Test: Samsung SSD 840 EVO Serie (120, 250 & 500 GB)

Geschrieben von Nils Waldmann. Veröffentlicht in Solid State Drives.

Samsung SSD 840 EVO Startbild

Mit der neuen SSD 840 EVO Serie hat der Elektronikgigant Samsung sein Solid State Drive Portfolio um eine neue Produktfamilie ergänzt. Damit reiht sich die neue EVO-Serie zwischen der SSD 840 Basic und der Highendserie SSD 840 Pro ein. Wir haben für euch die 120-, 250- und 500-GB-Version der neuen SSD 840 EVO Serie getestet.

 

 

Überblick

Samsung platziert die neue SSD 840 EVO Reihe gezielt zwischen den beiden bestehenden Varianten der 840 Familie. EVO steht dabei wohl für Evolution, also eine gerichtete Weiterentwicklung des bisherigen Angebots mit einem Update auf den aktuellen Stand der Technik. Angeboten wird die SSD 840 EVO mit 120, 250, 500, 750 und 1000 GB. Damit knackt Samsung ebenfalls die für Solid State Drives noch magische 1-TB-Grenze.

Samsung Global SSD Summit SSD 840 Evo Preise

Wie von den vorherigen Samsung SSD-Generationen bekannt, wird auch die EVO-Serie als Einzellaufwerk, Desktopkit (120 & 250 GB) oder aber als Upgradekit für das Notebook (250 & 500 GB) ausgeliefert. Für unseren Test lagen uns die Stand-Alone-Versionen der Laufwerke vor, die lediglich mit Anleitung und passender Software kommen.

 Samsung SSD 840 EVO Lieferumfang

Technik

In Sachen verwendeter Technologie hat Samsung einiges verändert, zieht man die anderen beiden Version der SSD 840 Serie zum Vergleich heran. So kommt eine schnellere Version des Samsung SSD MDX-Controllers zum Einsatz, der nun mehr die Bezeichnung MEX trägt und zusammen mit dem 19 nm TLC-NAND auf einer Platine im Micro-SATA-Format untergebracht ist. Die SSD selbst hat aber weiterhin 2,5-Zoll-Abmessungen und ist 7 mm flach. Dies sorgt ebenfalls dafür, dass die EVO-Serie sehr leicht ausfällt. Eine ähnliche Bauweise hat SanDisk im Übrigen bei seiner Ultra Plus SSD verwendet.

Selbstverständlich können die SSDs ebenfalls wieder auf deinen dedizierten DDR2-Cache zurückgreifen, der je nach Kapazitätsversion zwischen 256 MB und 1 GB misst (siehe Tabelle unten). Zusätzlich integriert man mit der TurboWrite Technologie eine zweite Cachestufe. Hinter dem Begriff versteckt sich ein SLC-Cache, der in seiner Größe ebenfalls je nach Kapazität der SSD variiert. Konkret bedeutet dies, dass ein Teil der TLC-Speicherzellen mit nur einem statt drei Bits pro Zelle beschrieben werden (SLC) und als Cache Verwendung finden.

Die SSD schreibt unmittelbar also erst in den DDR2-Cache und nutz danach den schnelle SLC-Bereich der EVO-SSDs. Der SSD-Controller sorgt dann in einem späteren Moment dafür, dass die Daten aus dem SLC-Cache in den langfristig angelegten Teil des NANDs geschrieben werden, der als 3-Bit-pro-Zellen-Speicher (TLC) angelegt ist. SanDisk hat mit seiner nCache Technolgie ein ähnliches Verfahren im Einsatz.

Zusätzlich wurde der Garbage-Collection-Algorithmus weiterentwickelt, der für ordentliche Performance sorgen soll, wenn das Laufwerk nahe seiner Kapazitätsgrenze betrieben wird. Außerdem spendiert man der SSD 840 EVO einen Temperaturschutz, der ab 70 Grad Celsius abriegelt und vor Defekten schützen soll.

 

Des Weiteren verbindet Samsung die SSD 840 EVO Serie mit der Einführung einer neuen Technik namens Rapid, die als wiederum zusätzlicher Softwarecache genutzt werden kann. Mit der mitgelieferten Software lassen sich somit ein Teil des Arbeitsspeichers des verwendeten Computers als zusätzlicher Zwischenspeicher nutzen. Somit sollen Zugriffe erneut beschleunigt werden. Wir haben die Rapid Technologie in einem gesonderten Kurztest für euch betrachten, da in diesem Bericht die „echte“ Leistung der neuen EVO SSDs im Vordergrund stehen soll.

