyperthreading aktiviert
  • Ram: 4096 MB Corsair DDR3-1333 MHz
  • Systemlaufwerk: Intel X25-M G2 “Postville” 80 GB
  • Quelllaufwerk für Transfertests: Corsair Force F40 GB
  • Storage: Western Digital WD6400AAKS S-ATA 2
  • Mainboard: Intel DP55KG
  • Grafikkarte: MSI GeForce 8600GTS
  • Betriebssystem: Windows 7 Professional x64
  • Testbetriebssystem: Windows 7 Professional x64
  • Netzteil: Seasonic M12 Power 600 Watt

Als Vergleichsbasis haben wir die beiden Laufwerke “Crucial RealSSD C300″ sowie Samsungs “470 Series SSD” herangezogen. Den vollständigen Bericht über diese beiden Produkte finde Sie hier.

 

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

  • HD Tach RW 3.0.4.0
  • HD Tune Pro 4.6
  • A.S. SSD Benchmark 1.5
  • Crystal Disk Mark 3.0 x64
  • ATTO Disk Benchmark 2.46

HD Tach RW

Das Tool HD Tach RW ermöglicht die einfache Bestimmung der durchschnittlichen Schreib- und Lesegeschwindigkeit eines bestimmten Datenträgers. Ebenfalls werden die durchschnittliche Zugriffszeit sowie die Burstrate gemessen. Beim Burstrate-Test werden die Daten direkt auch dem Cache des Controllers abgerufen, weshalb die Werte oftmals weit über den anderen Benchmarkergebnissen liegen.

falcon_hd tach

Sandforce SSDs - Diagramm 1.0

Sandforce SSDs - Diagramm 1.1

A.S. SSD Benchmark

Dieses Programm misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten und bestimmt weitere Werte, wie z.B. Zugriffszeit und die Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien. Zudem verfügt das Tool über einen Kopier-Benchmark, der das Kopieren von ISO-Abbildern, Programmen und Computerspielen auf die SSD simuliert. Unseren Erfahrungen nach, sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.

Sandforce SSDs - Diagramm 2.0

Sandforce SSDs - Diagramm 2.1

HD Tune Pro

Die Software HD Tune Pro misst neben den schon erwähnten Parametern ebenfalls die Geschwindigkeit beim Zugriff auf verschiedene Dateigrößen. Dieser Test ist bei SSDs sehr interessant, da vor allem viele kleine Dateien (z.B. 4 KB Blöcke) einen schwachen Controller schnell aus der Bahn werfen. Die Transferraten brechen dann bis auf wenige KB/s ein und es kommt zu Verzögerungen beim Dateizugriff. Gemessen wurden die Blockgrößen 512 Byte, 4 KB, 64 KB, 1 MB sowie der zufällige Zugriff auf alle Arten von Blockgrößen.

 Sandforce SSDs - Diagramm 3.0

Sandforce SSDs - Diagramm 3.1Sandforce SSDs - Diagramm 3.2 Sandforce SSDs - Diagramm 3.3 Sandforce SSDs - Diagramm 3.4

Crystal Disk Mark 3

Mit dem Tool Crystal Disk Mark 3 haben wir die sequenziellen Lese- und Schreibraten der drei Laufwerke bestimmt. Die anderen gemessenen Werte sind für unseren Fall eher uninteressant, da das im Verhältnis langsamere USB 2.0 zum Einsatz kommt.

 Sandforce SSDs - Diagramm 4.0

ATTO Disk Benchmark

Dieses kleine Programm kam zum Einsatz um die maximale Leistung der Laufwerke im Bezug auf ihre Lese- und Schreibzugriffe herauszufinden. ATTO wertet die Schreib- und Leseleistung anhand verschiedenster Blockgrößen aus. Wir haben hier die 8MB großen Blöcke dargestellt, da die meisten Laufwerke hier ihre maximale Leistung entfalten. Diese Werte sind in der Praxis allerdings fast nie zu erreichen und werden daher oft als Werbemittel eingesetzt.

