Test: Zwei SSDs von Corsair & Mach Xtreme

Geschrieben von Nils Waldmann am 28.09.2010.

zwei SSDs Test Startbild

Neben den teuren Highend-Produkten auf dem SSD-Markt, machen sich vor allem die Laufwerke mit geringen Kapazitäten zwischen 32 und 40 GB einen Namen. Kaum verwunderlich bei Preisen an der 100-Euro-Grenze. Wir haben in diesem Bericht zwei solcher Laufwerke der Hersteller Mach Xtreme Technology und Corsair auf Herz und Nieren überprüft.

 

 

Für diesen Test haben uns die Hersteller Corsair und Mach Xtreme mit zwei Laufwerken aus ihrem aktuellen Produktsortiment ausgestattet. Die folgende Liste soll einen Überblick verschaffen, um welche Modelle es sich handelt:

Alle getesteten Laufwerke setzen auf MLC-Flashbausteine (Multi Level Cell), sind aber mit verschiedenen Chipsätzen und Prozessoren ausgestattet.

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Des Weiteren unterstützen alle getesteten SSDs den TRIM-Befehl unter Windows 7, der für eine gleichbleibende Leistung über den Lebenszeitraum der Solid State Disk sorgen soll. Da die beiden getesteten Laufwerke verhältnismäßig geringe Kapazitäten aufweisen, ist zu beachten, dass der Einsatz im Notebook mit nur einem 2,5-Zoll Laufwerksschacht schnell zu Speicherplatzproblemen führen kann. Die hier getesteten Laufwerke sind eher für den Mischbetrieb aus SSD als Systemlaufwerk und einer Festplatte als Datenspeicher konzipiert. Ein beschleunigender Effekt auf die am häufigsten genutzten Programme und den Systemstart ist trotz dieser kapazitiven Einschränkung zu spüren.

Weitere Informationen zu Themen rund um die neuartigen Flash-Festplatten finden Sie hier:

Der Bericht wurde nach folgender Struktur gegliedert: Auf den nächsten Seiten finden Sie eine Vorstellung der einzelnen Laufwerke, samt technischen Details, Lieferumfängen und natürlich Bilder der Produkte. Die weiteren Seiten sind dem Leistungstest gewidmet, der im Zusammenhang mit Speicherprodukten wohl am interessantesten ist. Ganz am Ende finden Sie dann ein zusammenfassendes Fazit.

Corsair Force F40 40 GB (CSSD-F40GB2)

 

Spezifikationen

Speicherkapazität nominell40 GB
SchnittstelleS-ATA 2
ZellentypMLC
ControllerSandForce SF-1200
CacheNicht vorhanden
Preis~ 110 €
Geschwindigkeit laut Hersteller (bis zu)Lesen 280 MB/s – Schreiben 270 MB/s
Abweichungen zum gemessenen Ergebnis+1 % (282,56 MB/s) |  – 0,6% (268,44 MB/s)
Formfaktor2,5 Zoll
Abmessungen100 x 69 x 9,3
Gewicht80 Gramm
ModellnummerCSSD-F40GB2

 

 

 

Lieferumfang

  • SSD

 

Impressionen

 

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Mach Xtreme MX-Starter 32 GB (MXSSD2MST-32G)

 

Spezifikationen

Speicherkapazität nominell32 GB
SchnittstelleS-ATA 2
ZellentypMLC
ControllerAlcor 7511
Cache64 MB
Preis79,90 €
Geschwindigkeit laut Hersteller (bis zu)Lesen 100 MB/s – Schreiben 60 MB/s
Abweichungen zum gemessenen Ergebnis-2,6 % (97,44MB/s) | – 6,4 % (56,16 MB/s)
Formfaktor2,5 Zoll
Abmessungen69,6 x 9,3 x 99,8 mm
Gewicht50 Gramm
ModellnummerMXSSD2MST-32G

 

 

Lieferumfang

  • SSD
  • Anleitung

 

Impressionen

 

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Leistungstest

Hauptteil dieses Berichts soll natürlich der Leistungstest sein. Dazu wurden verschiedene Benchmarks durchgeführt, die das Leistungsverhalten der Laufwerke in den verschiedensten Situationen aufzeigen. Getestet wurden dabei Lese- und Schreibraten sowie die Zugriffszeiten unter bestimmten Bedingungen. Praxisbezogene Benchmarks geben Aufschluss über das Leistungsverhalten unter alltäglichen Bedingungen, während die synthetischen Benchmarks das theoretische Maximum aus den Solid State Disks herauskitzeln.