 

Technische Daten

Version

120 GB

250 GB

500 GB

750 GB

1000 GB

Lesen

bis zu 540 MB/s

bis zu 540 MB/s

bis zu 540 MB/s

bis zu 540 MB/s

bis zu 540 MB/s

Schreiben

bis zu 410 MB/s

bis zu 520 MB/s

bis zu 520 MB/s

bis zu 520 MB/s

bis zu 520 MB/s

DDR2-Cache

256 MB

512 MB

512 MB

1 GB

1 GB

TurboWrite SLC-Cache

3 GB

3 GB

6 GB

9 GB

12 GB

4 KB Random Read (QD32)

max. 94.000 IOPS

max. 97.000 IOPS

max. 98.000 IOPS

max. 98.000 IOPS

max. 98.000 IOPS

4 KB Random Write (QD32)

max. 35.000 IOPS

max. 66.000 IOPS

max. 90.000 IOPS

max. 90.000 IOPS

max. 90.000 IOPS

 

Spezifikationen der Testlaufwerke

Speicherkapazität nominell

120 GB

250 GB

500 GB

Schnittstelle

S-ATA 6 Gbit/s

S-ATA 6 Gbit/s

S-ATA 6 Gbit/s

Zellentyp

Samsung 19 nm TLC (Toggle DDR 2.0 NAND)

Samsung 19 nm TLC (Toggle DDR 2.0 NAND)

Samsung 19 nm TLC (Toggle DDR 2.0 NAND)

Controller

Samsung MEX Controller (400 MHz)

Samsung MEX Controller (400 MHz)

Samsung MEX Controller (400 MHz)

Cache

256 MB DDR2 Cache

512 MB DDR2 Cache

512 MB DDR2 Cache

Preis

109,99 US-$ (UVP)

189,99 US-$ (UVP)

369,99 US-$ (UVP)

Geschwindigkeit laut Hersteller (bis zu)

Lesen 540 MB/s – Schreiben 410 MB/s

Lesen 540 MB/s – Schreiben 520 MB/s

Lesen 540 MB/s – Schreiben 520 MB/s

Abweichungen zum gemessenen

ATTO-Ergebnis (8 MB Block)

+2,38 % (552,84 MB/s) | +1,62 % (416,64 MB/s)

+2,59 % (554 MB/s) | +3,24 % (536,87 MB/s)

+2,38 % (552,84 MB/s)  | +3,24 % (536,87 MB/s)

Radom 4K Lesen / Schreiben

94.000 IOPS / 35.000 IOPS

97.000 IOPS / 66.000 IOPS

98.000 IOPS / 90.000 IOPS

Formfaktor

2,5 Zoll

2,5 Zoll

2,5 Zoll

Abmessungen

100 x 69,85 x 7 mm

100 x 69,85 x 7 mm

100 x 69,85 x 7 mm

Gewicht

43 Gramm

43 Gramm

 51 Gramm

Modellnummer

MZ-7TE120

MZ-7TE250

MZ-7TE500

TRIM-Befehl

Ja

Ja

Ja

Garantie

3 Jahre

3 Jahre

3 Jahre

 

Leistungstest

Natürlich interessiert uns bei SSDs am aller meisten, was die ganzen technologischen Veränderungen im Endeffekt in Sachen Leistung ermöglichen. Hierzu haben wir die drei SSD 840 EVO SSDs mit 120, 250 und 500 GB ausgiebig mit synthetischen und reellen Benchmarkprogrammen geprüft. Zum Vergleich haben wir unsere Liste der SSD-Laufwerke mit 256 GB sowie die Samsung SSD 840 Pro mit 512 GB herangezogen.

Testsystem

*Mit anderer Testystemkonfiguration getestet.