Sandforce SSDs - Diagramm 5.0

Windows 7 Professional x64

Um neben den synthetischen Benchmarkdurchläufen ein wenig Praxis in die Leistungsüberprüfung zu bringen, wurden einige Test mit der Vollversion (Build 7600) des Betriebssystems „Windows 7“ aus dem Hause Microsoft durchgeführt. Gemessen wurde hier die Zeit, die die einzelnen Testprobanden für die Installation des Systems brauchen. Ebenfalls erfasst haben wir die Dauer, die das Laufwerk brauchte, um das System nach einem Neustart hochzufahren.

Sandforce SSDs - Diagramm 6.0

Installation von Adobe InDesign CS4

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich eine SSD als Systemfestplatte verhält, wurde Adobe InDesign CS4 unter Windows 7 installiert. Die dafür benötigte Zeit wurde ebenfalls notiert. Dieser Test veranschaulicht außerdem sehr gut, welche Solid State Disk mit vielen unterschiedlichen Blockgrößen und verschiedensten Lese- und Schreibvorgängen zurechtkommt. Ein überforderter Controller äußert sich hier schnell in einer hohen Installationsdauer.

Sandforce SSDs - Diagramm 7.0

Futuremark PCMark Vantage

Als weiteres synthetisches Benchmark haben wir das PCMark Vantage aus dem Hause Futuremark für unsere SSD-Tests benutzt. Gemessen wurde die Zeit, die das Laufwerk zur Installation der Software unter Windows 7 benötigt. Außerdem wurde die HDD Test Suite des Programms ausgeführt und die am Ende ermittelte Punktzahl zu vergleichen.

vantage.jpg

Sandforce SSDs - Diagramm 8.0
 

Datei kopieren unter Windows 7

Bei diesem Test wurde verschiedene Dateien, welche sich auf der Systemfestplatte (Intel Postville G2 80 GB) befanden, auf die SSD kopiert bzw. geschrieben. Die dafür benötigten Zeit wurde ermittelt. Außerdem wurde jedes Laufwerke einmal bei 0% Füllstand und dann bei 50% und 75% Füllung überprüft, um zu sehen ob die Leistung mit zunehmender Datenmenge konstant bleibt. Diese Benchmarks wurden im direkten Vergleich durchgeführt.

Sandforce SSDs - Diagramm 9.0Sandforce SSDs - Diagramm 9.1

Fazit

Mit einem Blick auf die gemessenen Leistungswerte lässt sich eins mit Sicherheit erneut bestätigen: Solid State Disks mit SandForce Chipsatz gehören im Endkundenmarkt mit zu den schnellsten Vertretern ihrer Art.

Doch zunächst wollen wir einmal auf die sichtbaren Eigenschaften der Produkte eingehen: Alle drei Testkandidaten kamen in einem Gehäuse aus Metal und gaben keinerlei Anlass zur Kritik im Hinblick auf die Verarbeitung. Weder scharfe Kanten noch unsauber gesetzte Schrauben konnten wir feststellen. Beim Lieferumfang fällt lediglich das Produkt aus dem Hause Mushkin etwas aus den Reihen, da hier kein extra Adapter zur Montage in einem 3,5-Zoll-Laufwerksschacht beigelegt worden ist. Das sollte unserer Meinung nach heute bereits zum Standard gehören, da nicht jeder Desktopcomputer bereits über eine Halterung für 2,5-Zoll-Laufwerke verfügt.

Leistungstechnisch haben alle drei Laufwerke einen ordentlichen Auftritt hingelegt. In einem unserer vorigen Testberichte hatte die Firma Xtreme Technology zum ersten Mal ein Laufwerk auf unseren Teststand geschickt, welches nicht wirklich überzeugen konnte. Ganz anders präsentiert sich nun die neue „MX-DS Serie“, welche durchgängig wunderbare Leistungen erzielen konnte. Dabei war es egal, ob es an das Lesen und Schreiben von willkürlichen Blockgrößen ging oder ob in möglichst kurzer Zeit ein großer Datensatz von A nach B transferiert werden musste. Dank des großzügigen „Over Provisioning“ von zusätzlichen 28 % der nutzbaren Kapazität sollte dieses Laufwerk auch eine hohe Lebenserwartung erfüllen können.