 

Testsystem

  • Prozessor: Intel Core i7-860 2,8 GHz, Turbo Boost an, Hyperthreading aktiviert
  • Ram: 4096 MB Corsair DDR3-1333 MHz
  • Systemlaufwerk: Intel X25-M G2 „Postville“ 80 GB
  • Storage: Western Digital WD6400AAKS S-ATA 2
  • Vergleichslaufwerk: Intel X25-V 40GB (Raid 0), Intel X25-M G2 „Postville“ 80 GB, Samsung HD103UJ 1TB
  • Mainboard: Intel DP55KG
  • Grafikkarte: MSI GeForce 8600GTS
  • Betriebssystem: Windows 7 Professional x64
  • Netzteil: Seasonic M12 Power 600 Watt

Wie den Daten des Testsystems zu entnehmen ist, wurden zwei weitere Laufwerke als Vergleich herangezogen. Es handelt sich dabei um eine Samsung Festplatte des Mittelfeldes mit einer Kapazität von 1 TB, ein SSD-Modell der Intel Mainstream Serie mit 80 GB sowie die X-25V SSD mit 40 GB im Einzel- sowie Raid 0-Betrieb.

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

  • HD Tach RW 3.0.4.0
  • HD Tune 4.5
  • A.S. SSD Benchmark 1.5
  • Crystal Disk Mark 3.0 x64
  • ATTO Disk Benchmark 2.46

Die ersten Benchmark-Ergebnisse finden Sie auf der nächsten Seite.

HD Tach RW

Das Tool HD Tach RW ermöglicht die einfache Bestimmung der durchschnittlichen Schreib- und Lesegeschwindigkeit eines bestimmten Datenträgers. Ebenfalls werden die durchschnittliche Zugriffszeit sowie die Burstrate gemessen. Beim Burstrate-Test werden die Daten direkt auch dem Cache des Controllers abgerufen, weshalb die Werte oftmals weit über den anderen Benchmarkergebnissen liegen.

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zwei ssds test hd tach

A.S. SSD Benchmark

Dieses Programm misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten und bestimmt weitere Werte, wie z.B. Zugriffszeit und die Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien. Zudem verfügt das Tool über einen Kopier-Benchmark, der das Kopieren von ISO-Abbildern, Programmen und Computerspielen auf die SSD simuliert. Unseren Erfahrungen nach, sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.

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HD Tune Pro

Die Software HD Tune Pro misst neben den schon erwähnten Parametern ebenfalls die Geschwindigkeit beim Zugriff auf verschiedene Dateigrößen. Dieser Test ist bei SSDs sehr interessant, da vor allem viele kleine Dateien (z.B. 4 KB Blöcke) einen schwachen Controller schnell aus der Bahn werfen. Die Transferraten brechen dann bis auf wenige KB/s ein und es kommt zu Verzögerungen beim Dateizugriff. Gemessen wurden die Blockgrößen 512 Byte, 4 KB, 64 KB, 1 MB sowie der zufällige Zugriff auf alle Arten von Blockgrößen.

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Crystal Disk Mark 3

Mit dem Tool Crystal Disk Mark 3 haben wir die sequenziellen Lese- und Schreibraten der drei Laufwerke bestimmt. Die anderen gemessenen Werte sind für unseren Fall eher uninteressant, da das im Verhältnis langsamere USB 2.0 zum Einsatz kommt.

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ATTO Disk Benchmark

Dieses kleine Programm kam zum Einsatz um die maximale Leistung der Laufwerke im Bezug auf ihre Lese- und Schreibzugriffe herauszufinden. ATTO wertet die Schreib- und Leseleistung anhand verschiedenster Blockgrößen aus. Wir haben hier die 8MB großen Blöcke dargestellt, da die meisten Laufwerke hier ihre maximale Leistung entfalten. Diese Werte sind in der Praxis allerdings fast nie zu erreichen und werden daher oft als Werbemittel eingesetzt.

zwei ssds test atto

Windows 7 Professional x64

Um neben den synthetischen Benchmarkdurchläufen ein wenig Praxis in die Leistungsüberprüfung zu bringen, wurden einige Test mit der Vollversion (Build 7600) des Betriebssystems „Windows 7“ aus dem Hause Microsoft durchgeführt. Gemessen wurde hier die Zeit, die die einzelnen Testprobanden für die Installation des Systems brauchen. Ebenfalls erfasst haben wir die Dauer, die das Laufwerk brauchte, um das System nach einem Neustart hochzufahren.

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Installation von Adobe InDesign CS4

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich eine SSD als Systemfestplatte verhält, wurde Adobe InDesign CS4 unter Windows 7 installiert. Die dafür benötigte Zeit wurde ebenfalls notiert. Dieser Test veranschaulicht außerdem sehr gut, welche Solid State Disk mit vielen unterschiedlichen Blockgrößen und verschiedensten Lese- und Schreibvorgängen zurechtkommt. Ein überforderter Controller äußert sich hier schnell in einer hohen Installationsdauer.