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

  • HD Tune Pro 5
  • A.S. SSD Benchmark 1.6
  • ATTO Disk Benchmark 2.46
  • Futuremark PCMark 7
  • Adobe Reader 10.0.1
  • Itunes 10.4. x64
  • PC Mark 7 1.0.4
  • Avira AntiVir Premium 2012
  • WinRAR 4.01 x64

Synthetische Benchmarks

Den ersten Abschnitt unseres Leistungstests wird von den synthetischen Benchmark-Programmen abgedeckt. Dieser Art von Test bringt die Solid State Disk an ihre theoretischen Leistungsgrenzen. Im Alltag findet man derartige Lastsituation aber eher seltener vor. Trotz allem lassen synthetische Benchmarks einen sehr schönen Vergleich zu, da jeder Benchmark-Durchlauf gleich aufgebaut ist.

A.S. SSD Benchmark

Dieses Programm misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten und bestimmt weitere Werte, wie z.B. Zugriffszeit und die Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien. Zudem verfügt das Tool über einen Kopier-Benchmark, der das Kopieren von ISO-Abbildern, Programmen und Computerspielen auf die SSD simuliert. Unseren Erfahrungen nach, sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.


ATTO Disk Benchmark

Dieses kleine Programm kam zum Einsatz um die maximale Leistung der Laufwerke im Bezug auf ihre Lese- und Schreibzugriffe herauszufinden. ATTO wertet die Schreib- und Leseleistung anhand verschiedenster Blockgrößen aus. Wir haben hier die 4KB und 8MB großen Blöcke dargestellt. Diese Werte sind in der Praxis allerdings fast nie zu erreichen und werden daher oft als Werbemittel eingesetzt. Das ATTO Disk Benchmark verwendete komprimierbare Daten, was vor allem SandForce Chipsätzen zu Gute kommt.




HD Tune Pro

Die Software HD Tune Pro misst neben den schon erwähnten Parametern ebenfalls die Geschwindigkeit beim Zugriff auf verschiedene Dateigrößen. Dieser Test ist bei SSDs sehr interessant, da vor allem viele kleine Dateien (z.B. 4 KB Blöcke) einen schwachen Controller schnell aus der Bahn werfen. Die Transferraten brechen dann bis auf wenige KB/s ein und es kommt zu Verzögerungen beim Dateizugriff. Gemessen wurden die Blockgrößen 512 Byte, 4 KB, 64 KB, 1 MB sowie der zufällige Zugriff auf alle Arten von Blockgrößen.




Real Benchmarks

Wesentlich interessanter für die spätere Benutzung einer Solid State Disk als Systemlaufwerk sind die real Test. Wie der Name schon sagt, überprüfen dieser Art von Test die Leistung der SSDs unter alltäglichen Bedingungen. Dazu gehören beispielsweise Setup-Routinen, Virenscans oder das Öffnen mehrere Programme zum gleichen Zeitpunkt. Während dieser Testdurchläufe wurde das entsprechende Laufwerk als Systempartition verwendet, auf der Windows 7 Professional x64 SP1 lief.

Programm-Installationen

Wie die Überschrift schon wiedergibt, haben wir mehrere Setup-Routinen durchlaufen lassen und die dafür jeweils benötigte Zeit der SSD festgehalten. Als Software diente uns hierfür das PCMark 7, Itunes sowie der Adobe Reader.


Anwendungs-Tests

Bei den Anwendungs-Test wurde überprüft wie schnell das getestete Laufwerk mit alltäglichen Aufgaben fertig wird. Als plastische Beispiele haben wir uns das Entpacken eines ISO-Images mit WinRar, einen vollständigen Systemscan mit Avira AntiVir Premium sowie das gleichzeitige Öffnen der Programme Windows Media Player, Firefox, iTunes, PCMark 7 und Acrobat Reader herausgesucht. Zudem erfolgte die Messung der Dauer des Systemsstarts.


Fazit

Für uns ist es eine Premiere zum Launch einer neuen SSD-Familie gleich drei verschiedene Varianten einer SSD testen zu können. Trotz allem wollen wir versuchen, den Umfang des Fazits übersichtlich zu halten.

Beginnen wir mit den Äußerlichkeiten der Laufwerke. Die neue SD 840 EVO Serie ist, wie ihre Vorgänger sehr ordentlich verarbeitet, insgesamt aber etwas schlichter gestaltet, da man auf den seit der SSD 830 Serie eingeführten orangen Akzent verzichtet. Der Lieferumfang unserer Testsamples beschränkte sich auf die Retailverpackung, Handzettel, Software und die SSD selbst. Also alles, was man zum Loslegen benötigt.