Kopf an Kopf, im Gesamtvergleich dann aber trotzdem ein Stück hinter der „MX-DS“, schlängelte sich das ADATA-Produkt der S599-Series durch unseren Testparcours. Ebenfalls durchgehend hohe Transferraten sowie niedrige Zugriffszeiten machten das Arbeiten mit dem Laufwerk sehr angenehm. Vor allem die größere Kapazität von 128 GB und die Tatsache das auch hier das Over Provisioning Setting mit 28 % genutzt wird, machen auch diese SSD zu einem wirklich interessanten Konkurrenten.

Betrachtet man den Vertreter aus dem Hause Mushkin, so fallen auf den ersten Blick die etwas niedrigeren Transferraten sowie die nominelle Kapazität von nur 40 GB auf. Trotz allem hat sich die Callisto Deluxe SSD gut geschlagen. Zwar liegen die dauerhaften Transferraten unter denen der Konkurrenz, dafür zeigt das kleine Laufwerk deutlich, was es kann, wenn es um das zufällige Schreiben von kleinen Datenblöcken geht. Hier erreicht die Mushkin-SSD nicht selten die Performance der beiden anderen Laufwerke. Geht es um die sequenzielle Lese- oder Schreibleistung, so liegen alle drei Probanden auf einer Augenhöhe und erfüllen annähernd die beworbenen Leistungswerte.

 

Um ein abschließendes Fazit zu ziehen, kommen wir nicht umher, den Preisfaktor zu betrachten. Das teuerste Modell in diesem Round-Up ist die Mach Xtreme MX-DS, welche in der 100-GB-Version aktuell knapp 200 € kostet. Dahinter folgt die ADATA-SSD der S599 Serie mit 128 GB Kapazität zu einem Straßenpreis von ca. 178 €. Aufgrund seiner Kapazität selbstverständlich am günstigsten ist das Mushkin-Laufwerk, derzeit für ca. 87 € erhältlich.

Betrachtet man in diesem Zusammenhang die Preise pro Gigabyte Speicherplatz (S599: 1,39 €/GB, Callisto Deluxe 2,17 €/GB sowie MX-DS 2 €/GB), so fällt die Wahl des Preisleistungssiegers in diesem Test nicht schwer. Bezieht man dann noch mit ein, dass auch die S599 über 28 % zusätzliche frische Zellen für den Notfall verfügt, so sollte dieses Laufwerk die erste Wahl sein. Die Leistungskrone hat sich in diesem Test trotzt allem die SSD aus dem Hause Mach Xtreme Technology erkämpft. Ob man jedoch für 28 GB weniger Speicherplatz zugunsten eines minimalen Geschwindigkeitsvorteils mehr Geld bezahlen möchte, muss jeder selber für sich entscheiden.

Eine kleine Sonderrolle hat die Callisto Deluxe in diesem Test, da sie in einem völlig anderen Preis- sowie Kapazitätsbereich anzusiedeln ist. Damit der Vergleich zu den größeren Laufwerken nicht ungerecht erscheint, sollte man preislich eventuell noch die 120-GB-Version aus dem Hause Mushkin mit einbeziehen. Diese kostet momentan ca. 234 €, was ein Preis pro Gigabyte von 1,95€/GB ergibt. Inwiefern die Leistung dieses Modells mit denen der von uns getesteten 40-GB-Variante übereinstimmt, vermögen wir allerdings nicht zu sagen. Um den Spieß aber einmal umzukehren: Die aktuellen 40-GB-Versionen der S599 sowie der MX-DS sind aktuell für ca. 85 € bzw. 96 € erhältlich. Hier möge sich jeder selber ein Urteil bilden.

 

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 8 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und Social Media Beauftragter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle oder fotografiert und filmt auf Motorsportevents. Im "echten Leben" Student des Wirtschaftsingenieurwesens und zusätzlich des Qualitätsmanagements. Außerdem freut er sich immer über neue Leute in seinen Google+ Kreisen!

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