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Futuremark PCMark Vantage

Als weiteres synthetisches Benchmark haben wir das PCMark Vantage aus dem Hause Futuremark für unsere SSD-Tests benutzt. Gemessen wurde die Zeit, die das Laufwerk zur Installation der Software unter Windows 7 benötigt. Außerdem wurde die HDD Test Suite des Programms ausgeführt und die am Ende ermittelte Punktzahl zu vergleichen.

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zwei ssds test pc mark
Datei kopieren unter Windows 7

Bei diesem Test wurde verschiedene Dateien, welche sich auf der Systemfestplatte (Intel Postville G2 80 GB) befanden, auf die SSD kopiert bzw. geschrieben. Die dafür benötigten Zeit wurde ermittelt. Außerdem wurde jedes Laufwerke einmal bei 0% Füllstand und dann bei 50% und 75% Füllung überprüft, um zu sehen ob die Leistung mit zunehmender Datenmenge konstant bleibt. Diese Benchmarks wurden im direkten Vergleich durchgeführt.

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Fazit

Während fast alle unsere anderen SSD-Testberichte auf dem Vergleich von weitaus teureren Modellen mit höherer Kapazität basierten, stoßen die beiden getesteten Kandidaten in Preisregionen vor, die auch für Normalanwender interessant werden. Wie anfangs schon beschrieben, lassen sich Solid State Disks mit geringer Kapazität aber eigentlich nur als Ergänzung zu einer herkömmlichen Festplatte sinnvoll nutzen. Die wohl häufigste Konfiguration: Das Betriebssystem und oft genutzte Software werden auf der SSD installiert, alle anderen Daten und große Programme, wie beispielsweise Spiele, verbleiben auf der HDD. Somit lassen sich erstaunliche Leistungsschübe erzielen, da die SSD für alle oft ausgeführten Prozesse verantwortlich ist und hier mit ihren hohe Datenraten und kurzen Zugriffszeiten punkten kann.

Über die Laufwerke

Während sich das Laufwerk aus dem Hause Corsair durchweg gut geschlagen hat und somit wirklich für die Beschleunigung alltäglicher Abläufe taugt, ging der SSD von Mach Xtreme Technology zu schnell die Puste aus.

Dank des SF-1200 Prozessors des Corsair F40 Laufwerks steht der kleine Massenspeicher seinen großen Geschwistern aus derselben Produktfamilie geschwindigkeitstechnisch in nichts nach. Die SSD ist schnell im Kopieren von Dateien und bietet hohe sequenzielle Transferraten. Die Zugriffszeiten sind für eine SSD gewöhnlich niedrig und auch der Lese- und Schreibzugriff auf willkürliche Blockgrößen macht dem Laufwerk keinerlei Probleme. Die Gesamtperformance liegt dauerhaft über halb jeder Desktop-Festplatte.

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Dies gilt leider nicht für die MX-Starter Series SSD von Mach Xtreme Technologie. Zwar erreicht das Laufwerk die angegebenen Spitzentransferleistungen im sequenziellen Zugriff, geht es allerdings an das Schreiben von vielen einzelnen kleinen Dateien, ist der verwendete Alcor Chipsatz trotz 64 MB Cache scheinbar vollkommen überfordert. Der Datendurchsatz bricht teilweise auf den Bruchteil eines Megabytes pro Sekunde ein und es kommt zu Aussetzern. Im Lesebetrieb ist dieser Effekt nicht ganz so stark spürbar, Programminstallationen dauerten mit dem Laufwerk aber deutlich länger, als mit jeder bisher von uns getesteten SSD. (Teilweise ist selbst eine Festplatte schneller unterwegs, auch wenn die Zugriffszeiten des mechanischen Datenträgers deutlich über denen der MX-Starter SSD liegen.)

Die geringe Speicherkapazität von 32 GB ist ebenfalls beinahe zu knapp bemessen, der Preis von knapp 80 € ist auf den ersten Blick aber definitiv verlockend. Wir würden aber in allen Fällen zum Kauf des Corsair Laufwerks raten, welches bereits ab gut ~ 110 € erhältlich ist. Die Mach Xtreme ist in unseren Augen hingegen nur bedingt als Systemlaufwerk zu empfehlen, da eine gute Festplatte beinahe gleiche Performance bietet und dabei mehr Speicherkapazität bereithält.

Es gilt also weiterhin: Solid State Disks sind und bleiben vorerst Luxusgut und spielen in derselben Liga wie Highend-Grafikkarten. Wer allerdings auf der Suche nach dem ultimativen Performanceschub ist, kommt um eine Solid State Disks nicht mehr herum. Kein anderes Hardwareupgrade steigert die gefühlte Leistung des Computers so, wie es die kleinen Flash-Massenspeicher tun.

Weitere Informationen zum Thema SSD und eine große SSD-Vergleichsdatenbank finden Sie bei unserem Partnerportal SSD-Info.de.

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 10 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und technischer Leiter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle oder fotografiert und filmt auf Motorsportevents. Im "echten Leben" studierter Wirtschaftsingenieur und Qualitätsmanager.

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