Interessanter sind wohl aber letztendlich die an den Tag gelegten Ergebnisse unseres Benchmarktests. Geht es rein um die maximal möglichen sequenziellen Transferraten, welche wir mit 8 MB Blöcken im ATTO Disk Benchmark gemessen haben, so erreichen alle drei EVO-SSDs die von Samsung vorgegebene Werte ohne Probleme. Anzumerken ist, dass der Schreibwert der 120-GB-Version von Haus aus mehr als 100 MB/s unter dem der restlichen SSD 840 EVO Varianten angesiedelt ist.

Samsung SSD 840 EVO Solid State Drive

Generell fällt auf, dass das 250-GB-Modell beim sequenziellen Lesen die Nase knapp vorne hat, während die 500-GB-Variante beim sequenziellen Schreiben definitiv Vorteile mit sich bringt. Eine Besonderheit ist im HD Tune Pro Benchmark gut erkennbar, das den gesamten Kapazitätsbereich eines Laufwerks testet. Hier wird sichtbar, dass der SLC-Cache der 250- vor allem aber der 120-GB-Version vollläuft und der Controller keine Chance hat, die Daten schnell genug in den TLC-Bereich des NANDs zu verschieben. Unter dieser Extrembedingung brechen die Datenraten der 120-GB-Version auf knapp 140 MB/s ein. Die 250-GB-Variante mit einem doppelt so großen SLC-Cache erreicht im Schnitt 264 MB/s. Unser 500-GB-Modell hatte aufgrund des noch einmal größeren Caches keine Probleme und schrieb die Daten mit durchschnittlichen 400 MB/s fröhlich weg. Nichts desto trotzt bleibt die SSD 840 Pro 256 GB in den meisten sequenziellen  Disziplinen ein Stück vor all unseren EVO-Testmustern.

Samsung SSD 840 EVO Vorderseire

Betrachtet man die zufälligen Zugriffe auf verschiedene Blockgrößen, so lässt sich die Staffelung der IOPS-Angaben aus dem Datenblatt (vgl. Tabelle oben) wiedererkenne. Die 120 GB SSD 840 EVO liegt hinter den beiden anderen Laufwerken, die 250-GB-Variante muss sich gegen das 500-GB-Modell geschlagen geben. Nur bei 4K-Blöcken scheint die 250-GB-SSD ein wenig schneller zu sein und überholt im Schreibbetrieb hier sogar die SSD 840 Pro 256 GB. Im Allgemeinen liefern alle drei SSD 840 EVO Laufwerke jedoch gute Ergebnisse ab.

In den Anwendungstest scheinen die EVO-Laufwerke generell ein wenig schneller unterwegs zu sein, als die SSD 840 Pro 256 GB, was auf eine gute Funktionsweise der TurboWrite Technologie (SLC-Cache) im Alltag hinweist. Beim Boot von Windows und der Ausführung mehrere Programme gleichzeitig geben sich alle heutigen SSDs nicht mehr viel, auch hier zeigen die EVOs sehr gute Werte.

In Sachen Leistung scheint also alles in Butter, man könnte sagen Mission geglückt. Die EVO stößt die Pro Serie nicht unbedingt vom Thron, kommt ihr aber in einigen Disziplinen gefährlich nahe. Einzig und allein die 120-GB-Variante liegt leistungstechnisch ein Stück zu weit ab von ihren beiden Geschwistern, was die Schreibleistung angeht.

 Samsung SSD 840 EVO Award

Die Preisbetrachtung fällt anhand der aktuell vorliegenden UVP-Preise in US-Dollar noch ein wenig schwer. Erste Shops listen die SSD 840 EVO 350 GB bereits für 179 € (Stand 23.07.2013), die Pro-Version mit 256 GB kostet unterdessen aktuell mit knapp 192 € bereits 13 € mehr. Mit einem realistischen Markteintrittspreis von um die 170 € bei Verfügbarkeit, ist die EVO SSD mit 256 GB somit gut positioniert. Erwartet wird die Einführung der SSD 840 EVO Serie im Übrigen im August.

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 8 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und Social Media Beauftragter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle oder fotografiert und filmt auf Motorsportevents. Im "echten Leben" studierter Wirtschaftsingenieur und Qualitätsmanager.Er freut sich immer über neue Leute in seinen Google+ Kreisen!

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